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Technik- und Wissenschaftsforschung

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Über uns


Das Institut für “Technik- und Wissenschaftsforschung” (TeWi) ist Teil der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt, Graz, Wien) der Universität Klagenfurt. Das Institut Technik- und Wissenschaftsforschung verfolgt das Programm, einen sozialwissenschaftlichen Zugang zum Problemfeld der Technologie zu erarbeiten, dabei Technologie als soziales Projekt zu thematisieren, in ausgewählten Problemfeldern soziale, psychische, ökonomische und politische Voraussetzungen und Folgen zu erforschen und Umsetzungsmöglichkeiten der erarbeiteten Ergebnisse vorzuschlagen.

Die Programmatik erfordert zum einen die Erarbeitung von begrifflichen Instrumentarien und zum anderen die Entwicklung von Strategien der Gestaltung von und des Umgangs mit Technologien.

Im Mittelpunkt des begrifflichen Instrumentariums des Instituts steht der Begriff Technologie. Technologie versteht das Institut in einem sehr weiten Sinne des Wortes: Ausgangspunkt ist, dass in Technologie, Technik und Logik, Praxis und Wissen in einer Weise verschmelzen, dass durch sie die Denk- und Verhaltensformen der Menschen in immer stärkerem Ausmaß geprägt werden. Technologie ist deshalb ein soziales Projekt: Sie ist vergegenständlichte Praxis und vergegenständlichtes Wissen und gleichzeitig Struktur, die diese Praxis und dieses Wissen bestimmt. Vor diesem Hintergrund bezeichnet der Begriff “Technologische Zivilisation” die Formation gegenwärtiger Weltgesellschaft.

Technikgestaltung zum anderen bedeutet für das Institut nicht, eigene ingenieur-wissenschaftliche Beiträge zur Technikentwicklung zu leisten. Es geht vielmehr darum, die sozialen Rahmenbedingungen der Technikentwicklung und -anwendung so zu gestalten, dass bestimmte Technologien sich leichter durchsetzen können, andere in ihrer Diffusion verlangsamt werden. Von Interesse ist daher nicht allein der Konstruktionszusammenhang von Technologien, sondern der Verlauf und die Bedingungen ihrer Diffusion sowie der selektiven Adaption durch NutzerInnen. Das Gestaltungspotenzial von Technik auszuschöpfen, heißt daher vor allem, in Akteursnetzwerke einzugreifen, um organisatorische Bedingungen für die Nutzung bestimmter technischer Innovationen zu schaffen, Verbindungen herzustellen zwischen den an der Technikentwicklung und -verwendung beteiligten Organisationen und AkteurInnen sowie gemeinsame Lernprozesse zu organisieren.

Wie eine Theorie Technologischer Zivilisation nur in ständiger Auseinandersetzung mit und Erprobung an konkreten Fragestellungen erarbeitet werden kann, so müssen Strategien der Gestaltung von und des Umgangs mit Technologien in einen theoretischen Kontext eingebettet sein, der imstande ist, die Situation angemessen zu reflektieren. Daher ist die Kommunikation zwischen ihren Programmbereichen und Forschungsprojekten ein wesentliches Anliegen des Instituts. Die Lehre wird als integraler Bestandteil der Umsetzung der Forschungsergebnisse verstanden.

 

Arbeitsbereiche

Standort Graz

Am Standort Graz wird das Ziel verfolgt, Beiträge zu einer sozial- und umweltverträglichen Gestaltung von Technologien zu leisten.  Im Rahmen von Forschungsschwerpunkten in den Bereichen ökologische Produktgestaltung, effiziente Energienutzung und Einsatz erneuerbarer Energieträger, spezifische Anwendungen neuer Biotechnologien sowie Technikgeschichte wird versucht, theoretische Reflexion zum Begriff sozialverträglicher Technikgestaltung sowie zu Fragen seiner Operationalisierbarkeit mit der praktischen Umsetzung konkreter Pilotprojekte zu verbinden. Der Ort der Intervention in Technikentwicklung liegt dabei vor allem auf der kommunalen Ebene sowie bei öffentlichen Verwaltungen. Die am Standort durchgeführten Projekte haben eine stark partizipative Komponente.  Insbesondere wird das Verhältnis von Frauen und Technik thematisiert mit dem Ziel, die Technikkompetenz von Frauen als Techniknutzerinnen und Technikbetroffene sichtbar zu machen und Barrieren bei der Einbeziehung in Technikgestaltung aufzuzeigen.  Dabei wird zum einen großer Wert auf Umsetzungsorientierung gelegt und zum anderen auf Verbreitung der Ergebnisse und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.


Standort Klagenfurt

Im Zentrum der Arbeit des Standorts Klagenfurt stehen verschiedene Aspekte einer Theorie der Technologischen Zivilisation.  Leitende Fragen sind: Welche historischen Voraussetzungen hat die durch Technik und Wissenschaft geprägte (Welt-) Gesellschaft? Welcher Kommunikationsformen bedient sie sich, welche Zukunftsperspektiven eröffnen sich ihr? Über welches Selbstverständnis verfügt der Mensch in dieser Gesellschaft? Welche kulturellen Standards, welche Verhaltenszumutungen und Verkehrsformen prägen ihn? Wie geraten durch Informations- und Kommunikationstechnologien einerseits und durch Biotechnologien andererseits traditionelle Selbstbilder radikal in Frage? Welche ethischen und politischen Konsequenzen ergeben sich daraus? In verschiedenen Einzelprojekten setzt sich der Programmbereich mit diesen Fragen in einem breiten sozialwissenschaftlichen, kulturwissenschaftlichen und philosophischen Sinn auseinander.  Und er konzipiert und erprobt wissenschaftsdidaktische Vermittlungsformen, die dieser interdisziplinären Thematik angemessen sind. Am Standort Klagenfurt wird auch das Forschungszentrum "Gotthard Günther" betreut.

 

 
 
 
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