Erster Gesundheitstag an der Universität Klagenfurt

Vorträge, eine Podiumsdiskussion und eine sehr lebendige „Gesundheitsstrasse“ wurden mit großem Interesse verfolgt und zur persönlichen Information genutzt.

Das erste Mal durchgeführt und schon ein großer Erfolg! Das war der Gesundheitstag der Uni Klagenfurt am 21. Juni 2006. Die „Gesundheitsstrasse“ wurde von der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Kooperation mit Firma Fresenius gestaltet, die Infopoints von Studierenden der Psychologie. Hunderte MitarbeiterInnen und Studierende nahmen das Angebot dankend und begeistert an.

Begonnen wurde mit einem gesunden Frühstück „Xünder geht’s nit“, gesponsert von IQ, dem Bistro in der Universität, „angebissen“ wurde es von Landesrat Dr. Wolfgang Schantl, für den „Gesundheit eine Herzensangelegenheit als Arzt und Politiker ist“ und der sich wünscht, dass mit dieser und ähnlichen Aktionen bei den Studierenden Eigenverantwortung für die Gesundheit erzeugt wird.

Rektor H.C. Mayr, dem es sehr wichtig ist, dass die MitarbeiterInnen gesund bleiben, erinnerte auch an Positives Denken, das dazu beitragen kann. Mens sana in corpore sano wird natürlich auch durch das entsprechende Training des Körpers unterstützt. Das USI bietet eine breite Palette von sportlichen Aktivitäten an.

Univ.-Prof. Dr. Paolo Rondo-Brovetto zeigte in seinem Vortrag “Von der Behandlung der Krankheit zu ganzheitlichem Health Management!“ interessante Fakten und Perspektiven auf. So werde nur ein Drittel der Gesundheit vom Gesundheitssystem produziert, zwei Drittel seien von der natürlichen und sozialen Umwelt und vom individuellen Verhalten abhängig. Die Genomforschung werde in Zukunft massive Veränderungen bringen, die sowohl in der Vorsorge als auch in der Therapie wirksam werden. Leidig sei das Rauchverhalten in Österreich: 34 % der Bevölkerung raucht. Die Sucht entsteht zu 98% bereits in Jugendjahren. Dort müsse Gesundheitsmanagement ansetzen und auch zu unpopulären Maßnahmen greifen.

Gesundheitsförderung an der Alpen-Adria-Universität – Quo Vadis?

In der Podiumsdiskussion, schwungvoll moderiert von Univ.-Prof. Mag. Dr. Oliver Vitouch, ging es um die die Zukunft der Gesundheitsförderung an der Alpen-Adria-Universität. Vitouch erinnerte daran, dass Gesundheit keine Sache allein der Medizin sei und mit vielerlei Fächern wie Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Ernährung, Kommunikationswissenschaften im Konnex stehe.

Rektor Mayr hält nichts von einem Verkaufsverbot von Alkohol und Zigaretten an der Uni. Wichtiger seien Information und Aufklärung ohne Zwang. Demnächst werde eine Arbeitsmedizinerin eingestellt, womit sicherlich ein guter Schritt in die Richtung getan werden kann. Mayr forderte den „wertschätzenden Umgang auf allen Ebenen“ ein und fügte an: „Wenn man sich im Team versteht und gemeinsame Ziele hat, lebt man ebenfalls gesünder!“

Der Sportmediziner Dr. Karl Schnabl erinnerte daran, dass sich der Mensch von seiner Konstitution her nicht geändert habe – aber die Umwelt massiv. Deshalb sei Bewegung enorm wichtig.

Dr. Verena Kaefinger, Arbeitsmedizinerin bei Infineon Technologies, berichtete, dass in ihrer Firma Alkohol aus der Kantine verbannt wurde und Rauchen nur in dafür vorgesehen Räumlichkeiten erlaubt sei. Die MitarbeiterInnen seien damit völlig einverstanden.

Dipl.-Sozialwirt Günter Schumann hat an der Universität Oldenburg professionelle Gesundheitsvorsorge aufgebaut. Mittlerweile habe sich ein Arbeitskreis mit 72 Universitäten gebildet, d. h., Gesundheit an Hochschulen ist ein großes und wichtiges Thema geworden.

Mag. Franz Preiml, Leiter des Universitätssportinstituts, für den Sport Teil der Gesundheit ist, sprach die Vorbildwirkung an und betonte, dass gerade die Universität Klagenfurt durch die Lage einen hohen Freizeitwert besitze und deshalb Sport noch einfacher an der Tagesordnung stehen kann.

Die ÖH VertreterInnen Judith Michael und Andreas Prager wissen um die teilweise sehr mangelhafte Eigenverantwortung beim Essverhalten bei den Studierenden. Das gelte es zu verbessern, ist jedoch ein schwieriger Weg.

Betriebsrätin Univ.-Ass. Dr. Gunhild Sagmeister schlug vor, Gesundheit überhaupt als strategisches Ziel im Entwicklungsplan der Universität zu verankern: „Excellence in der Leistung ist nur möglich, wenn sich MitarbeiterInnen und Studierende an der Universität wohlfühlen!“

Partizipation als Schlüssel erfolgreicher Gesundheitsförderung

Univ.-Ass. Mag. Eva Brunner, die gemeinsam mit Dr. Claudia Muri den Gesundheitstag organsisierte, machte am Nachmittag eine Führung durch die Gesundheitsstrasse, erläuterte deren Idee und Konzept sowie Realisierung. Die einzelnen Infostände wurden persönlich von den StudentInnen vorgestellt. Damit wurde der partizipatorische Ansatz, der innerhalb der Gesundheitsförderung gefordert wird, hervorgehoben: „Mitglieder einer Organisation sind nicht nur KonsumentInnen von Gesundheitsförderung, sondern arbeiten aktiv an dieser mit!“ So Eva Brunner.

Univ.-Prof. Dr. Scholz rührte im Vortrag das Tabuthema „Alkohol am Arbeitsplatz“ an: Rund 15 % der MitarbeiterInnen an Hochschulen haben Alkoholprobleme. 15-25 % der Arbeitsunfälle geschehen durch Alkohol. Betriebswirtschaftliche Konsequenzen ergeben sich durch die verminderte Arbeitsqualität, das schlechtere Betriebsklima, vermehrte Fehlzeiten etc. Ein Betrieb kann und sollte durch eine gute „Alkoholpolitik“ und Vorbildförderung den Alkoholismus im Betrieb vermindern und damit auf vielen Seiten Gewinne schaffen.

Interessante Ergebnisse brachte Günter Schumann, der mit Hilfe des Setting-Ansatzes das Netzwerk von 72 Hochschulen für die Gesundheit aktiv ist. Die Hindernisse liegen an den begrenzten finanziellen Ressourcen und den hohen psychischen Belastungen des wissenschaftlichen Mittelbaus. Die vom Netzwerk ausgearbeiteten Gütekriterien können an Hochschulen nachhaltige und effiziente Gesundheitsarbeit bringen.

Den erfreulichen Abschluss des Gesundheitstages bildete die Zertifikatsübergabe an die dreißig Studierenden als Dank für die Vorarbeit über das ganze Semester und die Präsentationen sowie die Verlosung attraktiver Preise, u. a. Wellnessaufenthalte in der Thermenregion Loipersdorf.

Info: http://www.uni-klu.ac.at/psy/gesundheitstag/index.php