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NIE

wollte da einer

sich wegschreiben,

 

den Dingen den Abschied geben:

sie verdienen ihn

nicht.

 

Die Orte nimmt

einer doch

mit sich?

 

Wer er auch ist:

gefragt wird

der nicht.

 

Die Kluft, die

sich auftut in

Zwischenzeiten:

 

ihr Urheber

möchte ich

nicht sein.

 

Und selbst

wenn ich

es wäre,

 

weigerte

ich mich,

es einzugestehen;

 

verweigerte ich,

einzustehen für

eine Tat,

 

die mir unterlief

und unverhofft

zustieß.

 

Wegatmen

will ich sie,

als wäre sie Luft.

 

Fabjan Hafner

 

 

 

Wir trauern um Fabjan Hafner –

die Welt ist eine andere


 

Žalujemo za Fabjanom Hafnerjem - svet je drugačen.

Wie oft begegnet uns ein Mensch, in dem sich profundes Wissen mit der Fähigkeit verbindet, es großzügig, heiter und leicht mit uns zu teilen? Ein Mensch, der mit einer einzigartigen Mischung aus Engagement, Erfahrung und Eloquenz uns einnehmen und mitnehmen kann? Auch dahin, wo es komplex wird, etwa in die Literatur? Uns überraschen und begeistern?

Fabjan Hafner war ein solcher Mensch, er war uns allen ein Geschenk – und die Literatur war ihm eine Herzensangelegenheit.

Fabjan Hafner war ein Multitalent – Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Übersetzer, Editor. Als Kärntner Slowene wechselte er virtuos zwischen Deutsch und Slowenisch, übersetzte zwischen beiden Literaturen, schrieb in beiden Sprachen – als Schriftsteller und als Wissenschaftler. Er förderte, übersetzte, schrieb über slowenischsprachige Autoren wie Gustav Januš, Florjan Lipuš und viele mehr. Er war – seit Langem – anerkannter Handke-Spezialist und Handke-Freund. Zuletzt arbeitete er über Christine Lavant, vor allem als Editor ihrer Gedichte, auch der zu ihren Lebzeiten unveröffentlichten.

Es sind dies nur wenige Beispiele. Denn Fabjan Hafner hat über 180 Publikationen vorgelegt. Und war mehrfach preisgekrönt: Petrarca-Übersetzer-Preis, Wissenschaftspreis der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik und Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung.

 

Fabjan Hafner war als Lehrender bei den Studierenden und KollegInnen der Alpen-Adria-Universität geschätzt und beliebt.
Vor allem aber hat er, zu unser aller Freude, das Publikum des Musil-Instituts für sich eingenommen. Eine Veranstaltung mit Fabjan Hafner – immer ein wunderbares Erlebnis!

Nun hinterlässt er eine entsetzliche Lücke – nicht nur am Musil-Institut, wo er seit 1998 wirkte.

Wir hier am Musil-Institut sind bestürzt und unendlich traurig. Wir trauern mit seiner Familie und mit den vielen, vielen Menschen, die ihn schätzten und weiter schätzen werden.


Doch die Welt ist eine andere, viel ärmere. Denn Fabjan Hafner ist nicht mehr.

A svet je drugačen, toliko revnejši. Ker Fabjana Hafnerja ni več.

Anke Bosse
mit Edith Bernhofer, Walter Fanta, Elmar Lenhart und Angelika Rossak

Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

 
 
 
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Foto Fabjan Hafner
Fabjan Hafner