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Szyszkowitz_sw
 

TRANSLATIO

Verleihung des Österreichischen Staatspreises
für literarische Übersetzung an Uta Szyszkowitz


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und

Ahmet Cemal

 

Sonntag, 29. Juni 2014

18.00 Uhr


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REDE und NACHREDE

Michael KRÜGER liest Ingeborg Bachmann und eigene Texte

 

Samstag, 28. Juni 2014

19.30 Uhr


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Damtschach
POESIE UND MUSIK I

"Liebe, waidwerk und musik"

H.C. Artmann

Eine szenisch-musikalische Erzählung

 

Samstag, 14. Juni 2014

17.00 Uhr

Landschaftspark Schloss Damtschach


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PŘECHOD ÜBERGANG PREHOD

Sorbische Kultur Tage

Ausstellungen, Lesungen, Podiumsgespräch

 

10. und 12. 06. 2014

jeweils 19.30 Uhr


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Open Air-Lesung

am CAMPUS der Universität

mit Nadja BUCHER

 

Mittwoch, 04. Juni 2014

19.00 Uhr

 


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Schuh
Franz SCHUH

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

 

Dienstag, 03. Juni 2014

19.30 Uhr


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Elke LAZNIA

Kindheitswald

 

Lesung

Dienstag, 27. Mai 2014

19.30 Uhr


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Erich_Hackl
Erich HACKL

Drei tränenlose Geschichten

 

Lesung

Donnerstag, 22. Mai 2014

19.30 Uhr


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Helga Pollak-Kinsky

Mein Theresienstädter Tagebuch 1943 - 1944

 

Buchvorstellung, Lesung, Gespräch

Mittwoch, 07. Mai 2014

19.30 Uhr


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literatur/a.Jahrbuch 2013 /2014
Schwerpunkt Gustav Janus

 

Präsentation, Lesung, Ausstellung

Dienstag, 29. April 2014

19.30 Uhr


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Alexander WIDNER

Ashburns Knöpfe

Possen und Posen der vorletzten Tage

 

Lesung

Donnerstag, 24. April 2014

19.30 Uhr

 


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Fian
Antonio FIAN

Das Polykrates-Syndrom

 

Lesung

Donnerstag, 20. März 2014

19.30 Uhr


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Lydia MISCHKULNIG

Vom Gebrauch der Wünsche

 

Lesung

Mittwoch, 12. März 2014

19.30 Uhr


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Wolf WONDRATSCHEK

Mittwoch

 

Lesung

Donnerstag, 06. März 2014

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV Kärnten


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Engelbert OBERNOSTERER

Schutzbehauptungen

 

Lesung

Dienstag, 28. Jänner 2014

19.30 Uhr


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Alfred GOUBRAN

Durch die Zeit in meinem Zimmer

 

Präsentation des neuen Romans, Würdigung und Werkschau anlässlich des 50. Geburtstages des Autors

Donnerstag, 16. Jänner 2014

19.30 Uhr


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Peter TRUSCHNER

Das fünfunddreißigste Jahr

 

Lesung

Donnerstag, 09. Jänner 2014

19.30 Uhr


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Harald SCHWINGER

Die Farbe des Schmerzes

 

Lesung

Donnerstag, 12. Dezember 2013

19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV Kärnten


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Alex CAPUS

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

 

Lesung

Dienstag, 03. Dezember 2013

19.30 Uhr


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SLOWENISCHE BIBLIOTHEK

Buchpräsentation und Lesung

 

Matinee

Sonntag, 01. Dezember 2013

11.00 Uhr


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Unbenannt
Thomas STANGL

Regeln des Tanzes

 

Lesung

Donnerstag, 28. November 2013

19.30 Uhr



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ingmar gritzner

the great white silence oder

das blaue buch

Uraufführung

 

Dienstag, 19. November 2013

19.30 Uhr

     

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UNSICHTBARE BÜCHER

 

Ausstellung

Objekte und Zeichnungen aus Botonds Bibliothek

Vortrag zur Bücherverbrennung vor 80 Jahren

 

Dienstag, 05. 11. 2013

19.30 Uhr

 

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Thuswaldner
Werner THUSWALDNER

Das Jubiläum

 

Lesung

Donnerstag, 24. Oktober 2013

19.30 Uhr

 



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Klein_ist_schoen
KLEIN IST SCHÖN

Der Zwerg und der Riese

 

Kinderliteraturlesung mit Werner Thuswaldner

Donnerstag, 24. Oktober 2013

15.00 Uhr

 

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Humbert FINK

Zum 80. Geburtstag

Gedenkabend und Lesung

Dienstag, 08. 10. 2013

19.30 Uhr


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Peter HENISCH

Mortimer & Miss Molly

Lesung

Freitag, 04. 10. 2013

19.30 Uhr

 


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TRANSLATIO

 

Verleihung des österreichischen Staatspreises für literarische Übersetzung an György Buda


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und José António Palma Caetano

 

Sonntag, 30. 06. 2013

18.00 Uhr


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REDEN ÜBER INGEBORG BACHMANN

 

Angelika Reitzer

Alle hören zu, obwohl keiner spricht

Samstag, 29. 06. 2013

19.30 Uhr


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Olga MARTYNOVA

Mörikes Schlüsselbein

Lesung

Dienstag, 18. Juni 2013

19.30 Uhr


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Ivan IVANJI

Geister aus einer kleinen Stadt

Lesung

Freitag, 07. Juni 2013

19.30 Uhr


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Péter Esterházy

Esti

Lesung

Freitag, 24. Mai 2013

19.30 Uhr


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Christoph W. BAUER

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

Donnerstag, 16. Mai 2013

19.30 Uhr


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Marko M. FEINGOLD

Wer einmal gestorben ist, dem tut nichts mehr weh

Eine Überlebensgeschichte

Lesung und Buchvorstellung

Dienstag, 07. Mai 2013

19.30 Uhr


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Roberta Dapunt
Nauz
Zweisprachige Lesung in Ladinisch und Deutsch
Donnerstag, 2. Mai 2013
19.30 Uhr

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Robert Schindel

Der Kalte

Lesung

Donnerstag, 25. April 2013

19.30 Uhr


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Josef Haslinger

Jáchymov

Lesung

Freitag, 19. April 2013

19.30 Uhr


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Fian
Antonio Fian

Man kann nicht alles wissen, Dramolette

Lesung

Dienstag, 16. April 2013

19.30 Uhr


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Klaus Ratschiller

An deiner Stelle

Lesung

Donnerstag, 11. 04. 2013

19.30 Uhr

 


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Bodo HELL

Omnibus

Zum 70. Geburtstag

 

Lesung und Musik

Dienstag, 19. März 2013

19.30 Uhr


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literatur/a.

Jahrbuch 2012 / 2013

Präsentation und Podiumsgespräch

Donnerstag, 14. März 2013

19.30 Uhr


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Lidija DIMKOVSKA

Anständiges Mädchen

Lyrik

Zweisprachige Lesung

Dienstag, 05. März 2013

19.30 Uhr


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Teresa PRÄAUER

Für den Herrscher aus Übersee

Lesung

Dienstag, 29. Januar 2013

19.30 Uhr


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VSE JE PESEM

In memoriam Andrej KOKOT

Gedenkveranstaltung

Donnerstag, 17. 01. 2013

19.30 Uhr


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Richard Obermayr

Das Fenster

Lesung

Donnerstag, 10. 01. 2013

19.30 Uhr

 


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Clemens J. SETZ

INDIGO

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Lesung 19.30 Uhr


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Christine Lavant:

Das Wechselbälgchen

Sonntag, 09. Dezember 2012

Matinee 11.00 Uhr

Buchpräsentation und Lesung mit Chris Pichler


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Olga FLOR

Die Königin ist tot

Lesung

Donnerstag, 06. Dezember

19.30 Uhr


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AlteBuecher
Bücherflohmarkt

Donnerstag, 06. Dezember 2012

17.00 - 19.00 Uhr


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Milena Michiko Flašar

Ich nannte ihn Krawatte

Lesung

Donnerstag, 29. November 2012

19.30 Uhr


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Kinderliteraturveranstaltung mit Musik

Michael Cerha

ALBINE

Donnerstag, 22. Novmber 2012

16.00 Uhr

Altersempfehlung: 5-9 Jahre

 


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Michael CERHA

documents

Lesung

Donnerstag, 22. November 2012

16.00 Uhr


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Robert MUSIL

Zgodbe, ki to niso

Geschichten, die keine sind

Zweisprachige Buchpräsentation

Dienstag, 06. November 2011


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Dienstag, 30. Oktober 2012

ingmar gritzner

die hälfte des lebens

texte & kompositionen

19.30 Uhr

 

Ingmar Gritzner, letzter Schüler von Gerhard Lampersberg, verfolgt in seinem Schaffen seit je her ungewöhnliche Wege. Als Komponist setzt er seine Partituren graphisch und poetisch um und verwendet für seine Stücke eher ungewöhnliches Material.„Ich nehme einfach Material aus meiner Umgebung, wie z.B. Strichcodes von Obstsorten, Erotikheftchen, Cowboystiefel, Laub etc. und mache daraus Stücke. Die verwendeten Materialien mit ihrer Geschichte und Herkunft geben den Stücken eine besondere Kraft.“ (Ingmar Gritzner)


 
aus dem programm:

1. portrait zeit 2. le temps du´n soupir 3. portrait ohr 4. dokodemo doa 5. there is nothing we can do about it. no. 41 6. there is nothing we can do about it. no. 31 7. its always the same 8. ohne dich ist alles schön 9. der knecht und die kartoffel 10. der immer spitze michel 11. das wetter & die treue 12.  portrait prince william & kate 13. flogstories 1&2 / mit freundlicher unterstützung: leder greil 14. portrait oskar kokoschka & alma puppe / mit freundlicher unterstützung: gummipuppen. de 15. die rache der sphinx 16. der tod und das kaninchen 17. its my own thing to see how it is
18. mendeleev etüden oder sechs anläße zur trunksucht 19. die noble blässe 20. there is nothing we can do about it. no. 32 21. w. a. mozart ein mißbrauch 22. die tränen der heiligen klara 23. there is nothing we can do about it. no. 14 24. something about nothing 25. auch pferde stehlen oder die hufe des hungers 26. the king of kalksburg 27. the sweet hereafter and gina the dog 28. der einbeinige blinde 29. das diadem der diana 30. eriogaster lanestris 31. theres is nothing we can do about it. no. 44 32. the secret of the white holothurian 33. portrait licht 34. portrait tod 35. portrait stille

 

ensemble rescueumbrella
igor gross: percussion
martin schönlieb: gitarre
katharina hofbauer: harfe
miramis mattitsch:cello
   
ingmar gritzner
geboren 1977 in wien. musikalische erziehung bei gerhard lampersberg, privatunterricht in komposition bei nader mashayekhi. staatsstipendium für komposition 2008.



 
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mitSprache 2012: Reden zur Situation

Stefan Schmitzer: Ein Lackmustest

Donnerstag, 25.10.2012

18.00 Uhr

Musik: Talltones Extended & ŠPON


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Tandem venit amor

Liebesgedichte der Antike

 

 

Buchpräsentation und Lesung mit Chris Pichler und Oswald Panagl

 

Samstag, 20. Oktober 2012 19.30 Uhr

 

„Die Poesie des griechisch-römischen Altertums, in der ein Ich erotische Gefühle artikuliert, wirkt auf Leser unserer Zeit so lebensecht, dass man sich fragen muss, wie das möglich ist.", schreibt Niklas Holzberg, Professor Emeritus der Universität München und einer der besten Kenner der antiken Dichtung, der den bibliophilen Band Liebesgedichte der Antike zusammengestellt, übersetzt und mit einem Nachwort versehen hat.

Dies soll in gewisser Weise auch programmatisch als Leitfaden für diese Veranstaltung dienen, die künstlerisch und diskursiv eine Antwort zu geben unternimmt.

Chris Pichler – Schauspielerin des Jahres 2008 und im ganzen deutschsprachigen Raum in Literatur-, Theater-, Hörbuchprojekten tätig – wird den Gedichten aus über einem Jahrtausend ihre unverwechselbare Stimme leihen und sie im Spannungsfeld Sinnlichkeit und Besinnlichkeit für das heutige Publikum zum unmittelbaren Erlebnis werden lassen. Oswald Panagl (Universität & Mozarteum) Salzburg gibt Informationen zu Hintergrund und Intertextualität der Gedichte aus einem Zeitraum von über einem Jahrtausend, die Ernst Sigot für diesen Abend ausgewählt hat.


Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Humanistischen Gesellschaft Kärnten und der Kulturinitiative Synart Tanzenberg.



  
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Dienstag, 02. Oktober 2012

Wolfgang HERMANN

Abschied ohne Ende

Lesung 19.30 Uhr

 


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Tag des Denkmals

Literarischer Gartenrundgang im Schlosspark Damtschach mit Ferdinand Schmatz und Franz-Josef Czernin

Sonntag, 30. 09. 2012

16.00 Uhr: Führung durch den Schlosspark

17.00 Uhr: Lesung mit F. Schmatz und F.-J. Czernin im ehemaligen Stallgebäude, Musik: Jon Sass (Tuba) und Wolfgang Puschnig (Saxophon)

www.tagdesdenkmals.at

 

Zum denkmalgeschützten Landschaftsgarten, der das Schloss Damtschach umgibt, existiert ein einzigartiges Dokument: Ein nur in einem einzigen Exemplar überliefertes Buch aus dem Jahre 1834, gewidmet dem Erbauer und Gestalter der Gartenanlage, Wolfgang Felix Baron Jöchlinger. Darin finden sich zu den schönsten Plätzen und Aussichtspunkten des Gartens Gedichte verschiedener Autoren, die zusammen ein kurzweiliges literarisches Panorama des Ortes und seiner Umgebung ergeben.

Die beiden Dichterfreunde und Bewunderer des Damtschacher Gartenkunstwerks, Franz Josef Czernin und Ferdinand Schmatz, haben auf einzelne Gedichte dieses raren Buches ‚Echos‘ geschrieben; literarische Antworten mit den poetischen Mitteln der Gegenwart.
Am Tag des Denkmals werden die romantisch-biedermeierliche Vorlage bei einem Gartenrundgang und die zeitgenössischen dichterischen Echos von F. J. Czernin und F. Schmatz in einer anschließenden Lesung im ehemaligen Schlossstall präsentiert.
Begleitet werden die beiden von Wolfgang Puschnig (Saxophon) und Jon Sass (Tuba).

 

Öffnungszeiten:  14:00–19:00
Specials:  16:00 Führung mit Anmeldung (Beschränkte TeilnehmerInnenzahl, Dauer ca. 1 Stunde). Individuelle Besichtigung möglich.
17:00 Lesung in Kooperation mit dem Musilinstitut Klagenfurt: Franz Josef Czernin und Ferdinand Schmatz im ehemaligen Schlossstall Musik: Wolfgang Puschnig (Saxophon) und Jon Sass (Tuba). 
Ort:    Schloss Damtschach, Damtschacher Straße 18, 9241 Wernberg

Anmeldung erforderlich unter 0463/55630-0 oder 0676/88325413


 
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TRANSLATIO - Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2012

Sonntag, 01. Juli 2012

18.00 Uhr

 


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REDEN ÜBER INGEBORG BACHANN

Uwe Kolbe

Samstag, 30. Juni 2012


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Vladimir VERTLIB

Schimons Schweigen

Dienstag, 19. Juni 2012

19.30 Uhr


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Walter KOHL

Das leere Land

Lesung

15. Mai 2012

19.30 Uhr


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Krieg, Widerstand, Befreiung 

INTERNATIONALER LITERATURWISSENSCHAFTLICHER KONGRESS

10. - 12. Mai 2012


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Zur Erinnerung an die Aussiedlung der Kärntner Sloweninnen und Slowenen vor 70 Jahren

Andrej Kokot: Das Kind, das ich war / Ko zori spomin

Zweisprachige Lesung

08. Mai 2012

19.30 Uhr


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Klemens RENOLDNER

Lilys Ungeduld

Lesung

Dienstag, 24. 04. 2012

19.30 Uhr


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Herr Groll im Schatten der Karawanken

Kärnten-Premiere: Erwin RIESS liest aus seinem neuesten Kriminalroman.

 

Freitag, 20. April, 19.00 Uhr

 

ACHTUNG – neuer Veranstaltungsort:

Saal 6 im ÖGB-Haus

(Arbeiterkammer)
Eingang von der Bahnhofstraße

 

Eine Veranstaltung des Slowenischen Kulturverbands (SPZ), des Interkulturellen Centers (IKUC) und des Robert-Musil-Instituts.

 

Herr Groll, Privatermittler und Lebensberater in einem Wiener Vorstadt-Heurigen, sowie sein Gefährte, der Dozent aus dem Nobelbezirk Hietzing, ermitteln in Kärnten. Letzterer soll eine familiäre Angelegenheit klären, die in der Zeit vor sechzig, siebzig Jahren des Dritten Reichs wurzelt; als Touristen getarnt, nehmen sie – inmitten des alljährlichen Golf GTI-Treffens am Wörthersee – die Ermittlungen auf; dabei stoßen sie auf den SS-Freundeskreis rund um den verblichenen Kriegsverbrecher Odilo Globocnik sowie auf eine sehr lebendige Wirtschaftsclique, die seit Generationen die Geschäfte des Landes führt. Jetzt wird die Geschichte allerdings auch für die Ermittler gefährlich ...

Eingebettet in einen steten Fluss skurriler, witziger und scharfsinniger Erörterungen der Welträtsel verwebt Erwin Riess in seinem vierten Groll-Roman Vergangenheit und Gegenwart Kärntens zu einer spannenden Kriminalerzählung. Und je tiefer er dabei in die Vergangenheit vordringt, umso klarer wird, dass er die Gegenwart ausleuchtet – und die ist nicht nur kärntnerisch, sondern österreichisch.

 

ERWIN RIESS, geboren 1957, aufgewachsen in Krems, Studium der Gesellschaftswissenschaften in Wien, seit 1994 freier Schriftsteller, Aktivist der autonomen Behindertenbewegung. Längere Arbeitsaufenthalte in Ungarn, Zypern und New York. 13 Theaterstücke, zuletzt: "Der Giovanni-Komplex" (Wiener Festwochen 2006), Hörspiele, Essays, regelmäßige Groll-Storys in verschiedenen Zeitschriften in Österreich und Deutschland.



 

"Robert Musil und das literarische Leben seiner Zeit"

KOLLOQUIUM DER INTERNATIONALEN ROBERT-MUSIL-GESELLSCHAFT

12. - 14. 04. 2012


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Karl Corino

Residuen

Prosa und Lyrik

Lesung

Donnerstag, 12. 04. 2012

19.30 Uhr


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Foto Achleitner
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Dialektgedichte

Lesung mit Friedrich Achleitner und Wolfram Berger

Dienstag, 27. März 2012

19.30 Uhr


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"Schrei mich zurück in mein innerstes All"

Georg Timber-Trattnig

Buchpräsentation

Dienstag, 20. März 2012

19.30 Uhr


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LITERATUR/A

Jahrbuch 2011/12

zu Peter Handke

Präsentation und Podiumsgespräch

mit Andrea Winkler, Bernhard Fetz und Norbert C. Wolf

Dienstag, 06. März 2012

19.30 Uhr


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Mittwoch, 08. Februar 2012

 

Ursula Wiegele

Cello, stromabwärts

 

Lesung 19.30 Uhr

 

Musikalische Umrahmung: Gabriela Hollauf, Gambe

Bernadette Grabner, Lichtobjekt zum Romantext: "l'ardore della musica"

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV Klagenfurt

 

Zum Buch:
Mittelpunkt der Handlung ist ein altes, rotes Stadthaus, das aus allen Stockwerken von Musik durchflutet wird. Seiner Eigentümerin, die einst mit einem italienischen Opernsänger liiert war, sind Musiker die liebsten Mieter – vor allem solche, die es als »musikalische Gastarbeiter« aus dem Osten und Südosten Europas in die Stadt im Südosten Österreichs verschlagen hat: Ciprian, Cellist in zweiter Generation, und sein Sohn Luca, der sich vom Cello ab- und dafür umso obsessiver der Gambe zuwendet. Bogdan, kurz vor dem Ende Ceausescus aus Rumänien geflüchtet, ein ehemaliger Schauspieler, der, weil ihm sein Beruf in der fremden Sprache versagt ist, mit Barockengeln handelt. Livia, die Tochter der Hauseigentümerin, die ein Kind von ihm hat, sich aber von Ciprians Cellospiel noch mehr in den Bann ziehen lässt als von Bogdans Wortkaskaden. Alexej, der ukrainische Korrepetitor und Chorleiter aus dem zweiten Stock, die Sängerin Alena, auch sie aus der Ukraine, und viele andere mehr.

Ihre Wege kreuzen sich, verstricken sich für einen Moment, lösen sich voneinander und treffen, kontrapunktisch gesetzten Themen gleich, doch immer wieder zusammen, in diesem Taubenschlag, der den in alle Winde Verstreuten eine zumindest provisorische Bleibe bietet. Der andere, mächtigere Gravitationspunkt aber liegt weit stromabwärts, im Schilfdickicht des verzweigten Deltas der Donau.

 

Ursula Wiegele, geboren 1963 in Klagenfurt, lebt in Graz, derzeit hauptberuflich im Sozialbereich und als Leiterin von Schreibwerkstätten tätig. Literarische Publikationen in Zeitschriften und Anthologien. Mehrere Preise bei Literaturwettbewerben, zuletzt 1. Preis für Kurzprosa vom Österreichischen Schriftstellerverband (2010). Für einen Auszug aus ihrem damals in Arbeit befindlichen Debütroman »Cello, stromabwärts« erhielt sie den zweiten Preis des Würth-Literaturpreises der Poetikdozentur Tübingen 2007, zu dem Péter Esterházy das Thema gestellt hatte.


 
Winterweizen
Brigitta Busch

Winterweizen

Lesung

Dienstag, 31. Jänner 2012

19.30 Uhr

 


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Mittwch, 18. Jänner 2012

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Stifungssaal/Servicegebäude

 

 

"Wissen schafft Kultur":

Michael Köhlmeier

 

Die 20. Vorlesung von "Wissen schafft Kultur" findet in Kooperation mit dem Musil-Institut und mit Radio Ö1 statt und wird als Dialog gestaltet: In der Reihe "Zeitgenossen im gespräch" spricht Michael Kerbler mit Michael Köhlmeier.

 

Weder für noch gegen

Über die "Nichtwiderständigkeit" von Literatur

 

»Literatur steht in keinem und zwar in gar keinem Interesse von irgendwas oder irgendwem! Im Gegenteil: dort wo sich Literatur in den Dienst einer, außerhalb von ihr liegenden Sache stellt, wird sie schlecht. Warum? Weil sie sich einer Hierarchie von Wesentlichem und Unwesentlichem unterwirft, die nicht nach ästhetischen Kriterien gebaut wurde. Wie Brecht sagte: In Zeiten wie diesen kann ein Gedicht über Bäume ein Verbrechen sein. Dann ist es besser, man schreibt gar kein Gedicht. Auch die »Widerständigkeit« ist ein fremdes Interesse. Heraus kommen bierernst biedere korrekte Texte, die von zweitklassigen Reportagen bereits überholt werden. Literatur ist in ihrer Bedeutung tautologisch, das heißt, sie macht sich die Gesetze selbst, die sie befolgt. Es gibt keine über ihr stehende Instanz. Die »Widerständigkeit« aber wäre so eine Instanz. Es fällt dem Schriftsteller in mir manchmal schwer, dem empörten Bürger in mir nicht nachzugeben, aber immer, wenn ich Literatur geschrieben habe, die ich in irgendeinen Dienst zu stellen beabsichtigte, habe ich mich hinterher geschämt – weil sie so schlecht geworden ist.«

 

Der Eintritt ist frei

 

Anmeldung wird erbeten unter:

www.wsk.or.at oder info@wsk.or.at oder unter (0463) 228822-0

 
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IMMERGRÜN

sudarium. calendarium

Bodo Hell / Linda Wolfsgruber

Lesung und Buchpräsentation

Montag, 09. Jänner 2012

19.30 Uhr


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Was ist Glück?

Illustrations-Workshop für Kinder mit Linda Wolfsgruber

Montag, 09. Jänner

15.00-17.00 Uhr

Altersempfehlung: 7-9 Jahre


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In memoriam Janko MESSNER

90. Geburtstag

Donnerstag, 15. Dezember 2011

19.30 Uhr

 


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Anton Fuchs

STILL. LEBEN

Buchpräsentation und Lesung

Dienstag, 13. 12. 2011

19.30 Uhr


mehr
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Franz Schuh

Mein Krückenkaktus

Lesung

Samstag, 03. Dezember 2011

19.30 Uhr


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BÜCHERFLOHMARKT

 

Samstag, 03. Dezember 2011

15.00 - 19.00 Uhr

 

Raritäten und neuwertige Exemplare, Belletristik, Fachliteratur und Kunstbücher …

An diesem Samstag lädt das Musil-Institut daher zu einem gemütlichen Nachmittag mit Punsch, Kaffee und Kuchen zum Schmökern, Stöbern und Plaudern ein. Gute Lektüre ist dabei zu äußerst günstigen Preisen zu erstehen.

 



 
Foto Gritzner
ingmar gritzner

meine honiggärten

texte & kompositionen

Dienstag, 29. November 2011

19.30 Uhr


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Gundi Feyrer

Die Trinkerin oder mein Leben und ich

Lesung

24. 11. 2011

19.30 Uhr


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Donnerstag, 10. November 2011Christoph W. BAUER

mein lieben mein hassen mein mittendrin du 

Lesung 19.30 Uhr

 

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer, geboren 1968 in Kärnten, aufgewachsen in Lienz/Osttirol und Kirchberg/Tirol, lebt derzeit als Autor in Innsbruck. Lyrik, Prosa, Essay, Hörspiel („Und immer wieder Cordoba“, ORF 2006, zuletzt: „Franzens Feste“, ORF 2010), Übersetzungen.

 

Werke (Auswahl)

wege verzweigt. Gedichte (1999), die mobilität des wassers müsste man mieten können. Gedichte (2001), fontanalia.fragmente. Gedichte und Prosa (2003), Aufstummen. Roman (2004), AHOI! Gedichte aus 25 Jahren Haymon Verlag (Hrsg., 2007), Im Alphabet der Häuser (2007), Graubart Boulevard (2008), Als Kind war ich weise (Hrsg., 2009), Der Buchdrucker der Medici (2009), gemeinsam mit Anton Christian: schweben im kopf (2010).

 

Zum Buch

Poesie und Punk, Catull und die Toten Hosen – zwischen diesen nur auf den ersten Blick widersprüchlichen Polen eröffnet Christoph W. Bauer das Feld für seinen neuen Lyrikzyklus. In 37 Gedichten lässt er ein lyrisches Ich alle Phasen einer bezaubernd schönen und traurigen Liebe erleben: Die erste Begegnung, neugieriges Erkunden, Lust und Überschwang, Routine und Brüche, die sich vertiefen zum Trennungshass – das sind die Stationen, die bereits der römische Dichter Catull in einem Stück Weltliteratur erzählt hat: „odi et amo“, „ich hasse und ich liebe“. Bauer stellt sich der Tradition, unterläuft sie, betreibt ein Spiel mit literarischen Masken. Mühelos setzt er Welten in Verbindung, knüpft an die Überlieferung antiker Poesie ebenso an wie an den legeren Tonfall moderner Popkultur und wechselt ungezwungen die Stimmungen und Tonlagen: Frisch und unkonventionell, ehrlich und voller Selbstironie erzählt er eine Liebesgeschichte – in Gedichten, die sich im besten Sinn zeitgemäß und zugleich quer zum Zeitgeist präsentieren.

 

"Christoph W. Bauer schlägt in seinem Gedichtband ‚mein lieben mein hassen mein mittendrin du‘ einen bislang nicht gehörten Sound-Mix an: cool und lakonisch, sanft und leise, schrill und laut. Bauer komponiert auf beeindruckend lässige Weise klassische Harmonien und schrille Punk-Akkorde zusammen. Dabei entstehen schräg-schöne Klangbilder mit der Griffigkeit von Liedzeilen und der Schlagkraft von Slam-Poetry. Ein historisch-poetisches Punk-Album mit Seltenheitswert.“

(Michaela Schmitz, literaturhaus.at)

 

St. Veiter Literaturtage 2011"Poesie der Ränder"

4. - 6. November 2011

 

Freitag, 04. November

20.00 Uhr

Maja Haderlap

Rathaushof St. Veit/Glan

 

Samstag, 05. November

20.00 Uhr

Florjan Lipuš

Rathaushof St. Veit/Glan

 

Sonntag, 06. November

11.00 Uhr

Paul Nizon

Rathaushof St. Veit/Glan

 

 

Dienstag, 25. Oktober 2011Peter HUEMER

ÜBERMALUNGEN

Der rot-weiß-rote Weg

Politische Weichenstellungen von 1945 bis heute

 

Vortrag und Diskussion

19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein Memorial Kärnten/Koroška

 

 

Peter Huemer spricht bei der traditionellen Gedenkfeier für die zivilen Opfer der Nazi-Diktatur von MEMORIAL Kärnten/Koroška

am 26. 10. 2011 um 10.00 Uhr bei der Gedenkstätte am Friedhof Klagenfurt-Annabichl

 

 

Dienstag, 18. Oktober 2011Egyd Gstättner

Absturz aus dem Himmel

Lesung 19.30 Uhr

 

Egyd Gstättner

Geboren 1962 in Klagenfurt, Studium der Germanistik und Philosophie. Seit 1989 lebt er als freier Schriftsteller in Klagenfurt. Ständige Publikationen in „Kleine Zeitung“ und „Die Presse“ sowie in vielen anderen nationalen und internationalen Medien.

 

Werke (Auswahl)

Servus oder Urlaub im Tauerntunnel (1994), Untergänge (1995), Alles Irre unterwegs (1997), Feine Fallrückzieher (2008), Der Mensch kann nicht fliegen (2008), Der Untergang des Morgenlands (2009), Klagenfurt: Literarisches Portrait einer Stadt (2010), Absturz aus dem Himmel (2011).

 

Zum Buch

Eines Morgens erhält der Schriftsteller Jan Philipp Möller seltsame Post: nämlich von sich selbst. Es handelt sich um ein verschollen geglaubtes Jugendmanuskript, das ein Vierteljahrhundert lang unterwegs gewesen und nun ungeöffnet zurück zum Absender gekommen ist. Diese merkwürdige Begebenheit animiert den Autor zu einem imaginären Dialog mit seinem jüngeren Ich. Gleichzeitig erstattet er über diesen vergessenen Teil seines Wesens Frau Großholtz Bericht, die gerade eine Doktorarbeit über ihn verfasst.

Es entwickelt sich eine Art Stationendrama aus unpublizierten Romananfängen: Stationen eines Lebens, gewissermaßen von der ersten Liebe bis zum ersten Tod. Unordnung und frühes Leid, Irrungen und Wirrungen. Ein Künstlerschicksal mit Fehlstarts, jeder Menge Sackgassen und Misserfolgen, dann doch auch unerwartete Erfolgen, Höhenflügen und Triumphen. Das Leben zwischen Provinz und Metropole, zwischen Sein und Nichtsein, das Leben mit dem Vater, das Leben als Vater, der Abschied vom Vater, schließlich der plötzliche Zusammenbruch der Existenz.

 

Egyd Gstättner changiert meisterhaft zwischen satirischer Erzählhaltung und existenzieller Tiefe, er erzählt von den Qualen und Freuden einer Künstlerexistenz, von der Gleichzeitigkeit von Erfolg und Scheitern...

 

„Gstättners Erzählung ist Lamento, Beichte, Satire, Essay, aber auch Kulturgeschichte ohne Fremdenverkehrstauglichkeit...eine Erzählung voll echter Verzweiflung – und gallbitterem Witz.“

(Der Standard, Daniela Strigl über „Das Mädchen im See“)

 

Dienstag, 11. 10. 2011

Simone SCHÖNETT, re:mondo

Harald SCHWINGER, Zuggeflüster

Lesung, 19.30 Uhr

 

Simone Schönett

Geboren 1972 in Villach. Studium der Romanistik, Pädagogik und Medienkommunikation. Freie Schriftstellerin. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Werke (Auswahl): Im Moos (2001), Noetig (2005), re:mondo (2010).

 

re:mondo, Roman

2008. Ein fiktiver Ort im Süden Österreichs. Ein junges Paar, Stephan und Sara, sieht sich mit den Lebensgeschichten zweier Menschen konfrontiert, die nicht viel verbindet, außer ihrem Geburtsjahr 1919.

Da ist Raymond Bovy, weit herumgekommener Sohn einer holländischen Fabrikantenfamilie, den Stephan bei seiner Arbeit als Krankenpfleger kennenlernt. Und da ist Anna Nobbel, Tochter altösterreichischer Fahrender und Saras Großmutter, bei der die junge Frau in einer schwierigen Situation Rat sucht.

Die Auseinandersetzung mit Annas und Raymonds Geschichten im 20. Jahrhundert, mit Themen wie Flucht und Vertreibung, Kindeswegnahme und Zwangssterilisation, werden für Stephan und Sara zu einem Ventil, um von ihrer eigenen Realität abzulenken …

Wird darum alles, was war, wieder sein?

Simone Schönett erzählt von der weitgehend unbekannten Minderheit der Jenischen in Österreich, aber auch von verborgen gehaltener Homosexualität, vom sich Verstecken und sich Verleugnen – eine Strategie, die für Anna und Raymond überlebensnotwendig war, für Sara und Stephan zwei Generationen später aber eine ganz andere Rolle spielen könnte.

 

Harald Schwinger

Geboren 1964 in Villach. Studium der Anglistik und Medienkommunikation. Freischaffender Autor und Journalist. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Werke (Auswahl): Das dritte Moor (2006).

 

Zuggeflüster, Erzählungen

Ein junger Mann ergreift nach dem Tod seiner Tante einen seltsamen Beruf. Eine alte Frau kämpft mit dem Besen gegen ihre Erinnerungen. Zwei verfeindete Brüder tun sich zusammen, um sich an Zügen zu rächen. Ein altes Ehepaar beschäftigt nur eine Frage. Wer wird wen überleben? Ein Sohn zahlt es auf perfide Weise seiner Mutter heim. Eine Liebe entwickelt sich zum Albtraum.

In amüsanten, manchmal verstörenden Bildern erzählt Harald Schwinger von Liebe und Beschädigungen, von Verlust, Schuld und vom nicht verzeihen können, von Schwächen, Kleinheiten und vom nicht gelebten Leben.

 

Simone Schönett und Harald Schwinger verfassten gemeinsam Drehbücher und Theaterstücke, zuletzt Zala. Drama in sieben Bildern/Drama v sedmih slikah (2011). Beide sind begründer des Kunst-Kollektivs WORT-WERK und Herausgeber von amende – Magazin zur Kultur der Endlichkeit.


 
JPObernosterer
Engelbert Obernosterer

Das grüne Brett vor meinem Kopf

Lesung

06. Oktober 2011

19.30 Uhr


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haderlap
Lesung Maja Haderlap

Engel des Vergessens

Sonntag, 02. Oktober

Matinee 10.30 Uhr


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Sonntag, 02. Oktober 2011Maja HADERLAP

Engel des Vergessens

Matinee 10.30 Uhr

 

Zum Buch

In ihrem Romandebüt erzählt Maja Haderlap die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. In den Wald zu gehen hieß eben "nicht nur Bäume zu fällen, zu jagen oder Pilze zu sammeln". Es hieß, sich zu verstecken, zu flüchten, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand zu leisten. Wem die Flucht nicht gelang, dem drohten Verhaftung, Tod, Konzentrationslager. Die Erinnerungen daran gehören für die Menschen so selbstverständlich zum Leben wie Gott.

Erst nach und nach lernt das Mädchen, die Bruchstücke und Überreste der Vergangenheit in einen Zusammenhang zu bringen und aus der Selbstverständlichkeit zu reißen und schließlich als (kritische) junge Frau eine Sprache dafür zu finden. 

 

Maja Haderlap

Geboren 1961 in Eisenkappel / Železna Kapla, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien. Langjährige Mitherausgeberin und Redakteurin der Kärntner slowenischen Literaturzeitschrift Mladje. Arbeit als Dramaturgie- und Produktionsassistentin in Triest und Ljubljana. Von 1992 bis 2007 Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt, Lehrbeauftragte am Institut für Angewandte Kulturwissenschaft der Universität Klagenfurt. Lebt als Autorin in Klagenfurt.

Veröffentlichungen von Gedichtbänden und Essays auf Slowenisch und Deutsch sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen.

 

Werke (Auswahl)

Žalik pesmi (1983), Bajalice (1987), Gedichte – Pesmi – Poems (1998), Med politiko in kulturo (2001); Das Stadttheater Klagenfurt 1992 bis 2007. Die Ära Dietmar Pflegerl (2007), Engel des Vergessens (2011).

 

 

Sonntag, 03. Juli 2011, 18.00 Uhr Translatio 2011 Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung an Adan Kovacsics | Johann Strutz

Die Literaturabteilung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur vergibt jedes Jahr für besondere Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung einen Staatspreis für die Übersetzung von österreichischer Literatur in eine Fremdsprache und einen Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche.

 

Zum 14. Mal wird dieses Jahr in Klagenfurt der Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzer verliehen: An Adan Kovacsics für seine Übertragungen österreichischer Literatur ins Spanische (Doderer, Canetti, Bachmann, Aichinger u.a.) und an Johann Strutz für Übersetzungen slowenischer, kroatischer, italienischer und englischer Literatur in die deutsche Sprache (u.a. Florjan Lipus, Emyr Humphreys, Marjan Tomsic u.a.).

Den Festvortrag hält der selbst vielfach ausgezeichnete Übersetzer Frank Günther (Übersetzung des Gesamtwerks von William Shakespeare).


 

Frank Günther

Im Hirn des Übersetzers oder Wirre Gedanken beim Übersetzen von Sätzen Festrede

 

Johanna Borek, Laudatio auf Adan Kovacsics 

Erwin Köstler, Laudatio auf Johann Strutz

Robert Stocker, BMUKK, Preisverleihung

Adan Kovacsics, Dankesworte

Johann Strutz, Dankesworte

Adan Kovasics und Johann Strutz, Lesung

Musik: Primus Sitter

 

Die Preisträger


Adan Kovacsics

geb. 1953 in Santiago de Chile, lebt in Vilanova i la Geltrú.

Studium der Romanistik, Anglistik und Philosophie in Wien, Promotion 1979. Er lebt seit 1980 in Spanien,  wo er vor allem als literarischer Übersetzer tätig ist. Sein Schwerpunkt ist die Übersetzung von Werken aus der österreichischen und der ungarischen Literatur (Karl Kraus, Elias Canetti, Paul Celan, Péter Esterházy, György Konrád und ganz besonders Imre Kertész). Lehrender des Postgraduate-Kurses “Literarische Übersetzung” (Deutsch-Spanisch) der Universität Barcelona und des Übersetzungsseminars Ungarisch-Spanisch des Ungarischen Übersetzerhauses (Balatonfüred).

 

Johann Strutz

geb. 1949 in Ruda, lebt in Ruden (Kärnten).

Studium  der Literatur- und Sprachwissenschaft in Graz. Seit 1984 Mitarbeiter der Universität Klagenfurt, zuständig für den komparatistischen Regionalschwerpunkt (Literaturbeziehungen im Alpen-Adria-Raum; Kleine Literaturen im europäischen Kontext, Literatur und Mehrsprachigkeit).  Literarische und wissenschaftliche Übersetzungen aus dem Slowenischen, Kroatischen und Italienischen sowie aus dem Englischen und Walisischen.

 

 

 

Samstag, 02. Juli 2011 19.30 Uhr

 

In der Reihe

REDEN ÜBER INGEBORG BACHMANN

 

Robert SCHINDEL

Einmal muss das Fest ja kommen

 

Im Mittelpunkt dieses Abends steht die persönliche Auseinandersetzung eines Schriftstellers mit Ingeborg Bachmann. Der Lyriker Robert Schindel wurde dazu eingeladen, über seinen Zugang zu Texten von Ingeborg Bachmann zu sprechen.

 

Robert Schindel

Geboren 1944 in Bad Hall/OÖ. Seine Eltern als jüdische Kommunisten im NS-Widerstand tätig, wurden nach Auschwitz deportiert. Schindel überlebte unter falschem Namen in einem Kinderheim der ‚Volkswohlfahrt’. Von 1999 bis 2002 Jury-Vorsitzender des Ingeborg-Bachmann-Preises. Robert Schindel lebt seit 1986 als freier Schriftsteller in Wien. Er leitet gemeinsam mit der Autorin Sabine Scholl das Bachelorstudium für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst.

 

Veröffentlichungen (Auswahl): Ein Feuerchen im Hintennach (1992), Gebürtig (1992), Die Nacht der Harlekine (1994), Immernie (2000), Fremd bei mir selbst (2004), Mein liebster Feind (2004), Wundwurzel (2005), Mein mausklickendes Saeculum (2008), Dunkelstein. Eine Realfarce (2010).

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt.

 

Freitag, 17. Juni 2011

 

Kunst gegen das Vergessen

Adolf Frankl: Visionen aus dem Inferno

Filmvorstellung und Gespräch mit seinem Sohn Thomas Frankl, der als Kind den Holocaust in verschiedenen Verstecken in der Slowakei überlebt hat

19.30 Uhr

 

"Mit meinen Werken habe ich allen Völkern dieser Welt ein Mahnmal gesetzt. Es soll niemandem, egal welche Religion, Rasse oder politische Anschauung er vertritt, dieses oder ähnliches widerfahren!" (A. Frankl)

 

Zum Film

Der Dokumentarfilm Visionen aus dem Inferno folgt den Spuren Adolf Frankls, die in seinem zwischen den Jahren 1944 und 1982 geschaffenen Bilderzyklus zum Ausdruck kommen. Die Vergleiche zwischen seinen Werken und historischem Filmmaterial und Dokumentarfotos rufen die Geschehnisse der NS-Zeit in schmerzhafter Weise in Erinnerung. Der Künstler überlebte als Häftling B 14395 das Vernichtngslager Auschwitz-Birkenau und den Todesmarsch. Die von ihm gemalten "Visionen" finden sich an ihren tatsächlichen Schauplätzen wieder. Sowoh die Bilder des Künstlers, Erinnerungen und rekonstruierte Szenen als auch die bewiesenen barbarischen Gräueltaten ergeben zusammen eine beeindruckende Collage, deren Intensität man sich nur schwer entziehen kann.

Der Künstler Adolf Frankl lebte nach Kriegsende in Wien und starb dort im Jahre 1983. Seine Kunst gegen das Vergessen ist ein authentisches Vermächtnis, das von seinem Sohn Thomas gehütet und für uns aufbereitet wurde.

 

Diese Veranstaltung findet am Vorabend der internationalen Gedenkveranstaltung am Loiblpass statt, bei der Thomas Frankl ebenfalls sprechen wird.

 

Einführung: Klaus Amann

Peter Gstettner: Kunst gegen das Vergessen

Film: Visionen aus dem Inferno

Gespräch mit Thomas Frankl

 

Eine gemeinsame Veranstaltung des Mauthausen Komitees Kärnten / Koroska

 

 

Donnerstag, 09. Juni 2011

 

Stefanie SOURLIER 

Das weiße Meer

Lesung

19.30 Uhr

 

Einführung und Gespräch: Karl Wagner, Universität Zürich

 

Stefanie Sourliers Erzählungen sind von einer einzigartigen flirrenden Schönheit. Ihre Abgründe geben sie nur allmählich preis. In zarten, enigmatischen Bildern erzählt Stefanie Sourlier vom Leben ihrer Figuren, ein Leben, das unter Wasser zu spielen scheint, still, geheimnisvoll und voller verborgener Beziehungen, die aus der Tiefe das Handeln der Menschen bestimmen.

 

Zwei Geschwister haben sich eine zauberhafte eigene Welt geschaffen. Als die Geburt eines Geschwisterchens ihre Zweisamkeit zu zerstören droht, fassen sie einen ungeheuren Plan.

Mit leisem Unbehagen beobachtet eine Frau im Urlaub die Annäherung zwischen ihrem Bruder und ihrer Freundin. Das Blau des sommerlichen Himmels erinnert sie an die Farbe des Kupfersulfats, mit dem sie sich als Kind das Leben nehmen wollte.

Eine junge Frau wandert nach Manchester aus, wartet auf eine bessere Zukunft und begegnet einer Frau, die sie nicht vergessen kann. Die Sehnsucht nach ihr führt sie bis ans weiße Meer.

"Ich kann nur vom Aufatmen sprechen, endlich wieder hat die junge deutsche Literaturgeneration ein Talent, dessen Prosa das Vielversprechende längst eingelöst hat und in Atem hält." (Josef Winkler)

 

Stefanie Sourlier, geboren 1979 in Basel, aufgewachsen in Zürich, studiert Germanistik und Filmwissenschaften. Sie lebt in Berlin und Zürich. Das weiße Meer ist ihre erste Buchveröffentlichung.

 

 


Dienstag, 31. Mai 2011

Bruno PELLANDINI 

Krawanker

Lesung

19.30 Uhr

 

Ein Mann fährt aufs Land, um ein kleines Anwesen zu mieten, das er für seine Familie als Sommerhaus nutzen will. Da er den Besitzer nicht antreffen kann, beschließt er kurzerhand, im Haus auf ihn zu warten. Es vergehen Tage, schließlich Wochen, während er sich zunehmend in dem fremden Haus einnistet. Um sich die Zeit zu vetreiben, nimmt er kleine Ausbesserungsarbeiten vor, zugleich stellt er immer neue Mutmaßungen über das rätselhafte Verschwinden des Hausbesitzers an. Bis ihm klar wird, dass er mehr und mehr in eine fremde Haut schlüpft ...

 

Die Erzählung Krawanker wurde als bibliophile Publikation vom renommierten Schweizer Buchgestalter und Typografen Jost Hochuli gestaltet und enthält Radierungen  von Markus Orsini-Rosenberg, die anlässlich der Lesung im Foyer des Veranstaltungssaales zu sehen sind.

 

Bruno Pellandini, geboren 1966 in St. Gallen (Schweiz), studierte Geschichte und Filmwissenschaft in Zürich. Lebt seit 1995 in Wien, wo er als Schriftsteller und Dramatiker arbeitet. Daneben auch als Kurator und Organisator im Film- und Festivalbereich tätig (u.a. Viennale, Diagonale, Wiener Festwochen). 2005 bis 2008 Geschäftsführer des Wiener Drehbuchforums.

Werke (Auswahl): Rosa Coeli (2003), Malinovskij. Ein Rausch (2006), Bärenjagd (2008), Der Schnurrbart (2009), Alles für wenzel (2010).

 

 

 

Donnerstag, 26. Mai 2011

Ferdinand SCHMATZ

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

19.30 Uhr

 

 

Ferdinand Schmatz

Geboren 1953 in Korneuburg und lebt in Wien. Er studierte Germanistik und Geschichte. Seit 1978 Publikation von Lyrik und Essays. Seit 1988 diverse Lehraufträge für Kunst und Poetik im 20. Jahrhundert an der Universität für Angewandte Kunst, Wien. Juror beim Ingeborg-Bachmann-Preis 1995 und 1996. Herausgeber der »werkausgabe reinhard priessnitz«. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a.: Anton-Wildgans-Preis 2003, H.C.-Artmann-Preis 2006, Ernst-Jandl-Preis 2009.

Werke (Auswahl): dschungel.allfach (1996), maler als stifter (1997), Portierisch (2004), Durchleuchtung. Ein wilder Roman aus Danja und Franz (2007), quellen (2010).  

 

Historische und gegenwärtige Schreibweisen werden in der diesjährigen Poetik-Vorlesung erkundet und dargestellt. Im Feld von Inspiration und Methode bilden den Schwerpunkt die Avantgarden der Moderne, im Speziellen aber auch das Werk von Franz Kafka und anderer avancierter Schreibhaltungen bis in die Gegenwartsliteratur.

 

Im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik liest Ferdinand Schmatz aus dem Roman Durchleuchtung und aus dem zuletzt erschienenen Gedichtband quellen.

 

»sensibel und nicht gefühlsduselig, witzig und nicht spaßig, genau und nicht spröde, rätselhaft und nicht unklar, subjektiv und nicht diffus, formbewusst und nicht formalistisch.«

(Wendelin Schmidt-Dengler über Ferdinand Schmatz)

 


Dienstag, 24. Mai 2011

Josef WINKLER

Die Wetterhähne des Glücks und

Die Totenkulterer von Kärnten

Lesung 19.30 Uhr

 

 

Josef Winkler

Geboren 1953 in Kamering/Kärnen. Besuch der Handelsschule, danach Bürotätigkeit. 1973-1982 in der Verwaltung der Klagenfurter Universität. Beginnt in dieser Zeit in Zusammenarbeit mit Alois Brandstetter Lesungen und Literaturwettbewerbe zu organisieren und gibt die Literaturzeitschrift "Schreibarbeiten" heraus. Seit 1982 ausschließlich literarisch tätig. Lebt in Klagenfurt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt: Georg Büchner-Preis 2008, Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt 2009.  

Werke (Auswahl): Domra (1996), Wenn es soweit ist (1998), Natura morta (2001), Leichnam, seine Familie belauernd (2003), Roppongi (2007), Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot (2008), der Katzensilberkranz in der Henselstraße (2009).

 

Als Litaneien bezeichnet Josef Winkler die beiden Texte Die Wetterhähne des Glücks und Die Totenkulterer von Kärnten, die in einem Band im Wieser Verlag erschienen sind. Ein carinthisches Pandämonium, das zeigt, dass immer wieder aufs Neue vorgebracht und beklagt werden muss, was im politischen Alltag Kärntens vor sich geht.

 

»Dem Josef Winkler, der immer hofft, wenn die Glocken zur ungewöhnlichen Zeit läuten, dass ein Papst gestorben ist, der einmal ein Hirtenjunge war, kann ich nur sagen, dass er mit dem Text eine Frage von Georg Büchner beantwortet hat: ›Was ist das, was in uns lügt, mordet und stiehlt?‹« Michael Kerbler, ORF

 

 


Sonntag, 08. Mai 2011

Boris PAHOR

Nekropolis

Zweisprachige Lesung zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945

Matinee 10.30 Uhr

 

Lesung: Boris Pahor, Klaus Amann

Moderation: Horst Ogris

 

Von verdrängter und sich aufdrängender Erinnerung erzählt Boris Pahor in Nekropolis, von einem Besuch im ehemaligen KZ Natzweiler/Struthof Mitte der 60er Jahre, der die Erinnerung an Lagerqualen in Dachau, Natzweiler und Bergen-Belsen wachruft. Der Gang durch das Lagergelände führt in ein Gedächtnis, in dem die Vergangenheit unverändert zu ruhen scheint.

"Pahor verbindet die Nahsicht des als Krankenpfleger im Lager wirkenden Mannes mit der Distanz desjenigen, der zwanzig Jahre später am selben Ort nach der Mitteilbarkeit der Erinnerungen sucht. Dabei schildert er die Schrecken des Lagers so eindringlich, daß „Nekropolis“ in Frankreich und den USA mittlerweile neben die Werke von Primo Levi und Robert Antelme gestellt wird.“ (Thomas Poiss)

 

Boris Pahor, geboren 1913 in Triest. Erste literarische Publikationen, ehe er im Januar 1944 als slowenischer Widerstandskämpfer verhaftet und in verschiedene deutsche Konzentrationslager deprotiert wurde. Nach seiner Befreiung arbeitete er ab 1947 in Triest als Publizist und Schriftsteller, von 1955 bis 1975 unterrichtete er Literatur an einem Gymnasium. Von 1966 bis 1990 gab er die literarisch-politische Zeitschrift Zaliv (Der Golf) heraus. Boris Pahor veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen.Auf Deutsch erschienen u.a. die Romane Der Kampf mit dem Frühling (1997), Nekropolis (2001).

 

In diesem Rahmen wird eine Fotoserie von Johannes Puch ausgestellt, die Aufnahmen entlang des ehemaligen KZ Mauthausen zeigt.

 

 

 

 

Donnerstag, 28. April 2011

Lydia MISCHKULNIG 

Schwestern der Angst

Lesung

19.30 Uhr

 

Als Kinder sind Marie und Renate unzertrennlich. Aber in einer Familie, die geprägt ist von Verlust und Misstrauen, trügt auch dieser Schein. Zuneigung und Liebe sind nur einen Schritt entfernt von krankhafter Besessenheit. Beziehungen sind bei Mischkulnig fluide und instabil und als Paul in das Leben der Frauen tritt, kippt Renates fürsorgliche Zuneigung zu Marie in den Horror des Verfolgungswahns. Sie überwacht das Paar zuerst aus der Distanz, rückt dann aber unaufhaltsam näher – bis zur letzten Konsequenz.

»Mischkulnig ist eine grandiose Entertainerin des Unheils. Sie ist gut, wenn sie erfinden darf und in Dialog mit einer Sprache tritt, die ihr immer kühnere Szenen entlockt … Soll man Lydia Mischkulnig lesen? Unbedingt!« (Anton Thuswaldner)

 

Lydia Mischkulnig, geboren 1963 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Wien. Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz (Bühnenbild) und an der Filmakademie in Wien (Produktion). 2007 Gründung von »tinternational textunternehmen« mit Sabine Scholl.

Veröffentlichungen (Auswahl): Hollywood im Winter (1996), Sieben Versuchungen (1998), Umarmung (2002), Macht euch keine Sorgen (2009), Schwestern der Angst (2010).

 

Freitag, 15. 04. 2011

SILVIA PISTOTNIG

»NACHRICHT VON NIEMAND«

Lesung, 19.30 Uhr

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV Kärnten

  • Silvia Pistotnig, geboren 1977 in Klagenfurt
  • 1996 Studium der Publizistik- und Politikwissenschaften, Diplom 2000 (Mag.)
  • 2001 Redaktionelle Tätigkeit im echo-Medienhaus | 2005 Redaktionelle Tätigkeit bei wien.at im Verlagshaus Bohmann | 2010 Debütroman „Nachricht von Niemand“, Skarabaeus Verlag
  • Veröffentlichung in Literaturzeitschriften (Sterz, podium, etcetera, macondo, usw.) und Fotobänden
  • Literaturförderung des Landes Kärnten 2010
  • Dreimaliges Arbeitsstipendium für Literatur von der Literaturabteilung des Bundesministeriums für Kunst und Kultur
  • Mitglied der Autorinnengemeinschaft AGA seit 2000
  • Mitglied der LiteratInnenvereinigung Podium seit 2001

Silvia Pistotnig | Nachricht von Niemand | Roman | Erschienen 2010 im Skarabaeus-Verlag Innsbruck-Bozen-Wien

PRESSESTIMMEN:
„Die in Wien lebende Autorin Silvia Pistotnig hat eine Geschichte rund um E-Mails geschrieben. Ganz anders als Daniel Glattauer. Erfrischend.“ DIE PRESSE

„Pistotnig legt hier ein Debüt vor, das ebenso themenschwer wie unterhaltsam daherkommt. Und das unter einen Hut zu bringen, ist keine geringe Leistung.“ FALTER

Luise hat eigentlich genug um die Ohren: eine Mutter, die im landläufigen Sinn als wahnsinnig zu bezeichnen ist, eine Schwester, die sich der Verantwortung des Erwachsenseins lieber noch entzieht, einen geschiedenen Anwalt, der in ihrem Leben ein und aus geht, wie es ihm gerade passt, und ganz nebenbei einen neuen Job, der zur Zurfriedenheit aller erledigt sein will. Mitten in diesen alltäglichen Trubel hinein, funkt plötzlich eine E-Mail-Nachricht von einem Unbekannten namens Noone, die Luise zunächst als Scherz abtut. Als sich die Mails aber immer öfter in ihrem Posteingang einstellen, muss sie bald erkennen, dass es jemand da draußen ernst meint mit ihr — und klickt eines Tages auf „Antworten“. Spannend wie ein Krimi entwickelt Silvia Pistotnig in ihrem Romandebüt die Beziehung einer jungen Frau zu Unbekannt bis hin zum überraschenden Höhepunkt. Zugleich entsteht im Hintergrund das authentische Bild jener heutigen Generation von 20- bis 30-Jährigen, die — gesegnet und verflucht zugleich mit uneingeschränkter Mobilität und Gestaltungsfreiheit – sich mehr denn je nach Beständigkeit und zwischenmenschlicher Nähe sehnen.

 

 

Dienstag, 12. April 2011

Alois BRANDSTETTER 

Zur Entlastung der Briefträger

Lesung

19.30 Uhr

 

Die drei Briefträger Ürdinger, Blumauer und Deuth sind in Pension gegangen. Sie treffen sich wöchentlich am Stammtisch beim Kirchenwirt, erinnern sich an ihre aktive Zeit und kommentieren den Wandel in der Welt. Sie reden über Gott und die Postpartner, und es weitet sich der Blick manchmal ins Kriminalistische, öfter ins "Feministische" und immer wieder auch ins Folkloristische und ins Zoologische.

Denn es muss ja alles besprochen werden: Sei es die Briefträgerin, die sich weigerte, im Nudistencamp die Post auszuliefern, oder die zwei Männer, die in Burkas ein Postamt überfielen.

 

"Vielleicht ist es auch eine Art Schwanengesang. Ich bin jetzt 72 Jahre, und ich hoffe, dass ich so wie Grass auch noch mit 80 ein Buch schreiben werde, aber das Ende der Schreiberei ist auch nicht abzusehen."

 

Alois Brandstetter, geboren 1938 in Pichl/Oberösterreich. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. Seit 1974 Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt, Emeritierung 2007. Lebt in Klagenfurt.

Veröffentlichungen (Auswahl): Die Zärtlichkeit des Eisenkeils (2000), Der geborene Gärtner (2005), Ein Vandale ist kein Hunne (2007), Cant lässt grüßen (2009), Zur Entlastung der Briefträger (2011).

 

Donnerstag, 07. April 2011

RABAUKENREIME

von Gerald Jatzek

Kinderliteraturlesung mit Sprachspielen, Reimgedichten und Musik

15.00 Uhr

 

"In der besten Wundertüte

stecken Riesenzuckerhüte,

Träume, ganze Eimer voll,

Zwerge, Gnome und ein Troll,

Fabeltiere, Zauberdrachen,

Säcke voller Angst und Lachen

und ein Schokopuddingtopf:

Diese Tüte ist mein Kopf."

 

Der Krüll schrillt, das Lied der Stadt erklingt, die Fee sucht das Morgen, das Rumpelstilzchen wäre gerne bekannter; im Zauberwald fährt der Riese Schi, in der Musikstunde macht man Mundmusik, der Tiger sorgt für Gerechtigkeit, und die Wellen haben vile, viele Namen ...

Eine bunte Vielfalt an Reimen, Ideen und Melodien findet sich in den Rabaukenreimen. Es ist Gerald Jatzeks erster Band mit einem Querschnitt seiner besten Kindergedichte, den er in Klagenfurt vorstellen wird. Der Autor hat seine Gitarre und die Mandoline mit dabei und lädt die Kinder dazu ein, beim Weiterdichten und den Sprachspielereien und auch beim Singen und Musizieren aktiv mitzumachen.

Altersempfehlung: Volksschulalter

 

Gerald Jatzek, geboren 1956 in Wien, studierte Publizistik, Pädagogik und Anglistik. Mit seiner Familie lebt er als Autor, Journalist und Musiker in Wien, seit 1997 ist er online-Redakteur der Wiener Zeitung. Seine Gedichte stecken voll lustiger Ideen, poetischer Bilder und schräger Reime, sie sind geprägt von Rhythmik, Sprach- und Wortwitz. Gerald Jatzek hat bereits zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht und wurde 2001 mit dem Österreichischen Kinderbuchpreis und dem Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik ausgezeichnet.

 


Mittwoch, 30. März 2011

Clemens J. SETZ

Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Lesung

19.30 Uhr

 

"Die Figur stand einfach am Marktplatz und die Leute gingen vorbei, jeder mit eigenen Besorgungen und Ermächtigungen beschäftigt, und nur ein paar Dorfkinder spielten um das Mahlstädter Kind herum, bekletterten es oder versteckten sich dahinter. Doch dann, so erzählte der Besitzer der Schaubude und trat langsam an die Figur heran, fand man gelegentlich einige größere Mulden und Risse auf der lehmigen, aus merkwürdigen Gründen immer noch weich formbaren Oberfläche, allerdings immer erst morgens, nach einer unbewachten Nacht."

Nach seinen ersten beiden mit Preisen ausgezeichneten Romanen legt Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor.

Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Auch in der kurzen Form präsentiert sich Setz als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer Porträtist ihrer Eigenarten.

 

Clemens J. Setz, geboren 1982 in Graz. Studium der Mathematik und Germanistik in Graz. Gründungsmitglied der Literaturgruppe Plattform. Veröffentlichungen von Lyrik und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien.

Veröffentlichungen (Auswahl): Söhne und Planeten (2007), Die Frequenzen (2009), Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (2011). 

 

Donnerstag, 17. März 2011

 Literatur/a. 2010/11

Buchpräsentation

Lesung mit Julian Schutting

19.30 Uhr

 

Am 31. Mai 2010 notierte Peter Handke in seinem Arbeitsjournal: "Literatur ist das Gegenteil von voreilig" und ermahnte damit Schreibende ebenso wie Lesende sanft und zugleich bestimmt zu einem überlegten und behutsamen Umgang mit dem Wort. Dieser scheinbar so beiläufige Satz kann auch als Programm von 'literatur/a' verstanden werden.

 

Das Jahrbuch des Musil-Instituts versammelt wieder bemerkenswerte Erstdrucke literarischer Texte in beiden Kärntner Landessprachen, Dokumente zum literarischen Leben und Stellungnahmen zum Geschichtsbewusstsein und zur aktuellen Kulturpolitik im Lande. Das diesjährige Lesebuch betreibt jedoch keine selbstverliebte Nabelschau, sondern ist bestrebt, den Blick über die Grenzen des Landes hinaus zu öffnen und für Neues und bislang noch Ungesehenes zu schärfen.

 

Julian Schutting

Geboren 1937 in Amstetten. Ausbildung zum Fotografen, Studium der Geschichte und Germanistik. Seit 1973 Mitglied des PEN-Clubs. Lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zahlreiche Preise, u.a. den Georg-Trakl-Preis für Lyrik.

 

Julian Schutting liest an diesem Abend seinen im Jahrbuch veröffentlichten Text und aus seinem zuletzt erschienenen Band Am Schreibplatz, in dem er den Leser an subtilen Sprachbetrachtungen sowie Erinnerungs- und Sinnbildern teilhaben lässt.

 

Musik: Roman Pechmann

 

 

Montag, 14. 03 2011

Lesung in der theaterHALLE 11

19.30 Uhr

Arno GEIGER Der alte König in seinem Exil Arno Geiger

Geboren 1968 in Bregenz, lebt in Wien.

Studium der Germanistik und einer Fächerkombination aus Vergleichender Literaturwissenschaft, Alter Geschichte und Zeitgeschichte. Seit 1993 freier Schriftsteller.

Veröffentlichungen (u.a.): Schöne Freunde (2002), Es geht uns gut (2005), Anna nicht vergessen (2007), Alles über Sally (2010).

 

„Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm“, schreibt Arno Geiger und erzählt in seinem berührenden Buch von einem Menschen, der trotz der Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt.

Im Alltag ist der Vater oft hellwach, aber seine Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder hat er vergessen. So beginnt Arno Geiger, offen und liebevoll, seinen Vater von neuem kennen zu lernen. Aus großer Nähe erzählt er sein Leben und schließt nochmals Freundschaft mit ihm; er begleitet ihn, hört auf seine nur scheinbar sinnlosen und oft wunderbar poetischen Sätze, und er entdeckt, was es, den Verlusten zum Trotz, alles noch gibt, Charme, Selbstbewusstsein, Witz. Der alte König in seinem Exil ist ein lichtes, lebendiges, oft komisches Buch. Es handelt von der menschlichen Würde.

Einleitung: Klaus Amann

 

In Kooperation mit kulturRaum Klagenfurt

www.kulturraum-klagenfurt.at

 

Bitte beachten: Veranstaltungsort ist das theaterHALLE 11 (Messegelände)

 

Sonntag, 6. März 2011

Verleihung des Gert Jonke-Preises

an ALOIS HOTSCHNIG

11.00 Uhr

 

Zum ersten Mal wird vom Land Kärnten und der Landeshauptstadt Klagenfurt in Kooperation mit dem Musil-Institut der Gert Jonke-Preis vergeben. Der Preis ist nach dem in Klagenfurt geborenen Schriftsteller Gert Jonke (1946–2009) benannt und wird alle zwei Jahre alternierend, in den Gattungen Prosa, Lyrik und Drama, vergeben. Er soll den gesamten deutschsprachigen Raum abdecken.

 

Erster Träger des Gert Jonke-Preises ist der aus Kärnten stammende Schriftsteller Alois Hotschnig. Ermittelt wurde Hotschnig von einer international zusammengesetzten Jury, bestehend aus Corina Caduff, Professorin an der Hochschule für Künste Zürich, Hubert Winkels, Literaturredakteur des Deutschlandfunks in Köln und Klaus Amann, Leiter des Musil-Instituts Klagenfurt.

Alois Hotschnig

Geboren 1959 in Berg/Drautal (Kärnten). Lebt seit 1989 als freier Schriftsteller in Innsbruck. Mit seinen Erzählungen und dem Roman Leonardos Hände etablierte er sich als genau beobachtender und sensibel formulierender Autor in der deutschsprachigen Literaturwelt. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt Erich Fried-Preis (2008).

 

Laudatio: Hubert Winkels

Dankesworte: Alois Hotschnig

Lesung: Markus Hering liest Gert Jonke

Musik: Thomas Fheodoroff und Annette Bik

 

 


Mittwoch, 26. Jänner 2011

Angelika REITZER

unter uns

Lesung

19.30 Uhr

 

Am Beginn steht ein Familienfest, das ein Abschiedsfest ist: Eine letzte Familienfeier noch, und dann ist Schluss. Clarissas Eltern steigen aus, ihr Gasthaus ist verkauft, die Koffer sind gepackt.

Doch auch ihre Tochter Clarissa kommt mit dem Verhalten ihrer Umwelt - privat und beruflich - nicht mehr klar. Ihr Freundeskreis aus der Kultur- und Medienszene ist gut vernetzt und arbeitet, wenn auch oft schlecht bezahlt, in prekären Dienstverhältnissen. 

Früher war auch Clarissa gut integriert, bewohnte ein Loft. Doch dann scheiterten ihre Projekte, das Geld wurde knapp, sie zog in ein WG-Zimmer und letztlich zu Freunden in den Keller. Immer öfter hört sie den Spruch "Wir bleiben in Kontakt!"

 

Nach und nach verdichtet sich der Text zu einer Entblößung der modernen Arbeitswelt, deren Maximen Effizienz, Gewinn und survival of the fittest sich in die Beziehungen einschreiben.

 

"unter uns ist vom Thema her ein höchst aktuelles Buch. Es schildert eine Gesellschaft, der nicht nur verbindliche Wert- und Orientierungsmodelle, sondern größtenteils auch funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen abhanden gekommen sind. [...] ein spannendes Werk, das mit seiner klaren Sprache und etlichen poetischen Wendungen zu berühren vermag."

 

Angelika Reitzer, geboren 1971 in Graz. Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg und Berlin. Schreibt Prosa, Lyrik und dramatische Texte. Seit 2004 freie Autorin, lebt in Wien. Diverse Auszeichnungen, u.a. Reinhard-Priessnitz-Preis 2008. 

Veröffentlichungen (Auswahl): Taghelle Gegend (2007), Frauen in Vasen (2008), unter uns (2010). 

 

Dienstag, 18. Jänner 2011 Radek KNAPP

Gebrauchsanweisung für Polen

Lesung

19.30 Uhr

 

Radek Knapp wird aus Herrn Kukas Empfehlungen und seiner Gebrauchsanweisung für Polen lesen. Letztere will kein Reiseführer sein, sondern eine literarische, humoristische Annäherung, gespickt mit Fakten. Ein Buch, das neugierig machen soll auf das Land, das bis zum zwölften Lebensjahr Knapps Heimat war.

"Über die slawische Seele könnte man hundert Stunden lang debattieren, aber man kann sie nicht beschreiben, man kann ihr eigentlich nur begegnen."

Radek Knapp beschreibt launig das polnische Land mit seinen Wölfen, Wisents, stillgelegten Fabriken und reanimierten ehemals klinisch toten Flüssen. Dieses rettende Ufer der Rückständigkeit, wie er es bezeichnet, steht im krassen Gegensatz zur Meotropole Warschau und dem von ihm geliebten Krakau.

 

Radek Knapp, geboren 1964 in Warschau. 1976 Übersiedelung nach Wien. Studium der Philosophie in Wien. Lebt als freier Schriftsteller in Wien. Im Rahmen des Reportage-Projekts mitSprache - Literarische Reportagen war Radek Knapp wieder in Polen unterwegs.  

Veröffentlichungen (Auswahl): Der Bericht (1989), Franio (1994), Herrn Kukas Empfehlungen (1999), Der Papiertiger (2003), Gebrauchsanweisung für Polen (2005).   

 

Dienstag, 07. Dezember 2010 Erwin RIESS

Herr Groll und der rote Strom

Lesung

19.30 Uhr

 

Im Morgengrauen strandet die Leiche einer jungen Frau auf einer Schotterbank. Drei vermögende Herren verfallen in Panik, und ein herzkranker Fischer übernimmt sich mit einem Erpressungsversuch. Mit Hilfe seines Freundes, des "Dozenten", versucht Groll, einer höheren grechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Erwin Riess komponiert eine packende Kriminalgroteske um die scharfe Klassentrennung in der Donaumetropole.

 

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise entfaltet sich zwischen den Nobelbezirken Hietzing und Döbling und den Arbeiterbezirken an der Donau ein erbitterter Kampf um sexuelle und ökonomische Macht, bürgerliche Reputation und existentielle Würde. Was geschieht, wenn die Angehörigen der unteren Stände ihren Anteil am Glück einfordern und dabei vor ungewöhnlichen Mitteln nicht zurückschrecken, davon weiß Erwin Riess mit Realismus und Witz zu erzählen.

 

In der Tradition der bisherigen Groll-Romane sind die zum Teil haarsträubenden Unternehmungen der Protagonisten in einen steten Fluss teils skurriler, teils scharfsichtiger Erörterungen der Welträtsel eingebettet.

 

Erwin Riess, geboren 1957, Studium der Politik- und Theaterwissenschaft in Wien, verschiedene Tätigkeiten, Aktivist der Behindertenbewegung. Seit 1994 freier Schriftsteller. Lebt in Wien und Kärnten. Schreibt Theaterstücke (zuletzt Der Don Giovanni-Komplex, 2006), Hörspiele, Drehbücher, Prosa: Giordanos Auftrag (1999), Der letzte Wunsch des Don Pasquale (2006), Herr Groll auf Reisen (2008).

        

 


Donnerstag, 02. Dezember 2010

Alfred GOUBRAN 

Aus.

Lesung

19.30 Uhr

 

Zwei Männer auf dem Heimweg von einem Begräbnis. Der eine, Georg Münther, Zeitungsredakteur, hat sein Kind verloren, das nur wenige Tage gelebt hat, der andere, Muschg, sein bester Freund, von Beruf Theaterdisponent, begleitet ihn. Beide sind in Gedanken versunken. Ein stummes Zwiegespräch entwickelt sich, bei dem vor allem der Abwesenden gedacht wird: Münthers Frau, der Schauspielerin Anna Kerf, die nach einem Unfall im Koma liegt, und des Dichters Aumeier, der sich vor wenigen Monaten das Leben genommen hat. Die Gedanken verflechten sich, geraten in Bewegung, das Gelebte wird bedacht und das Gedachte noch einmal geprüft, mit einer Unerbittlichkeit und Konsequenz, die in Goubrans Prosa zu einer Sprache findet, wie sie selten zu lesen ist.

 

Alfred Goubran wird aus dem Roman und Erzählungen aus dem Band Ort, der ebenfalls in diesem Jahr erschienen ist, lesen. 

 

"In seiner schlanken und sanften Prosa wirkt Alfred Goubran einen Teppich des Lebens. Schön sind diese Erzählungen - schön und schnörkellos." (Stefan Gmünder, Der Standard über Ort)

 

Alfred Goubran, geboren 1964 in Graz, aufgewachsen in Kärnten, lebt in Wien. Umfangreiche literarische Tätigkeit als Schriftsteller, Rezensent, Übersetzer (Der parfümierte Garten, 2004, Die gelbe Tapete, 2005), Herausgeber (Staatspreis. Der Fall Bernhard, 1997) und Verleger (edition selene). Zahlreiche Publikationen (Auswahl): Der Pöbelkaiser, Ein Brief, (2002); Tor (2008), Ort (2010), Aus.(2010).

        

 

Mittwoch, 24. November 2010

mitSprache unterwegs 

Literarische Reportagen nach Joseph Roth

Lesung und Buchpräsentation mit Anna Kim und Radek Knapp

19.30 Uhr

 

Elf literarische Einrichtungen Österreichs führen seit mehreren Jahren unter dem Motto mitSprache gemeinsam überregionale Vorhaben durch, die, einmal aufgeteilt in neun Städten der Republik, ein anderes Mal konzentriert auf einen örtlichen Schwerpunkt, umgesetzt werden. Im Jahr 2009 konnten sie mit Hilfe von eigens geschaffenen Stipendien des BMUKK neun österreichische Autorinnen und Autoren beauftragen, sich reisend und schreibend mit der literarischen Gattung der Reportage auseinanderzusetzen. Als ideeller Bezugspunkt dieses Projekts dient Joseph Roth mit seinen wechselnden Schreiborten (Galizien, Berlin, Wien, Paris) und Themen (z.B. Migration, Leben in Vorstädten, Industrialisierung).

Als Resultat liegt nun ein in der Wiener „edition atelier“ erschienenes Buch mit neun Varianten literarischer Reportagen vor, das an diesem Abend mit der Autorin Anna Kim und dem Autor Radek Knapp präsentiert wird.

 

Anna Kim, geboren 1977 in Südkorea, kam 1978 nach Deutschland und 1983 nach Wien, studierte Philosophie und Theaterwissenschaft. Von 2000 bis 2002 lebte sie in London und Cambridge, danach kehrte sie nach Wien zurück. Veröffentlichungen u.a.: Die Bilderspur (2004); Die gefrorene Zeit (2008). Für das Reiseprojekt untersuchte Anna Kim Wirkweisen des europäischen Kolonialismus in Grönland und wurde dabei mehrfach für eine Grönländerin gehalten.

Radek Knapp, geboren 1964 in Warschau. 1976 Übersiedlung nach Wien. Studium der Philosophie an der Universität Wien. Lebt als freier Schriftsteller in Wien. Veröffentlichungen u.a.: Franio (1994); Herrn Kukas Empfehlungen (1999); Der Papiertiger (2003); Gebrauchsanweisung für Polen (2005). Radek Knapp fuhr im Rahmen des Projekts mitSprache unterwegs in sein Herkunftsland, um die aktuelle Lage zu erkunden.

 

Näher Informationen zum Projekt: www.mit-sprache.net

 

 


Freitag, 19. November 2010

Cvetka Lipuš

Belagerung des Glücks/ Obleganje sreče

Zweisprachige Lesung

19.30 Uhr

 

Cvetka Lipuš

Geboren 1966 in Bad Eisenkappel/Železna Kapla, studierte an der Universität Klagenfurt Vergleichende Literaturwissenschaft und Slawistik. Ab 1995 lebte und arbeitete sie in den Vereinigten Staaten, wo sie an der Universität Pittsburgh Bibliotheks- und Informationswissenschaften studierte. Seit 2009 lebt Cvetka Lipuš in Salzburg. Sie hat mehrere Lyrikbände veröffentlicht, und ihe Gedichte wurden in zahlreichen slowenischen, deutschen und amerikanischen Anthologien publiziert.

 

Die Lyrikerin Cvetka Lipuš betrachtet ihr Leben und die Welt  – mit Wehmut, zarten Metaphern und Ironie. Wird das Glück belagert, geschieht das in der Hoffnung, es einmal erobern zu können. Vor allem aber im Glauben, dass es das Glück überhaupt geben kann. Sie schaut die Welt an, sie betrachtet ihr Leben, und das Angeschaute wird eine Klagemauer oder verwandelt sich in einen Spiegel eigener Gefühle.

 

"Silben trennen wie fallen gelassene Maschen die Verwandtschaft auf, entblößen die Fremdheit. In der Not greifen wir nach der ausgemusterten Ware: ein Dutzend staubiger Mythen, bitte, und einen noch oben drauf, dieses melassige 'Blut ist Blut'."

 


Dienstag, 09. November 2010

Robert Musil. AnSichten 

Zum 130. Geburtstag 

Buchpräsentation und Ausstellung

19.30 Uhr

 

Der Debütant, den eine einzige Rezension auf den Olymp der deutschen Literatur beförderte. Der Vergessene, zu dessen Beerdigung nur acht Personen erschienen. Der Eifersüchtige, der bei der Erwähnung Thomas Manns zu zittern begann. Der Ingenieur, der untergründige Seelenregungen in Worte zu fassen versuchte. Der k.u.k. Offizier, der das berühmteste Romanfragment des 20. Jahrhunderts hinterließ. Ein Mann mit sehr vielen Eigenschaften. Doch was weiß man tatsächlich über den Menschen Robert Musil?

 

Zum 130. Geburstag Robert Musils stellt Karl Corino einen Band mit Erinnerungen an Robert Musil vor, in dem er Menschen zu Wort kommen lässt, die mit Musil persönlich zu tun hatten. Versammelt sind darin Berichte und Erinnerungen von Kollegen, Freunden und Verwandten. Die Dokumente wurden dafür zum Teil erstmals aus Corinos persönlichem Archiv geholt.

 

Anschließend wird eine sehr ungewöhnliche Sichtweise des Mann ohne Eigenschaften, von rechten Kritikern einst als "überintellektueller Wälzer" bezeichnet, präsentiert. Die Künstlerin Magdalena Steiner hat Auszüge aus dem Roman zu einer Comicserie in der Wiener Straßenzeitung Augustin verarbeitet und dabei bemerkenswert das aktuelle gesellschaftspolitische Potential wachgerufen. Diese Zeichnungen werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt; im Gespräch mit Walter Fanta stellt die Künstlerin ihre Arbeit vor.

 

Karl Corino

Geboren 1942 in Ethingen (Mittelfranken), Studium der Germanistik, Altphilologie und Philosophie; katalogisierte 1966/67 Robert Musils Nachlass, dessen Werk und Leben er seitdem unablässig weiter erforschte. Von 1970 bis 2002 Redakteur in der Literaturabteilung des Hessischen Rundfunks, seit 1985 als deren Leiter. Corino lebt in Tübingen. 

 

Magdalena Steiner

Geboren 1965 in Wien, stammt aus einer Künstlerfamilie. Nach der Kindheit im Wein- und Waldviertel (Retz, Waidhofen/Thaya) Studium und 20 Lebensjahre mit dem Musiker und Maler Helmut Kurz-Goldenstein hauptsächlich in Wien, Besuch der Höheren Graphischen Lehranstalt und Versuchsanstalt Wien, der Hochschule für Angewandte Kunst (Frohner, Hutter) und theologisches Studium an der Erzdiözese Wien. Zahlreiche Ausstellungen, Unterricht an Schulen, Workshops, Seminare. Arbeitet derzeit an Comiczeichnungen zu Ulysses (James Joyce).

 


Donnerstag, 28. Oktober 2010

Monika Helfer 

Bevor ich schlafen kann 

Lesung

19.30 Uhr

 

Monika Helfer

Geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, schreibt Romane, Hörspiele, Stücke, Drehbücherund Kinderbücher. Sie lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg.

 

Werke (Auswahl)

Die wilden Kinder (1984), Ich lieb dich überhaupt nicht mehr (1989), Der Neffe (1991), Oskar und Lilli (1994),  Kleine Fürstin (1995), Wenn der Bräutigam kommt (1998), Mein Mörder (1999), Bevor ich schlafen kann (2010).

 

Zum Buch

"Des Waldes Dunkel zieht mich an, doch muss zu meinem Wort ich stehn und Meilen gehen, bevor ich schlafen kann."

Das Unglück muss man ernst nehmen, findet Josi, so ernst wie Don Quijote die Windmühlen.

Das Unglück im Fall von Josefine Bartok, einer Fachärztin für Psychiatrie am Wiener Otto Wagner-Spital, lässt sich schnell zusammenfassen: Nach der Diagnose Brustkrebs müssen beide Brüste amputiert werden, sie gibt den Job auf, und ihr Mann Tomas erklärt ihr nach zwanzig Jahren Ehe, dass er eigentlich Edgar liebt und mit ihm zusammenleben will.

Josi zieht sich in eine eigene Wohnung zurück und versucht, während sie mit den Möbeln spricht, für ihre Person eine neue Rolle zu erfinden.

 

Eine Reise nach Griechenland wird für sie zum Wendepunkt: Sie verliebt sich in Max und findet in dem Mädchen Paula eine Lebensfreundin, die zur eigentlichen Hauptfigur in Josis Leben wird.

Bevor ich schlafen kann ist nicht nur die Auseinandersetzung mit einer durchaus ambivalent gezeichneten Hauptfigur und ihrer Liebessehnsucht, sondern auch mit der eigenen Familie der Autorin.

 

Dienstag, 19. Oktober 2010

Ludwig Fels 

Egal wo das Ende der Welt liegt 

Lesung

19.30 Uhr

 

Ludwig Fels

Geboren 1946 in Treuchtlingen/Deutschland. Seit 1973 freiberuflicher Schriftsteller. 1983 Übersiedlung nach Wien. Zahlreiche Publikationen, Hörspiele, Theaterstücke und Hörfunkfeatures. Lebt in Wien.

 

Werke (Auswahl)

Der Himmel war eine große Gegenwart (1990), Bleeding Heart (1993), Mister Jo (1997), Tillas Tag (2002),  Krums Versuchung (2003), Reise zum Mittelpunkt des Herzens (2006), Die Parks von Palilula (2009), Egal wo das Ende der Welt liegt (2010).

 

Zum Buch

"Ab einem gewissen Alter sollte man keine Gedichte mehr schreiben. Man sollte stattdessen probieren, aus dem Fenster zu schauen, hinaus auf Straßen und Gassen, die nach Dichtern benannt worden sind. Und dann sollte man sich schaudernd abwenden und es doch wieder tun."

 

Mit Nachdruck schreibt Ludwig Fels seine Gedichte. Die Gelegenheit, in zehn, zwanzig, dreißig Zeilen zu sagen, was Herz und Kopf bewegt, was an Überwältigung jeder Art, an Enttäuschung und Zorn, aber auch an Liebe  in diese Zeilen hinein will, diese Gelegenheit ergreift Fels immer wieder, als ginge es nicht anders. Es ist ihm nicht gleichgültig, wie das Leben mit sich selber, mit uns, umgeht.

Ludwig Fels ist ein leidenschaftlicher Dichter, der sich seine Wünsche und Hoffungen auch von üblen Erfahrungen, die er macht, nicht zerstören lässt. Er verfolgt sie, so lang und so weit es geht - "egal, wo das Ende der Wlt liegt"

 

 

 


Donnerstag, 14. Oktober 2010 

ingmar gritzner 

vorstellung mit schreibmaschinen und anderen instrumenten 

ein literarisch-musikalischer abend mit kompositionen von ingmar gritzner 

19.30 Uhr

 

ingmar gritzner

geboren 1977 in wien, musikalische erziehung bei gerhard lampersberg, privatunterricht in komposition bei nader mashayekhi. 2008 republik österreich: staatsstipendium für komposition.

 

texte

frühe einsichten oder der schubladenkomponist / geständnisse eines försters / der pianist

 

kompositionen

daktylographie / portrait william s. borroughs / portrait charles bukowski / für elisen / löllinger litanei / amarole

 

ingmar gritzner : text

igor gross : solo percussion

löllinger knabenchor

 

 

 

Donnerstag, 07. Oktober 2010 

Werner Kofler

Zu spät

Lesung 19.30 Uhr

 

Werner Kofler

Geboren 1947 in Villach, Kaufmannssohn, nach Abbruch der Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt auf Reisen. Ab 1963 literarische Tätigkeit, lebt seit 1968 als freier Autor von Prosa, Hörspielen und Drehbüchern in Wien.

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

Guggile (1975), Aus der Wildnis (1980), Am Schreibtisch (1988), Hotel Mordschein (1989), Tanzcafé Treblinka (2001), Kalte Herberge (2004), In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor (2007).

 

Zu spät

"Es war Herbst geworden, und ich zündete mir eine Zigarette an. Ich zündete mir eine Zigarette an und machte mich an die Ermittlungen, ohne zu wissen, in welcher Angelegenheit. Mißmutig wie ein Detektiv, dem das Rauchen verboten worden ist, stocherte ich im Altschnee, der sich während eines längeren Krankenhausaufenthaltes am Schreibtisch angesammelt hatte, stöberte in Zeitungsauschnitten, ohne mich entschließen zu können, einzelnen Meldungen weiter nachzugehen, Meldungen wie: - Beim Abtransport von Kunstwerk: Bildhauer von eigener Holzskulptur erschlagen."

Der "Altschnee", das sind disparate Materialien, Splitter, Miniaturen, Erinnerungsfetzen, Fotografien und 'Sofortbilder', die Anwesenheit der Abwesenden im Kopf - das für Kofler typische "nächtliche Inventar", das in raffinierten Volten Gestalt annimmt, bis hin zu Bosheitsakten und Giftmordentwürfen.

Zu spät ist ein komplexes Textgebilde, das entsteht, indem es abgetragen wird. Der Fluch des Zu-spät, des Vergeblichen zieht sich wie ein Basso ostinato durch diesen "Versuch über das Scheitern", bis im Schlusssatz der Text gewissermaßen in sich selbst verschwindet.

 

Tiefland, Obsession, das zweite Prosastück, ist eine wütende Tirade über die Produktion des Films Tiefland in den Jahren 1940 und 1941. Kofler rechnet nicht nur mit der Regisseurin Leni Riefenstahl ab, sondern auch mit deren künstlerischen Mittätern und Sympathisanten, wie Bernhard Minetti, Dr. Harald Reinl und Jean Cocteau. Letzterer wird durch seine maßgebliche Rolle bei der Neulancierung des Films in Cannes 1953 zur fragwürdigen Figur, zumal etliche der zwangsverpflichteten Kleindarsteller, Sinti und Roma aus dem Lager Salzburg/Maxglan, nach Beendigung der Dreharbeiten in Auschwitz ermordet worden waren.

 

 

Sonntag, 20. Juni 2009, 18.00 Uhr

Translatio 2010

Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzer an Nelleke van Maaren|Heinrich Eisterer


Hartmut Köhler
Warum preisen wir das Übersetzen? Festrede

Professor i. R. für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Trier, mehrfach ausgezeichneter Übersetzer romanischer Literatur (Dante Alighieri: Die göttliche Komödie)

 

Christoph Buchwald, Laudatio | Nelleke van Maaren, Dankesworte
György Buda, Laudatio | Heinrich Eisterer, Dankesworte
Robert Stocker, BMUKK, Preisverleihung

 

Nelleke van Maaren und Heinrich Eisterer, Lesung

Musik: Primus Sitter

 

Die Literaturabteilung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur vergibt jedes Jahr für besondere Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung einen Staatspreis für die Übersetzung von österreichischer Literatur in eine Fremdsprache und einen Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche.

 

Die Preisträger


Nelleke van Maaren

Studium der Romanistik und Kunstgeschichte an der Universität Leiden, 1967 erste Übersetzungen von kunsthistorischen Texten, ab 1977 freie Übersetzerin aus dem Deutschen, Französischen und Englischen.

 

Heinrich Eisterer

Studium am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung mit den Sprachen Ungarisch und Französisch in Wien. Seit 1998 freiberuflicher Übersetzer.

 

 

Donnerstag, 17. Juni

 

In der Reihe "Reden über Ingeborg Bachmann"

KRIEGSTAGEBUCH

Ein Abend mit Heinz Bachmann

Buchpräsentation und Lesung 19.30 Uhr

 

"Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde - das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!"

 

Unmittelbar nach Kriegsende notiert die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann diese Zeilen in ihrem Tagebuch, das den Zeitraum Spätsommer 1944 bis zum Juni 1945 umfasst. Aus ihnen sprechen Distanz zur NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. Der euphorische Ton hat noch einen weiteren Grund: Ingeborg Bachmann hat sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh verliebt, einen Wiener Juden, dem 1938 die Emigration gelang. Die Briefe, die er später aus Palästina an Ingeborg Bachmann schrieb, sind dem Kriegstagebuch angeschlossen.

 

Heinz Bachmann, geboren 1939 in Klagenfurt, der Bruder von Ingeborg Bachmann, stellt dieses einzigartige Dokument vor, erzählt aus seinen Jugendjahren, ergänzt durch Kommentare von seinen Eltern und Schwestern und durch Textstellen aus dem Werk von Ingeborg Bachmann.

 

Eine Veranstaltung des Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt.

 

Freitag, 11. Juni Rudi Gelbard, ein Jugendlicher im Holocaust. Begegnung mit einem Überlebenden des KZ Theresienstadt.

Ein Vortrag des Zeitzeugen Rudi Gelbard und ein Film über seine Erinnerungarbeit 19.30 Uhr

 

 

Diese Veranstaltung findet am Vorabend der Internationalen Gedenkveranstaltung am Loiblpass statt,

bei der Rudi Gelbard ebenfalls sprechen wird.

 

"Ich war damals 14 und beim 'Bahnhofskommando'. Fast täglich kamen 'Evakuierungstransporte' aus anderen KZs und Nebenlagern an. Wir mussten die Türen aufmachen ... mindestens die Hälfte war schon tot. Die 'Partieführerin' hat zu mir gesagt: Vergiss nicht, was du jetzt gesehen hast, wie diese Leichen ...

Das darf nie wieder passieren."

Rudi Gelbard, sein prägendstes Erlebnis im KZ Theresienstadt (entnommen aus dem Buch von W. Kohl: Die dunklen Seiten des Planeten, S. 126)

 

 

Rudolf Gelbard  * 4. Dezember 1930

wurde als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Seit 1945 setzt er sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Gelbard ist Kulturreferent der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Für seine Verdienste und seine aufklärerische Vortragstätigkeit wurde er von der Republik Österreich mit dem Berufstitel Professor und weiteren Auszeichnungen, darunter die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille, geehrt.

 

Einführung: Klaus Amann

Film: Der Mann auf dem Balkon. Dokumentarfilm über Rudi Gelbard von Kurt Brazda

Vortrag: Rudi Gelbard

Gespräch

 

Eine gemeinsame Veranstaltung des Mauthausen Komitees Kärnten / Koroska

 

 

 

Donnerstag, 10. Juni

Adolf Frisé - Zum 100. Geburtstag

Vortrag, Lesung und Gespräch 19.30 Uhr

 

Mit

Maria Frisé: Lesung aus Erzählungen und Erinnerungen

Walter Fanta: "Man kann sich das nicht vornehmen". Zu Adolf Frisé als Musil-Herausgeber

Klaus Amann: Lesung aus Feuilletonbeiträgen Adolf Frisés

 

Adolf Frisé

Geboren am 29. Mai 1910 in Euskirchen, wuchs in Viersen am Niederrhein auf. Er studierte Germanistik in Berlin und Heidelberg und wurde 1932 promoviert. Anschließend arbeitete er in Berlin als Journalist und Kritiker und lernte unter anderem auch Robert Musil persönlich kennen.

1947 trat Adolf Frisé mit der Witwe Musils in Kontakt, 1951 wurde er im Auftrag des Rowohlt-Verlags nach Rom entsandt, um den Nachlass des 1942 verstorbenen Dichters zu sichern. Daraus entstanden die maßgebenden Buchausgaben, die in kommentierter Form auch Musils Tagebücher und Briefe umfassen. Auch an der ersten CD-Edition des Musil-Nachlasses (1992) war Frisé als Mitherausgeber beteiligt. 1982 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt.

 

Im Hauptberuf war Frisé Journalist, zunächst bei Zeitungen in Hamburg, dann als Redakteur beim Hessischen Rundfunk. Außerdem verfasste Adolf Frisé Romane, Theaterstücke und Reiseberichte. 1957 heiratete er die Journalistin und Schriftstellerin Maria Frisé. Adolf Frisé verstarb am 2. Mai 2003 in Bad Homburg.

Seine Witwe wird bei der Veranstaltung zu seinem 100. Geburtstag mitwirken.

 

Dienstag, 01. Juni 2010

Kurt PALM 

Bad Fucking

Lesung 19.30 Uhr

 

Kurt Palm

Geboren 1955 in Vöcklabruck, Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg. Seit 1983 als Autor und Regisseur und Volksbildner tätig. Bücher über Brecht, Stifter, Joyce, Mozart, Fußball und Palmsamstage. Kinofilme und Inszenierungen zahlreicher Opern und Theaterstücke im In- und Ausland. Lebt in Wien bzw. in Litzlberg am Attersee.

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

Suppe Taube Spargel sehr sehr gut. Essen und trinken mit Adalbert Stifter. Ein literarisches Kochbuch (1999), Der Brechreiz eines Hottentotten. James-Joyce-Alphabet von Aal bis Zahl (2003), Der Wolfgang ist fett und wohlauf. Essen und trinken mit Wolfgang Amadé Mozart (2005), Brecht im Kofferraum. Aufsätze, Anekdoten, Abschweifungen (2006), Die Hitzeschlacht von Lausanne. Österreich-Schweiz 1954 (2008), Palmsamstag. Der schönste Tag der Woche (2009), Bad Fucking (2010).

 

In Bad Fucking braut sich etwas zusammen: Zuerst liegt Vitus Schallmoser (Sonderling) tot in seiner Wohnhöhle. Während die Polizei im Dunkeln tappt, bekommt Camilla Glyck (Bundeskriminalamt) den Auftrag, nach Maria Sperr (Innenministerin) zu suchen, die als Bauunternehmerin in Bad Fucking quasi nebenberuflich ein Asylantenheim errichten lassen wollte. Und während auf dem Sportplatz von Bad Fucking eine Gruppe Cheerleader trainiert, beschließt Jagoda Dragicevic (Putzfrau), Dr. Ulrich (Zahnarzt) wegen eines Nacktfotos zu erpressen. Unterdessen flüchtet in Wien Ludmilla Jesenska vor ihren Verfolgern: Sie hat in Bad Fucking Fotos von geheimnisvollen Höhlenmalereien gemacht...

Das alles und noch viel mehr geschieht, während eine Hitzewelle Europa beinahe lahm legt und sich Tausende Aale und ein Mordsunwetter auf Bad Fucking zubewegen.

 

"Ein bizarres österreichisches Sittenbild ... Eine bitterböse, grelle, makabre Horrorposse, filmreif aufbereitet, die mit einer beinahe apokalyptischen verzweiflungstat des Autors endet." (Werner Krause, Kleine Zeitung)

 

 

Donnerstag, 27. 05.

19.30 Uhr

 

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen

Der abenteuerliche Simplicissimus

 

Lesung von Reinhard Kaiser

 

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen

wurde 1621 oder 1622 im hessischen Gelnhausen geboren und starb im August 1676 in Renchen bei Offenburg.

 

Reinhard Kaiser

Geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, ist einer der angesehensten Übersetzer aus dem Englischen. Er übersetzte mehr als 70 Bücher von Irene Dische, Sylvia Plath, susan Sontag, D. H. Lawrence, Sam Shepard oder Richard Sennett und veröffentlichte bisher acht Bücher als Autor. Für seine Übertragung des Simplicissimus aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts in ein verständliches und vor allem zeitgenössisches Deutsch, die in hervorragender Weise Rhythmus, Ton und Geist des ursprünglichen Textes bewahrt, erhielt Reinhard Kaiser den Grimmelshausen-Sonderpreis 2009.

 

Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, erstmals 1668/69 in Nürnberg gedruckt, ist der ganz große Roman des deutschen Barock und hatte bereits zu Lebzeiten Grimmelshausens einen bahnbrechenden Erfolg. Es ist ein Roman über den Krieg und das Geld, über Leben und Lieben, Hauen und Stechen in einer Welt, in der es drunter und drüber geht.

 

Der Simplicissimus ist "keine altbackene, muffig und fast ungenießbar gewordene Scharteke, sondern ein Roman, der mit seinem Scharfsinn, seinem Witz und seiner gedankenspielerischen Kunstfertigkeit, mit seiner Großartigkeit und Eindringlichkeit zu den allerbesten gehört, die es in unserer Literatur gibt". (Reinhard Kaiser)

 

 

Donnerstag, 20. 05. 2010

Lilian FASCHINGER

Die Unzertrennlichen

Lesung 19.30 Uhr

 

 

Lilian Faschinger

Geboren 1950 in Tschöran in Kärnten, studierte Anglistik und Geschichte in Graz. Seit 1992 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Ihr vielbeachteter Roman Magdalena Sünderin (1995) wurde in 17 Sprachen übersetzt. 1998-2003 mehrere Gastprofessuren an Universitäten in den USA. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Hörspiele und Romane und übersetzte zahlreiche Werke aus dem Englischen und Amerikanischen. Diverse Auszeichnungen, zuletzt den Friedrich-Glauser-Preis für Stadt der Verlierer (2008).

Werke (Auswahl)

Selbstauslöser (1983), Die neue Scheherazade (1986), Lustspiel (1989), Frau mit drei Flugzeugen (1993), Ortsfremd (1994), Magdalena Sünderin (1995), Wiener Passion (1999), Paarweise (2002), Stadt der Verlierer (2007).

 

"Man ist begeistert von ihrer subtilen Ironie und raffinierten Erzählkunst. Lilian Faschinger verwebt E und U, Triviales und Intellektuelles, knüpt an alte Mythen ebenso an wie an romantische Motive und vemischt sie mit den gegenwärtigen Mythen des Alltags." (Der Standard)

 

Lilian Faschinger wird an diesem Abend erstmals öffentlich aus dem derzeit in Arbeit befindlichen Roman mit dem Titel Die Unzertrennlichen vorlesen, weiters den Zyklus Genesungsgedichte und eine Passage aus Magdalena Sünderin.

 

Einführung: Hubert Lengauer

 


Mittwoch, 05. Mai 2010

Rajmund PAJER

Ich war I 69186 in Mauthausen.

Wie ich als Jugendlicher ins KZ Netzwerk geriet und daraus befreit wurde.

 

Buchpräsentation und Lesung 19.30 Uhr

 

Mit Rajmund Pajer (Zeitzeuge), Christian Rabl (Historiker), Peter Gstettner (Pädagoge), Peter Raab (Sprecher)

 

Rajmund Pajer

1930 in Triest geboren, slowenischer Abstammung, als Jugendlicher von Partisanen für den NS-Widerstand zwangsrekrutiert. Er wurde bei einer Kampfhandlung verletzt und von deutschen Truppen gefangen genommen. Als Häftling führte ihn sein Leidensweg in die Zentralgefängnisse von Ljubljana  und Begunje und von dort ins KZ Mauthausen. Er überlebte zwei Außenlager, Klagenfurt/Lendorf und St. Aegyd am Neuwalde, und wurde am 5. Mai 1945 in Mauthausen befreit.

 

Rajmund Pajer ist Zeitzeuge und letzter Überlebender des Mauthausen-Außenlagers Klagenfurt-Lendorf. In seinem Buch berichtet er in briefform von den Stationen seines Weges von Triest nach Mauthausen – in der Sprache des Betroffenen; manchmal unterhaltsam, manchmal nüchtern, spannend und sachlich, ohne Hass und ohne Anklage.

 

"Nicht viele Menschen wissen von den kleinen Details des täglichen Lebens und Sterbens in diesem Lager und darüber, wie sich Menschen unter solchen Bedingungen benehmen und wie sie agieren. Es sind nicht mehr viele von uns übrig, um davon zu erzählen." (Rajmund Pajer über das Mauthausen-System)

 

 

Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Mauthausen Komitee Kärnten/Koroska

 

Mittwoch, 28. April 2010

Iris HANIKA

Das Eigentliche

Lesung 19.30 Uhr

 

Iris Hanika

Geboren 1962 in Würzburg, lebt seit 1979 in Berlin. Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und der Germanistik. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit journalistische Arbeiten und Rezensionen. Von 1999 bis 2002 Mitarbeiterin der Politik-Redaktion der.

Veröffentlichungen (Auswahl):

Katharina oder die Existenzverpflichtung (1992), Das Loch im Brot (2003), Musik für Flughäfen (2005), Treffen sich zwei (2008), Das Eigentliche (2010).

 

Das Eigentliche ist - für jeden etwas anderes. Für Hans Frambach, der als Achivar im Institut für Vergangenheitsbewirtschaftung tätig ist, sind es die Verbrechen der Nazizeit, an denen er leidet, seit er denken kann; für seine Freundin Graziela ist die körperliche Liebe, die reine Fleischlichkeit, das Eigentliche. Für die Repräsentanten des Staates sind es die Bemühungen um Harmlosigkeit.

Iris Hanika zeigt, wie die Verbrechen der Nazizeit uns bis heute in ihren Klauen halten, und übersieht dabei nicht, zu welchen Absurditäten die Professionalisierung des Gedenkens führt. Da wäre nämlich noch ein Eigentliches: unsere Hilflosigkeit angesichts dieser Verbrechen. Nicht die Sache selbst - Nationalsozialismus und Schoah - sind Gegenstand der Debatten, sondern die künstlerische Gestaltung des Ortes, der an das Ungeheuerliche erinnern soll, die Verarbeitung mit den Mitteln der Unterhaltungsindustrie.

 

Mittwoch, 21. April 2010, 19.30 h

Cornelius HELL

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

 

Cornelius Hell

Geboren 1956 in Salzburg, 1984-1986 Lektor für Germanistik an der Universität Vilnius; 2002-2008 Feuilleton-Chef der Wochenzeitung 'Die Furche', seither freier Literaturkritiker und Essayist, Autor von etwa 200 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk, lebt in Wien.

Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen, Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen Meldung über Gespenster (2002) und des Heftes Litauen lesen der Literaturzeitschrift 'Die Rampe' und des Bandes Europa Erlesen: Vilnius (beide 2009); 2007 erschien der Essayband Lesen ist Leben, 2009 Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius (Picus Lesereisen).

 

Entstehung und Geschichte von Literaturkritik in den Print- und elektronischen Medien im deutschen Sprachraum, ihre Theorie und ihre herausragenden Vertreter und Vertreterinnen sowie ihr dramatischer Bedeutungsverlust in den letzten Jahren sind Inhalt der diesjährigen Poetik-Vorlesung.

Im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik zum Thema Literaturkritik liest Cornelius Hell aus den unveröffentlichten Essays Gibt es eine Krise des Kulturjournalismus? und Sehnsucht nach Australien.

 

Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik:

Donnerstag, 22. April 2010, von 14 bis 20 Uhr

Freitag, 23. April 2010, von 10 bis 18 Uhr

Donnerstag, 6. Mai 2010, von 14.30 bis 20 Uhr

Freitag, 7. Mai 2010, von 10 bis 18 Uhr

Institut für Germanistik, Universität Klagenfurt

 

Donnerstag, 15. April 2010, 19.30 h

Klaus RATSCHILLER 

Kollege M.

Lesung

 

Klaus Ratschiller

Geboren 1959 in Spittal an der Drau, lebt als Schriftsteller und Philosoph in Wien. Mitarbeit an interdisziplinären Projekten, Lehraufträge an den Universitäten Klagenfurt und Linz. Staatsstipendium für Literatur 2007/08.

Zuletzt erschienen: Unmögliches Werden. Denkfiguren, Portraits, Gespräche über Fremde (Mitherausgeber 2003), literarische Veröffentlichungen in kolik und literatur/a

 

Zum Buch

Seit dreißig Jahren arbeitet Michael Mitteregger als Deutschlehrer an einem Gymnasium. Er erscheint als klassisch gebildeter, musikliebender Mensch, der aus Überzeugung Lehrer geworden ist und sich bemüht, dieser Überzeugung treu zu bleiben. Die Irritationen durch den schulischen Alltag und seine übergroße Empfindlichkeit sucht er scheinbar stoisch, eher aber zunehmend müde und melancholisch durch Routine zu besänftigen.

Der Erzähler breitet M.s Beobachtungen, Reflexionen, Gedanken, Gefühle und Empfindungen minutiös vor dem Leser aus, kommentiert ununterbrochen das Wahrnehmungsfeld und die Innenwelt seiner Figur. Man erfährt so manches über rivalisierende Kollegenschaft, über Lehrer, die um Sympathie von Schülern und Kollegen werben, sich in ihrer Tätigkeit bewähren wollen, ihren Beruf reflektieren. Dank subtiler Erzählweise, genauer Beobachtung und intelligenter Dialoge bringt Ratschillers poetisches Psychogramm den Lehrer, das unbekannte und weithin ungeliebte Wesen, als menschliches Individuum näher.

 

Donnerstag, 25. März 2010, 19.30 h

ANDREA WINKLER

Drei, vier Töne, nicht mehr. Elf Rufe

Lesung

 

Andrea Winkler

Geboren 1972 in Freistadt. Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien, wo sie als freie Schriftstellerin lebt. Berufliche Tätigkeiten in der Jugendarbeit, der Erwachsenenbildung und in einem germanistischen Forschungsprojekt der Universität Salzburg.

Veröffentlichungen

Schatten(spiele). Poetologische Denkwege zu Friederike Mayröcker (2004), Arme Närrchen (2006), Hanna und ich (2008), Drei, vier Töne, nicht mehr (2010).

 

Zum Buch

Andrea Winkler zählt seit ihrem Debüt vor vier Jahren zu den am meisten beachteten österreichischen Schriftstellerinnen der jüngeren Generation. Bewusst hebt sie sich in ihren Texten vom Erzählstrom der Gegenwart ab und vermag durch genaues Hinschauen einen ganz eigenen sprachlichen Sog zu erzeugen.

In ihrem neuen Buch setzt eine Figur elfmal an, sich zu erinnern. Sie leidet an dem Verlust eines geliebten Menschen; an einer heftigen Verletzung und einem Abschied, der nicht stattgefunden hat. Erschütterung und die Angst, sich selbst verloren zu gehen, werden zum Antrieb, die Wege zurück zu gehen, die von den Begegnungen geblieben sind. Egal, ob sie innehält in einem Park, eine Straße entlanggeht oder auf einer Schaukel sitzt, sie spricht mit dem Abwesenden so, als wäre er noch hier und die Geschichte mit ihm könne noch einmal beginnen: "Kommen Sie näher und teilen Sie meine Verwirrung, die Lust auf ein Leben, das sich noch verspielen lässt, das Verlangen nach etwas Rätselhaftem."

 

Sonntag, 21. März 2010, 10.30 h

MATINEE

Gert Jonke: Alle Gedichte

Literatur/a 2009/10

Buchpräsentation und Lesung

 

Gert Jonke: Alle Gedichte

Vermutlich war Gert Jonke eine der letzten wahrhaftigen Dichter-Existenzen unter den deutschsprachigen Autoren: Sein Leben und Schreiben war eine untrennbare Einheit. Aber Gert Jonke als Lyriker? Ist da eine neue Seite an dem Sprachzauberer zu entdecken? Ja und nein. Das poetische Universum dieses Dichters kannte bekanntlich keine Gattungen und keine Grenzen. So sind viele der Chorlieder und Zorn-Arien, der Anrufungen und Gesprächsduette in seinen Theaterstücken unverkennbar lyrische Gesänge. In dem von Klaus Amann herausgegebenen Band erscheinen diese Kleinodien neben den originären Gedichten in einem neuen Kontext.

Einleitung: Klaus Amann

Lesung: Markus Hering

 

Literatur/a. Jahrbuch 2009/10

"Ein anderes der 11. Gebote: Nichts planieren!" - Peter Handke gibt mit diesem Satz die Richtung für literatur/a 2009/10 vor. Gute Literatur ebnet nicht ein, deckt nicht zu, sie legt frei. Wer liest, begegnet dem Eigenen und dem Fremden in Sprachen, Ländern, Zeiten, im eigenen Kopf. Das Jahrbuch des Musil-Instituts erscheint zwar in Kärnten, blickt aber ganz bewusst über die engen, zuweilen allzu engen Grenzen des Landes hinaus.

Autorinnen und Autoren von literatur/a 2009/10 sind u.a. Peter Clar, Michael Guttenbrunner, Peter Handke, Maja Haderlap, Bernhard Hüttenegger, Gustav Janus, Gert Jonke, John Wray, Alexander Widner, Peter Zimmermann, Uros Zupan.

Lesung: Maja Haderlap

 

Musik: Bertl Mütter, Posaune

 

Freitag, 12. März 2010, 19.30 h

Arno GEIGER

Alles über Sally

Lesung

 

Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet; sie haben drei halbwegs erwachsene Kinder und schleppen einen ganzen Sack vermischter Vergangenheit mit sich herum. Bereits als Kind musste Sally sich fragen: Wer bin ich? Warum habe ich keinen Vater? Ist meine Mutter wirklich nicht ganz richtig im Kopf? Warum lebt sie in London und ich in Wien? 1977 bekommt sie einen Job am Kulturinstitut in Kairo und bringt von dort auch gleich den Ehemann mit: Alfred. Seither geht das Leben seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt.

Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit ihrem Freund und Nachbarn. Aber reicht es, einfach nur den Mann zu wechseln? Und Alfred, der die Liebe seines Lebens nicht kampflos ziehen lassen will, stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was ist denn dieses Leben, das wir beide geführt haben? Und was weiß ich überhaupt von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren?

 

Der international gefeierte Träger des Deutschen Buchpreises schreibt den großen Roman vom Liebesverrat, erzählt mit souveräner Realistik und komischer Härte die Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit.

 

Arno Geiger

Geboren 1968 in Bregenz, lebt in Wien. Studium der Germanistik und einer Fächerkombination aus Vergleichender Literaturwissenschaft, Alter Geschichte und Zeitgeschichte. Seit 1993 freier Schriftsteller. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Joh.-Peter-Hebel-Preis 2008. 

 

Veröffentlichungen: Kleine Schule des Karussellfahrens (1997), Irrlichterloh (1999), Schöne Freunde (2002), Es geht uns gut (2005), Anna nicht vergessen (2007), Alles über Sally (2010).

 

Dienstag, 26. Jänner 2010, 19.30 h

Ingram HARTINGER

Zum 60. Geburtstag

 

"Mein Schreiben ist ein Tanz mit bloßen Füßen über Glassplitter, die überall in meinem Kopf herumliegen. Ergo nichts, was sich verselbständigen oder was ich automatisieren könnte, denn dieser Tanz ist ein erzwungener, abgerungener. Es gibt immer auch viel Verkrampfung und Skrupel bei meinem Schreiben. Und immer auch einen Anfang und anfängliches Verfängliches. Ein Versuch eben - ohne vorab existierende Versuchsanordnung." (I. Hartinger)

 

Kunst ist Hartinger zu wenig. Aber sie ist auch gemeint: sein Schreiben ist Bekenntnis und Experiment, Zerstörung und Assoziation. Der Anspruch, der Raum dieser Textwelt ist enorm.

 

Zu seinem 60. Geburtstag verantaltet das Musil-Institut einen Abend für und mit Ingram Hartinger, dem zuletzt der Kärntner Lyrikpreis der STW Klagenfurt zugesprochen wurde.

 

Ingram Hartinger wird an diesem Abend aus seinem neuen Lyrikband Rabe des Nichts (erschienen bei Wieser) lesen.

Gratulanten: Alf Schneditz, Klaus Amann

Musik: Christian Winkler

 

Ingram Hartinger

Geboren 1949 in Saalfelden, studierte Romanistik und Psychologie in Salzburg. Mehrjährige Auslandsaufenthalte, u. a. in Italien, Frankreich und Südamerika. Literarische Tätigkeit und Veröffentlichungen seit 1970. Seit 1979 als Klinischer Psychologe und Kinderpsychotherapeut in Klagenfurt.

 

Werke (Auswahl): Über den Versuch (1999), Unwirsch das Herz (2001), Hoffnungshund (2001), Tang und Distel (2003), Das letzte Heft (2008), Der Rabe des Nichts (2010).

 

 

Donnerstag, 14. Jänner 2010, 19.30 h

Martin KUBACZEK

Sorge. Ein Traum

Lesung

 

Martin Kubaczek

Geboren 1954 in Wien, studierte Violine, Germanistik und Philosophie. Von 1990 bis 2000 Dozent in Tokyo, 2001/02 Gastprofessor an der Universität Nagoya (Japan). Lebt als Schriftsteller und Literaturvermittler in Wien. Zahlreiche Publikationen zur österreichischen Gegenwartsliteratur.

 

Werke (Auswahl): Poetik der Auflösung (1992), Somei (1997), Hotel Fantasie (1998), Strömung (2001), Amerika (2002), Sorge. Ein Traum (2009).

 

Während sich im fernen Deutschland eine Armee von drei Millionen Soldaten an Polens Ostgrenze formiert und ins Inferno rollt, befindet sich Richard Sorge - der "rote Asket mit Playboy-Manieren" - in Japan zwischen nationalsozialistischer Diktatur und Stalin'scher Terrormaschinerie.

Ausgehend von der historischen Figur des deutsch-russischen Agenten Richard Sorge entfaltet Martin Kubaczek in atmosphärisch dichten Szenen und poetischen Bildern Leben, Alltag und Spionagearbeit in Tokio: Greift Japan die Sowjetunion an oder setzt sich die japanische Kriegsmarine mit ihren Eroberungsplänen im Pazifik durch?

 

Aufgerieben zwischen einer abstrakten Utopie, dem Glauben an die Veränderbarkeit der Welt und der Hingabe an seine japanische Geliebte, spitzt sich Sorges Lage dramatisch zu, wird eine Frage immer dringlicher: Ist Integrität möglich? Und wie könnte sie aussehen in einer Zeit, die sämtliche moralische Kategorien in Frage stellt?

 

 

Dienstag, 12. Jänner 2010, 19.30 h

EUROPA ERLESEN: Vilnius Buchpräsentation und Lesung

mit Christina Parnell und Cornelius Hell (Herausgeber)

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Institut für Slawistik

 

Der Vilnius-Band in der Reihe EUROPA ERLESEN erzählt in übersetzten Texten litauischer, polnischer, weißrussischer, jiddischer, russischer und lateinischer Autorinnen und Autoren sowie in Texten der Weltliteratur von Stendhal über Alfred Döblin oder Gilbert Keith Chesterton bis zu H. C. Artmann eine Geschichte der Stadt Vilnius und ihrer zentralen Plätze und Bauten. Der älteste Text ist ein Brief des Großfürsten Gediminas aus dem Jahr 1322, der jüngste stammt von Ilma Rakusa und wurde 2009 publiziert.

 

Immer wieder treten die Texte miteinander in einen Dialog: Ilma Rakusa beschreibt u. a. die Suche nach ihrem Vorfahren Władisław Kondratowicz-Syrokomla, der im Buch mit zwei Vilnius-Gedichten vertreten ist; der weißrussische Dichter Jan Tschatschot und der deutsche Lyriker Johannes Bobrowski nehmen auf die Gründungssage von Vilnius Bezug; Victor Erlich beschreibt seine Begegnung mit Marc Chagall, dessen Gedicht auf die Große Synagoge von Vilnius ebenfalls in dieser Anthologie zu lesen ist. Der litauische Schriftsteller Eugenijus Ališanka und die bulgarische Lyrikerin Aksinija Michailova haben eine Originalveröffentlichung beigetragen.

Mitwirkende:

Prof. Christina Parnell, Slawistin an der Universität Erfurt, und Cornelius Hell, Herausgeber und Übersetzer´aus Wien, stellen den Band im Gespräch, mit einer gemeinsamen Lesung sowie mit Musik und Bildern vor.

 

Im Anschluss kulinarische Bewirtung durch den Wieser Verlag.

 

 

17.12. Robert Schindel
Mein mausklickendes Saeculum

Lesung 19.30 Uhr

 

Robert Schindel
Geboren 1944 in Bad Hall/OÖ. Seine Eltern, als jüdische Kommunisten im NS-Widerstand tätig, wurden nach Auschwitz deportiert. Schindel überlebte unter falschem Namen in einem Wiener Kinderheim der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. 1959 Buchhändlerlehre im Wiener Verlag Globus, die er abbrach, um u.a. nach Paris zu reisen und sich in Schweden als Tellerwäscher durchzuschlagen. 

1967 holte er auf einer externen Wiener "Maturaschule" das Abitur nach und immatrikulierte sich in den Fächern Jura (2 Semester) und Philosophie (bis 1974) an der Universität Wien. Im Anschluß an Vorbilder aus Westdeutschland und West-Berlin bis 1968 Wortführer der "Kommune Wien", dem radikalsten Teil der Wiener Studentenbewegung. Arbeiten für Film, Fernsehen und Rundfunk. Ab 1986 freier Schriftsteller in Wien.

Seit August 2009 ist er Universitätsprofessor am Institut für Sprachkunst auf der Universität für Angewandte Kunst.

 

Werke (Auswahl)
Ein feuerchen im Hintennach (Gedichte, 1992), Gebürtig (Roman, 1992), Die Nacht der Harlekine (Erzählungen, 1994), Immernie (Gedichte, 2000), Fremd bei mir selbst (Gedichte, 2004), Kassandra (Roman, 1979/2004), Mein liebster Feind (Essays, 2004), Wundwurzel (Gedichte, 2005), Mein mausklickendes Saeculum (Gedichte, 2008).

 

"Als ich aus meiner Tastatur einige

Wintersinfonien herausnudelte und nachpfiff

Machte sich eine kleine Stunde breit, zog

Mich heraus aus dem Saeculum."

 

"Sich einringeln" in Gedanken und Worten, auf dass es schwerfalle, sich wieder "herauszuringeln": so beschreibt Robert Schindel selbst Lust und Gefahr seiner Gedichte. Sein poetisches Ich flektiert seine Wirklichkeit, zerstößelt sie, wickelt sie in sich ein. Landschaften, Stätten und Mythen, Poetologisches, Sprache und Wahrheit, Leben und Sterben und vor allem die Liebe tauchen herauf.

 

„Robert Schindel beherrscht das ganze Instrumentarium der Poesie [...]. Die Pauke begleitet seine Lyra. Da haut er mächtig drauf. Das ergibt den typischen Schindel-Sound aus Wiener Melange, jüdischer Litanei und deutscher Wortspielakrobatik." (Wulf Segebrecht, FAZ)

 

 


10. 12. Wolfram Berger

liest

Murmeljagd von Ulrich Becher

19.30 Uhr

 

Ulrich Becher

Geboren 1910 in Berlin, studierte Jura und war der einzige Meisterschüler von George Grosz. Sein erster Roman Männer machen Fehler (1932) wurde 1933 von den Nationalsozialisten als 'entartete' Literatur verbrannt. Becher verließ Deutschland, lebte in verschiedenen europäischen Städten und floh 1941 nach Brasilien, lebte ab 1944 in New York. Er kehrte 1948 nach Europa zurück und lebte zunächst in Wien, wo er mit dem Theaterstück Der Bockerer (zus. mit Peter Preses) großen Erfolg hatte. 1954 ließ er sich in Basel nieder, wo er 1990 starb. Murmeljagd erschien erstmals 1969.

 

Albert Trebla, Wiener Journalist und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, flieht im Frühjahr 1938 mit seiner Frau aus dem von deutschen Truppen besetzten Österreich auf Umwegen ins Engadin. Aber für den Verfolgten gibt es in der vermeintlich freien Schweizer Bergwelt keine Zuflucht. Trebla fühlt sich durch eine Serie rätselhafter Todesfälle bedroht und immer mehr in die Enge getrieben.

 

Mit Murmeljagd ist einer der großen Romane der deutschen Literatur über Vertreibung und Exil, über das Leben im Ausnahmezustand, über Wahn und Bedrohung, absurde Irrtümer und eine Menschenjagd wieder zugänglich. Ulrich Bechers Lust an Sprachexperimenten, seine Vorliebe für ausgefallene Charaktere und sein politisches Engagement kulminieren in einem psychologischen Entwicklungsroman, der gleichzeitig Politthriller ist - immer vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Faschismus.

 

"Meine Idee war, den Antikriminalroman zu schreiben, der in einer kriminellen Epoche spielt." (Ulrich Becher)

 

Der Roman wurde zum 100. Geburtstag des Autors von Wolfram Berger als Hörbuch eingelesen.

 

 


04.12. Feridun Zaimoglu

 

Hinterland

Lesung 19.30 Uhr

 

Feridun Zaimoglu
Geboren 1964 in Bolu (Türkei), seit 1965 in Deutschland, seit 1985 in Kiel. Nach abgebrochenem Studium der Medizin und der Kunst freier Schriftsteller. Als Journalist schreibt er Literaturkritiken und Essays, u.a. für DIE ZEIT, Die Welt, SPEX und den Tagesspiegel.


Werke (Auswahl)
Kanak Sprak (1995), Abschaum (1997), Koppstoff (1999), Kopf und Kragen (2001), German Amok (2002), Leinwand (2003), Zwölf Gramm Glück (2004), Leyla (2006), Von der Kunst der geringen Abweichung (2007), Liebesbrand (2008), Hinterland (2009).

 

Hinterland, das ist eine Region der Welt, in die man ohne die Kraft und Macht der Literatur nicht gelangen kann. Denn Hinterland, das ist eine Region zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Abseitigem und Nahem, Phantasie und Realität.

"Über Träumer und Verträumte wollte ich schreiben. Und ich wollte aufschreiben, was mit Liebenden geschieht, wenn sie in die Träume anderer Menschen geraten." (Feridun Zaimoglu).

Ergebnis ist der Roman Hinterland, der sich auf zauberische Art und Weise um Ferda und Aneschka dreht: er Sohn eines Schusters aus Berlin, sie die Tochter eines Musikers aus Prag. Ferda und Aneschka finden einander und verlieren sich wieder, was dem Roman und seinem Autor die Möglichkeit gibt, ab- und in die Welt hinauszuschweifen: nach Istanbul und Budapest, aber auch nach Föhr. Oder zu den Zwergen. Und immer wieder kommt er auf Ferda und Aneschka zurück.

 

„Zaimoglu ist ein literarischer Erotiker, wie er unserer gefühlsarmen Gegenwartsliteratur nur guttun kann." (Neue Zürcher Zeitung)

 
24.11. Michael Köhlmeier
Idylle mit ertrinkendem Hund
Lesung 19.30 Uhr

 

Michael Köhlmeier
Geboren 1949 in Hard am Bodensee, Studium der Germanistik und Politikwissenschaft in Marburg/Lahn sowie Philosophie und Mathematik in Gießen. Er lebt als freier Schriftsteller in Hohenems und Wien.


Werke (Auswahl)
Spielplatz der Helden (1988), Telemach (1995), Dein Zimmer für mich allein (1997), Calling (1998), Der traurige Blick in die Weite (1999), Nachts um eins am Telefon (2005), Abendland (2007), Idylle mit ertrinkendem Hund (2008), Mitten auf der Straße. Die Erzählungen (2009)

 

Der Alte Rhein. Zwei Männer spazieren am Ufer entlang, ins Gespräch vertieft. Es ist tiefer Winter, die Seitenarme des Flusses sind zugefroren, doch der Föhn spielt Frühling, es taut. Von weitem sehen die beiden einen großen schwarzen Hund über das Eis auf sie zulaufen. Plötzlich bricht er ins Eis ein. Der Hund kämpft um sein Leben. Einer der Männer holt Hilfe. Der andere, er ist Schriftsteller, bleibt alleine bei dem Hund. Er wird ihn nicht retten können. Doch der Tod hat vor einigen Jahren eine so tiefe Wunde in sein Herz geschlagen, dass er ihm unter keinen Umständen dieses Leben überlassen will. Er hält den Hund verzweifelt fest, auch als der sich schon längst nicht mehr rührt. Michael Köhlmeier kann, was nicht viele können: in einer ganz kleinen Geschichte eine ganz große erzählen.

 

„Köhlmeier hat Worte für etwas gefunden, über das man eigentlich nicht schreiben kann ... es geht nur noch um das Wesentliche. Eine Art Miniatur ist dabei entstanden, ein verstörend schönes Bild über den Verlust." (Martina Meister, Die Zeit)

 
10.11. Antonio Fian
Im Schlaf
Lesung 19.30 Uhr

 

Antonio Fian
Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 in Wien und kommentiert in unregelmäßigen Abständen das (in erster Linie) österreichische Kultur- und Geistesleben, wofür er 1990 den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik erhielt.

 

Werke (Auswahl)
Einöde. Außen, Tag. Erzählungen (1987), Es gibt ein Sehen nach dem Blick (1989), Was bisher geschah (1994), Hölle, verlorenes Paradies (1996), Was seither geschah (1998), Üble Inhalte in niedrigen Formen (Gedichte, 2000), Alarm (2002), Bis jetzt (2004).

 

Diese in Kurz- und Kürzestgeschichten verwandelten erstklassigen Träume enthalten alles, was wir an unserer Schlafproduktion lieben: Hinrichtungen, Katastrophen, sexuelle Bizarrerien und Wunscherfüllungen. Da es sich beim Träumer um Antonio Fian handelt, nimmt es nicht Wunder, dass auch seine Arbeitswelt und seine Kollegen (und Konkurrenten) in unbezahlten Haupt- und Nebenrollen auftreten.

 

Antonio Fian gewährt mit diesen Kurzgeschichten einen phantastischen und sehr unterhaltsamen Einblick in die hellwache Wirklichkeit.

 

„Fian seziert die österreichische Seele. Und es ist nur eine Mutmaßung, aber abwegig erscheint sie nicht:[…] Wäre dieser Autor in den Räumlichkeiten des Vaters der Psychoanalyse gelandet, dann nicht in der Rolle des traumgeplagten Patienten, sondern in der des zu allen Kapriolen fähigen Diagnostikers, der seinem Gegenüber garantiert viel Spaß beschert hätte. Mit wunderbaren Befunden, die nicht nur auf jede Lese-Couch gehören, sondern bereits die Couch selbst sind.“
(Werner Krause, Kleine Zeitung)


 
06.11. Ernst-Wilhelm Händler
Welt aus Glas
Lesung und Gespräch 19.30 Uhr

 

Klaus Amann und Walter Fanta: Präsentation der DVD-Edition des Gesamtwerks von Robert Musil

 

Ernst-Wilhelm Händler
Geboren 1953 in Regensburg. Studium der Wirtschaftswissenschaften und Philosophie in München, danach Geschäftsführer einer familieneigenen Leichtmetallfirma. Neben seiner regulären Arbeit begann er zu schreiben. Er lebt heute in Regensburg und München.

 

Werke (Auswahl)
Stadt mit Häusern (1995), Kongreß (1996), Fall (1997), Sturm (1999), Wenn wir sterben (2002), Die Frau des Schriftstellers (2006), Welt aus Glas (2009).

 

Jillian und Jacob Armacost betreiben die größte Galerie für Glaskunst New Yorks. Während Jillian seit einem Kindheitserlebnis eine Passion für die Blütenlampen von Tiffany hat und mit Mitte Zwanzig bereits eine führende Expertin für Glas ist, treibt der fast dreißig Jahre ältere Frauenheld Jacob die Galerie mit einem absurden Kauf um ein Haar in den Ruin.

 

Jillian und Jacob haben ihre Schicksale dem Glas anvertraut. Jillian spekuliert auf die Ewigkeit, Jacob auf ein intensives Jetzt. Durchsichtig und doch unnahbar, lebendig und doch unbewegt ist die Welt aus Glas. Sie bedeutet viel Geld für den, der erkennt, was er sieht. Doch besitzt der einzelne Mensch in einer Welt aus Glas noch eine Seele? Wilde Verfolgungsjagden durch die Straßen von Tijuana und erotische Eskapaden in San Diego und Venedig treiben die Handlung voran.
Im neuen großen Roman von Ernst-Wilhelm Händler ergänzen sich ‚action‘ und ‚reflection‘ auf außerordentliche und spannende Weise.

 

Im Anschluss an die Lesung: Romanschreiben als philosophischer Diskurs.

Walter Fanta im Gespräch mit Ernst-Wilhelm Händler anlässlich des Geburtstags von Robert Musil.


 

15.10. Manfred Theisen
Der Koffer der Adele Kurzweil
Lesung 19.30 Uhr

Manfred Theisen
Geboren 1962, arbeitete nach seinem Studium u. a. acht Jahre als Redakteur einer Tageszeitung. Heute lebt er als freier Kinder- und Jugendbuchautor mit seiner Familie in Köln. Seine Romane wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt und ausgezeichnet.

 

Der Koffer der Adele Kurzweil
Die fünfzehnjährige Mara verbringt ihre Ferien in Südfrankreich und entdeckt in dem halb verfallenen Haus, das ihre Eltern kaufen wollen, zufällig ein Tagebuch aus dem Jahre 1942.
Sie ist fasziniert von der zarten Liebesgeschichte zwischen dem Franzosen André und der siebzehnjährigen Jüdin Adele Kurzweil, die mit ihren Eltern vor dem Naziregime aus Deutschland geflohen ist und nach Amerika auswandern will. Mara entscheidet sich, Philippe, den Sohn des Hausbesitzers in ihr Geheimnis einzuweihen und gemeinsam vertiefen sie sich in ein Schicksal, das nach so langer Zeit viele Ungereimtheiten enthält. Sie versuchen, sie aufzuspüren und entdecken dabei auch ihre Gefühle zueinander.

 

Manfred Theisen verknüpft in seinem Roman reale Fakten aus dem Leben von Adele Kurzweil mit einer Rahmenhandlung aus der heutigen Zeit. Die Grazer Familie Kurzweil war vor den Nationalsozialisten aus Graz über Paris in den Süden Frankreichs geflohen.

Bruno Kurzweil war in Graz Anwalt der steirischen sozialdemokratischen Partei gewesen. 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Auf dem Dachboden der Polizeistation in Montauban in Südfrankreich wurden 1990 mehrere Koffer mit Kleidung, Hausrat und Dokumenten der Familie entdeckt. Grazer Schülerinnen und Schüler haben daraufhin das Schicksal der ermordeten Familie Kurzweil unter dem Titel Der Koffer der Adele Kurzweil recherchiert.


 

08.10. Michael Guttenbrunner
Zum Geburtstag und zum Gedenken
Ausstellungseröffnung und Lesung 19.30 Uhr

Zu seinem 90. Geburtstag und 5. Todestag widmet das Robert Musil-Institut dem streitbaren Geist Michael Guttenbrunner eine Ausstellung, die von Angelica Bäumer kuratiert wird. Die Künstler Joannis Avramidis, Eduard Bäumer, Herbert Boeckl, Arnold Clementschitsch, Fritz Kurrent und Maria Lassnig, denen Michael Guttenbrunner freundschaftlich verbunden war, werden nicht nur durch bildnerische Arbeiten vertreten sein, sondern auch durch Texte, die Michael Guttenbrunner über sie verfasst hat. Der Schauspieler Peter Uray wird an diesem Abend daraus lesen.

 

Michael Guttenbrunner
Geboren 1919 in Althofen (Kärnten); er besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Schon 1935 und 1938 aus politischen Gründen verfolgt und inhaftiert, 1940 zur Wehrmacht eingezogen; 1944 vom Feldgericht wegen Widersetzlichkeit zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, doch zur „Frontbewährung“ begnadigt. Mitte April 1945 Desertion und Unterstützung der Kärntner Partisanen. Zeit- und Sprachkritiker in der Tradition von Karl Kraus. Sein Werk, das fern vom literarischen Betrieb entstand, umfasst vor allem Lyrik, erzählende Prosa (Im Machtgehege, I-VIII), sprachkritische Glossen sowie Essays und Aufsätze zu Fragen der bildenden Kunst, Architektur und Literatur. Zahlreiche Auszeichnungen; u. a. Georg Trakl-Preis (1954), Österreichischer Staatspreis für Lyrik (1966), Kulturpreis des Landes Kärnten (1987) und das Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt (1994). Posthum wurde ihm 2004 der Theodor-Kramer-Literaturpreis für Schreiben im Widerstand und im Exil verliehen.

 

Angelica Bäumer
Tochter des Malers Eduard Bäumer. Studium der Musik, Architektur und Kunstgeschichte. Lebt als Kulturjournalistin, Autorin und Ausstellungskuratorin in Wien.

 

04.10. Gustav Januš
Wort, verwandelt in Farben | V barve spremenjena beseda
Sonntagsmatinee 10.30 Uhr

Zum 70. Geburtstag von Gustav Januš veranstaltet das Musil-Institut eine Matinee: Freunde und Wegbegleiter stellen sich ein und gratulieren dem Dichter mit eigenen Texten.
Gustav Januš liest aus seinen gesammelten Gedichten, die soeben im slowenischen Original und in der deutschen Übersetzung von Peter Handke in einer neuen Ausgabe im Hermagoras Verlag erschienen sind.

 

„Ja, das Schöne sieht man schlecht; aber Gustav Januš ist ihm in all seinen Gedichten auf der Spur. Es gibt kein Gedicht von ihm, das etwas behauptet oder meint. Seine Poeme sind, so könnte man sagen – und das ist es auch, was das Poetische an ihnen ausmacht, das reine Hin und Her. (Gustav Januš hat im übrigen, soviel ich weiß, noch nie eine einzige Prosazeile geschrieben.) Das reine Hin und Her: Die Schwebe, der Widerstreit, das Dialektische (Verzeihung für dieses Wort). Insofern beschreiben seine Gedichte nicht nur Augenblicke, so wie es die japanischen Haikus tun (mit denen Januš Sprache trotzdem viel gemein hat), sondern ganze Tagesläufe: Das Hin und Her der langen Tage Reise in die Nacht, und zur Nacht hinaus.“
(Peter Handke über Gustav Januš)

 

Mit Gustav Januš,
Klaus Amann, Maja Haderlap, Fabjan Hafner, Cvetka Lipuš, Florjan Lipuš u.a.


"DAS WORT ist jetzt
mein Haus.
Ein offenes Fenster
im geäderten Kastanienblatt:
auch mein Ich, das sich
zunächst im Farbspiel des Tages verliert,
im Spiegelbild des Satzes
aber wiederfindet."

 

Sonntag, 21. Juni 2009, 18.00 Uhr

Translatio 2009

Doreen Daume|Jurko Prochasko
Staatspreisverleihung für literarische Übersetzer


Andy Jelcic
Der Übersetzer als Schriftsteller, Festrede

György Buda, Laudatio | Doreen Daume, Dankesworte
Martin Pollack, Laudatio | Jurko Prochasko, Dankesworte
Robert Stocker, BMUKK, Preisverleihung

 

Doreen Daume und Jurko Prochasko, Lesung
Bertl Mütter, Musik

 

Die Literaturabteilung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur vergibt jedes Jahr für besondere Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung einen Staatspreis für die Übersetzung von österreichischer Literatur in eine Fremdsprache und einen Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche.

 

Die Preisträger sind:
Doreen Daume
Musikstudium (Klavier) in Wien, seit 1999 freie Übersetzerin von polnischer Literatur, vorwiegend Lyrik und Dramen. Zahlreiche Stipendien und Übersetzerprämien, 2005 Bremer Übersetzerpreis, 2007 Zuger Übersetzerstipendium, im Juni 2009 am Slawistischen Institut der Universität Tübingen ‚translator in residence’ für literarisches Übersetzen.

 

Jurko Prochasko
Studium der Germanistik in Lwiw (Lemberg). Er ist Autor, Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus dem Deutschen und dem Polnischen. 2006 war er Stipendiat des Musil-Instituts. Jurko Prochasko ist in Lwiw am Institut für Literaturforschung der Akademie der Wissenschaften an der Ukrainischen Katholischen Universität tätig.

 

Samstag, 20. Juni 2009, 19.30 Uhr

Herzzeit

Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Paul Celan
Buchpräsentation und Lesung

 

Die Liebesbeziehung zwischen den beiden bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern nach 1945 begann im Wien der Nachkriegszeit. Bachmann studierte dort Philosophie, für Paul Celan war Wien eine Zwischenstation. Im Mai 1948 lernten sie einander kennen, Ende Juni ging er nach Paris.

Der Briefwechsel zwischen 1948 und 1961 ist ein bewegendes Zeugnis: zunächst als das Gespräch einer Liebe nach Auschwitz mit allen symptomatischen Störungen und Krisen aufgrund der so konträren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwürfe als Frau und als Mann und als Schreibende. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft.
Ergänzend zu den beinahe zweihundert Zeugnissen ihrer Korrespondenz wurden die Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange sowie zwischen Paul Celan und Max Frisch in den Band aufgenommen.


„Du warst, als ich dir begegnete, beides für mich: das Sinnliche und das Geistige.“ (Paul Celan an Ingeborg Bachmann)

 

Buchpräsentation: Hans Höller (Hg.)
Lesung: Michaela Monschein und Heinrich Baumgartner

 

Eine Veranstaltung des Robert Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt

 

Freitag, 12.Juni 2009, 19:30

Anita Lasker-Wallfisch
Ihr sollt die Wahrheit erben. Die Cellistin von Auschwitz
Lesung und Gespräch

 

Anita Lasker-Wallfisch
wurde 1925 in Wrocław (Breslau) geboren. Ihr Vater war Rechtsanwalt, ihre Mutter Geigerin. Die Eltern wurden 1942 deportiert und ermordet, Anita und ihre Schwester Renate mussten in einer Fabrik Zwangsarbeit leisten. Nach einer gescheiterten Flucht mit gefälschten französischen Pässen wurden beide Mädchen als Kriminelle verhaftet und nach Auschwitz deportiert.


Die Musik rettete Anita Lasker-Wallfisch das Leben: Das Lagerorchester von Auschwitz, von der polnischen Musiklehrerin Tschaikowska auf Befehl der SS aufgebaut, benötigte eine Cellistin. Im November 1944 wurden die Schwestern zusammen mit den anderen jüdischen Mitgliedern des Mädchenorchesters in das KZ Bergen-Belsen verlegt, wo sie am 15. April 1945 die Befreiung erlebten.
1946 wanderte sie nach Großbritannien aus und wurde Mitbegründerin des Londoner English Chamber Orchestra. Dort spielte sie bis 2000 als Cellistin.

 

Ihre Erinnerungen schrieb sie zunächst für ihre Kinder auf, um ihnen zu erklären, weshalb sie so lange geschwiegen hat.

Seit vielen Jahren bemüht sich Anita Lasker-Wallfisch durch Lesungen und Vorträge, vor allem für Schüler und Jugendliche, den Holocaust und die in den Konzentrationslagern begangenen Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. 

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška

 

Mittwoch, 10.Juni 2009, 19:30 

Paul Nizon
Die Zettel des Kuriers
Lesung
Einführung: Stefan Gmünder

 

Paul Nizon
wurde 1929 in Bern geboren. Nach der Reifeprüfung studierte er Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Germanistik an den Universitäten in Bern und München, 1957 Promotion. Bis 1959 wissenschaftlicher Assistent am Historischen Museum in Bern. 1961 leitender Kunstkritiker der Neuen Zürcher Zeitung, seit 1962 als freier Schriftsteller tätig. Lebt seit 1977 in Paris.

 

Veröffentlichungen (zuletzt):
Die Erstausgaben der Gefühle. Journal 1961–1972 (2002); Abschied von Europa (2003); Das Drehbuch der Liebe. Journal 1973–1979 (2004); Das Fell der Forelle (Roman 2005); Die Zettel des Kuriers. Journal 1990–1999 (2008).

 

„Ich glaube, wenn die Leser mit meinem Journal Mühe haben, weil es eine ,schonungslose Selbstauslieferung' enthalte, wie jemand schrieb, so wohl darum, weil hier nicht nur die Materialien, die Stoffe freigelegt und aus dem Alltäglichen isoliert werden, die später zu meinen Büchern führen, sondern weil darüber hinaus das Buchwerden als ein ununterbrochener Prozess quer durch Sorgen, Denken, Sinnen, Träumen, Erinnern, Herumlaufen, Liebemachen und Angsthaben als etwas Menschliches vordemonstriert wird in einer Art, die als unanständig empfunden werden könnte.“
(Aus: Die Zettel des Kuriers)

 

Paul Nizon liest aus Die Zettel des Kuriers, Hund. Beichte am Mittag und Im Bauch des Wals.

 

Dienstag, 19. Mai 2009, 19.30h -- ABGESAGT! --
BORIS PAHOR
Piazza Oberdan Zweisprachige Lesung
Moderation und Gespräch: Horst Ogris

 

Boris Pahor

Geboren 1913 in Triest. Erste literarische Publikationen, ehe er im Januar 1944 als slowenischer Widerstandskämpfer verhaftet und in verschiedene deutsche Konzentrationslager deportiert wurde. Nach seiner Befreiung arbeitete er ab 1947 in Triest als Publizist und Schriftsteller, von 1955 bis 1975 unterrichtete er Literatur an einem Gymnasium. Von 1966 bis 1990 gab er die literarisch-politische Zeitschrift Zaliv (Der Golf) heraus. Boris Pahor veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen. Auf Deutsch erschienen u.a. die Romane Der Kampf mit dem Frühling (1997), Nekropolis (2001).

 

Piazza Oberdan

Die Piazza im Zentrum von Triest wurde nach dem Irredentisten Guglielmo Oberdan benannt, der von der österreichischen Obrigkeit nach Bekanntwerden seines Planes, ein Attentat auf Kaiser Franz Joseph zu verüben, gehängt wurde.

Anhand der Geschichte des Platzes erzählt Boris Pahor die Geschichte der Slowenen in Triest, die in der k.u.k.-Zeit mit Italienern, Deutschsprachigen und anderen Nationalitäten friedlich zusammenlebten. Nach dem Anschluss der weltoffenen Stadt an Italien machte sich der Faschismus schon vor der Machtübernahme in Italien bemerkbar. Der Brandanschlag auf das slowenische Kulturzentrum im Juli 1920, bei dem es in Schutt und Asche gelegt wurde, blieb bis heute ungesühnt. Die slowenische Identität ist auf den ersten Blick nicht mehr zu spüren. Pahors Bestreben geht dahin, die Vielfalt der Kulturen in der Hafenstadt auch für die Zukunft in einem vereinten Europa zu erhalten.

 

Donnerstag, 14. Mai 2009, 19.30h

MARGIT HAHNUnter die Räder ...

Lesung und Podiumsdiskussion

 

Margit Hahn
Geboren 1960 in Wien. Sie lebt in Klosterneuburg-Weidling/NÖ. Seit 1992 Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Zeitungen und diversen Anthologien, seit 1990 Leiterin der Literaturgesellschaft Klosterneuburg. Diverse Auszeichnungen wie der Förderungspreis der Stadt Wien für Literatur (1994) oder das Staatsstipendium für Literatur des BKA (1998/1999).

Werke (Auswahl) 
Einsamkeit der Lust (1992), Die kleinen Fallen der Lust (1994), Im Streiflicht des Mondes (1995), Entgleisungen (1996), Hautnah (1997), Der männliche Blick (1999), Delikatessen (2001), Totreden (2007).

"Die Kunst des Erzählens", lautet der Titel der Poetik-Vorlesung, die Margit Hahn in diesem Semester an der Universität Klagenfurt hält. Es geht um Fiktion und Realität in der Literatur. Wie hat Schreiben mit Realität zu tun, mit Beobachtung, mit Wahrnehmung, mit Erfahrung, Erinnern, mit Gefühlen, mit Leidenschaft? Margit Hahns eigene Texte beschreiben Eitelkeiten und Intrigen, Neid, Ängste, Boshaftigkeit, Mobbing und die kleine Lust an der Rache mit Ironie und bissigem Humor.

"Niemand ist vor ihrem alle Moral denunzierenden Blick sicher" - so bringt Konrad Paul Liessmann auf den Punkt, was die Texte von Margit Hahn auszeichnet.

"Radikaler Sprachgestus, klare Bilder und erfrischend böser Humor" - wenn Margit Hahn sich eines Themas annimmt, dann tut sie das auf sehr direkte Art, die keinen kalt lässt. Sei es die (manchmal mörderische) Welt der Manager, das Milieu eines Hotels oder das tägliche Grauen am Arbeitsplatz, das sie in ihren Geschichten unter die Lupe nimmt.

Im Anschluss diskutieren Gerda E. Moser und Constanze Drumm (beide Institut f. Germanistik) mit der Autorin zum Thema "Flucht aus der Krise? Literatur als Tranquilizer". Moderation: Walter Fanta

 

Freitag, 8. Mai 2009, 19.30h JÓN KALMAN STEFÁNSSON

Himmel und Hölle

Zweisprachige Lesung Isländisch - Deutsch

 

Jón Kalman Stefánsson 
Geboren 1963 in Reykjavík, war in der Fischindustrie, als Maurer und für kurze Zeit auch als Polizist tätig. Er studierte Literaturwissenschaft an der Hochschule von Island und unterrichtete Literatur an einer Schule in Akranes. Gleichzeitig verfasste er Literaturkritiken für Zeitungen und den Hörfunk. Bis 2000 leitete er die Stadtbücherei von Mosfellsbær bei Reykjavík, wo er heute als freier Autor lebt.  

Werke in deutscher Sprache (Auswahl): Das Knistern in den Sternen (2005), Verschiedenes über Riesenkiefern und die Zeit (2006), Sommerlicht, und dann kommt die Nacht (2008), Himmel und Hölle (2009).

Himmel und Hölle
Stefánssons jüngster Roman Himmel und Hölle führt in eine vergangene Welt. Er begleitet einen namenlosen Jungen bei seiner Fahrt hinaus aufs Meer. Die Fischer, die mit ihm fahren, sind fünf raue Gesellen, die sich täglich dem Kampf mit dem Meer aussetzen. Die Gedanken an Leben und Tod, an Himmel und Hölle sind ihre ständigen Begleiter. Stefánssons unverwechselbarer Erzählton, der mit kleinen Geschichten den verschiedensten Lebensentwürfen einmal nachdenklich, einmal verschmitzt nachspürt, verbindet sich hier in einer dramatisch zugespitzten Handlung mit der Wucht des Tragischen. Jón Kalman Stefánsson, von der Kritik hoch gelobt, gehört zu den wichtigsten Erzählern Islands.

Jón Kalman Stefánsson liest gemeinsam mit seinem Übersetzer Karl-Ludwig Wetzig.

 

Donnerstag, 07. Mai 2009, 19.30h GEGEN DAS VERGESSEN

Erinnerungen von Kärntner Slowenen

Buchpräsentation und Lesung

 

Einführung: Franz Marenits 
Lesung: Anton Haderlap, Andrej Kokot, Franc Kukovica

Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945 wird dieses Mal die Reihe ‚Bücher gegen das Vergessen‘ des Drava Verlages präsentiert. Es sind dies Beispiele persönlicher Erinnerungen an den Widerstandskampf der Kärntner Sloweninnen und Slowenen und der Lebensbedingungen unter dem Naziregime.

Anton Haderlap: Graparji. So haben wir gelebt.

Tone Jelen: Auf den Spuren der Hoffnung

Andrej Kokot: Das Kind, das ich war

Lipej Kolenik: Für das Leben, gegen den Tod

Helena Kuchar: Jelka

Franc Kukovica: Als uns die Sprache verboten wurde

"Am Morgen weckte uns lautes Getöse, Pochen an der Haustür, Hundegebell und Rufe: 'Aufmachen! Aufmachen!‘ Erschrocken beobachteten Mici und ich an der Stiege das Geschehen in der Laube. Wir sahen Männer in Uniformen, die Vater und Mutter und den älteren Geschwistern ins Gesicht leuchteten und etwas erklärten. Wir verstanden nicht, wovon sie redeten, wußten aber gleich, daß etwas Ungewöhnliches vorging. Langsam stiegen wir die Treppe hinab und drückten uns zur Mutter. Fragend blickte ich in ihr verwirrtes Gesicht. Mit zitternder Stimme sagte sie leise: ‚Wir müssen fort.‘ “ (Andrej Kokot: Das Kind, das ich war)

 

Dienstag, 28. April 2009, 19.30h

ALOIS HOTSCHNIG

Die Kinder beruhigte das nicht

Lesung

 

Alois Hotschnig 
Geboren 1959 in Berg/Drautal (Kärnten). Er studierte Medizin, Germanistik und Anglistik in Innsbruck. Seit 1989 lebt er als freier Schriftsteller in Innsbruck. Mit seinen Erzählungen Aus (1989) und Eine Art Glück (1990) und seinem Romandebüt Leonardos Hände (1992) etablierte er sich rasch als genau beobachtender und sensibel formulierender Autor in der deutschsprachigen Literaturwelt. Zu den zahlreichen Auszeichnungen Hotschnigs zählen der Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (1992), der Anna-Seghers-Preis der Akademie der Künste Berlin (1993), der Italo-Svevo-Preis (2002), der Österreichische Förderungspreis für Literatur (2003) und der Erich-Fried-Preis (2008). 

Alois Hotschnig liest aus dem zuletzt erschienenen Band Die Kinder beruhigte das nicht und neue Erzählungen, die im Herbst erscheinen werden.  

Die Kinder beruhigte das nicht
Geschichten, die den Blick verändern: Alois Hotschnig spielt in seinem Erzählungsband auf subtile Weise mit der Wahrnehmung. Seine große Kunst besteht darin, seine Leser mit unwiderstehlicher Macht zu teilnehmenden Beobachtern zu machen und sie hinter scheinbar alltäglichen Vorgängen das Besondere sehen zu lassen: eine Familie, die über Jahre hinweg vergeblich auf den immer wieder angekündigten Besuch eines Onkels wartet, eine alte Dame, in deren Puppensammlung sich der Erzähler selbst vorfindet, oder ein Mann, der in der Wohnung seiner ehemaligen Geliebten auf eine fremde Gegenwart trifft.

 

Dienstag, 21. April 2009, 19.30h

PETER ZIMMERMANN

Schule des Scheiterns

Lesung

 

Peter Zimmermann
Geboren 1961 in Villach. Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien, Regie- und Dramaturgieassistent. Seit Ende der achtziger Jahre als Journalist und Autor tätig. Redakteur im ORF-Hörfunk, dort unter anderem zuständig für die Büchersendung 'Ex libris'. Zahlreiche Publikationen.

Schule des Scheiterns
Große Themen, gespiegelt in Alltagsszenen: Peter Zimmermann legt mit diesem Buch intelligente, sprachlich pointierte Miniaturen vor, die zeigen, dass auch den ernsten Dingen des Lebens eine nur schwer beherrschbare Komik innewohnt.

Buben dürfen nicht weinen, Indianer kennen keine Schmerzen und erwachsene Männer sollen mit geradem Rücken durchs Leben gehen. Doch dann stellt sich heraus, dass man vor lauter aufrechtem Gang den Boden unter den Füßen nicht mehr sieht. Man stolpert über die Gruben, die einem andere graben, oder ganz einfach über die eigenen Beine  – kurzum: Das Dasein mit Haltung droht jeden Augenblick zu scheitern.

Doch handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall. Jeder scheitert mehr oder weniger auf seine Weise – und das ist wohl auch komisch. Sich gegen das Scheitern zu wehren ist wie gegen die Schwerkraft anzukämpfen. Die Strategien, aller Vernunft zum Trotz gegen das Unvermeidliche aufzubegehren, entbehren nicht eines gewissen Amüsements. Man sollte aber, ehe man über andere lacht, sich selbst dabei beobachten, wie man pflicht- und kürgemäß durchs Leben stolpert.

 

 

Donnerstag, 02. April 2009, 19.30h

TOMAS VENCLOVA und CORNELIUS HELL

Gespräch im Winter

Lesung und Gespräch

Tomas Venclova
Geboren 1937 in Kleipeda (Memel), war 1976 Mitbegründer des litauischen Helsinki-Komitees und emigrierte 1977 in die USA. Er ist heute Professor für slawische Literaturen an der  Universität Yale und gilt als international bekanntester litauischer Lyriker. Er war eng mit den beiden Literaturnobelpreisträgern Joseph Brodsky und Czesław Miłosz befreundet. Auf Deutsch liegen zwei Bücher von Tomas Venclova vor: Vilnius. Eine Stadt in Europa (2006), Gespräch im Winter, Gedichte (2007).

Cornelius Hell
Geboren 1956 in Salzburg, 1984-1986 Lektor für Germanistik an der Universität Vilnius; 2002-2008 Feuilleton-Chef derWochenzeitung 'Die Furche', seither freier Literaturkritiker und Essayist, Autor von etwa 200 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk, lebt in Wien.

Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen, Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen Meldung über Gespenster (2002) und des Heftes Litauen lesen der Literaturzeitschrift ‚Die Rampe’ (2009); 2007 erschien der Essayband Lesen ist Leben, 2009 Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius (Picus Lesereisen). 

Tomas Venclovas Vilnius-Buch ist ein Streifzug durch die jahrhundertelange Geschichte der multikulturellen Hauptstadt Litauens. Seine Gedichte reflektieren seit einem halben Jahrhundert die litauische Landschaft, die Erfahrungen des Totalitarismus, die Rückkehr des Dissidenten in die alte Heimat sowie vielschichtige Bilder der Gegenwart.  

 

Donnerstag, 26. März 2009

ULRICH PELTZER

Teil der Lösung

Lesung 19.30 h

 

Der Autor

Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld. Er lam mit 18 Jahren nach Berlin, wo er Philosophie und Psychologie studierte. 1987 veröffentlichte er seinen Debütroman Die Sünden der Faulheit. Sein Werk wurde u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis, dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Bremer Literaturpreis und dem Berliner Literaturpreis, der Peltzer zweimal zugesprochen wurde, ausgezeichnet.

Veröffentlichungen

Die Sünden der Faulheit (1987), Stefan Martinez (1995), Alle oder keiner (1999), Bryant Park (2002), Teil der Lösung (2007).  

Teil der Lösung  

Christian schlägt sich als freier Journalist mit Gelegenheitsaufträgen durch und ist Teil eines akademischen Proletariats, wie es in Berlin ganze Stadtviertel besiedelt. Selbst Mitte Dreißig, hat er die Zeit des bewaffneten Widerstands gegen die Staatsmacht nur noch als Echo miterlebt. Vielleicht sucht er gerade deshalb für eine längst fällige Story Kontakt zu untergetauchten Ehemaligen der Roten Brigaden. In Paris soll ein wichtiger Informant anzutreffen und zu reden bereit sein.

Zunächst aber trifft Christian auf Nele. Was mit ein paar Zufallsbegegnungen eher harmlos beginnt, entwickelt sich zu einer heftigen Beziehung, deren Ausgangspunkt im neuen Berlin liegt und die ihren Show-down in den Arabervierteln von Paris erlebt.

Kontrollierter Raum und spielerische Störmanöver, Decknamen und Spitzel, geheime Treffen und präzise Attentate auf den Alltag: Subtil verbindet Ulrich Peltzer eine störrische Liebesgeschichte mit der Beobachtung neuer politischer Bewegungen in einer Grammatik der Überwachung.

 

Dienstag, 17. März 2009, 19.30h

URS JAEGGI

weder noch

Lesung 

Der Autor 
Urs Jaeggi, geboren 1931 in Solothurn in der Schweiz, Banklehre, externes Abitur, Studium der Ökonomie, Soziologie und Sozialphilosophie in Genf, Berlin, Bern. 1965-1993 Professor für Soziologie in Bern, Bochum, New York und Berlin. Wohnhaft in Berlin und Mexiko-Stadt. Urs Jaeggi ist nicht nur Verfasser zahlreicher soziologischer Arbeiten, sondern auch als Autor belletristischer Werke. Seit 1985 ist er zudem als Maler, Bildhauer und auf dem Gebiet der Aktionskunst tätig. 

Veröffentlichungen (Auswahl)
Macht und Herrschaft in der Bundesrepublik (1969), Brandeis (1978), Versuch über den Verrat (1984), Fazil und Johanna (1985), Rimpler (1987), Soulthorn (1990), Kunst (2002), Durcheinandergesellschaft (2008), weder noch etwas (2008).   

weder noch etwas

Franz, in der DDR leitender Betriebsingenieur und Laienschauspieler, inzwischen Kellner in den ICEs der Deutschen Bahn, wird Jahre nach der Wiedervereinigung von einem französischen Journalisten interviewt. Wie die Züge das Land durchmessen, so durchquert der in ihnen kellnernde Franz sein bisheriges Leben: beiläufige Blicke auf vorbeihuschende Vergangenheiten, Halte- und Wendepunkte, an denen er aus- oder umsteigt, um sich nachgehen zu können. Er imaginiert künstliche Intelligenzen, träumt vom Verschwinden des Menschen im Erschrecken vor all der gelebten Ortlosigkeit, die ihm indessen ebensoviel neue Kraft schenkt, wie seine Angst davor ihm zu rauben vermag. Eine Reise nicht nur durch sich auflösende Biografien, sondern durch eine auseinanderfallende Gesellschaft mit all ihren trennenden Sprachen. 

 

Donnerstag, 05. März 2009, 19.30h

LYDIA MISCHKULNIG

Macht euch keine Sorgen. Neun Heimsuchungen

Lesung 

Die Autorin 
Lydia Mischkulnig, geboren 1963 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Wien. Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz (Bühnenbild) und Wien (Filmakademie). 2007 Gründung von tinternational textunternehmen mit Sabine Scholl. 2008 Gastprofessur in Nagoya.

Veröffentlichungen (Auswahl)
Halbes Leben (Roman, 1994), Hollywood im Winter (Roman, 1996), Sieben Versuchungen (Erzählungen, 1998), Umarmung (Roman, 2002), Die Böhmische Bibel, unheilige Schrift für Puppen. Mit Sabine Scholl (2008), Macht euch keine Sorgen (2009).

Macht euch keine Sorgen

Wenn die sorgfältig geplante Abschiedschoreographie eines Pärchens am Bahnhof in Unordnung gerät, weil der Zug auf sich warten lässt – wenn ein Abzeichen am Jackett einer Toten die Frau in der Wäscherei in Verwirrung stürzt – oder wenn die reizende ältere Dame mit dem süßen Lächeln auf den Lippen noch einmal jung wird, bevor sie sich zum Sterben hinlegt – wenn die Wirklichkeit ihre Masken ablegt und beginnt, ihren eigenen Gesetzen zu folgen: Dann sind wir in der literarischen Welt von Lydia Mischkulnig angekommen. 

"Ungeschminktheit gehört zu Mischkulnigs größten poetischen Tugenden. Sie ist eine rücksichtslose Schreiberin"  – was Helmut Gollner über Lydia Mischkulnigs Roman Umarmung schrieb, gilt auch für ihren neuen Erzählband: Ohne Respekt und Zurückhaltung schreibt sich die Autorin in die Realität hinein, mit unbestechlichem Blick für die Momente, in denen das Alltägliche ins Absurde kippt, in denen doppelte Böden einbrechen und kein Sicherheitsnetz mehr Halt gibt.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Frauenbüro der Stadt Klagenfurt.

 

 

Donnerstag, 26. 2. und Freitag, 27. 2. 2009

 

Peter Handke

WARUM EINE KÜCHE?

Eine Reisebericht

Inszenierung: Ernst M. Binder

Co-Produktion: dramagraz / steirische kulturinitiative / Literaturhaus Graz / echoraum, Wien

 

"Ich habe die Küche immer gemieden. - Warum eine Küche? - Als ich mit dem Lernen der anderen Sprache anfing, war der erste Satz bezüglich der Küche: "Es riecht verbrannt. Ca sent le brule. Das Essen ist angebrannt. Jedo je zagolero." - Warum eine Küche? Warum nicht eher ein Schloss? Ein Regierungspalast? Oder eine italienische Villa, von Palladio, bei Vicenza, wo es gar keine Küche gibt! ..." (aus: WARUM EINE KÜCHE? von Peter Handke)

 

Die Küche: Ort des Morgenkaffees, der großen Gespräche und der späten Wanderungen mit nackten Sohlen zum Kühlschrank. Die Küche ist Schauplatz, wo große und kleine Schicksale einander kreuzen, verfehlen, flüchtig streifen. Hier wird nicht nur gekocht und gegessen, sondern auch geliebt und gestritten. Man verlässt sie, um zur Arbeit, zur Schule zu gehen, zuzeiten auch um in den Krieg zu ziehen. In WARUM EINE KÜCHE? umkreist Peter Handke diesen Raum als Schwellenort, widmet ihr Lieder, Litaneien, Erzählungen, Monologe, Dialoge usw.

dramagraz setzt den Text als musikalisch-szenische Installation um: Sprache und Musik schaffen auf der Bühne einen Ort zwischen Küchenatmosphäre und Olymp, Kriegsschauplatz und Liebesnest, Alltagstrott und Festtagsstimmung.

 

Werner Halbedl: Der Dichter

Ninja Reichert: Die Tote

Monica Reyes: Der Soldat

Rudi Widerhofer: Der Koch

Natasa Mirkovic-De Ro: Gesang

Rina Kacinari. Cello

Inszenierung: Ernst M. Binder // Musik: Franz Schubert // Musikalische Bearbeitung: Rina Kacinari, Natasa Mirkovic-De Ro // Dramaturgie: Alexandra Rollett // Bühne: Carlos Schiffmann // Kostüme: Katharina Scheicher // Licht & Einrichtung: Geari Schreilechner // Regieassistenz: Nicole Lutnik // Produktion: Andrea Speetgens

 

Österreichische Erstaufführung

 

Musil-Haus, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt

26. und 27. Februar 2009; jeweils 19.30 Uhr

Eintritt frei

Aufgrund des begrenzten Platzangebots werden Zählkarten ausgegeben:

Robert-Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 1. Stock, Mo-Fr, 8.00-16.00

Tel.: 0463 / 2700-2914, musil-institut@uni-klu.ac.at

http://dramagraz.mur.at/

 

 

Dienstag, 27. Jänner 2009, 19.30h

ANN COTTEN

Fremdwörterbuchsonette

Lesung 

Die Autorin 
Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa, aufgewachsen in Wien, lebt seit 2006 in Berlin. Studium der Germanistik, Abschluss mit einer Arbeit über die Liste in der Konkreten Poesie. Für ihr Debüt Fremdwörterbuchsonette 2007 mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis ausgezeichnet.

Bekannt durch Auftritte bei Poetry Slams, entsemantisierten phonetischen Projekten mit Liesl Ujvary und Veröffentlichungen im Internet (http://www.forum-der-13.de/ und seit kurzem http://www.glossarattrappen.de/) und in Zeitschriften wie Zwischen den Zeilen und Kolik.

Mit wenigen Assoziationen beschwert; künstlich, neu oder nur vorübergehend im Sprachgebrauch – Fremdwörter scheinen sich für ihre Existenz zu entschuldigen: „Ich erfülle hier nur Begriffsfunktion, habe einen Arbeitsplatz inne, für den es im Moment keinen qualifizierten Deutschen gibt.“ 

Ann Cotten baut sie in die ratternden Denkmaschinen ihrer Gedichte ein: jugendliches Ungestüm im sonettischen Gewand, das klipp und klar Gedachte, die Liebe mit ihren Rückkopplungen. Pete Doherty, Patti Smith und Sappho geistern mit unbekannten DJs und freundlichen Allegorien durch die nächtlichen Verse und wachen am anderen Tag in einem Sprachsubstrat auf, das ihnen ganz fremd vorkommen muss.

"Der Titel Fremdwörterbuchsonette ist Programm, denn im gleichen Maß, in dem die Gedichte ausgesuchte Fremdwörter einkreisen, werden einem beim Lesen die vertraut geglaubten Heimatwörter fremd." (Wolf Haas)

 

Donnerstag, 22. Jänner 2009, 19.30h

LINDA STIFT

Stierhunger

Lesung 

Die Autorin 
Linda Stift, geboren 1969 in Wagna/Steiermark, Studium der Germanistik, Philosophie und Slawistik. Sie lebt und arbeitet als Autorin, Lektorin und Rezensentin in Wien. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Zahlreiche Preise und Stipendien.

Veröffentlichungen
Die erste Ausnahme (Erzählung, 2001), Die Kochmütze (Erzählung, 2002), Weihnachten für Fortgeschrittene (gem. mit Martina Schmid, 1999), Kingpeng (Roman, 2005).

 

Es gibt kein Zurück. Kein Entkommen. Das fein gesponnene Netz der Abhängigkeit zeiht seine Maschen nur noch enger zusammen, wenn das Opfer strampelt. Für den entscheidenenden Befreiungsschlag fehlt die Kraft. Und die Beziehungen. Denn die Außenwelt hat allmählich an Bedeutung verloren.

Eine junge Frau lent eine ältere Dame kennen, die der Kaiserin Sisi ähnelt und die ihr anbietet, sich einen Gugelhupf mit ihr zu teilen. Sie nimmt die Einladung spontan an. Einladung folgt auf Einladung, harmlose Museumsbesuche erweisen sich als geplante Raubzüge, auf denen etwa die Kokainspritze der Kaiserin erbeutet wird. Und bald hat auch die überwunden geglaubte Fresssucht, der "Stierhunger", wieder von ihr Besitz ergriffen.

Linda Stift erzählt in ihrem Roman, wie eine junge Frau zusehends die Macht über sich selbst verliert, sie führt uns hinter die brüchigen Fassaden des alltäglichen Lebens, dorthin wo der Wahnsinn stets nahe ist.

 

 

Dienstag, 13. Jänner 2009, 19.30h

KLEMENS RENOLDNER

Man schließt nur kurz die Augen

Lesung 

Der Autor
Klemens Renoldner, geboren 1953 in Schärding am Inn. Nach dem Studium von Literatur und Musik Dramaturg u.a. am Burgtheater Wien, am Schauspielhaus Zürich und an den Kammerspielen München. Seit 2002 in Berlin, wo er am Kulturforum der Österreichischen Botschaft tätig ist.

Veröffentlichungen (Auswahl)
Utopie und Geschichtsbewußtsein bei Christa Wolf (1982), Stefan Zweig - Texte, Bilder, Dokumente (1993), Hagenwil-les-deux-Eglises, Ein Gespräch mit Niklaus Meienberg (2003), Man schließt nur kurz die Augen (2008). 

 

In den Erzählungen von Renoldner erleben wir Frauen und Männer, die in Gefahr geraten, ihr Lebensglück zu verlieren. Schritt für Schritt sehen wir sie auf dem Weg ins scheinbar Unvermeidliche und beobachten, welche Schlüsse sie aus einer erlebten Demütigung, dem Scheitern in Beruf, Karriere und Liebe ziehen. Eine Wiener Tierärztin hilft einem jüngeren Kollegen aus seiner Depression, doch als sie selbst Hilfe benötigt, will der inzwischen erfolgreiche Kollege nichts von ihr wissen. Ein Hornist der Dresdner Staatskapelle verliebt sich in eine Sopranistin, und am Premierenabend von Verdis Oper ‚Falstaff‘ zerstören die beiden ihre Liebe in einem rabiaten Eifersuchtsduell.

In den Geschichten werden Träume erzählt, es wird über Musik philosophiert, und es werden, in einem großen Streitgespräch, die Möglichkeiten und Grenzen dokumentarischen Erzählens erörtert; dabei bedient sich der Autor auch moderner Erzähltechniken und überrascht den Leser mit eigensinnigem Humor.

 

 

Dienstag, 16. Dezember 2008, 19.30h

JOSEF WINKLER

Lesung aus der Dankesrede zum Georg Büchner-Preis und aus der letzten Veröffentlichung Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot (2008)

Der Autor
Josef Winkler, geboren 1953 in Kamering/Kärnten. Besuch der Handelsschule, danach Bürotätigkeit. 1973–1982 in der Verwaltung der Klagenfurter Universität. Begint in dieser Zeit in Zusammenarbeit mit Alois Brandstetter Lesungen und Literaturwettbewerbe zu organisieren und gibt die Literaturzeitschrift "Schreibarbeiten" heraus. Seit 1982ausschließlich literarisch tätig. Lebt in Klagenfurt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt: Großer Österreichischer Staatpreis für Literatur 2007; Georg Büchner-Preis 2008.

Veröffentlichungen (Auswahl)
Friedhof der bitteren Orangen (1990), Domra (1996), Wenn es soweit ist (1998), Natura morta (2001), Leichnam, seine Familie belauernd (2003), Roppongi. Requiem für einen Vater (2007), Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot (2008).

Joef Winkler ist während der Niederschrift seiner Romane über sein Heimatland Kärnten immer wieder nach Italien gereist, später nach Indien und dann auch nach Mexiko, im Gepäck die Bücher anderer Autoren, aus denen er kurze Zitate als Intarsien in seine poetologischen Reportagen einsetzt. In dem Band versammelt er elf Prosaskizzen, die um Bestattungsrituale, Selbstmordgeschichten und Unfallopfer kreisen, aber natürlich auch um Erinnerungen an seine Kindheit im Kärntner Dorf Kamering, die immer wieder Einzug in seine schriftstellerische Arbeit halten. Die Geschichten sind nur lose miteinander verbunden, die ehemals epische Sprache wird zunehmend reduziert auf hervorstechende Bilder und Sätze, die die ganz Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen und ihm im Gedächtnis bleiben.

 

Dienstag, 09. Dezember

Maruša Krese

Alle meine Kriege u.a. Texte

 

Lesung

20.00 Uhr

ACHTUNG: späterer Beginn

 

Maruša Krese

Geboren 1947 in Ljubljana, Studium der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Ljubljana, Studienaufenthalte in den USA und Holland. Arbeit als Gruppentherapeutin in Tübingen, Ljubljana, London und Utrecht. Seit 1990 freie Journalistin und Schriftstellerin. Im Jahr 2005 Stadtschreiberin in Graz. Zur Zeit lebt sie in Wien. Für ihr humanitäres und kulturelles Engagement imBosienkrieg wurde Marusa Krese das deutsche Bundesverdienstkreuz verliehen.

Werke (Auswahl)

Gestern, heute, morgen (Gedichte, 19929, Von der Bora verweht (1998), Selbst das Testament ging verloren (Gedichte, 2001), Alle meine Kriege (2006), Alle meine Weihnachten (2006).

Alle meine Kriege. Happiness is a warm gun

Amerikanische Soldaten in Vietnam und im Irak, Kriegsschauplätze in Afrika und am Balkan. Welch ein Hohn, für alle, die nie wieder Krieg riefen. Millionen Tote sin zu beklagen. Marusa Krese schildert in dem Band, wie diese Kriege mit ihrem eigenen Leben verwoben sind und wie sie Stellung bezieht. Nicht anklagend, sondern neutral oder auch lakonisch und darum um so einprägsamer. Aktuelle Texte, neue Gedichte und Auszüge aus Essays vervollständigen diesen spannenden literarischen Dokumentarband und ergeben ein eindrucksvolles Zeitbild und zugleich Portrait der engagierten und hoch geachteten Autorin.

 

Vor der Lesung referieren Franz Küberl, Barbara Schmiedl und Michael Platzer um Thema Menschenrechte (Beginn: 18.00 Uhr).

Eine gemeinsame Veranstaltung des Musil-Instituts mit dem Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik zum Jubiläum "60 Jahre Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte"

 

Mittwoch, 3. Dezember 2008

19.30 Uhr

Alois Brandstetter Lesung

„Am besten finde ich meine eigenen Bücher. Ich bewundere an mir vor allem die nur mir eigene Mischung von Verstand und Gefühl, Rationalität und Sinnlichkeit. Das intellektuelle Niveau meiner Prosa überrascht mich dabei weniger – von einem Philologieprofesssor darf man Entsprechendes erwarten –, aber immer wieder verblüffen und verzaubern mich der lebendige Humor und die Spontaneität meiner Bücher.“

(Alois Brandstetter, Mein Lieblingsdichter)

Einleitung: Hans-Jürgen Schrader, Universität Genf

 

Alois Brandstetter, geboren 1938 in Pichl/Oberösterreich. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. Seit 1974 Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt, Emeritierung 2007. Lebt in Klagenfurt. Alois Brandstetter hat mehr als dreißig literarische Bücher

 

Literatur/a. Jahrbuch 2008 Präsentation Der dritte Jahrgang von literatur/a lädt ein zu Erkundungsgängen aller Art: in die literarische Vergangenheit des Landes oder auf ganz frische Textspuren; mit der Büchnerpreis-Rede von Josef Winkler, einem noch unveröffentlichten Text von Alois Brandstetter, mit Texten von Ingeborg Bachmann, Humbert Fink, Karin Fleischanderl, Ingram Hartinger, Walter Kappacher, Horst Dieter Sihler, Bertram Karl Steiner, Ulrich Tragatschnig und Maja Vidmar und vielen anderen. Ergänzt wird das Jahrbuch durch einen Bildteil mit hintergründigen Autorenportraits, die der Fotokünstler Marko Lipuš beisteuert.

 

Musik: Tonč Feinig Hammond Trio

 

Donnerstag, 27. November 2008, 19.30h

Fabjan Hafner

Peter Handke. Unterwegs ins Neunte Land

Buchpräsentation, Lesung und Gespräch

Mit Fabjan Hafner, Horst Ogris und Klaus Amann


Fabjan Hafner, geboren 1966 in Klagenfurt. Autor, Übersetzer, Literaturwissenschafter; seit 1998 Mtabeiter des Robert Musil-Instituts für Literaturforschung.

Slowenien, die Slowenen und das Slowenische sind zentrale Themen, die das Werk von Peter Handke, einem der wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, prägen. Von den Hornissen (1966), bis zur Morawischen Nacht (2008) ist dieses Motiv explizit und assoziativ in Handkes Texten präsent.

Gleich den Sickerflüssen im Karst, die auch dann Untergrund und Basis bilden, wenn sie nicht an der Oberfläche zu sehen sind, gründen Handkes Werke auf diesem Lebensthema. In seiner Studie begleitet Fabjan Hafner den Leser durch die Biographie Peter Handkes und sein vielgestaltiges Werk. Er zeigt anschaulich, dass der Themenkreis des Slowenischen eine inhaltliche Klammer um das Gesamtwerk Handkes bildet und einen inneren Zusammenhang auf mehreren Ebenen herstellt: familiäre Konstellationen werden variiert und gespiegelt, geographische Bezüge werden hergestellt, die den mythischen Bezirk und den Mikrokosmos umschreiben, in dem sich der Autor bewegt. 

"Zur Hälfte bin ich auf eine Weise Kärntner Slowene. [...] Aber ich wil damit nicht angeben. So ist es halt. Ich bin zur Hälfte auch Deutscher." (Peter Handke)

 

 

Mittwoch, 05. November 2008 MICHAEL STAVARIČBieBu. Mein Bienen- und Blümchenbuch oder Ameisen haben vom Blütenbestäuben wirklich keine Ahnung

Kinderliteraturlesung 16.30 Uhr

Magma

Lesung 19.30 Uhr

 

Zum Autor

Michael Stavaric, geboren 1972 in Brno, lebt in Wien, wo er Bohemistik und Publizistik studierte. seither als Autor, Übersetzer (u.a. Patrik Ourednik Die Gunst der Stunde, 1855) und Herausgeber tätig. Verschiedene Auszeichnungen, u.a. den Buch.Preis 2007 und den Förderpreis zum Adelbert von Chamisso-Preis 2007.

Veröffentlichungen (Auswahl)
Flügellos (Gedichte, 2000) Europa: Eine Litanei (2005), stillborn (2006), gaggalagu (2006), Terminifera(2007), BieBu. Mein Bienen- und Blümchenbuch (2008), Magma (2008).

 

Kinderliteraturlesung, 16.30 Uhr

Was tun, wenn das Bienenvolk krank ist? Hannah Honey, die Bienenkönigin, bittet Hummel Vince um Hilfe, damit die Pflanzen rechtzeitig bestäubt werden. Aber Vince stellt schnell klar, dass das Bestäuben nicht sein Job ist. Hilfe ist jedoch nicht weit: Der Maulwurf, die Ameisen, die Spinne, der Rosenkäfer, der Frosch und die anderen Tiere versuchen, für die Bienen einzuspringen, und scheitern auf ihre typische Art und Weise. Wie lange wird Vince dem verrückten Treiben zuschauen? Michael Stavaric erzählt in BieBu oder Ameisen haben vom Blütenbestäuben wirklich keine Ahnung mit viel Sprachwitz und Wissenswertem über die Bienen.

 

Magma, 19.30

Stavarics neuer Roman Magma ist en fulminantes Werk, das Wissensvermittlung und Romanablauf durch stete historische Abschweifungen genial miteinander verknüpft. Er surft darin durch die Jahrhunderte, vor und zurück, landet in anderen Erdzeitaltern und ist mit einem Satz wieder im Jetzt. Geschichte besteht aus Geschichten, aber tausenden – und solchen, die man noch nicht kennt. Und dann ist da noch der Typ von nebenan – der Zoohändler, der alleine mit seinem Goldhamster lebt ...

 

 

Dienstag, 21. Oktober 2008, 19.30h EIN TURM, EIN BURGFRIED, IM WIND DES ZEITGEISTESBernhard Hüttenegger: Zum 60. Geburtstag

Lesung

Bernhard Hüttenegger

Geboren 1948 in Rottenmann (Steiermark). Bernhard Hüttenegger verfasste seit 1971 regelmäßig Texte für die manuskripte und war Mitglied des Grazer "Forum Stadtpark". Seit 1975 erschienen Romane, Erzählungen, Essays und Feuilletons, daneben schreibt er Hörspiele. Ein besonders stark prägendes Element in Hütteneggers Leben waren seine Reisen, oftmals Anlass und Hintergrund seiner literarischen Tätigkeit. Er lebt als freier Schriftsteller in Wien und Kärnten.

Veröffentlichungen (Auswahl)
Beobachtungen eines Blindläufers (1975), Verfolgung der Traumräuber (1980), Die sanften Wölfe (1982), Wie man nicht berühmt wird (1990), Die Unchud am Morgen. Reisen und Schreiben (2000), Wer seinen Sohn liebt (2003), Insel aller Inseln (2004), Weg von allem. Reisen und Schreiben (2006), Quai una fantasia (2006), Rockall (2006), Buch des Schweigens (2007), Alphabet der Einsamkeit (2008).

 

Begrüßung: Josef K. Uhl, GAV (Grazer Autorinnen und Autoren Versammlung) Kärnten

Einleitung: Walter Fanta, Robert Musil-Institut

Lesung aus ausgewählten Texten: Heinrich Baumgartner

 

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 19.30h

JULIAN SCHUTTING

An den Mond, Gedichte

und andere Texte

Der Autor
Julian Schutting, geboren 1937 in Amstetten. Ausbildung zum Fotografen, Studium der Geschichte und Germanistik. Seit 1973 Mitglied des PEN-Clubs. Lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zahlreiche Preise und literarische

Veröffentlichungen (Auswahl)
Katzentage (1995), Der Tod meiner Mutter (1997), Jahrhundertnarben (1999), Dem Erinnern entrissen (2001), Auf dem Dachstein (2002), Gezählte Tage (2002), Nachtseitiges (2004), übereinstimmungen (2006), An den Mond (2008).

Sprachgewaltig und mit feiner Ironie widmet sich Julian Schutting den großen Themen der Literatur: Was macht ein Gedicht zu einem Gedicht, wie behandelt man politische Themen, ohne in humanitäre Banalitäten abzugleiten, und wie lassen sich heutzutage noch Naturgedichte schreiben? An den Mond ist die exemplarische Verdichtung von Schuttings Poetik. In raffinierten Kompositionen entführen uns Julian Schuttings Gedichte in eine Welt, die dem Geist der Aufklärung verpflichtet ist, der Sinnlichkeit und der Lust an der Sprache Diese Verbeugung vor der Dichtung ergibt ihrerseits große Dichtung, und wer sich daraus einlässt, dem erschließt sich die Macht des Wortes. Doch zu ernst meint er es auch nicht und so kann man sich mit Vergnügen in die Irre führen lassen.

"Schutting ist einer der sensibelsten, wohl auch in der Handhabung der Mittel artifiziellsten Autoren Österreichs. Das Vermögen, die Sprachintensität bis zur letzten Seite beizubehalten, fasziniert." (Reinhold Tauber, Oberösterreichische Nachrichten)

 

Donnerstag, 09. Oktober 2008, 19.30hCATALIN D. FLORESCUZaira

Lesung

 

Catalin Dorian Florescu

Geboren 1967 in Timisoara, Rumänien, lebt seit 1982 in der Schweiz. Studium der Psychologie und Psychopathologie, 1995–2001 arbeitete er als Psychotherapeut in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige, seit 2001 lebt er als freier Schriftsteller in Zürich. 

Werke

Wunderzeit (2001), Der kurze Weg nach Hause (2002), Der blinde Masseur (2006), Der Geruch der Welt (2006), Zaira (2008).

 

Zaira wächst auf einem rumänischen Gutshof unter der Obhut ihrer stolzen Großmutter und ihres Cousins Zizi auf. Um sie über ihre Einsamkeit hinwegzutrösten, spielt er für sie Theater, das sie begeistert und das ihr Lebensinhalt wird. Der Krieg, der Faschismus, dann der Kommunismus verändern dramatisch die Lage der Familie. Dank ihrer Begabung wird Zaira zu einer berühmten Marionettenspielerin, doch bleibt sie unstet und rastlos. Die Kommunisten bedrohen sie und ihre Familie. Eine gefährliche Flucht über Prag bringt Zaira mit Mann und Tochter nach Amerika. Kämpferisch und zäh, dabei menschlich und liebenswert, gelingt es ihr, in der Fremde eine Existenz aufzuauen, doch glücklich wird sie nicht. Als alte Frau fasst sie den Mut, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.

Mit großem erzählerischem Atem entwirft der Roman das Bild einer Epoche voller dramtischer Konflikte. Catalin Dorian Florescu erzählt mit viel Feingefühl für seine Figuren temporeich und leidenschaftlich die Geschichte einer Frau, die in einem Jahrhundert der Kriege und der Gewalt gegen alle Widerstände ihrer inneren Stimme folgt.

"Eine abenteuerliche, spannungsreiche, vom ersten bis zum letzten Satz fesselnde Geschichte." (Johann Holzner, Die Presse)

 

 

02.10.  Ilija Trojanow





Der entfesselte Globus

Reportagen 

Lesung

19.30 Uhr

Ilija Trojanow 
Geboren 1965 in Sofia, Bulgarien. 1971 Flucht der Familie nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhält, ab 1972 zehnjähriger Aufenthalt in Kenia. 1985 bis 1989 Studium der Rechtswissenschaften und Ethnologie in Münchn, 1989 Gründung des Marino-Verlags. Trojanow lebte in Indien, Kalifornien und Südafrika, seit 2007 in Wien.


Werke (Auswahl) 


Die Welt ist groß und Rettung lauert überall (1996), Hundezeiten (1999), An den innren Ufern Indiens (2003), Zu den heiligen Quellen des Islam (2004), Der Weltensammler (2006), Gebrauchsanweisung für Indien (2006), Nomade auf vier Kontinenten (2007), Der entfesselte Globus (2008)


Mit seinem Roman Der Weltensammler ist Ilija Trojanow vor zwei Jahren schlagartig berühmt geworden; als Weltensammler gilt auch der Autor Trojanow. Einen Streifzug rund um den Erdball unternimmt er in dem Band Der entfesselte Globus, einer Sammlung von Reportagen. Ilija Trojanow rzählt, wie die Menschen leben: in dem nicht zur Ruhe kommenden Afrika, in den alle Vorstellungen sprengenden Megacitys Indiens oder in anderen Ländern Asiens, die von Naturkatastrophen heimgesucht und von politischen Umwälzungen bedroht werden. Aber auch Bulgarien, das Land seiner Geburt, nimmt Trojanow unter die Lupe – seine Schilderungen der alten Seilschaften in neuer Verkleidung lesen sich wie moderne europäische Gruselgeschichten.


"Wer reist, hat etwas zu erzählen, und dieser elementaren Wahrheit ist Trojanow auf sehr unmittelbare Weise verpflichtet." (Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung)

  


22.06. Translatio 2008

Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung für Karin Rausch und Branimir Živojinović

Preisverleihung, 18.00 h

 

Karin Fleischanderl: "(K)ein Rädchen im Getriebe", Festvortrag

Thomas Koebner, Laudatio | Karin Rausch, Dankesworte

Drinka Gojković, Würdigung

Robert Stocker, BMUKK/Sektion Kunst, Preisverleihung

Karin Rausch und Drinka Gojković, Lesung

Josef Klammer, Musikalische Umrahmung

 

Karin Rausch

Geboren 1949 in Duisburg, lebt in Wien. Studium der Linguistik und Germanistik. Aufenthalte in London, Shanghai und New Delhi. Seit 1987 Literaturübersetzungen aus dem Englischen, außerdem regelmäßig Übersetzungen für National Geographic und Dramenübersetzungen gemeinsam mit Elfriede Jelinek. Übersetzungen von Edward Upward, William Marshall, Judith Moore, Peter Kingsley, Angelia Jacob, Oscar Wilde, Christopher Marlowe u.a. 

Branimir Živojinović

Geboren 1930 in Belgrad, verstorben am 20. August 2007. Professor für Germanistik an der Universität Belgrad. Herausgeber der serbischen Literaturgenossenschaft"Srpska knjizevna zadruga". Mitbegründer des Verbands der literarischen Übersetzer in Serbien. Er übersetzte aus dem Deutschen, Englischen, Französischen und Russischen, darunter Dichter wie Shakespeare, Goethe, Schiller, Heine, Hesse, Celan, Kafka, Musil, Mann, Canetti u.v.a

 

21.06. Elfriede Czurda

Ambivalenzen bei der Bachmann-Lektüre

Reden über Ingeborg Bachmann

Vortrag 19.30 Uhr

 

Ingeborg Bachmann (1926–1973)

"Weiß, daß man so nicht daherreden kann, /

es muß würziger sein, eine gepfefferte Metapher./

müßte einem einfallen. Aber mit dem Messer im Rücken."

(Ingeborg Bachmann, Meine Gedichte sind mir abhanden gekommen)

 

Ambivalenzen bei der Bachmann-Lektüre

Auch in diesem Jahr steht die persönliche Auseinandersetzung einer Autorin mit Ingeborg Bachmann im Mittelpunkt dieses Abends.

Elfriede Czurda

Geboren in Wels, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten in Salzburg und Paris. Seit 1976 freie Schriftstellerin, bis 1981 auch Lektorin des Linzer Verlags "Edition Neue Texte". Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit wiederholt Lehraufträge an in- und ausländischen Hochschulen (Japan und USA). Seit 1975 Mitglied der Grazer Autorenversammlung, seit 1981 auch der Berliner Neuen Gesellschaft für Literatur und seit 1998 des Verbands Deutscher Schriftsteller. Elfriede Czurda ist Verfasserin von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Hörstücken (auch Regie). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Kulturpreis für Literatur des Landes Oberösterreich (2000).

Werke (Auswahl)

Fast ein Leben (1981), Diotima oder die Differenz des Glücks (1982), Signora Julia (1985), Fälschungen (1987), Die Giftmörderinnen (1991), Unmenschen (Essays, 1995), Die Schläferin (1997), Gemachte Gedchte (1999), wo bin ich wo ist es (2002), Krankhafte Lichtung (2007), ich, weiß. 366 mikro-essays für die westentasche (2008).

 

Mitveranstalter: Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt

 

 

Dienstag, 03. Mai 2008, 19.30 h

Ex-libris-Abend mit Katja Gasser, Fabjan Hafner und Bertram Karl Steiner, moderiert von Gerhard Moser

In den Literaturhäusern und literarischen Zentren Österreichs diskutieren die Ex libris-Moderatoren Peter Zimmermann und Gerhard Moser mit Gästen aus Kultur und Medien über aktuelle Bücher, über Themen, Trends und den Literaturbetrieb. In Klagenfurt treffen sich die Kulturredakteurin Katja Gasser (ORF), der Literaturwissenschafter Fabjan Hafner (Musil-Institut), und der Kulturredakteur Bertram Karl Steiner (KTZ) gemeinsam mit Gerard Moser (Ö1), um über folgende Bücher zu sprechen:

Kerstin Hensel Lärchenau (Luchterhand Verlag): Günter Rochus Konarske ist ein angesehener, aber vollkommen skrupelloser Arzt. Er führt an Menschen Experimente durch, strebt allen Ernstes den Nobelpreis an, und seine Ehefrau kann neben diesem aufgeblähten männlichen Ego nur noch in der Welt der Oper Zuflucht nehmen. Zwei Lebensläufe, in denen der Aberwitz der letzten 60 Jahre deutscher Geschichte noch einmal auflebt. 

Comac McCarthy Kein Land für alte Männer (Rowohlt Verlag): Der Provinzsheriff Bell hat schon viel gesehen in seiner langen Laufbahn, aber das sinnlose Blutvergießen, der Handel mit Drogen und die Jagd nach dem Psychopathen Chigurh scheinen ihn nun zu zermürben. Ein düsterer, nervenzerfetzender Thriller, ein moderner Western. Wunderbar erzählt von Pulitzerpreisträger Cormac McCarthy.

Jani Oswald Frakturen (Drava Verlag): Assoziative Sprach- und Lautspiele, Language crossing, Wortverdrehungen, Nonsense-Wörter: Sprachen und Codes treten in Dialog, kommentieren, durchdringen und missverstehen einander; zu einer Synthese finden sie nicht. Doch anstelle gewohnter (An-)Klagen tritt die subversive Kraft des Lachens. Mit Frakturen zeigt sich Jani Oswald einmal mehr als virtuoser Sprachakrobat, als Meister einer Poetologie der spielerischen Brechungen und abrupten Brüche.   

Mitveranstalter: ORF - Ö1

Ex libris - Das Bücherradio: Sonntags, 18.15 Uhr in Ö1 und unter oe1.ORF.at

 

 

Mittwoch, 28. Mai 2008, 19.30h ROBERT MENASSEDon Juan de la Mancha

Lesung

Robert Menasse

Geboren 1954 in Wien. Studium der Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Sechs Jahre Gastdozent an der Universität São Paulo (Brasilien) mit Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien. Seit 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

Werke

Selige Zeiten, brüchige Welt (1991), Das Land ohne Eigenschaften (1992), Schubumkehr (1995), Erklär mir Österreich (2000), Die Vertreibung aus der Hölle (2001), Das Paradies der Ungeliebten (2006).

 

"Man kann nur mit der ersten Frau oder mit der letzten glücklich werden“, sagt der Vater und fasst so das Dilemma des Verführers zusammen. Auch Nathan, der nie ganz aus seines Vaters Schatten getretene Sohn, ist ein Verführer. Schnell sind wir ihm verfallen, dem melancholischen, tragikomischen Wiederholungstäter im ritterlichen Kampf um die Rettung der Liebe.

Nathan, bei seiner Zeitung zuständiger Redakteur für das Ressort „Leben“, verkörpert die Generation der Nach-68er. Unterhaltsamer und pointierter denn je zeichnet Robert Menasse das Portrait seiner Generation und einer Gesellschaft, „die nicht einmal einen Liter Mineralwasser verkaufen kann, ohne diese Ware erotisch zu besetzen“.

Der Erlösung kommt sein Held nicht näher, aber wir sehen uns am Ende dieses ungewöhnlichen Bildungsromans nicht nur aufgeklärt in einer abgeklärten Welt, sondern auch merkwürdig getröstet, verführt von seltsam zärtlicher Ironie. "Brillianter Schelmenroman." (Die Presse)

 

Dienstag, 20. Mai 2008, 19.30 h ENGELBERT OBERNOSTERER - Eine literarische AnnäherungBuchpräsentation und Lesung

 

Witterungen - Fährten, Stimmen, Texte

Materialien zu Engelbert Obernosterer

Herausgegeben im Auftrag des Robert Musil-Instituts von Walter Fanta, Katharina Herzmansky, David Pölzl

 

Engelbert Obernosterer: Mythos Lesachtal - Ein Essay in zweiter, umfassend revidierter Auflage

 

Zu Engelbert Obernosterer aus dem Materialienband:

"Er zeigt Unversöhnbares; er beobachtet und schildert die Erziehung zur Unfreiheit in den Elternhäusern und Schulen in Kärnten; er beobachtet und schildert die Unterdrückung, die in dem Land herrscht; er rechnet mit dem falschen Bild von der Unschuld der Natur und der ursprünglichen Unschuld ihrer bäuerlichen Bewohner in Beobachtungen aus unübertroffener Nähe ab.“ (Walter Fanta)

"Die mit dem Selbstfindungsprozess einhergehende größere erzählerische Leichtigkeit, Unbefangenheit, man ist geneigt zu sagen Heiterkeit, entbehrt nicht jener leicht störrischen Melancholie, die sich vor dem Schweigen der Welt, ihrer Nicht-Kommunizierbarkeit – allen Zeichensystemen zum Trotz – ergibt.“ (Katharina Herzmansky)

"Ein Auto, der seine Literatur dem Dorf widmet und dieses, wenn überhaupt, lediglich durch einzelne Landessymbole als Kärntner Dorf zu erkennen gibt. Ein Autor, der systematisch Wort für Wort aneinanderreiht, diese in Spinnennetzen miteinander verwebt und trennt zugleich und am Ende in einer pointiert veränderten Form wieder zusammensetzt, worauf der Leser sich staunend fragen muss, welcher Zauberakrobatik er nun erlegen ist.“ (David Pölzl)

Mit Engelbert Obernosterer, Walter Fanta, Katharina Herzmansky, Regina Schaunig, David Pölzl

 

Freitag, 16. Mai 2008, 19.30h

LITERATUR + MUSIK + WEIN aus Kroatien

Buchpräsentationen:

"Kein Gott in Susedgrad" (Verlag Schöffling)

"Literarisch reisen: Istrien" (Drava Verlag)

Mit den Autoren: Robert Perišić, Dalibor Šimpraga, Claudio Ugussi, Drago Orlić

Moderation: Nenad Popoviić, Verlag Durieux; Franz Marenits, Drava Verlag

Serviert wird istrischer Malvasia-Wein von Mario Gulić, Winzer aus Vežnaveri bei Poreć. 

 

Dienstag, 13. Mai 2008, 19.30 h

Wut und Komik: THOMAS BERNHARD

Lesung: Peter Raab

Violoncello: Miramis Mattitsch

Lyrik: während seiner Zeit am Tonhof in Maria Saal verstand sich Thomas Bernhard vor allem als Lyriker

Prosa: aus "Der Stimmenimitator"

Thomas Bernhard (1931–1989) hat in in schwerer Kindheit, Kriegserfahrung und Krankheit das eigentliche Kapital für seine Existenz gesehen: indem er diesen „Herkunftskomplex“ literarisch bewältigte, schuf er eines der eindrucksvollsten Werke deutscher Sprache.

Mit Wut und Komik beschreibt er sein Land und seine Epoche. 

Dieser literarisch-musikalische Abend wurde im Sommer 2007 bei den „Festwochen Gmunden“ präsentiert und ist nun im Musilhaus in Klagenfurt zu hören und zu sehen. Interessant sind die „Kärnten-Bezüge“ in diesem Programm: viele Gedichte Bernhards entstanden in der Zeit, die er am Tonhof in Maria Saal verbrachte, mehrere Geschichten aus Der Stimmenimitator handeln von Leuten und Gegenden Kärntens.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV (Grazer Autorinnen und Autorenverammlung)

 

 

Donnerstag, 08. Mai 2008, 19.30h

Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945

Vladimir VERTLIB, Wolfgang R. KUBIZEK... und alle Toten starben friedlich

CD-Präsentation, Lesung

Auf dem Appellplatz des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen wurde im Mai 2007 das Oratorium "... und alle Toten starben friedlich" in fünf Teilen für Soli, Chor und Orchester von Wolfgang R. Kubizek (Komponist) und Vladimir Vertlib (Textautor) uraufgeführt. Dieses außergewöhnliche Ereignis ist nun auf CD erschienen.

Präsentiert wird diese CD in einer Abfolge von Erzählung, Lesung und Hörbeispielen.  

Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die einen Weg sucht, mit der bedrängenden Geschichte des Massenmordes in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern umzugehen. Zunächst flüchtet sie in Traumbilder und stellt sich vor, es hätte das KZ Mauthausen nie gegeben. Doch die Stimmen der Überlebenden, die vom Steinbruch, von Selektionen, von den Todesmärschen berichten, holen sie in die Wirklichkeit zurück. In einer Reihe von Dialogen lernt die junge Frau Menschen kennen, die sehr unterschiedlich zur Geschichte der NS-Verbrechen stehen. Aus diesen Begegnungen geht die junge Frau voll Unsicherheit hervor.

"Wo liegt der Weg, den ich beschreiten muss?", fragt sie den Chor der Opfer, die zwischendurch immer wieder zu Wort kamen, am Schluss: "Was sind die Lehren, die ich ziehen kann?" und "Was ist die Hoffnung, die mir bleibt?"

In ihren Antworten geben die Opfer den Weg nicht vor, sie bieten keine Lehren an, sie trösten nicht. Aber sie versichern der jungen Frau, dass sie mit ihren Erfahrungen da sind. An die Stimmen der Opfer kann sich die junge  Frau halten, wenn sie Schritt für Schritt tastend Verzweiflung, Schuldgefühl und Hoffnung ihren Weg durch die Geschichte sucht.

Mit zeitgenössischen Mitteln nimmt sich das ambitionierte Werk eines belastenden Themas an. Es beschreibt die Schwierigkeiten junger Menschen, sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs auseinander zu setzen, und greift die Irritationen auf, die aufgrund unterschiedlicher Erzählvarianten entstehen.

 


07.05. Klagenfurter LeseFest

 

Patrick Addai

Das Schnarchen der Ungeheuer SASABONSAM

Lesung für Kinder

16.30 Uhr

 

Klagenfurter LeseFest zum Österreichischen Kinder-und Jugendbuchpreis 2008 
Anlässlich der Verleihung des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises findet Anfang Mai wieder in ganz Österreich ein Lese-Fest in den Buchhandlungen und Literaturhäusern statt. Seit über 50 Jahren werden mit dieser staatlichen Auszeichnung jährlich herausragende Publikationen für Kinder und Jugendliche gewürdigt, das künstlerische Schaffen von österreichischen AutorInnen, IllustratorInnen und ÜbersetzerInnen genauso wie die Produktion qualitätsvoller Kinder- und Jugendliteratur in österreichischen Verlagen.

Patrick K. Addai
stammt aus dem Volk der Ashanti in Ghana. Er studierte Volkswirtschaft, Soziologie und Politologie, wirkte einige Jahre als Schauspieler im Theater des Kindes in Linz. Als Kulturreferent besucht er Schulen und Kindergärten und erzählt Geschichten aus seiner Heimat, mit denen er afrikanische Traditionen und Kulturen bekannt macht. Er erhielt bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen, für seine Bücher wie für seinen Beitrag zur Völkerverständigung.

Wer den König der afrikanischen Drachen Sasabonsam besiegen will, braucht nicht nur Kraft, Mut, Ausdauer und Zuversicht, sondern muss vor allem sehr gehorsam sein. Bonsu, der kleine Magier, hat seinem Vater versprochen, zu seiner Beerdigung den Kopf des Königs der Sasabonsam-Ungeheuer zu bringen. Dabei erlebt er viele Abenteuer. Er begegnet im Urwald einer alten Frau mit einem herrlichen Bart, der er drei Jahre lang dienen muss. Zum Dank erhält er von ihr einige magische Gegenstände. Schafft Bonsu es, damit den König der Sasabonsam-Ungeheuer zu besiegen? Auf jeden Fall muss er zuerst die verschiedenen Schnarchmelodien der Ungeheuer unterscheiden lernen, mit denen er herausfinden kann, ob sie wirklich tief eingeschlafen sind und ihm bei seiner Mission nicht gefährlich werden können.

"Wer etwas über afrikanische Kultur und Tradition erfahren möchte, muss unbedingt dieses Buch kennen lernen." Ghana Daily Graphic 

 

Dienstag, 29. April 2008 Ana Ristović So dunkel, so hell - Gedichte

Zweisprachige Lesung, 19.30h

Ana Ristović
Geboren in Belgrad, Studium der serbischen Sprache und Literatur und der Vergleichenden Literaturwissenschaft. Sie veröffentlicht Lyrik, Essays und Übersetzungen. 2005 erhielt sie den Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik. 

Werke

Die Gedichtbände Seil aus Sand (1997), Zerstreuung für müßige Töchter (1999), Rund um die Null (2006); auf Deutsch erschien eine Auswahl unter dem Titel: So dunkel, so hell (2007). Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und in serbische und fremdsprachige Anthologien aufgenommen.

Zum Buch
Ana Ristović kennt die Wörter, die wehtun, aber auch die, die glücklich machen, die vom Dunklen ins Helle führen, und sie kann damit auf verblüffend unbefangene Weise umgehen. Es sind Untersuchungen am eigenen Leib und am offenen Herzen. Von außen kommen „lauter Vorschläge, wie es leichter geht, aber nicht besser“, also muss man sich selber kümmern. Und das kann Ana Ristović, indem sie Beobachtungen zu Bildern werden lässt, Bilder zu Spiegeln und Spiegel zu Selbstporträts.

"Von jeher war ich davon überzeugt, dass jedes Licht durch seinen Anteil an Schatten an Unverwechselbarkeit gewinnt. Dass zum Beispiel etwas ganz besonders Packendes und zugleich Niederschmetterndes im Betrachten jener Bilder liegt, auf denen Licht und Schönheit verquickt sind mit ihrem drohenden Vergehen.“ (Ana Ristović)

 

Donnerstag, 17. April 2008, 19.30h GIUSEPPE ZIGAINAMein Vater, der Widder

 

Giuseppe Zigaina
Geboren 1924 in Cervignano del Friuli, ist einer der bedeutendsten bildenden Künstler Italiens. Seine Arbeiten hängen in vielen Museen der Welt; Teilnehmer der Biennale von Venedig 1956/60/66/82. Freundschaft mit Pier Paolo Pasolini und Mitarbeit u.a. an den Filmen Teorema, Decameron und Medea.

Werke (Auswahl)
Sein essayistisches Werk widmet sich der Dechiffrierung des Todes von Pasolini als 'Gesamtkunstwerk'. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Pasolini und der Tod (dt. 1989), Hostia. Trilogia della morte di Pasolini (1995), In die Lagune (Erzählungen, 2006).

Das Buch
Giuseppe Zigaina flicht in seinem neuen Erzählband dichte Kindheitsbilder: die Begegnung mit der Künstlertochter Elisa, die sich aus dem bombardierten Mailand in das Dorf im Karst flüchtet; das von den Alliierten befreite Udine, in dem es zu Übergriffen auf Zivilisten kommt; das Pfeifen es tägich vorbeifahrenden Orient-Express; die Schiffsreise mit dem Vater von Triest nach Lissabon; der Malwettbewerb für die faschistische Jugend.

In Wachträumen entziffert der Erzähler den mythischen Urgrund Aquileias – des antiken Zentrums des Handels, der Christianisierung und der Häresie – und liest in der Jonasdarstellung im Bodenmosaik des Doms das kreative Grundmotiv seines Freundes Pasolini: die Inszenierung von Tod und Auferstehung. Und in der Darstellung des Widders trifft sich die Erinnerung an den Vater und an den Wunsch nach Unsterblichkeit.

Einführung: Primus-Heinz Kucher

 

Freitag, 11. April 2008 Ulrike DraesnerSchöne Frauen lesen

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

19.30h

Die Autorin

Ulrike Draesner, geboren 1962 in München. Studium der Anglistik, Germanistik und Philosophie. Lebt heute in Berlin. Neben ihrer Arbeit als Dichterin, Essayistin ud Übersetzerin hält sie Workshops, Seminare und Poetikvorlesungen. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt: Droste-Preis der Stadt Meersburg 2006.

Werke (Auswahl): gedächtnisschleifen (Gedichte, 1995), Reisen unter den Augenlidern (Erzählungen, 1999), Mitgift (Roman, 2002), Hot Dogs (Erzählungen, 2004), Spiele (Roman, 2005), Schöne Frauen lesen (Essays, 2007).

Ulrike Draesner untersucht in ihren Arbeiten heutige Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Die Texte, vielschichtig verwoben, nehmen sowohl die geschichtlichen Dimensionen Deutschlands als auch mediale und biotechnische Entwicklungen in den Blick.

Im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik liest Ulrike Draesner aus ihrem Essayband „Schöne Frauen lesen“ und aus neuen literarischen Texten.

Das Lesen: ein Glück, so viel ist sicher. Aber was geschieht denn eigentlich genau, wenn wir uns in die Romane von Virginia Woolf und Antonia S. Byatt, in die Gedichte von Droste-Hülshoff und Friederike Mayröcker, in die Erzählungen von Ingeborg Bachmann hineinbegeben? Wie bahnt sich das Lesen seinen Weg, auf welche Weise gelangen wir in die erschriebenen, neuartigen Welten? Und welche Stimme ist es, die wir auf einmal immer deutlicher zu hören vermeinen? 

Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik

11. - 13. 04. 2008

06. - 07. 06. 2008

Institut für Germanistik

 

Mittwoch, 26. März 2008

Jan Volker Röhnert

Metropolen

Gedichte

Zum Autor

Jan Volker Röhnert, geboren 1976 in Gera. Studium der Literaturwissenschaft, Romanistik und Erziehungswissenschaften. Übersetzungen französischer und amerikanischer Lyrik, u.a. von Robert Creeley. Längere Aufenthalte in London, Paris und New York. Jan Volker Röhnert lebt in Weimar.

Werke

Burgruinenblues (2003), Die Hingabe, endloser Kokon (2005), Sonnenquartette (2006), Springende Gedanken und flackernde Bilder. Lyrik im Zeitalter der Kinematographie (2007), Metropolen (2007).

 

Jan Volker Röhnert ist der Flaneur unter den Dichtern der jüngeren Generation. Immer wieder bezieht er sich auf Baudelaire und die französische Moderne, auf die amerikanische Poesie und auf Rolf Dieter Brinkmann, der großen Einfluß auf ihn hatte und mit dem er sich auch in dem Essay ,Meine erstaunliche Fremdheit’ auseinandergesetzt hat. Röhnerts Gedichte zeichnen sich durch Unmittelbarkeit, sinnliches Erleben und gesteigerte Aufmerksamkeit für die schillernde Vielfalt der Welt, in der wir uns bewegen, aus. Seine poetischen Wanderungen vom Osten Deutschlands in die Metropolen des Westens bereichern auf lustvolle, weltoffene Weise den modernen Atlas der deutschen Lyrik.

"Die Fähigkeit des Staunens ist hier keinesfalls […] weggebrochen, im Gegenteil, sie kann noch immer als die Voraussetzung für das Sprechen in Versen gelten.“ (Lars Reyer)

 

Donnerstag, 13. März 2008 Cornelius HELLLesen ist Leben

Lesung, 19.30h

Der Autor
Cornelius Hell, geboren 1956 in Salzburg, Literaturkritiker und Essayist. Lehrbeauftragter an der Universität Mozarteum in Salzburg; Lektor für deutsche Sprache und österreichische Literatur an der Universität Vilnius. Regelmäßiger Mitarbeiter von ORF und Bayerischem Rundfunk, seit 2002 Feuilletonchef der Wochenzeitung ‚Die Furche’. 

Werke (Auswahl): Meldung übr Gespenster. Erzählungen aus Litauen (Hrsg., 2002), Lesen ist Leben (2007).

Zum Buch
"Oft frage ich mich, ob ich in einer rundum glücklichen und zufriedenen Kindheit überhaupt zu lesen begonnen hätte. Jedenfalls habe ich durch das Lesen so vieles gefunden, was zu meinem Leben gehört, dass ich nicht mehr tauschen möchte." Cornelius Hells Leben definiert sich über die Literatur. Die 28 Beiträge in diesem Band geben nicht nur sehr persönliche Einblicke in Hells Lektüre, sondern porträtieren auch Autorinnen und Autoren, die für den Literaturwissenschaftler von besonderer Bedeutung sind, so etwa Ödön von Horváth, Heinrich Böll, Christine Lavant, Ingeborg Bachmann, Christine Busta, Paul Celan, Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe.

"Das Wunderbare am vorliegenden Buch ist, dass Cornelius Hell wagemutig sein ganz persönliches Denken und Verstehen einbringt und Ambivalenzen in der Rezeption aufzeigt. Er trennt nicht das Werk vom Autor, sondern setzt beide in eine logische Verbindung. Hell erzählt auf spannende Weise den historisch-politischen Kontext mit und er stellt den Menschen vor, der hinter den – mehr oder weniger – bekannten Texten steht.“ (Julia Danielczyk)

 

Dienstag, 04. März 2008, 19.30h

WILHELM PEVNY

Palmenland

Lesung

Der Autor
Geboren 1944 in Wallersdorf (Niederbayern), 1946 Übersiedlung nach Wien. Studium der Theaterwissenschaft. 1973 Hausautor des Westfälischen Landestheaters in Castrop-Rauxel. Dramatiker, Erzähler und Drehbuchautor. Lebt seit 1989 zurückgezogen in Wien und Retz, arbeitet an Langzeitprojekten.   

Werke (Auswahl) 
Flipper (Theaterstück, 1968), Der Traum vom Glück (Theaterstück,  1969), Alpensaga (Drehbuch, mit P. Turrini, 1976–80), Trance (Roman, 1999), Palmenland (Roman, 2007).    

In den 70er- und 80er-Jahren war Wilhelm Pevny als Dramatiker und Drehbuchautor (u.a. als Co-Autor der Alpensaga) im heimischen Literaturbetrieb stark präsent. In den vergangenen Jahren zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Nun überrascht Pevny mit einem 600 Seiten starken Roman. Palmenand schildert die 24-stündige Konfrontation eines auf „Listening“ spezialisierten Kriminalbeamten mit einem des dreifachen bestialischen Mordes verdächtigten ehemaligen Pressefotografen.

Ähnlich wie der Ermittler durchlebt der Leser in vielfältigen erzählerischen Ausbuchtungen die Höhen und Tiefen der Geschichte und muss, stets auf die entscheidenden Hinweise hoffend, einem ausgreifenden Erzählen folgen, bei dem es keine Abkürzungen, aber viele Vermutungen und Überraschungen gibt. In einer Welt, in der auch literarisch der Wirklichkeitssinn dominiert, beharrt Pevny auf dem Möglichkeitssinn. 

 

Dienstag, 22. Jänner 2008, 19.30h Milka HARTMAN - Zum 10. TodestagDer Frost verspinnt die Beete mir mit feinen Netzen …| Težka je moja misel od spominov

Buchvorstellung und zweisprachige Lesung|Dvojezično branje

19.30 Uhr

Milka Hartman (1902–1997)

Geboren in Loibach/Libuče; nach dem Besuch der Haushaltsschule in Ljubljana Hauswirtschaftslehrerin in Slowenien, dann in Kärnten.

Werke:

Moje grede (Gedichte, 1952), Pesmi z libuškega puela (Dialektgedichte, 1977), Zimske rože (Ausgewählte Gedichte, 1998), Der Frost verspinnt die Beete mir mit feinen Netzen (2007), Težka je moja misel od spominov (2007).  

 

Schon zu Lebzeiten wurde Milka Hartman als Ikone der kärntner-slowenischen Volkskultur verehrt. Ihrem unermüdlichen Engagement für Volksbildung und Volkskultur, ihrer Verbundenheit mit Sprache, Religion und Tradition der Kärntner Slowenen steht jene Lyrik gegenüber, in der sie sich in einer originären, poetisch-literarischen Sprache als ein zunehmend von Einsamkeit, Zweifeln, manchmal Verzweiflung bedrängtes Ich zu erkennen gibt.

In deutscher Ausgabe bei Drava und in slowenischer bei Hermagoras erschien zum zehnten Todestag der Dichterin eine Auswahl von Gedichten, erweitert um Fotos und Erinnerungstexte,  die Milka Hartmans literarisches Schaffen in das biographische Umfeld einbetten, von dem es sich nicht trennen lässt.

Der Herausgeber Andrej Leben und der Übersetzer Erwin Köstler stellen die beiden Bände an diesem Abend vor. Die slowenischen Originaltexte werden von der Dichterin Maja Haderlap vorgetragen.  

 

Donnerstag, 17. Jänner 2008, 19.30h Arno GEIGERAnna nicht vergessen

Der Autor
Arno Geiger, geboren 1968 in Bregenz, lebt in Wien. Studium der Germanistik und einer Fächerkombination aus Vergleichender Literaturwissenschaft, Alter Geschichte und Zeigeschichte. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Seit 1993 freier Schriftsteller. Ausgezeichnet u. a. mit dem Abraham Woursell Award (1998), dem Carl-Mayer-Drehbuch-Förderpreis (2001) und dem Deutschen Buchpreis (2005). 

Werke (Auswahl): Kleine Schule des Karussellfahrens (1997), Irrlichterloh (1999), Schöne Freunde (2002), Es geht uns gut (2005), Anna nicht vergessen (2007). 

Das Buch
Arno Geiger, der 2005 für seinen Roman Es geht uns gut mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, erzählt in seinem neuen Buch von Liebesdesastern und Lebensträumen und von Menschen, die nicht vergessen werden wollen - leicht, sprachlich brilliant und mit großer Komik.

In dem Band mit zwölf Kurzgeschichten lässt Arno Geiger tief in den Alltag seiner Protagonisten blicken: Anna, die Angst hat, ihre Mutter Ella könnte sie neben ihrem anstrengenden Beruf vergessen, während diese für misstrauische Ehefrauen deren Männer probeweise in Versuchung führt; Lukas, der wenigstens dem Klempner gegenüber die Rolle eines Mannes spielen kann, der Glück gehabt hat im Leben und in der Liebe.

Geiger schildert eine Vielzahl von möglichen Unglücksfällen, leuchtet sie einfühlend, melancholisch, zuweilen auch heiter und gewitzt bis in den hintersten Winkel aus.

"Ich meine beim Schreiben das Leben selbst." (Arno Geiger)

 

Mittwoch, 09. Jänner 2008, 19.30h

Joshua SOBOL

Schweigen 

Whisky ist auch in Ordnung

Zum Autor
Joshua Sobol, geboren 1939 in Tel Aviv, aufgewachsen in einem Kibbuz und studierte in Paris Philosophie. Als einer der führenden israelischen Dramatiker lehrt er u. a. an der Universität in Tel Aviv. Weltweit bekannt wurde er mit den Theaterstücken Weiningers Nacht, Alma – A Show Biz ans Ende und Ghetto.  

Werke
The Days To Come (1971), The Soul of a Jew (Weiningers Nacht, 1982), Der Vater (1995), Ghetto (1984), Schweigen (2001), Whisky ist auch in Ordnung (2005).

Mit dem Roman Schweigen betrat der israelische Dramatiker, dessen Stück Ghetto von deutschen Kritikern 1985 zum besten ausländischen Theaterstück der Saison gekürt wurde, nach langer Schaffenspause wieder die literarische Szene. In der ebenso bunten wie skurrilen Lebensgeschichte eines Ich-Erzählers, der im Säuglingsalter beschließt, lebenslang zu schweigen, porträtiert Sobol weise, humorvoll und kritisch das 20. Jahrhundert in Israel in Form einer Familiensaga, einer Dorfchronik, eines Anekdotenreigens, in dem sich Politisches und Privates vermischen.

In seinem zweiten und bisher letzten Roman Whisky ist auch in Ordnung schickt Sobol seinen Helden auf eine gefährliche Mission, die vergangene Verbrechen endgültig sühnen soll. Ein ironisches Verwirrspiel um Identität, Literatur, Gewalt und Liebe, das die Geschichte Israels mit der Frage verknüpft, ob das Böse aus der Welt zu schaffen sei. In diesem hintersinnigen, virtuos erzählten Roman erweist sich Joshua Sobol erneut als wortgewaltiger und humorvoller Chronist seines Landes. 

"Sobol hingegen beweist nach Schweigen erneut sein Geschick als einfallsreicher Erzähler. Er flicht ein Netz der Identitäten, zerschneidet aber zuweilen die Fäden und läßt sie in der Luft baumeln. Routiniert, doch augenzwinkernd jongliert er mit Thriller-Elementen und philosophischen wie literarischen Anspielungen, mit Shakespeare-Verweisen wie mit der Metafiktionalität. Whisky ist auch in Ordnung ist ein literarisches Rätsel von bewundernswerter Raffinesse, schwer zu entschlüsseln und voller falscher Fährten." (Andrea Heuhaus, FAZ)

 

Die Premiere des Stückes Ghetto in der Regie von Joshua Sobol findet am 10. 01. 2008 im Stadttheater Klagenfurt statt.

 

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 19.30h Alois BRANDSTETTEREin Vandale ist kein Hunne

Der Autor
Alois Brandstetter, geboren 1938 in Pichl (Oberösterreich), em. Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Kulturpreis des Landes Kärnten (1991), Heinrich-Gleißner-Preis (1994), Ehrenbürger von Pichl/Österreich (1998), Adalbert-Stifter-Preis und Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich (2005).

Werke (Auswahl): Schönschreiben (1997), Groß in Fahrt (1998), Meine besten Geschichten (1999), Die Zärtlichkeit des Eisenkeils (2000), Der geborene Gärtner (2005), Ein Vandale ist kein Hunne (2007).

Das Buch
Vom Ursprayer und Stammvater aller Graffitikünstler Josef Kyselak ausgehend, der sogar das Stehpult des Kaisers Franz I. „bemalerte“, erzählt Alois Brandstetter von seinem persönlichen Kampf gegen die Widrigkeiten des Lebens. Dabei sinniert er über Formen der Jugendkultur, des Widerstands oder einfach die Lust am Verbotenen. Und es gibt zahlreiche Ursachen des Ärgers: von der Einführung der Helmpflicht bis zur Erhöhung der Geschwindigkeitsbegrenzung, von sozialer Ungerechtigkeit zum behaupteten Recht auf individuelle Freiheit, von Günter Grass bis …  

Im Zuge der ‚Jagd’ nach Korks komponiert Brandstetter ein großes Sittenbild der heutigen Gesellschaft. Doch die Welt der Sprayer ist und bleibt voller Rätsel ... Ein sprachgewaltiges, witziges und geistreiches Vademekum durch das Reich der ‚unbekannten Vandalen’.

„So gewitzt, belesen, politisch frech und engagiert zeigen sich jüngere Autoren höchst selten. wenn überhaupt." (Tobias Hierl, Buchmedia)

 

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19.30h

GEORGI GOSPODINOV

Natürlicher Roman

Lesung

Der Autor
Geboren 1968 in Jambol in Bulgarien, studierte Bulgarische Philologie in Sofia, redigiert seit 1993 eine Literaturzeitung, ist Kolumnist der Tageszeitung ‚Dnevnik’ und arbeitet am Literaturinstitut der Bulgarischen Akademie der Künste. Ab Januar 2008 wird er als DAAD-Stipendiat ein Jahr in Berlin verbringen.  

Werke
Debüt mit dem Lyrikband Lapidarium (1992), dem ein weiterer Gedichtband 1996 folgte; einem internationalen Publikum wurde er mit seinem ersten Roman, eben dem Natürlichen Roman (1999), bekannt. Übersetzungen in mittlerweile zehn folgten. Auch als Bühnen- und Drehbuchautor ist Gospodinov erfolgreich. Auf Deutsch liegen die Erzählungen Gaustín oder Der Mensch mit den vielen Namen (Wieser 2004) vor. 

Georgi Gospodinov hat mit dem Natürlichen Roman einen der erstaunlichsten und bewegendsten Romane rund um einen Ehebruch geschrieben – die Ehefrau heißt bezeichnenderweise Emma –, einen Roman, der, obwohl außerordentlich unterhaltsam, auf der Höhe literaturtheoretischer Debatten steht und gleichzeitig mit viel Sinn für Schabernack sein Spiel mit ihnen treibt.

Der Erzähler ergeht sich in zahllosen Abschweifungen, Abschweifungen zur Form des Romans und zur eigenen Geschichte, zu Carl von Linné und zu Toiletten, zu Fliegen und zu Drohnen – und er hat gewichtige Gründe, sich in Abschweifungen zu verlieren: All diese Fragen nämlich, die sich rund um die für die Postmoderne zentrale Frage der Autorschaft erheben, drängen sich dem Erzähler unseres Romans in dem Moment auf, in dem ihm eröffnet wird, dass seine Ehefrau ihn betrogen hat und er nicht der Urheber ihrer Schwangerschaft ist.

Ein "äußerst gelungener Roman. Georgi Gospodinov ist ein experimenteller Humorist der Verzweiflung.“ (Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung)

 


06.12. Werner Kofler

In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor

Lesung 19.30 Uhr

Einleitung: Franz Haas, Universität Mailand

Werner Kofler

1947 in Villach geboren. Nach einer in den frühen sechziger Jahren abgebrochenen Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt jahrelang in Europa unterwegs und in verschiedensten Berufen tätig. Seit 1968 freiberuflicher Schriftsteller. Lebt in Wien.

Seine Werke (Auswahl)
Konkurrenz. Szenen aus dem Salzkammergut (1996), Aus der Wildnis (1998), Manker (1999), Ida H. (2000), Tanzcafé Treblinka (2001), Kalte Herberge (2004), Triptychon (2005).

Preise, Auszeichnungen
Elias-Canetti-Stipendium 1987, Österreichischer Würdigungspreis für Literatur 1990, Arno-Schmidt-Preis 1996/97, Rosegger-Preis des Landes Steiermark 2001, Buch.Preis der Arbeiterkammer Oberösterreich 2004, Kulturpreis des Landes Kärnten 2004

"Vielen seiner immer noch zu wenigen Leser gilt Werner Kofler, seit Thomas Bernhard tot ist, als der wortgewaltigste Prosaist Österreichs und als schärfster und untergriffigster Satiriker des Landes. […] Er selbst und viele seiner Texte beziehen einen guten Teil ihrer Kraft aus der moralischen und literarischen Verachtung des Betriebs, auf den er als Schreibender zugleich materiell und existentiell angewiesen ist. Trotz aller Preise und Auszeichnungen, und es sind mittlerweile viele und bedeutende, steht er außerhalb und er verteidigt diese Stellung im öffentlichen Abseits grimmig, wenngleich nicht ohne spürbaren Genuß." (Klaus Amann, im Nachwort)

„Daß ein Autor wie Werner Kofler, dessen Bücher in deutschen Verlagen erschienen sind, dass der stilistisch brillanteste Österreicher in Deutschland unbekannter ist als ein Dutzend seiner belanglosen Kollegen und Landsleute, das liegt einerseits an der Witzlosigkeit der deutschen Literaturkritik, an deren Ignoranz und Gehörlosigkeit. Und doch liegt es auch an Kofler selbst, wenn er auf so ungehörige Weise ignoriert wird...“ (Franz Haas)

 

Literatur/a. Jahrbuch 2007

Präsentation

 

Musik: Primus Sitter, Gitarre & Michael Erian, Saxophon

 

Zum Jubiläum: Zehn Jahre Musil-Institut im Musil-Haus

16. November, 19.30h

Geistesburg und Eventlocation: Wozu braucht Kärnten ein Literaturhaus?

Podiumsgespräch mit Sigrid Löffler, Franz Schuh, Klaus Amann

Moderation: Doris Moser

 

Im Geburtshaus Robert Musils wurden in den letzten 10 Jahren 540 Veranstaltungen mit rund 300 Autoren ausgerichtet, geschätzte 35.000 Interessierte waren zu Gast. Dieser in Zahlen messbare Erfolg beantwortet aber nicht die Frage nach dem Sinn und Zweck eines Literaturhauses. Denn dahinter steht die grundsätzliche Frage nach dem Umgang einer Gesellschaft mit literarischen Texten, mit Autorinnen und Autoren, mit dem lesenden Publikum. Darüber diskutieren mit dem Leiter des RMI, Klaus Amann, die Kritikerin und Herausgeberin der Zeitschrift literaturen, Sigrid Löffler (Hamburg), und der Autor, Kritiker und Essayist Franz Schuh (Wien).

Moderation: Doris Moser (Institut für Germanistik, AAU)

Sigrid Löffler

Langjährige Redakteurin bei der Presse, später bei profil, danach Feuilletonchefin der Zeit. Von 1988 bis 2000 war sie ständige Teilnehmerin der Kultursendung „Das literarische Quartett“ des ZDF, die sie wegen eines Streits mit Marcel Reich-Ranicki verließ. Seit ihrem Ausstieg aus der Sendung im August 2000 ist Sigrid Löffler Herausgeberin des Magazins Literaturen.

Franz Schuh

1976-80 Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung, Redakteur der Zeitschrift "Wespennest", ehemals Leiter des essayistischen und literarischen Programms des Verlags Deuticke. Er arbeitet als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Rundfunkanstalten und überregionalen Zeitungen und als Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Klaus Amann

Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Klagenfurt und Leiter des Musil-Instituts seit der Gründung 1994. 

 

 

 

ZUM JUBILÄUM: Zehn Jahre Musil-Institut im Musil-Haus

 

Donnerstag, 15. November 2007

19.00h Uhr: Marko Lipuš, Einführung: Stefan Gmünder

Kratzungen, Fotoausstellung (Musil-Museum und Musil-Institut)

19.30 Uhr: Josef Winkler, Roppongi | Reto Hänny, Flug

Lesungen

 

Marko Lipuš,

geboren 1974 in Bad Eisenkappel, dokumentiert Autorinnen und Autoren visuell verfremdet, seine Fotografien charakterisieren die porträtierte Person vor dem Hintergrund ihres literarischen Schaffens. Die Bilder sind im Erdgeschoß und im ersten Stock zu sehen. Im Musil-Museum spricht Stefan Gmünder einführende Worte zur Ausstellung.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Robert Musil Museum der Stadt Klagenfurt. 

 

Josef Winkler

1953 in Kamering geboren. 1973-82 in der Verwaltung der Universität für Bildungswissenschaften in Klagenfurt beschäftigt. Seit 1982 freiberuflicher Schriftsteller. Lebt derzeit in Klagenfurt.

In immer neuen Anläufen schreibt Josef Winkler in Roppongi von des Vaters Leben, Tod und Begräbnis - ein Sterbe- und Auferstehungsfest anfachend für den Mann, der überlebensgroß Winklers Kindheit und – in der Folge – des Autors  Bücher […] beherrschte.

 

Reto Hänny

geboren 1947 in Tschappina  (Graubünden). Studium der Literatur, Ethnologie und Kunstgeschichte. Lebt als Schriftsteller in Zollikon und Graubünden. Zahlreiche Auszeichnungen,  darunter der Ingeborg-Bachmann-Preis 1994. Soeben erschien, aus Anlass des 60. Geburtstags, Hännys Flug "übermalt" als Neufassung in der Bibliothek Suhrkamp. 

In immer neuen Anläufen schreibt Josef Winkler in Roppongi von des Vaters Leben, Tod und Begräbnis - ein Sterbe- und Auferstehungsfest anfachend für den Mann, der überlebensgroß Winklers Kindheit und – in der Folge – des Autors  Bücher […] beherrschte.

Flug ist ein Entwicklungsroman mit umgekehrtem Düsenantrieb, ein rasender Sprachflug, vor und zurück in die Geschichte, bei dem Lektüre und Erlebtes ineinander aufgehen. Für die neue Fassung hat der Schweizer Autor Reto Hänny seinen 1985 erschienenen Roman, inhaltlich straffend und zugleich erweiternd, zu einer mit unterschiedlichsten Tonarten und Klängen spielenden faszinierenden Sprachpartitur verdichtet.


 

Donnerstag, 08. November 2007, 19.30 h

Ex-libris-Abend

mit Klaus Amann, Marianne Fischer und Doris Moser, moderiert von Peter Zimmermann

In den Literaturhäusern und literarischen Zentren diskutieren die Ex libris-Moderatoren Peter Zimmermann und Gerhard Moser mit Gästen aus Kultur und Medien über aktuelle Bücher, über Themen, Trends und den Literaturbetrieb. In Klagenfurt treffen sich der Literaturwissenschafter Klaus Amann (Musil-Institut), die Literaturwissenschafterin Doris Moser (Uni Klagenfurt) und die Kulturredakteurin Marianne Fischer (Kleine Zeitung) gemeinsam mit Peter Zimmermann (Ö1), um über folgende Bücher zu sprechen:

Peter Henisch Eine sehr kleine Frau Mit einprägsamen Bildern erinnert sich der Autor in diesem großen Roman an jene Frau, von der er gelernt hat, was sein weiteres Leben prägen sollte: das Erzählen. 1945 hörte Paul Spielmann auf Spaziergängen durch das zerbombte Wien Geschichten von seiner Großmutter, und nun, Jahrzehnte danach, nimmt er den Faden wieder auf und sucht nach ihrer eigenen Geschichte.

Josef Winkler Roppongi "Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten«, schreibt Josef Winkler über sein neues Buch, »starb im Alter von 99 Jahren mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod, nachdem er erfahren hatte, daß ich in meinem letzten Prosaband einem Bauern aus meinem Heimatdorf weder Kornblumen noch Pfingstrosen gestreut hatte, in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle.“

Slavenka Drakulić Frida Coyoacán nahe Mexiko City, ein früher Morgen im Juli 1954: Die 47-jährige Frida Kahlo liegt nach einer unruhigen Nacht in ihrem Bett. Sie spürt den Tod, überlässt sich aber nicht dem Schicksal, das ihr ein Leben lang übel mitgespielt hat. Die Entscheidung, wie sie stirbt, will sie selbst treffen. Zuvor lässt sie das Leben Revue passieren. Faszinierend und schrecklich zugleich: Slavenka Drakulic zeigt uns Frida Kahlo, wie wir sie noch nie gesehen haben.  

Mitveranstalter: ORF - Ö1

Ex libris - Das Bücherradio: Sonntags, 18.15 Uhr in Ö1 und unter oe1.ORF.at

 
Dienstag, 30. Oktober 2007, 19.30 h

Der Schwierige: ALEXANDER LERNET-HOLENIA

(1897-1976) zum 110. Geburtstag

Dichter, Herrenreiter, Antikünstler, Großverdiener

Mit Daniela Strigl (Vortrag) und Peter Uray (Lesung)

„In der Tat brauchen wir nur dort fortzusetzen, wo uns die Träume eines Irren unterbrochen haben, in der Tat brauchen wir nicht voraus-, sondern nur zurückzublicken.“ Mit diesem Zitat aus dem Jahr 1945 hat sich Lernet-Holenia, der einstige Grandseigneur der österreichischen Literatur, heutigen Lesern verdächtig gemacht. Als widersprüchlicher Charakter, als unzeitgemäßer Zeitgenosse und als „großer Virtuose“ (M. Guttenbrunner) bleibt er freilich faszinierend.

Mitveranstalter: Josef-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft

 
Sonntag, 28. Oktober 2007, 10.30 h

Zeitgenossen im Gespräch SPEZIAL

LOJZE WIESER, Verleger

Michael Kerbler spricht aus Anlass des 20. Jahrestags der Gründung des Wieser Verlags mit dem Verleger, Autor und Grenzgänger Lojze Wieser über die Bedeutung von Sprache im europäischen Kontext.

Im Jahr 1980 gab es auf dem Buchmarkt so gut wie keinen lieferbaren slowenischen Titel in deutscher Übersetzung. Lojze Wieser nahm sich damals vor, diesen Missstand abzuschaffen. Er leitete Anfang bis Mitte der 80er Jahre den Drava Verlag und gründete 1987 den Wieser Verlag, dessen programmatisches Ziel es bis heute ist, die kleinen und unbekannten Literaturen der Nachbarn Österreichs zu entdecken und zu vermitteln.

Mit seiner mittlerweile sehr populären Reihe „Europa Erlesen“ will Wieser dazu beitragen, Grenzen in den Köpfen zu beseitigen, das „Prinzip Mehrsprachigkeit“ durchzusetzen und den Eigenwert nebeneinander existierender Sprachen zu verstärken. Die Erhaltung der regionalen Vielfalt beginnt für Wieser im eigenen Land: Sein Engagement für die Anerkennung der Symbole von Volksgruppen, wie etwa die mehrsprachigen Ortstafeln in Kärnten, wo Wieser lebt und arbeitet, ist eine logische Konsequenz.

Nachzuhören in Ö1 am 8.11. um 21.00 Uhr und unter oe1.orf.at

Mitveranstalter: ORF - Ö1

 
Dienstag, 23. Oktober 2007, 19.30h

LÁSZLÓ MÁRTON | SÁNDOR TATÁR

Ungarn! -Zweisprachige Lesung

Am 23. Oktober feiert Ungarn seinen Nationalfeiertag, den Jahrestag der Revolution von 1956. Die Wunden, die sie geschlagen hat, sind nur schlecht verheilt. Immer noch produzieren sie Verwirrung, Hysterie und Aufbegehren. László Márton und Sándor Tatár sind Wanderer zwischen zwei Welten, im Deutschen fast gleichermaßen zu Hause wie in ihrer Muttersprache. Das verspricht einen Abend von grenzüberschreitender sprachlicher Finesse.

László Márton
Geboren 1959 in Budapest, studierte Literaturwissenschaft und Soziologie. Er übersetzte unter anderen Heinrich von Kleist, Goethe und Grillparzer. Er gilt in Ungarn spätestens seit Árnyas főutca, auf Deutsch: Die schattige Hauptstraße (Zsolnay 2003) als einer der führenden Romanciers Er schreibt aber auch auf Deutsch und veröffentlicht im Verlag „Buchwerkstatt Thanhäuser“: Im österreichischen Dienst, 2005. Márton im O-Ton: „Die deutsche Kultur, genauer gesagt, die deutschsprachigen Kulturen stehen mir am nächsten und funktionieren irgendwie wie Fenster: Wir können durch diese Kulturen ein bisschen weiter blicken.“

Sándor Tatár
Geboren 1962 in Budapest, studierte Germanistik und Hungarologie, ist Mitarbeiter der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, preisgekrönter Übersetzer aus dem Deutschen ins Ungarische und umgekehrt. Seine Gedichte sind in seinen eigenen Nachdichtungen auch auf Deutsch erschienen. Jüngst ist er dem zweisprachigen Gedichtband A végesség kesernyés v … / Endlichkeit mit bittrem Trost (Engelsdorfer 2006) hervorgetreten, von dem György Dalos meinte, er stünde in der klassischen Tradition von Dezső Kosztolányi und Attila József und bewahre zugleich die Einzigartigkeit des Erlebten.


 
Donnerstag, 18. Oktober 2007, 19.30h

KLAUS MANN UND DIE SEINEN

Szenische Lesung. Zusammenstellung und Regie: Peter Zobec

Veranstalter: Institut für Philosophie (Fakultät für Kulturwissenschaften), UNIKUM, Musil-Institut

Peter Zobec, Jahrgang 1932, ausgezeichnet mit dem slowenischen Filmstaatspreis für sein Lebenswerk, Zauberer der Filmregie, hat von jeher interessiert: Kann man zu einem Thema, das einen sein Leben lang bewegt – nämlich die Beziehungen in der Familie von Thomas Mann – eine Collage aus Texten zusammenstellen, die das Leben eines der Kinder beleuchten? Kann man diesen Text von teils deutsch-, teils slowenischsprachigen, teils erfahrenen, teils ganz jungen Menschen vorlesen lassen, das Ganze musikalisch  untermalen und es im größten slowenischen Kulturhaus der Öffentlichkeit präsentieren?  Man kann. Auch in Klagenfurt? Sehen Sie selbst ...


Peter Zobec über „Klaus Mann und die Seinen“

Als ich vor mehr als zwanzig Jahren mit meiner Freundin Beate durch München spazierte, wo ich häufig beruflich oder privat zu tun hatte, brach aus ihr mit einem Mal ein Schwall von Hass auf Thomas Mann, vor allem auf ihn als Familientyrannen, der despotisch die Talente seiner Kinder, vor allem seines Sohnes Klaus unterdrückte.
Ich hatte gewusst, dass Thomas Mann einige Zeit nicht besonders gut gelitten gewesen war (bei seinen Kollegen weniger als bei den Lesern), doch Beates Zornausbruch überraschte mich trotzdem. Um so mehr überraschte mich meine baldige Entdeckung, dass sie in ihrem Zorn nicht alleine stand. Nach dem Erscheinen sämtlicher Tagebücher Thomas Manns brach ein munteres Vergleichen aus zwischen dem, was er in seinen Briefen behauptet, in Gesellschaft gesagt, in Büchern geschrieben und dem, was er nur seinem Tagebuch anvertraut hatte.
Zum größten Opfer der väterlichen Schreckensherrschaft wurde Klaus, der Erstgeborene, erklärt, wobei auch die anderen Kinder, mit Ausnahme von Elisabeth, den tatsächlichen oder eingebildeten Despotismus des Vaters zu spüren bekamen. Dass Klaus Mann das väterliche Mal nicht immer lieb war, versteht sich, doch insbesondere am Anfang seiner literarischen Karriere, konnte er es auch stolz vor sich hertragen. (Hermann Kurzke, der berühmte Mann-Biograph, nimmt in seinem Buch nicht ohne guten Grund Partei für den Vater Thomas Mann.)
Meine erste Begegnung mit Klaus Mann war die Lektüre seines „Mephisto“. Noch ehe ich die Mitte des Buches erreicht hatte, wusste ich, dass ich zu diesem Buch nicht wieder zurückkehren würde. Zwar las sich die  einnehmende chronique scandaleuse eines Theaters ganz gut, doch mich störte, dass sich Klaus Mann vom Erlebten nicht lösen konnte und in einem fort auf den einst bewunderten Jugendfreund (?) und Ex-Mann seiner Schwester Erika belfert und geifert.
Bald darauf fiel mir zufällig sein weniger bekanntes Buch „Vergittertes Fenster“ in die Hand, eine, wie es im Untertitel heißt „Novelle um den Tod des Königs Ludwig II. von Bayern“. Ich vergaß „Mephisto“. Ich begann mich für den Menschen Klaus Mann zu interessieren, vor allem für den Sohn, Bruder, Enkel, Spross einer bekannten Familie, für sein Ahasver-Leben, seine trotz des kurzen Aufflackerns von Lebenslust immerwährende Todessehnsucht und die Beziehung zu seinem Vater. Neben Klaus weckte auch das Leben seiner Mutter Katia und seiner Geschwister, allesamt mehr oder minder im Schatten des Mannes und Vaters, mein Interesse.
Ich begann also ins Slowenische zu übersetzen und veröffentlichte Texte von Erika, Golo, Katia, Klaus, Monika und Victor Mann in Literaturzeitschriften, auf den Kulturseiten von Zeitungen und im slowenischen Rundfunk. Es folgten zwei Literaturabende fürs Radio –  „Symphonie pathétique“ über Klaus Mann und ein Hörspiel über Thomas Mann aus der Sicht seiner Kinder (letzteres wurde öffentlich im Deutschen Lesesaal in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Ljubljana aufgeführt). Über Klaus Mann schrieb ich das Hörspiel „Unter dem Offiziersmantel“, das vom slowenischen (mehrfach), kroatischen und bosnischen Rundfunk ausgestrahlt wurde.
Den Klaus-Mann-Abend habe ich „Klaus Mann und die Seinen“ genannt; er wurde mit dem Untertitel „Eine Mann-Anthologie für die Bühne“ im wichtigsten Kulturzentrum Sloweniens, dem Cankarjev dom, aufgeführt.
Neben Klaus Mann treten seine Schwestern und sein Bruder Michael (an der Bratsche), seine Eltern und ein Sprecher auf. Die Texte stammen aus Tagebüchern, Briefen, Reisebeschreibungen, Autobiographien, aus Gedichten und erzählender Prosa, so dass jede der auftretenden Personen ihre Sicht und Meinung über den Sohn und Bruder Klaus zum Ausdruck bringen kann. Sie sind so miteinander verflochten, dass der Eindruck von acht Monologen entsteht, die in einer dialogischen Beziehung zueinander stehen und die spannende innere Dynamik eines Lebens und einer Zeit vermitteln. Die einzelnen Teile sind durch ausgesuchte Musikstücke und den schwermütigen Klang der Bratsche verbunden.   

    
Die Personen und ihre Darsteller

Klaus Mann       Tadej Troha 
Thomas Mann    Wolfgang Salzmann       
Katia Mann        Käthe Grah  
Erika Mann        Irena Tomažin
Golo Mann         Jurij Lampič
Monika Mann      Jasna Džambić
Elisabeth Mann   Alexandra Natalie Zaleznik
Michael Mann     Rok Hrvatin
Sprecher           Peter Wicher

Text und Regie  Peter Zobec
Bühnenmusik    Cvetka Bevc
Projektleiter      Brane Čop
Organisation      Igor Godina



 
Donnerstag, 11. Oktober 2007, 19.30h

ANNA MITGUTSCH

Zwei Leben und ein Tag

Die Autorin
Anna Mitgutsch, geboren 1948 in Linz, studierte Germanistik und Anglistik in Salzburg und war von 1975 bis 1978 Assistentin an der Universität Innsbruck. Von 1979 bis 1985 lebte sie in den USA. Nach der Publikation ihres ersten Romans Die Züchtigung kehrte sie nach Österreich zurück und lebt seither als freischaffende Autorin abwechselnd in Linz und Boston.

Das Buch
Nach einem Nomadenleben in Amerika, Südostasien und Osteuropa haben sich Edith und Leonard getrennt. Was sie noch verbindet, ist ihr Sohn Gabriel und das unablässige Grübeln darüber, was ihm in seiner Kindheit zugestoßen ist und ihn zum Außenseiter gemacht hat. Mit dem inzwischen erwachsenen Sohn kehrt Edith nach Österreich zurück. Hier beginnt sie, Briefe an Leonard zu schreiben. Sie fragt sich und ihn, warum sie einander, obwohl sie sich liebten, doch immer verfehlt haben, und ob sie beide die Schuld an dem Schicksal ihres Sohnes tragen. Außerdem denkt Edith auch über Herman Melville nach, den großen Exzentriker der amerikanischen Literatur, für den sie und Leonard sich schon früh begeistert hatten, dessen Schicksal ihnen oft wie ein Schlüssel vorgekommen war – für ihr eigenes Leben, für das Anderssein ihres Sohnes und sein Scheitern an der Welt.

„Das Großartige an [Zwei Leben und ein Tag] aber ist die Übertragbarkeit seiner katastrophischen Züge auf scheinbar normale Verhältnisse. Das ist in doppelter Hinsicht ein geschickter Schachzug: Es kann jeden treffen, schreibt der Roman allen, die sich auf der sicheren Seite des Lebens wähnen, ins Stammbuch; und es hat uns bereits alle getroffen ….“ (Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung)


 
Dienstag, 9. Oktober 2007, 17.00h

FRIEDL HOFBAUER | GEORG BYDLINSKI

Von Freunden, Gespenstern und Schnurrbartkitzelkatzen
Geschichten und Gedichte für Kinder von 5 bis 10 Jahren

Friedl Hofbauer

Geboren 1924 in Wien, wo sie nach wie vor als freie Schriftstellerin und Übersetzerin lebt. Sie hat mehr als 90 Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 2000 das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Georg Bydlinski über die Autorin: „Sie ist eine Meisterin des genauen Blicks. Man lernt von ihr das Staunen über vermeintlich Alltägliches und das Aufspüren von Bewegungen in der Sprache und der Natur.“

Georg Bydlinski

Geboren 1956 in Graz, lebt mit seiner Familie in Mödling bei Wien. Er hat in Wien Anglistik und Religionspädagogik studiert und ist seit 1982 freier Schriftsteller. Seine Arbeitsbereiche sind Lyrik, Prosa, Kinderliteratur und Übersetzung. Er hat bisher rund 60 Bücher veröffentlicht und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. 2001 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik, mit dem Friedl Hofbauer 1999 ausgezeichnet worden war. Ausführlicheres zu Werk und Person unter: www.georg-bydlinski.at

Friedl Hofbauer wird aus Das Schnurrbartkitzelkatzenbuch und dem gemeinsam mit Käthe Recheis verfassten Das Geheimnis der weißen Katze lesen. Georg Bydlinski wird seine zwei jüngsten Bücher Das kleine Buch für gute Freunde und Das kleine Buch zum Trösten vorstellen, vorlesen und erzählen, außerdem Lieder Ein Gürteltier mit Hosenträgern singen und sich auf der Gitarre begleiten – wobei die Kinder ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen sind.



 

23. September 2007

Florjan Lipuš zum 70. Geburtstag. Sonntagsmatinee um 11.30h

Begrüßung: Klaus Amann, Lojze Wieser

Festrede: Johann Strutz

Erinnerungen und Würdigungen: Maja Haderlap,  Jože Horvat, Gustav Januš, Helmut Moysich

Schlusswort: Florjan Lipuš


24.06. Translatio 2006

Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung für Sława Lisiecka und Fabjan Hafner

Ilma Rakusa: "Nur was sich übersetzt, wird wieder lebendig" Festvortrag

Peter Henisch, Laudatio | Sława Lisiecka, Dankesworte

Erich Prunč, Laudatio | Fabjan Hafner, Dankesworte

Robert Stocker, BKA/Sektion Kunst, Preisverleihung

Sława Lisiecka und Fabjan Hafner, Lesung

Maja Osojnik, Matija Schellander, Clemens Wenger, Musikalische Umrahmung

 

Sława Lisiecka
Studium der Germanistik an der Universität in Łỏdż. Einige Jahre lang Lehrtätigkeit an Oberschulen und an der Łỏdżer Universität, seit 1978 als freischaffende Übersetzerin für die renommiertesten polnischen Verlage tätig. Sie übersetzt sowohl Prosa als auch Dramen und Gedichte klassischer und moderner deutscher, österreichischer und Schweizer Autoren, dzt. Peter Henisch. 

Fabjan Hafner

Studium der Slawistik und Germanistik in Graz. Seit Mai 1998 Mitarbeiter des Robert Musil-Instituts für Literaturforschung der Universität Klagenfurt/Kärntner Literaturarchiv. Seit 1989 zahlreiche Übersetzungen aus dem Slowenischen, u.a. Gustav Januš, Florjan Lipuš, Tomaž Šalamun.

 

23.06. Isolde Charim 

Intimität als Öffentlichkeitsstrategie

Reden über Ingeborg Bachmann

Vortrag 19.30 Uhr

 

Ingeborg Bachmann (1926-1973)

"Grenzt hier ein Wort an mich, so laß ich's grenzen. /

Liegt Böhmen noch am meer, glaub ich den Meeren wieder./

Und glaub ich noch ans Meer, so hoffe ich auf Land."

(Ingeborg Bachmann, Böhmen liegt am Meer)

 

Isolde Charim

Geboren 1959 in Wien. Studium der Philosophie. Lehrbeauftragte an der Universität Wien, Publizistin. Schreibt u.a. für den 'Standard' und die 'taz'.

Werke (Auswahl)

Der Althusser-Effekt. Entwurf einer Ideologietheorie (2002), Österreich. Berichte aus Quarantanien (gem. mit D. Rabinovici, 2000). Bilderstreit 2006: Pressefreiheit? Blasphemie? Globale Politik? (2006)

"Intimität als Öffentlichkeitsstrategie", Isolde Charim über Ingeborg Bachmann  

Auch in diesem Jahr steht die persönliche Auseinandersetzung einer Autorin mit Ingeborg Bachmann im Mittelpunkt dieses Abends: Die Autorin als Figur und die Autorin im Text. Beide funktionieren nach demselben Modus: dem der Preisgabe, um sich besser verstecken zu können; der Verkehrung des Verhältnisses von Öffentlichkeit und Intimität. Welchen Effekt hat diese Strategie? 

 

Mitveranstalter: Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt

 

20.06.  UNIKUM

BUHŠTABENZUPE

Produktkampagne und literarisch-musikalische »Promotiontour«

Mitwirkende|Sodelujoči:
Jani Oswald – Texte/Pesmi
Klaus Dickbauer – Reeds, Composition
Woody Schabata – Vibraphone
Karl Sayer – Bass
Emil Krištof – Drums

 

Zweisprachige BUHŠTABENZUPE– ein Qualitätsprodukt aus Kärnten, mit dem Sie sich und Ihrer Familie ein ebenso köstliches wie lehrreiches Mahl bereiten können! Was lange für unmöglich gehalten wurde, ist der FINKENSTEINER NUDELFABRIK dank intensiver Forschung und technischer Innovation endlich gelungen: die Herstellung von Hatschek-Teigwaren bzw. Č-, Š- und Ž-Eiernudeln und damit die Anreicherung der »deutschen« Buchstabensuppe mit slowenischen Zischlauten. Das Resultat wird auch Sie überzeugen. So ist die BUHŠTABENZUPE nicht nur schmackhafter als herkömmliche Nudelsuppen, sondern auch wesentlich gesünder und sozial verträglicher: Laborversuche belegen, dass, wer sich die BUHŠTABENZUPE einverleibt, Toleranz buchstäblich mit Löffeln isst. Der regelmäßige Konsum von Hatscheks wirkt krampflösend, angstmindernd und stimmungsaufhellend. In der Folge werden Sprachbarrieren abgebaut und steigt die Bereitschaft zum Gebrauch bzw. zum Erlernen der zweiten Kärntner Landessprache.

ZWEISPRACHIG SCHMECKT BESSER – probieren Sie es aus!

Juha z dvojezičnimi črkami – kakovostni koroški proizvod za okusen in poučen obed za vso družino!
Kar do danes še ni bilo mogoče, je s pomočjo znanstvenih raziskav in tehnične izboljšave uspelo tovarni za proizvodnjo testenin v Bekštanju: izdelava strešic oziroma črk Č, Š in Ž iz jajčnega testa za obogatitev »nemške« jušne zakuhe s slovenskimi sičniki.
Rezultat bo prepričal tudi Vas.
Juha z dvojezičnimi črkami krepi telesno zdravje in socialni čut ter je okusnejša od juhe z rezanci: laboratorijski poskusi dokazujejo, da tisti, ki uživa juho z dvojezičnimi črkami, zajema toleranco dobesedno z veliko žlico. Redno uživanje strešic blaži krče, zmanjšuje strahopetnost ter vzbuja veselje. Posledici sta odstranitev jezikovnih pregrad ter pripravljenost za učenje in rabo drugega deželnega jezika.
Z DVOJEZIČNIM OKUSOM – poskusite še Vi!

 


14.06. Alexander Widner

NY 11235

Lesung 19.30 Uhr

Alexander Widner
Geboren 1940 in Wien, aufgewachsen in Kärnten und Niederösterreich. Erste literarische Veröffentlichung 1980. Längere Auslandsaufenthalte, u.a. in den USA. Prosa-Schriftsteller und Dramatiker. Lebt in Klagenfurt und New York. Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (1982, 1983, 1986), Staatsstipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst für Literatur (1996), Würdigungspreis des Landes Kärnten für Literatur (1997).

Seine Werke (Auswahl)
Dichter, Flucht und Alma (1994), Stark wie ein Nagel (1996), Sergej (1998), Tag und Nacht und Tag (1998), Gegen Tagesende (2000), Am Abgrund der Bücher (2005), NY 11235 (2007).

Wie Arthur Schopenhauer, der illusionslose, aber mitfühlende Chronist des Elends aller Wesen, verabscheut Alexander Widner, die "ruchlosen Optimisten", rebelliert seit je gegen sie in seinem sarkastischen, vor Wahrheiten aus allen Nähten platzenden Werk. Mit grimmigem Humor bewegt er sich durch die Zumutungen des Alltags und die Erinnerungen. Widners Interesse konzentriert sich auf die Momentaufnahme, das Herausnehmen des Einzelteils aus dem Ganzen, das Sichtbarmachen des Details, wofür ihm die Form der Aufzeichnung am angemessensten scheint. 'NY 11235' ist seine neueste Sammlung von Aufzeichnungen. 

"Während in Anton Tschechows Tagebüchern das Ich hinter die Landschaftsbilder und Charakterstudien zurücktritt, ist es bei Widner immer präsent, aber nie als eitle Selbstbeschau, als peinliche Konfession. Derjenige, der hier filtert und destilliert, ist unaufdringlich und selbstkritisch, am Detail interessiert." (Sabine Gruber, Die Presse) 

 


08.06. Buchpräsentation

Das Loibl-KZ.

Die Geschichte des Mauthausen-Außenlagers am Loiblpass/Ljubelj

(Janko Tišler und Christian Tessier)

Buchpräsentation und Ehrung des Autors Janko Tišler

19.00 Uhr

Begrüßung:

Univ. Prof. Dr. Klaus Amann, Leiter des Robert Musil-Instituts der Universität Klagenfurt

Es sprechen:

Ing. Janko Tišler, Zeitzeuge und Autor

Daniel Simon, Präsident der Amicale de Mauthausen

Anna Elisabeth Haselbach, Vizepräsidentin des Bundesrates

Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner, Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška

Musikalische Umrahmung: V Črnicah

(Gemischtes Gesangsquartett Radsberg/Radiše)

Anlässlich der Buchpräsentation wird Janko Tišler das "Goldene Ehrenzeichen um die Verdienste der Republik Österreich"  in Vertretung von Herrn BM Günther Platter von der Vizepräsidentin des Österreichischen Bundesrates, Frau Anna Elisabeth Haselbach, überreicht.

Janko Tišler, geboren am 21. Juni 1923, war als junger Mann Vermessungsgehilfe am Loiblpass bei einer zivilen Baufirma und hatte Kontakt sowohl zur slowenischen Widerstandsbewegung als auch zu den KZ-Häftlingen, die von Mauthausen für den Bau des Loibltunnels hierher deportiert wurden. Sein Buch, das jetzt in deutscher Sprache vorliegt, zählt zu den seltenen Zeugnissen, die uns von den NS-Verbrechen am Loibl und vom mutigen Widerstand der slowenischen Bevölkerung und von den Leidensgeschichten der Häftlinge künden. Der Autor ist als Chronist des Loibl-KZ Zeitzeuge, Widerstandskämpfer und Verkörperung des NIEMALS VERGESSEN.

 

Eine Veranstaltung des BM f Inneres, des Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška und des Robert Musil-Instituts.
 

 


05.06. Antonio Fian

Bohrende Fragen, Dramolette IV

Lesung 19.30 Uhr

Antonio Fian
Geboren 1956 in Klagenfurt. Kindheit in Spittal an der Drau. Lebt seit 1976 in Wien. Seit 1980 freiberuflicher Schriftsteller. Autor von Erzählungen, Romanen, Dramoletten, Gedichten und Hörspielen. Fian kommentiert in unregelmäßigen Abständen das österreichische Kultur- und Geistesleben, wofür er 1990 den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik und 2004 den Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik erhielt.

Seine Werke (Auswahl)
Einöde. Außen, Tag (1987), Schreibtische österreichischer Autoren (1987), Es gibt ein Sehen nach dem Blick (1989), Helden, Ich-Erzähler (1990), Was bisher geschah (1994), Hölle, verlorenes Paradies (1996), Was seither geschah (1998), Üble Inhalte in niedrigen Formen (2000), Alarm (2002), Bis jetzt (2004), Fertige Gedichte (2005), Bohrende Fragen (2007).

'Bohrende Fragen' ist Fians vierter Dramolette-Band, und auch er enthält, wie die vorigen, kurze, kürzeste und längere, teilweise bereits aufgeführte Stücke. Alle zeigen Fians Virtuosität in der Reduktion des allseits geäußerten erhabenen Unsinns auf die Lächerlichkeit, die ihm innewohnt und die mit unbarmherziger Genauigkeit bloßgestellt wird. Kein Schriftsteller seit Qualtinger hat die österreichische Befindlichkeit so umfassend abgebildet, seien es die Zirkel der Intellektuellen oder der gemeine Stammtisch, wie Antonio Fian.

"78 Meisterstücke." (Wiener Zeitung)

"In diesen Dramoletten ist ein Abgrund spürbar, der tiefer ist, als es Österreich allein sein könnte." (Paul Jandl, NZZ)

 

22.05. Christoph Pichler 

Onkel Norberts denkwürdiger Nachmittag (Erzählungen)

Lesung

19.30 Uhr

Christoph Pichler 
1969 in Bozen geboren, studierte in Wien, wo er mehrere Jahre lang lebte. 1999 erhielt er das Österreichische Staatsstipendium für Literatur. Christoph Pichler arbeitet als Nachrichtensprecher  beim RAI-Sender Bozen. 

Onkel Norberts denkwürdiger Nachmittag ist seine erste Buchveröfentlichung.

Es gibt Tage, die haben etwas Magisches, ein Gefühl, als sei man halb im Schlaf. Sommertage voller Versprechen, an denen alles möglich scheint: Vom Dachfirst eines Internats aus kann man wunderschöne, durchsichtige Mädchen am Horizont schweben sehen, ein junger Mann steigt aus einem Zug, um seinem eigenen Leben zu begegnen. Die Suche nach dem Kennwort für ein vierzehn Jahre altes Sparbuch lässt Medusa persönlich die Schalterhalle einer Bank betreten – und Onkel Norbert, notorischer Anekdotenerzähler, hat eines Nachmittags eine erstaunliche Begegnung.

Christoph Pichlers Erzählungen ereignen sich dort, wo Phantasie und Realität einander berühren und durchdringen. Sie handeln von der Kraft der Imagination, die zerstören aber auch neue Möglichkeiten eröffnen kann; von den Luftspiegelungen im Alltag. Was ist Wirklichkeit, was ist Traum? Es bedarf nur eines Nachsatzes, einer scheinbar nebensächlich eingeschobenen Bemerkung, und die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung.

Mit jeder Erzählung verschieben sich die Grenzen unserer Wahrnehmung. Auf subtile Weise versteht es Christoph Pichler, unseren Blick für eine Wirklichkeit zu schärfen, die am besten in den Zwischentönen sichtbar wird. 

"Im Ton gelassener Heiterkeit offenbaren Christoph Pichlers Erzählungen das Unheimliche hinter unserem Alltag, den Schrecken im scheinbar sicheren Leben." (Daniel Kehlmann)

 


15.05. Sabine Gruber 

Über Nacht

Lesung 19.30 Uhr

Sabine Gruber 
Geboren 1963 in Meran (Italien), aufgewachsen in Lana. Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Innsbruck und Wien. Von 1988 bis 1992 Lektorin für Deutsch an der Universität Venedig. Seit 2000 freie Schriftstellerin. Lebt in Wien. Veröffentlichung von Gedichten, Erzählungen, Hörspielen und Theaterstücken in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien. Verfasserin von Essays, Rezensionen, Glossen und Kommentaren. Sabine Gruber erhielt zahlreiche Auszeichnungen, 1994 war sie Stadtschreiberin von Klagenfurt.

Werke (Auswahl)
Der Vogelfänger (Hörspiel, 1993), Bis daß ein Tod (Monolog, 1997), Aushäusige (1996), Fang oder Schweigen (Gedichte, 2002), Die Zumutung (2003), Über Nacht (2007).

In ihrem neuen Roman erzählt Sabine Gruber die Geschichte zweier Frauen in zwei verschiedenen Städten, Mira in Rom und Irma in Wien. Beide Frauen leben mit einem beunruhigenden Verdacht: Mira ist Altenpflegerin und sorgt sich um ihre Ehe. Der eigene Mann wird ihr immer fremder, sie findet sich in der Rolle der Detektivin wieder, spioniert ihm hinterher. Warum schläft ihr Mann nicht mehr mit ihr? Irma zieht ihr Kind allein groß, sie ist Kulturjournalistin und interviewt Menschen mit aussterbenden Berufen, stellt sich aber vor allem selbst Fragen: Wer ist der Tote, der ihr mit seinem Spenderorgan ein neues Leben ermöglicht? Wie lebt es sich mit einem fremden Teil im eigenen Körper? Wie als Überlebende? Zwei Frauen auf Spurensuche, zwei Frauen voller Liebes- und Lebenssehnsucht. Was verbindet die beiden?

'Über Nacht' ist auch ein Buch über das Alter als Realität und Utopie, über den Zufall als Lebens- und Todesmacht und über die Verquickung von Leben und Schreiben. Locker anknüpfend an die Thematik ihres vielgelobten Romans ‚Die Zumutung’, erzählt Sabine Gruber in ihrer schönen, bilderreichen Sprache von den Überraschungen des Lebens und der Willkür des Gerettetwerdens, von der Zerbrechlichkeit der Liebe und dem Aufflammen einer neuen, von Freundschaft und Fürsorge und vom Tod, der erfinderisch macht. 

Über Nacht ist also nicht nur ein formal blitzgescheiter Roman, er hat seine Einsichten auch völlig gelöst in dialogisch-lebendiger Erzählung. Ein Lob der Dichterin!" (Die Zeit)
 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV (Grazer Autoren- und Autorinnenversammlung).

 


09.05.  Klagenfurter LeseFest

Christoph Mauz und Georg Bydlinski

Lesungen für Kinder ab 16.30 Uhr

 

Klagenfurter LeseFest zum Österreichischen Kinder-und Jugendbuchpreis 2006 
Anlässlich der Verleihung des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises findet Anfang Mai wieder in ganz Österreich ein Lese-Fest in den Buchhandlungen und Literaturhäusern statt. Seit über 50 Jahren werden mit dieser staatlichen Auszeichnung jährlich herausragende Publikationen für Kinder und Jugendliche gewürdigt, das künstlerische Schaffen von österreichischen AutorInnen, IllustratorInnen und ÜbersetzerInnen genauso wie die Produktion qualitätsvoller Kinder- und Jugendliteratur in österreichischen Verlagen.

Georg Bydlinski und Christoph Mauz treten gemeinsam im Musil-Institut auf.

 

Georg Bydlinski
1956 in Graz geboren, lebt mit seiner Familie in Mödling bei Wien. Er studierte Anglistik und Religionspädagogik. Seit 1982 ist er freier Schriftsteller. Seine Arbeitsbereiche sind Lyrik, Prosa, Kinderliteratur und Übersetzung.

Georg Bydlinski stellt seine zuletzt erschienenen Bücher vor: Ein Gürteltier mit Hosenträgern, Gedichte und Lieder für Kinder und ihre Erwachsenen, und Wie ein Fisch, der fliegt, Geschichten vom Glück – witzig-kluge Kurzdialoge zwischen einem Dichter, der über das Glück schreiben will, und seiner kleinen Tochter.

Christoph Mauz 
1971 in Wien geboren. Er zählt zu den beliebtesten österreichischen Kinderbuchautoren, schreibt Lyrik und Kabarett-Texte für Erwachsene und arbeitet als Interpret. Er ist verheiratet und lebt in Wien.

Christoph Mauz hat Gruselgedichte im Gepäck und liest  außerdem aus Meier greift ein! , einem Kriminalroman für Menschen ab 11. Meier (Vorname unbekannt) wünscht sich zum Geburtstag ein „spektakuläres“ Geschenk – und bekommt einen Detektivkoffer, alles inklusive: Lupe, Handschellen, Handbuch. Damit ist er mehr als zufrieden und beginnt sofort, sich einen „Fall“ zu suchen. Dieser liegt näher, als er hoffen konnte, denn in seiner Klasse spielen sich höchst seltsame Dinge ab. Meier, der frischgebackene Kommissar, tut alles, was er kann, um Licht in diese Angelegenheiten zu bringen. Locker und mit skurrilem Humor erzählt das Buch, was Meier auf seinem spannenden Weg erlebt.

 

 

 

08.05. Anton Haderlap

Graparji

Zweisprachige Lesung

19.30 Uhr

Anton Haderlap

Geboren 1930 in Lepena/Leppen bei Železna Kapla/Eisenkappel. Von 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Partisanenkurier. Nach dem Krieg schlug er sich zunächst als Waldarbeiter, Holzmanipulant und im Dienst des Grafen Thurn durch. 1956 legte er die staatliche Jagdprüfung ab und übersiedelte nach seiner Heirat nach Feldkirchen/Trg, wo er bis zu seiner Pensionierung 1990 als Förster und Leiter des forstwirtschaftlichen Unternehmens des Grafen Goëss tätig war.

 

Anton Haderlap schreibt in Graparji  (Die Leute aus dem Leppen-Graben) die Geschichte seiner Jugend nieder. Beginnend mit der Chronik seiner Familie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, erzählt er von einzelnen und gemeinsamen Schicksalen seiner Verwandtschaft, den Mitgliedern der Vinkl-Familie. Den Leppen-Graben, seine engere Heimat, die Literaturliebhabern aus den Werken von Florjan Lipuš und Maja Haderlap bekannt ist, stellt er im Lichte wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse, der Art und Weise der Haushaltung, der Lebensformen und historischen Ereignisse der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs dar. Die Bewohner des Eisenkappeler Raums bekamen die Folgen von Hitlers Imperativ „Macht mir dieses Land deutsch!“ am deutlichsten zu spüren. Die Entscheidung, der slowenischen Muttersprache treu zu bleiben und die Weltanschauung und politische Ausrichtung frei zu wählen, bedeutete für viele ein langwieriges Leiden und den Tod im KZ, so mancher Hof wurde in Schutt und Asche gelegt, seine Bewohner ermordet, die Flucht in die Wälder und der Eintritt in die Partisanenbewegung war oft die einzige Überlebensmöglichkeit … Trotz der schwierigen Lebensbedingungen und der schlechten Zeiten sind Haderlaps Grabenbewohner voller Lebensfreude. Unübersehbar ist die Liebe des Autors zum Wald und zur Jagd, der er zeit seines Lebens treu geblieben ist und die er in seinen Gedichten besungen hat.

Einführende Worte: Dr. Helga Mračnikar 

Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945.

 

 


26.04.  Kevin Vennemann 

Mara Kogoj

Lesung 19.30 Uhr

Kevin Vennemannc 
Geboren 1977 in Dorsten (Westfalen), lebt in Wien und Berlin. Studium der Germanistik, Anglistik, Judaistik und Geschichte in Köln, Innsbruck, Berlin und Wien. Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses 2004, Teilnahme beim Bachmannwettbewerb 2006.

Werke

Wolfskinderringe (2002), Nahe Jedenew (2005), Mara Kogoj (2007).

 

Tone Lebonja nimmt mit seiner Kollegin Mara Kogoj im Rahmen einer österreichischen Studie zu Protokoll, was Klagenfurter über ihr Verhältnis zu Heimat und Staat zu erzählen wissen. Einer der Befragten ist Ludwig Pflügler, 60, selbsternannter Journalist, vorbestraft, deutschnational, heimattreu. Seine Interpretation der Kärntner Geschichte und seine Diffamierungen der slowenischen Minderheit lassen sich nicht mehr nur distanziert zur Kenntnis nehmen; vor allem seine Sichtweise auf den Partisanenkrieg am Ende des Zweiten Weltkriegs betrifft die beiden Zuhörenden direkter, als sie zunächst wahrhaben wollen. Doch Lebonja, überzeugt, weiterhin verdrängen zu können, was ihn als Slowenen einst aus seiner Heimatstadt fortgetrieben hatte, schweigt. Pflügler dominiert, taktiert, beansprucht Deutungshoheit. Bis Mara Kogoj die Fäden in die Hand nimmt und selbst zu berichten beginnt – von dem, »um das es ihr eigentlich und überhaupt geht und immer schon gehen mußte«: von der anderen Version der Kärntner Geschichte.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Društvo/Verein Peršman zum 62. Jahrestag des Peršmanhof-Massakers. 
 

 


Musste wegen Krankheit abgesagt werden! Ein neuer Termin wird im Herbst nachgeholt!  
17.04.  Ilija Trojanow





Der Weltensammler 

Lesung

19.30 Uhr

Ilija Trojanow 
Geboren 1965 in Sofia, Bulgarien. 1971 Flucht der Familie nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhält, ab 1972 zehnjähriger Aufenthalt in Kenia. 1985 bis 1989 Studium der Rechtswissenschaften und Ethnologie in Münchn, 1989 Gründung des Marino-Verlags, 1999 Umzug nach Indien. Seit 2003 lebt Trojanow in Kapstadt, derzeit ist er außerdem Stadtschreiber der Stadt Mainz.

Werke (Auswahl) 

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall (1996), Hundezeiten (1999), An den Ufern Indiens (2003), Zu den heiligen Quellen des Islam (2004), Der Weltensammler (2006), Gebrauchsanweisung für Indien (2006), Die fingierte Revolution. Bulgarien, eine exemplarische Geschichte (2006).

Trojanows Romanheld,  der britische Offizier Sir Richard Burton (1821-1890), ist einer der seltsamsten Menschen des an exzentrischen Figuren reichen 19. Jahrhunderts: Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen und jede Anstrengung zu vermeiden, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in die fremden Religionen und reist zum Schrecken der einheimischen Behörden anonym in den Kolonialländern herum. Ilija Trojanow hat einen farbigen Abenteuerroman geschrieben, der durch genaue Sachkenntnis begeistert. Er ist Burton durch drei Kontinente hinterhergereist, um dessen Begeisterung für Hinduismus, Islam und afrikanischen Naturreligionen auf die Spur zu kommen. Und zugleich ist dieser Roman hochaktuell, weil er erklärt, warum der Westen bis heute nichts von der Dynamik und den Geheimnissen der Welt des Ostens begriffen hat.

"Dem Dialog über Fremdheit und Ferne hat Ilija Trojanow in seinem großartigen, Epochen und Kulturen umspannenden Roman eine authentische, moderne und plyfone Stimme gegeben." (Die Zeit)

 

 

15.04. Sonntag

11.00 Uhr

Musil-Matinee

Klaus Amann: Robert Musil – Literatur und Politik 

Buchpräsentation, Lesung und Gespräch

Zum 65. Todestag Robert Musils (+15.4.1942) stellt Klaus Amann sein Buch über den 'politischen' Musil vor. Es steht im Zusammenhang mit den Arbeiten an der 'Kommentierten digitalen Edition sämtlicher Werke, Briefe und nachgelassener Schriften' Robert Musils, die vom Musil-Institut vorbereitet wird (Erscheinungstermin Herbst 2008).

Essays und Reden sowie unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass, die bisher noch nie im Zusammenhang und im Hinblick auf Robert Musils Selbstverständnis als Schriftsteller analysiert wurden, bilden die Basis dieser Neuerscheinung.

Sie dokumentieren Musils Reaktionen auf die politischen Veränderungen in den 1930er Jahren und die persönlichen Konsequenzen, die er aus diesen Erfahrungen zog; sein Nachdenken über seine Rolle als Schriftsteller und seine Anstrengungen, sich über die Funktion der Literatur im Angesicht der Diktaturen von links und rechts klar zu werden.

 

"Der Dichter spricht: Ich war nie Partei. Ich war immer einsam. Ich habe meine Pflicht getan. Aber jetzt will man mich hindern, sie zu tun. Darum stehe ich da." (Robert Musil, Aphorismen, 1935/36)

 

Im Anschluss an ein Gespräch zwischen Walter Fanta und Klaus Amann liest Wolfram Berger aus den politischen Schriften Musils.

 


27.03.  Khalid Al-Maaly 

Zwischen Zauber und Zeichen 

Lesung, Gespräch und Musik

19.30 Uhr

Khalid Al-Maaly 
1956 im Irak geboren, 1979 Flucht nach Frankreich aus politischen Gründen. Gründung des Al-Kamel Verlages für Publikationen in Arabisch. Er lebt seit 1980 als Schriftsteller, Übersetzer und Verleger in Köln. Erhielt diverse Stipendien und Auszeichnungen wie 1991 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.  

Werke (Auswahl) 

Gedanken über das Lauwarme (Prosa, 1989), Mitternachtswüste (Gedichte, 1990), Eine Phantasie aus Schilf (Gedichte, 1994), Landung auf dem Festland (Gedichte, 1997), Zahlreiche Publikationen zu arabischer und irakischer Literatur: Lexikon arabischer Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts (2004), Die arabische Welt – Zwischen Tradition und Moderne (2004), Zwischen Zauber und Zeichen – Moderne arabische Lyrik von 1945 bis heute (2000) und Übersetzungen deutscher Literatur, in erster Linie Lyrik, ins Arabische und arabischer Lyrik ins Deutsche.

Trotz ihres bedeutenden Stellenwerts in der Weltliteratur wird die arabische Literatur im deutschsprachigen Raum meist wenig zur Kenntnis genommen. Dies gilt leider auch für die arabische Gegenwartsliteratur. Khalid Al-Maaly hat mit seinem 1983 gegründeten Al-Kamel Verlag eine Plattform für verfolgte arabische Schriftsteller geschaffen. Mit seiner Arbeit setzt er sich für den Dialog zwischen arabischen und deutschen Autoren ein. Neben klassischen Werken des Orients verlegt Al-Kamel vor allem auch deutsche Autoren, Philosophen und Wissenschaftler wie Hermann Hesse, Friedrich Nietzsche, Robert Musil und Ulrich Beck, die ins Arabische übersetzt werden. Seine Anthologien informieren nicht nur über den Geschichte, Werke und Autoren der arabischen Literatur, sondern liefern darüber hinaus tiefe Einblicke in die politische, soziale und kulturelle Wirklichkeit der arabischen Welt im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen Individuum und Gesellschaft.  

Musik: Asim Al-Chalabi, Oud

Asim Al-Chalabi ist Meister der orientalischen Kurzhalslaute Al-Oud. Er komponiert Werke für Oud als Soloinstrument und beschäftigt sich mit arabischer, persischer und türkischer klassischer Musik. Asim Al-Chalabi wurde in Bagdad/Irak geboren. Schon mit zehn Jahren begann er, die arabische Laute Al-Oud zu spielen. 1978 bis 1980 studierte er arabische Musik am Institut für Tonart-Studien in Bagdad. 1980 zwang ihn die politische Situation, das Land zu verlassen. In Wien absolvierte er ein Studium der Musikerziehung für Laute, Cello, Klavier und Gesang. Der in Wien lebende Musiker gab und gibt zahlreiche Solo- und Gruppenkonzerte im In- und Ausland und arbeitet auch als Lehrer für Oud.

 

Im Anschluss arabisches Büffet.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Universitäts.Club.

 

22.03. Leopold Federmair

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik an der Universität Klagenfurt:                                                                                          

Erinnerung an das, was wir nicht waren 

19.30 Uhr

Leopold Federmair 
Geboren 1957 in Wels/OÖ. Studium der Germanistik, Publizistik und Geschichte in Salzburg, 1985-1993 Lektor für deutsche Sprache in Frankreich, Italien und Ungarn. Seit 1989 regelmäßige Aufenthalte in Lateinamerika. Seit 1993 freiberuflicher Schriftsteller, Essayist, Kritiker und Übersetzer aus dem Französischen, Spanischen und Italienischen. Lebt in Wien und Osaka. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Werke (Auswahl)

Flucht und Erhebung (1997), Mexikanisches Triptychon (1998), Das Exil der Träume (1999), Kleiner Wiener Walzer (2000), Dreikönigsschnee. 1723 (2003), Adalbert Stifter und die Freuden der Bigotterie (2005), Ein Fisch geht an Land (2006). 

Erinnerung an das, was wir nicht waren

Im Herbst erscheint im Otto Müller Verlag ein neuer Roman von Leopold Federmair. Aus dem Manuskript, für das er 2005 das Adalbert-Stifter-Stipendium erhielt, wird Federmair im Musil-Institut erstmals lesen.

 

13.03. Stefan Weidner

Stefan Weidner
Geboren 1967, arbeitet als Islamwissenschafter, Publizist und Übersetzer aus dem Arabischen. Bei zahlreichen Reisen und Auslandsaufenthalten hat er der Psychologie und Philosophie in Düsseldorf. Seit 1994 freier Autor. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. Vier seiner zahlreichen Titel wurden verfilmt. Mario Giordano lebt in Köln.

Allah heißt Gott - Eine Reise durch den Islam

Kinderliteraturlesung, 17.00 Uhr

Ausgehend von der Situation der Kinder schreibt der Islamwissenschafter Stefan Weidner in seinem Buch Allah heißt Gott - Eine Reise druch den Islam spannend und anschaulich über die zweitgrößte Weltreligion, den Islam. Er erzählt von Mohammed, erklärt, was man in einer Koranschule lernt, stellt auch Konflikte und Ängste dar und vermittelt Kindern die Faszination dieser fremden Glaubenswelt.

 

Fes, Sieben Umkreisungen, 19.30 Uhr

Sieben Mal muss der Pilger die Kaaba umkreisen, in sieben Kapiteln umkreist Stefan Weidner mit seiner neuen, um eigene Fotos ergänzten Erzählung die marokkanischen Königsstädte Fes und Marrakesch. Eine Gruppe von Bildungstouristen fährt für einen Tag nach Fes. Ihr Reiseführer ist kein gewöhnlicher Mann, sondern der in Fes geborene Dichter Nassib. Er will seinen Besuchern mehr zeigen als nur die touristische Außenhaut der Stadt. Sein Eifer treibt die unterschwelligen kulturellen Konflikte auf die Spitze, und es kommt zu einem Eklat. Während die anderen am übernächsten Tag abreisen, fährt R., der Nassib von früheren Begegnungen kennt, weiter nach Marrakesch. In der Erinnerung an den Ausflug nach Fes, in Träumen, Assoziationen und angesichts eines sich rapide verwandelnden Landes läutern sich die Reiseerlebnisse zur Vision eines rundum erneuerten Blicks auf die Welt.

Mit Hilfe der verblüffenden Synergien von Literatur und Fotografie gelingt es dem Autor, die alltäglichen Erfahrungen von Touristen in der islamischen Welt in neue Sinnzusammenhänge zu stellen und uns im wahrsten Sinne des Wortes die Augen zu öffnen. 

"Eine spannende Lektüre, welche direkt ins Herz einer widersprüchlichen Religion und ihrer Kultur führt." (Marko Martin, Die Welt)

 

08.03. Lilian Faschinger

Stadt der Verlierer

Lesung

19.30 Uhr

Lilian Faschinger 

Geboren 1950 in Tschöran/Kärnten, studierte Anglistik und Geschichte in Graz. Seit 1992 arbeitet sie als Schriftstellerin und Übersetzerin. Ihr vielbeachteter Roman Magdalena Sünderin (1995) wurde in 17 Sprachen übersetzt. Von 1998 bis 2003 mehrere Gastprofessuren an Universitäten in den USA. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Lilian Faschinger lebt in Wien. Diverse Auszeichnungen wie den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer (1990).

Werke (Auswahl)
Selbstauslöser (Lyrik und Prosa, 1983), Die neue Scheherazade (1986), Lustspiel (1989), Frau mit drei Flugzeugen (1993), Ortsfremd (Gedichte, 1994), Magdalena Sünderin (1995), Wiener Passion (1999), Paarweise (Erzählungen, 2002), Stadt der Verlierer (2007).

Matthias hasst es, wenn Frauen widersprechen. Als er sich von seiner Freundin Trixi im Lainzer Tiergarten erholen will, liegt im Gras eine Frau, die kein Wort mehr sagt, in weißem Kleid und mit rotblondem Haar. Selbstmord. Doch die Frau ist nicht tot, und als sie die Klinik verlassen hat, besucht sie Matthias, um sich auf ihre Art zu bedanken. Zur gleichen Zeit bekommt das Detektivbüro Dr. Novak & Hammerl Besuch. Emma Novak, die gescheiterte Altertumswissenschaftlerin, und Mick Hammerl, der gescheiterte Friseur, sollen den Sohn von Greta Mautner finden, den diese einst nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Routine. Doch als der Mann gefunden ist, beginnt der Fall erst richtig, und die Frau, die jetzt ermordet in ihrem Haus gefunden wird, ist wirklich tot und ihr schönes Kleid zerfetzt.

Lilian Faschingers neuer Roman entwirft ein ironisches und zuweilen groteskes Panoptikum der Stadt Wien und ihrer Bewohner, und er zeigt, wie schnell das Skurrile und Komische überkippt in einen makabren und pathologischen Fall.

 


30.01. Christine Haidegger

Fremde Mutter

Lesung

19.30 Uhr

Christine Haidegger 

Geboren 1942 in Dortmund, aufgewachsen in Oberösterreich. Nach der Matura mehrere Jahre in England, Frankreich und Italien. Seit 1964 freiberufliche Schriftstellerin in Salzburg. Vorstandsmitglied der IG Autoren, Obfrau der Salzburger Autorengruppe. Zahlreiche Auszeichnungen wie der Kulturpreis der Stadt Salzburg (1984), der Lyrikpreis des Landes Salzburg (2005).

Werke (Auswahl)
Entzauberte Gesichte (1976), Zum Fenster hinaus. Eine Nachkriegskindheit (1979), Adam / Adam (1985), Amerikanische Verwunderung (1993), Atem. Stille. (Gedichte, 1993), Schöne Landschaft (1993), Cajuns, Cola, Cadillac. American Sightseeing (1997), Weiße Nächte (Gedichte, 2002), Fremde Mutter (2006).

Es ist ihr Lebensbericht, den Elisabeth kurz vor ihrem Tod in einem „Sanatorium“ nahe Hartheim einem jungen Arzt anvertraut. Aufgewachsen in einem Dorf in Süddeutschland, verbringt sie eine von Entbehrungen geprägte Kindheit. Karge Worte und Strenge kennzeichnen die Beziehung zu ihrer Mutter. Trotz zahlreicher Schicksalsschläge, von denen die junge Frau völlig unerwartet getroffen wird, kann Elisabeth auch in den düstersten Zeiten stets noch das Gute sehen. Während Elisabeths Mutter sich mit ihrem Schicksal abgefunden hatte, will die Tochter die tristen Umstände ihrer Zeit nicht einfach so hinnehmen.

Nach langen Jahren der Lyrik und Kurzprosa veröffentlichte Christine Haidegger mit ‚Fremde Mutter’ nun wieder einen Roman. Darin schildert sie ein authentisches Stimmungsbild der Zwischenkriegszeit. Bisher nur mit der unmittelbaren Gegenwart beschäftigt, wird aus einer jungen Frau eine Beobachterin der politischen Verhältnisse. In den schwierigsten Zeiten des 20. Jahrhunderts wächst sie durch Selbstbestimmung und Anteilnahme über sich selbst hinaus.

"Darum geht es, dass viele Menschen, die zu der Zeit erwachsen waren, immer wieder behauptet haben, sie hätten nichts gesehen, nichts gehört und nichts gewusst."

(Christine Haidegger)

 

25.01.  Walter Kappacher 

Selina oder das andere Leben

Lesung 19.30 Uhr

Walter Kappacher 
Geboren 1938 in Salzburg. Ausbildung zum Mechaniker, seit 1961 in verschiedenen Berufen tätig. 1964 Beginn der literarischen Tätigkeit, seit 1967 Veröffentlichungen, seit 1978 freiberuflicher Schriftsteller (Prosa, Hörspiele, Drehbücher). Er lebt in Obertrum bei Salzburg. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen wie der Rauriser Literaturpreis (1985) oder der Große Kunstpreis für Literatur des Landes Salzburg (2006).

Werke (Auswahl)

Nur Fliegen ist schöner und andere Geschichten (1973), Morgen (1975), Die Werkstatt (1975), Rosina (1978), Die irdische und die himmlische Liebe (Hörspiel, 1981), Der lange Brief (1982), Gipskopf (1984), Ein Amateur (1993), Wer zuerst lacht (1997), Silberpfeile (2000), Selina oder das andere Leben (2005).

 

In Walter Kappachers Roman ,Selina oder Das andere Leben’ wird die Geschichte des Italienaufenthalts eines österreichischen Lehrers erzählt, der eine Auszeit nimmt und in ein abgelegenes Haus in der Toskana zieht. Der um vieles ältere Heinrich Seiffert hat Stefan eingeladen, sein altes Bauernhaus in der Nähe von Arezzo zu bewohnen. In der Einsamkeit der ungewohnten Umgebung entwickelt sich das Gefühl für ein neues, anderes, Leben. Er macht sich das Haus und die Umgebung bewohnbar, nähert sich den Menschen im Dorf an, der Natur. Es sind die Jean-Paul'schen Themen Liebe; Tod und Unsterblichkeit, die sich langsam entwickeln.

"Da hat einer die Uhren der gewöhnlichen literarischen Zeit angehalten und neu gestellt", schrieb Paul Ingendaay in der FAZ über Walter Kappachers Selina. Der allseits gefeierte Roman, der zu den größten literarischen Überraschungen des letzten Jahres gehörte, hat seinen Autor, der lange eher als Geheimtipp galt, ins Zentrum des Interesses gerückt.

 

18.01. Erich Prunč

Still-Leben. Tihožitja

Zweisprachige Lesung

19.30 Uhr

Erich Prunč
Geboren 1941, Kärntner Slowene, Professor am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz.

Erich Prunč betreibt in seinem frühen, bislang ohne Nachfolger gebliebenen Gedichtband ‚Still-Leben’(1965) eine lustvoll-radikale dichterische Dekonstruktion der zentralen Kärntner slowenischen Mythen: des Königs Matthias, der als Personifizierung historischer Erwartungen Recht und Gerechtigkeit wiederherstellen soll, der Saligen Frauen, die, in den Karawanken wohnend, die Sehnsucht nach Harmonie und Poesie repräsentieren, und der idealisierten Frauengestalt der Rosentaler Bauerntochter Miklova Zala, die von den Türken, dem Inbegriff des Bösen, entführt, heil in das dörfliche Idyll zurückgekehrt sein soll. In den Zyklopen schließlich thematisiert er anhand konkreter Ereignisse die Gewalt der Einäugigen, die ihr imaginäres Territorium vor den Schiffen des weltgewandten Odysseus verteidigen. Mit ihren expressionistisch grellen Tönen, gebändigt durch einen disziplinierten Formwillen, sind Prunčs scharfsinnig-sinnliche Gedichte in Fabjan Hafners Übersetzung auch nach vier Jahrzehnten schmerzlich-schön wie am ersten Tag ihrer ekstatischen Niederschrift. Gelesen vor dem heutigen Kontext, festigen sie das bittere Gefühl, dass in Kärnten die Zeit - allen Versuchen der ideologischen Abrüstung zum Trotz - seit der Entstehung der Gedichte im Jahre 1964 stillgestanden ist.

 

Epilog zum Zyklus Die Zyklopen

Kein Weg führt zurück. / Die Schiffe leck, /

die Flaggen tot, / durstig der Wind.

Kein Weg führt zurück / Schiffer, hier, /

an dieser Küste, / finden wir unser Glück.

 

 

 


11.01.

Margit Hahn

Totreden

Lesung

19.30 Uhr

Margit Hahn 
1960 in Wien geboren. Seit 1992 Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Zeitungen und diversen Anthologien, seit 1990 Leiterin der Literaturgesellschaft Klosterneuburg. Sie lebt in Klosterneuburg-Weidling/NÖ. Diverse Auszeichnungen wie der Förderungspreis der Stadt Wien für Literatur (1994) oder das Staatsstipendium für Literatur des BKA (1998/1999).

Werke (Auswahl)
Einsamkeit der Lust (1992), Die kleinen Fallen der Lust (1994), Stille Sehnsucht (Gedichte, 1994), Im Streiflicht des Mondes (Gedichte, 1995), Entgleisungen. Eisenbahnerzählungen (1997), HAUT.NAH (1997), Der männliche Blick (1999), Delikatessen (2001).

 

"Niemand ist vor ihrem alle Moral denunzierenden Blick sicher" - so bringt Konrad Paul Liessmann auf den Punkt, was die Texte von Margit Hahn auszeichnet. Auch in ihrem lange erwarteten neuen Buch bleibt sie ihrem vehementen Erzählstil treu: Ihre Schauplätze sind die Büros, Besprechungszimmer und Chefetagen, die von einer Atmosphäre der Sorge um die Karriere, den Arbeitsplatz, die Existenz erfüllt sind - eine Angst, die nicht selten in subtile und offene Gewalt umschlägt. Ihre Hauptpersonen sind die Karrierebewussten, deren Treppe auf dem Weg nach oben von den Rücken der Kollegen gebildet wird - die Dynamischen, die sich am Geländer von Macht, Sex und Jugendlichkeit entlanghanteln - und die Verunsicherten, die sich jeden Tag aufs Neue fragen müssen, wie lange ihre Arbeit wohl noch gefragt ist. Margit Hahn beschreibt Eitelkeiten und Intrigen, Neid, Ängste, Boshaftigkeit, Mobbing und die kleine Lust an der Rache mit Ironie und bissigem Humor. 

"... Geschichten,  die amüsant, fast lustig beginnen, hurtig kippen, bis einem der Atem stockt... großes Lesevergnügen!" (Buchkultur)

 

 

12.12.

Evelyn Schlag

Architektur einer Liebe

Lesung

19.30 Uhr

Evelyn Schlag
Geboren 1952 in Waidhofen an der Ybbs. Studium der Germanistik und Anglistik in Wien. Seit Mitter der 1970er Jahre schriftstellerisch tätig. Lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Waidhofen. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen wie der Anton-Wildgans-Preis (1997) und Otto-Stoessl-Preis (1998).

Werke (Auswahl)
Unsichtbare Frauen (1995), Die göttliche Ordnung der Begierden (1998), Das Talent meiner Frau (1999), Brauchst du den Schlaf dieser Nacht (2002), Das L in Laura (2003), Architektur einer Liebe (2006).

 

Kaum eine andere Schriftstellerin versteht es so wie Evelyn Schlag, der Sinnlichkeit Ausdruck zu verleihen. Präzise und subtil, nebstbei mit kenntnisreich-ironischen Seitenhieben auf die Rankünen des globalisierten Kulturbetriebs, erzählt sie die ewig junge Geschichte von der großen Liebe in der Mitte des Lebens und von der Angst vor dem Glück.

Ihr neuer Roman »Architektur einer Liebe« ist nicht nur eine Satire über den Architekturbetrieb, sondern setzt sich auch kritisch mit den Errungenschaften des Feminismus auseinander.

Vittoria Monti ist die Verkörperung einer Stararchitektin, gewandt und erfolgsorientiert weiß sie sich und ihre Bauten stets in bestem Licht zu präsentieren. In der Mitte ihres Lebens stehend, ist die attraktive und selbstbewusste Karrierefrau in der ganzen Welt bekannt und hoch angesehen.

Bei einer Russlandreise begegnet ihr in der Eremitage in St. Petersburg ein Mann. Sie wechseln kein einziges Wort, aber die Sehnsucht nach einem Menschen in ihrem Leben ist auf einmal wieder da.

"Selten noch hat jemand das, was Liebe auf den ersten Blick genannt wird, so nuancenreich zu Sprache gebracht." (Der Standard)

 

Atem und Raum

 

Ausstellung von Johanes Zechner  in den Veranstaltungsräumen des Musil-Instituts

"Atem und Raum" bezeichnet eine Veranstaltungsreihe,  in der sich Literatur und Bildende Kunst begegnen, gewissermaßen Bezug aufeinander nehmen: ein Autor, der aus eigenen Werken liest und einen kommentierenden Text zu den gezeigten Werken verfasst – ein Künstler, der literarische Texte als zentrale Elemente in seinen Bildern verarbeitet. 

Vernissage und Lesung eröffneten am 7. 12. die bis Ende März dauernde Ausstellung von Johanes Zechner in den Veranstaltungsräumen des Musilhauses. Gezeigt werden Malereien mit Lyriken von Peter Waterhouse, Inger Christensen und Reinhard Priessnitz.

 

Johanes Zechner
Geboren 1953 in Klagenfurt. Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und am Royal College of Art in London. Seit 1980 als freischaffender Künstler in den Bereichen Malerei, Skulptur und Performance tätig. Lebt und arbeitet in Mieger und Hamburg.

 

 

 


06.12.  

literatur/a

Jahrbuch 2006

19.30 Uhr

Präsentation

mit

Lilian Faschinger
Maja Haderlap
Lydia Mischkulnig
Martina Wadl

 

und
A Band from Home
featuring Ali Gaggl, Primus Sitter,
Stefan Gfrerrer und Emil Kristof

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literatur_Spur_
gemeinsam mit dem Kulturreferat des Landes Kärnten, der Buchhandlung Thalia und dem Ritter Verlag Klagenfurt

 


04.12.  Mario Giordano

Leonardos Katze

Kinderliteraturlesung

17.00 Uhr

Mario Giordano
Geboren 1963, Studium der Psychologie und Philosophie in Düsseldorf. Seit 1994 freier Autor. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. Vier seiner zahlreichen Titel wurden verfilmt. Mario Giordano lebt in Köln.

Werke (Auswahl)
Die wilde Charlotte (1992), Franz Ratte räumt auf (1993), Karakum: Abenteuer in der Salzwüste (1993), Die drei vom Zirkus/ I tre del circo (1995), Der aus den Docks (1997), Ein Huhn, ein Ei und viel Geschrei (1999), Pablos Geschichte (2000), Der Mann mit der Zwitschermaschine. Augenreise mit Paul Klee (2001), Ein todsicheres Geschäft (2002), Engel und Ungeheuer (2002), Der Löwe im Atelier (2003), Leonardos Katze (2006).

Gemeinhin werden kostbare Bildbände nur ungern Kinderhänden überlassen – bei den von Mario Giordano gestalteten Bilder-Büchern darf und soll Kunst von Kindern gerade durch Be-greifen entdeckt werden.

Es sind kleine Schmuckstücke,  in denen Giordano zu verschiedenen Themen berühmte Werke großer Maler zeigt und sie mit spielerischen Texten begleitet. Giordano lässt die Kunstwerke selbst erzählen, ist sehr zurückhaltend, was Erklärung und Deutung angeht. Vielmehr werden die Kinder zu Neugier angeregt, sich selbst mit den Bildern auseinander zu setzen und den großen Künstler für sich zu entdecken.

In seinem zuletzt erschienenen Band "Leonardos Katze" wird lebendig und in leichtem Ton von der Kunst und dem Erfindungsreichtum Leonardo da Vincis erzählt. Dieses und weitere seiner Kunstbücher, so auch "Engel und Ungeheuer", in dem er die schönsten Bilder von himmlischen Boten und finsteren Drachen von Raffael bis Klee versammelt, wird Mario Giordano vorstellen und damit bestimmt nicht nur Kindern eine Freude machen.

"Einen schöneren Zugang zur großen Kunst kann man sich kaum vorstellen." (Der Tagesspiegel)

 


28.11. Franz Schuh

Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche

Lesung 19.30 Uhr

 

Franz Schuh

Geb. 1947 in Wien, studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik. Er ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und Kolumnist, u. a. für 'Die Zeit' und 'Literaturen'. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen wie den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik oder den Preis der Lepiziger Buchmesse.

Werke

Liebe, Macht und Heiterkeit. Essays (1985), Das phantasierte Exil. Essays (1991), Der Stadtrat. Eine Idylle (1995), Schreibkräfte (2000), Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche (2006).

 

Franz Schuh ist Essayist, Philosoph und glänzender Interpret eigener Texte. Sein zuletzt veröffentlichtes Buch, 'Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche', ist das, was Franz Schuh als sein Hauptwerk bezeichnet: ein buntes Gemisch von Selbstgesprächen, Erzählungen, Notaten und dokumentarischen Skizzen, von echten und fingierten Bekenntnissen, von phantasierten Visionen und skurrilen bis rührenden Reflexionen über Liebe, Glück und Sinnlosigkeit. Franz Schuhs Aufzeichnungen sind euphorisch-melancholische Grenzgänge, die das Durcheinander der Welt nicht beseitigen, sondern ihm auf eigenartige Weise Glanz verleihen.

„Unter allen bösen Zungen deutscher Sprache, die wohltätige Wirkungen zeitigen, ist die von Franz Schuh eine der schönsten." (aus der Laudatio zum Medienpreis Davos 2006)

 

 

 


23.11.  mitSprache 2006 - Literatur & Identität:

„Sve je hin, kad i ka Krowod mea bin“ - Alles ist hin, weil i ka Krowot mea bin

Die Literatur der burgenländischen Kroaten. Eine Bestandsaufnahme

Petar Tyran, Doroteja Zeichmann-Lipković und Romana Schweiger

Vortrag, zweisprachige Lesung, Diskussion 19.30 Uhr

Petar Tyran: Autor, Herausgeber der burgenländisch-kroatischen Wochenzeitung „Hrvatske Novine“.

Doroteja Zeichmann-Lipković: Lyrikerin Prosaistin (Mrtvi na odmoru, 1999)

Romana Schweiger: Lyrikerin

Beheimatet in drei Kulturkreisen und schriftstellerisch tätig in zumindest zwei Sprachen, pendeln die burgenländischkroatischen Schriftsteller heute zwischen den verschiedenen Literaturen. Trotz eines ständigen Assimilationsdrucks konnten sich die burgenländischen Kroaten ihre kulturelle Identität sowie ihre Sprache bis heute bewahren. Und - sie haben zweisprachige Ortstafeln.

 Eine Ironie des Schicksals - oder doch wundersame Fügung? Den Beginn der alten Haydnschen Kaiserhymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ hat der Komponist, sagen wir es nobel, bei den Kroaten entlehnt. Mit diesem alten kroatischen Volkslied „Jutro rano sam se ja stal“ (Am frühen Morgen stand ich auf) haben die Burgenländischen Kroaten, freilich ohne es zu wissen, auch Hitler besiegt. Sein „Deutschland, Deutschland über alles“ konnte deutscher nicht sein – und dennoch sangen die wackeren Recken ihr Loblied auf das Dritte Reich zu einer slawischen Melodie, die zu einem Volkslied der Untermenschen, wie Hitler und seine Kumpanen die Slawen damals nannten, und noch dazu aus der damaligen Ostmark, die man später von „fremdem Blute“ reinigen wollte. Hätten die Obergermanen das damals gewusst … (Peter Tyran)

 

 


16.11.  Friedrich Achleitner 

und oder oder und

Lesung 19.30 Uhr

Friedrich Achleitner 
Geboren 1930 in Schalchen, Oberösterreich. 1955-1964 Mitglied der Wiener Gruppe. Bis 1998 Professor für Architekturgeschichte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Vertreter der Konkreten Poesie und modernen Dialektdichtung. Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 1984.

Werke

prosa, konstellationen, montagen, dialektgedichte, studien (gesammelte texte) (1970), quadratroman (1973), Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert (1980ff.), KAAAS. Dialektgedichte (1991), Die Plotteggs kommen (1995), einschlafgeschichten (2003), wiener linien (2004), und oder oder und (2006).

 

Seit dieser „begnadete Sprachspieler“ (Sigrid Löffler), der als Architekturhistoriker eine veritable Instanz ist, nach Jahren der dichterischen Absenz mit zwei wunderbar-hintersinnigen Sammlungen von Kurz- und Kürzesttexten auf die literarische Bühne zurückgekehrt ist, wächst seine Leserschaft stetig. Auch in seinem neuen Buch wird, wie es ein Kritiker treffend formulierte, „mit minimalem Aufwand maximale Wirkung erzielt“: Geschichten von einarmigen Banditen in Secondhandläden, von Eulen in Athen, weißen Kannibalen im Innviertel und dem Juste milieu der heimischen Architekturszene bezeugen aufs Neue Achleitners außergewöhnliche Sicht auf nur scheinbar alltägliche Situationen und Wendungen. Wie ein Akrobat steigt der Autor, einst Mitglied der legendären Wiener Gruppe um H. C. Artmann und Konrad Bayer, auf das Drahtseil und vollführt in seinen Prosaminiaturen Gedankenkapriolen voller Witz und absurdem Humor.

„Achleitners Prosastücke: kleine Glücklichmacher aus der Feder eines großen Widerspruchsgeistes."  (Ronald Pohl, Der Standard)

 

 

18. 10.  František Janouch 

Selbst der Teufel würde erröten

Briefe meines Vaters aus der Hölle von Auschwitz und aus dem KZ am Loiblpaß

Hrsg. Mauthausen Komitee Österreich
Buchpräsentation und Lesung durch den Autor

19.30 Uhr

 

Zm Autor
Univ.Prof. Dr. František Janouch, Jahrgang 1931, ist ein prominenter tschechischer Kernphysiker, der in Stockholm und Prag lebt und wirkt; er ist Menschenrechtsaktivist der ersten Stunde des Prager Frühlings, Mitbegründer und Präsident der immer noch sehr aktiven Charta 77 Stiftung; er war Berater von Vaclav Havel und ist Mitglied des tschechischen P.E.N.-Clubs. Sein Vater, Dr. med. František Janouch, war in den Konzentrationslagern Auschwitz, Mauthausen und Loiblpaß inhaftiert. Nach der Befreiung im Mai 1945 aus dem KZ Loibl Süd arbeitete er noch freiwillig einen Monat im slowenischen Partisanenspital Golnik. Er starb im Jänner 1965 bei einem fremdverschuldeten Autounfall.

 

"In dem vorliegenden Buch kommentiert und veröffentlicht der Autor Briefe seines Vaters, eines bekannten Arztes und Mitglieds einer antifaschistischen Widerstandsgruppe in Prag, die dieser aus den Konzentrationslagern Auschwitz und aus dem Mauthausen Außenlager Loibl-KZ-Süd an seine Familie im besetzten Prag geschrieben hat; eine außergewöhnliche Dokumentation, die auch so genannte Kassiber, also Briefe enthält, die mit Hilfe der slowenischen Widerstandsbewegung "illegal" aus dem Loibl-KZ geschmuggelt wurden.

Es sind sehr persönliche Briefe, die in diesem Buch abgedruckt sind. Auch die Briefe, die die Zensur passieren mussten, sind in einer mehr oder weniger verschlüsselten Form "intim", weil wir durch diese Dokumente sublime Eindrücke, oder zumindest Ahnungen, von der persönlichen Kultur des Erinnerns in der Familie Janouch bekommen. Aber auch die sog. Kassiber vom Loibl, die in tschechischer Sprache geschriebenen Briefe aus dem Loibl KZ Süd, die Dr. Janouch über verlässliche Kameraden und über die slowenische Widerstandsorganisation seiner Frau in Prag zukommen lassen konnte, sind ohne Berücksichtigung des "inneren" Autors bzw. Senders kaum verständlich.“
(aus dem Vorwort von Peter Gstettner, Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška)


Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška.

Begrüßung: Univ.Prof. Dr. Klaus Amann
Einführende Worte: Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner
Vortrag des Autors: Univ.Prof. Dr. František Janouch

 

17.10.  Dieter Sperl

Random Walker - Ein Filmtagebuch

Lesung 19.30 Uhr

Dieter Sperl
Geboren 1966 in Wolfsberg. Studium der Germanistik und Philosophie in Graz, lebt seit 1997 in Wien. Von 1989 bis 1993 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift perspektive. Seit 1992 Herausgeber der edition gegensätze, literarische theorie. Kuratorentätigkeit, 2005 Konzeption und Betreuung des Literarischen Fensters in der Wiener Zeitung.

Werke
entwurf von selbst (Gedichte, 1994), draußen im kopf (Prosa, 1996), Alles wird gut (1998), 12 Uhr Runnin' Sushi (Hörspiel, 2002), Dragon Attack (Hörspiel, 2004), Letzte Liebe (Hörspiel, 2005), Random Walker (Filmtagebuch, 2005).

 

Von Ende 1999 bis Anfang 2002 verfasste Dieter Sperl ein Filmtagebuch. Anhand der Aufzeichnungen, die er während eines Filmes machte, schrieb er seine vielfältigen Prosaminiaturen. Bewegungen des Films, Rhythmen, die gesamte Erzählung oder nur Teile davon, Stimmungen oder Namen, die auffällig waren, konnten jene Impulse sein, die ihn in Spannung versetzten, in eine Wachheit, und die er in Literatur transformierte.
Das Spektrum der solcherart erschriebenen Film-Begegnungen reicht von österreichischen FilmemacherInnen wie Marie Kreuzer, Michael Haneke, Barbara Albert, Michaela Mair, Edith Stauber, über Klassiker wie Fellini, Cassavetes, Wilder, Visconti, Hitchcock, bis hin zu neueren internationalen AutorInnen wie Wong Kar-Wai, Catherine Breillat, Marion Vernoux, David Cronenberg, David Lynch, Ang Lee, Virginie Despentes, Coralie Trinh Thi und vielen anderen.

"Ein Panorama der Welt in all ihren Facetten […] wie sie Kino und Literatur als Abenteuer im Kopf konstruieren.“ (Martina Wunderer)

 

12. 10.  Gabriel Loidolt

Begegnung um Mitternacht - 10 Geschichten über die Liebe

Lesung 19.30 Uhr

Gabriel Loidolt
Geboren 1953 in Eibiswald, aufgewachsen in Graz. Studium der Elektrotechnik in München und der Germanistik in Graz. Arbeitete u.a. mehrere Jahre in Irland, war Mitarbeiter der Filmzeitschrift BLIMP und Mitherausgeber mehrerer Bücher über die Filmkunst sowie freier Werbetexter. Seit 1998 freier Schriftsteller. 

Werke (Auswahl)
Der Leuchtturm (1988), Levys neue Beschwerde (1989), Hurensohn (1998, Verfilmung 2004), Die irische Geliebte (2005), Begegnung um Mitternacht - 10 Geschichten über die Liebe (2006).

 

Ob ein Mann im besten Alter, der auf Freiersfüßen eine Kleinigkeit übersieht; eine Baronin, die bestimmte Probleme auf höchst unkonventionelle Weise löst; eine junge Tramperin aus Japan, die kostenlose Unterkünfte dankbar, aber mit Hintergedanken annimmt; ob ein Herr Mayer, der in Thailand spurlos verschwindet ...                                        

Loidolt erzählt konkret und sehr erotisch, von witzig-humorvoll über melancholisch bis beinhart, ja schamlos.

Seine Helden sind Verletzte, Eigenbrötler, Liebessüchtige, die sich manchmal selbst im Weg stehen oder dem Alltag und seinen Mechanismen hilflos ausgeliefert sind. Loidolts Geschichten sind menschlich und sehr berührend, trotzdem nie voyeuristisch.

Zehn Mal entführt Loidolt den Leser in einen Mikrokosmos, zehn Mal zeigt er, dass er nicht nur im Roman, sondern auch in der knappen Form der Erzählung ein Meister ist, zehn Mal lässt er die Liebe und ihre Bedingtheiten neu erstehen.

"Gabriel Loidolt, Jahrgang 1953, ist einer der wichtigsten österreichischen Erzähler." (Der Falter)

 

   

05.10.  Andreas Pittler

Serbische Bohnen u.a. Drake-Krimis

Lesung 19.30 Uhr

Andreas Pittler
Geboren 1964 in Wien. Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik. Seit 1990 als Journalist, ab 1994 im Parlamentsdienst tätig. Veröffentlichungen seit 1985, darunter Biographien, Geschichtswerke, Romane und zwei Bände mit Short Stories. 

Werke (Auswahl)
Erzählte Geschichte (1985), Prosa-Land Österreich (1992), Zwischen Feder und Fahne (1993), Bruno Kreisky (1996), Monty Python - Über den Sinn des Lebens (1997), Dublin (1998), Von Ötzi bis Big Bruno (1999), Der Sündenbock (2000), Der Sommer der großen Erwartungen (2001), Weiter Osten (2002), Tod im Schnee (2002), Die Bürgermeister Wiens (2003), Serbische Bohnen (2003), So weit, so gut (2004), Das Dokument (2005), Samuel Beckett (2006).

 

Henry Drake ist nicht gerade das, was man sich unter einem cleveren und gewandten Privatdetektiv vorstellt. Zum vierten Mal schickt Andreas Pittler seinen leicht übergewichtigen und etwas tollpatschigen (Anti-)Helden Henry Drake nun schon auf Verbrecherjagd, wobei im soeben erschienenen und noch druckfrischen Abenteuer "Das Dokument" eigentlich sein allererster Fall aufgerollt und Einblick in die Frühphase des Drakeschen Universums geboten wird.

"Serbische Bohnen", Drakes dritter Fall, handelt von der Entführung eines jugoslawischen Dichters - und von allerlei politischen Intrigen zwischen Serben, Kroaten und Muslimen, in die Spürnase Drake mitten hineingerät. Spannung und "trashige" Unterhaltung sind garantiert.

 

"Andreas Pittler überzeugt mit seinen hervorragenden zeitgeschichtlichen-politischen Kenntnissen." (Barbara Allgäuer-Wörter)

"In der Galerie der österreichischen Krimi-Detektive ordnet sich Henry Drake als ein durchaus gelungenes Pendant zu Zenkers Kottan, Haas´ Brenner, Komareks Polt und vielen anderen der neuen 'Schnüffler'-Generation ein." (Claudia Holly)

"Manchmal ist der tristen Realität eben nur mit Satire beizukommen." (Der Standard)

 

 

 

Ortstafel-Installation "Kärntner Gebetsmühlen"


Der Klagenfurter Architekt und Künstler Klaus Holler nimmt den Ortstafel-Diskurs beim Wort. Seit Monaten werden nämlich unverdrossen gebetsmühlenartig dieselben Argumente wiederholt. Das führt Holler mit seinen Ortstafel-Gebetsmühlen im wahrsten Sinne des Wortes fasslich vor Augen. Seiner Installation am Klagenfurter Musil-Institut kann jederfrau und jedermann ungefährdet näher treten und in Bewegung versetzen. Zweisprachige Ortstafeln mögen für manche Kärntnerinnen und Kärntner noch gewöhnungsbedürftig sein. Doch bald sollten alle den Dreh heraus haben.

 

Anmerkungen zur Ortstafel-Installation "Kärntner Gebetsmühlen" von Klaus Holler


* Diese Erleuchtung spendenden Mühlen sind nicht nur Reaktion auf kultur- und gesellschaftspolitische Versäumnisse der vergangenen Jahre, auf den hinauszögernden Unwillen der Nichtregierenden dieses Landes,

* sie sind nicht nur mein Bekenntnis als Deutsch sprechender Kärntner zur Zweisprachigkeit,

* sie drehen und pochen vor allem an die Türen der Mehrheitsbevölkerung, unseren slowenischen Kärntnern - Österreichern - Europäern - endlich sprachliche und ortsbezogene Identität und damit kulturelle Absicherung zuzuerkennen.

 

Vergessen Sie die aus gewissen Kreisen stereotyp beschworene "Gefahr", die absurde "Urangst" - es handelt sich dabei um schäbigen Wahlkampf bzw. um Daseinsberechtigung kämpfende Vereinsmeierei oder aber um zersetzenden Fundamentalismus!

Drücken Sie der Politik Ihren Stempel eines neuen, toleranten Kärntenbewusstseins auf - weisen Sie den Weg nach Europa und nützen Sie die herrlichen Karawanken nicht als geistige Barriere, sondern als gemeinsam erlebbaren Begegnungs- und Erholungsraum - und denken Sie gegebenenfallsauch an den Stamm Ihres Namens.

Jedes Land strahlt aufgrund seiner Besonderheiten - Kärnten ist zusätzlich mit dem Reichtum an Sprachen ausgestattet - pflegen wir also auch das Slowenische und bringen wir dies u. a. mit zweisprachigen Ortstafeln zum Ausdruck!

Nicht als Verpflichtung - sondern als Anliegen.

 


18.06.  Translatio 2006

Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung für Elisabeth Edl und Mati Sirkel

Staatspreisverleihung 18.00 Uhr 

Die Literaturabteilung des Bundeskanzleramtes vergibt jedes Jahr für besondere Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung einen Staatspreis für die Übersetzung von österreichischer Literatur in eine Fremdsprache und einen für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche.

 

Luigi Reitani 
Dem "Original" ent-gegen. Übersetzung und Literatur

Festvortrag

 

Joseph Hanimann, Laudatio

Elisabeth Edl, Dankesworte

Werner Richter, Laudatio

Mati Sirkel, Dankesworte

Robert Stocker, BKA/Sektion Kunst, Preisverleihung

Elisabeth Edl und Mati Sirkel, Lesung

Primus Sitter, Musikalische Umrahmung

 

Elisabeth Edl
Studium der Germanistik und Romanistik sowie Übersetzer- und Dolmetscherausbildung in Graz. 1983 bis 1989 österreichische Lektorin für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Poitiers (Frankreich). 1989 bis 1995 Lehrbeauftragte an der Ecole supérieure de commerce in Poitiers. Seit 1995 widmet sie sich als freie Übersetzerin der französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, beispielsweise den Werken Julien Greens.

 

Mati Sirkel
Studium der Germanistik und Literaturtheorie an der Universität Tartu, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sprache und Literatur, Lektor im Verlag "Periodika", von 1995 bis 2004 Präsident des Estnischen Schriftstellerverbandes, seit 2004 freischaffender literarischer Übersetzer, u.a. von Werken von Thomas Bernhard, Peter Handke oder Robert Musil (zuletzt "Deer Mann ohne Eigenschaften").

 

 


17.06. Terézia Mora

Die Masken der Autorin

Reden über Ingeborg Bachmann

Vortrag 19.30 Uhr

Ingeborg Bachmann (1926-1973)

",Dieses Gedicht ist mir rätselhaft', sagte einer und versank in Nachdenken. Es war nicht rätselhaft; es gibt überhaupt nicht sehr viel Rätselhaftes, mit Ausnahme der Sprache vielleicht. Denn sie gibt uns keinen Hinweis auf sich selbst."

(Ingeborg Bachmann, Auf den Spuren der Sprache)

 

Terézia Mora

Geboren 1971 in Sopron/Ungarn, lebt seit 1990 in Berlin. Studium der Hungarologie und der Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie, kurzzeitig Drehbuchdramaturgin. Seit 1998 freie Autorin und eine der renommiertesten Übersetzer aus dem Ungarischen. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise wie der Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und der Preis der Leipziger Buchmesse (2005). Derzeit als Villa Massimo-Stipendiatin in Rom.

Ihre Texte (Auswahl)

Seltsame Materie (Erzählungen, 1999), Sowas in der Art (Schauspiel, 2003), Alle Tage (Roman, 2004), Miss June Ruby (Hörspiel, 2006).

 

"Terézia Mora erzählt kühn und kunstvoll rücksichtslos. Die Perspektivdrehungen sind kein Schnickschnack, sie bestrahlen Räume und Menschen." (Verena Auffermann)

 

"Die Masken der Autorin", Terézia Mora über Ingeborg Bachmann  

Auch in diesem Jahr steht die persönliche Auseinandersetzung einer Schriftstellerin mit Ingeborg Bachmann im Mittelpunkt dieses Abends: "... wie IB immer wieder meinen Weg kreuzt, obwohl ich es ,eigentlich' nicht darauf anlege; und was daraus folgt."

 

Mitveranstalter: Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt

 

13. 06.  Ludwig Fels

Reise zum Mittelpunkt des Herzens

Lesung 19.30 Uhr

Ludwig Fels
Geboren 1946 in Treuchtlingen/Deutschland. Seit 1973 freiberuflicher Schriftsteller. 1983 Übersiedlung nach Wien. Zahlreiche Publikationen, Hörspiele, Theaterstücke und Hörfunkfeatures. Lebt in Wien. 

Seine Werke (Auswahl)
Anläufe, Gedichte (1973), Die Sünden der Armut, Roman (1975), Mein Land, Erzählungen (1978), Ein Unding der Liebe, Roman (1981), Lämmermann, Theaterstück (1983), Der Himmel war eine große Gegenwart, Roman (1990), Bleeding Heart, Roman (1993), Die Hochzeit von Sarajevo, Theaterstück (1994), Mister Jo, Roman (1997), Tillas Tag, Theaterstück (2002), Krums Versuchung, Roman (2003), Reise zum Mittelpunkt des Herzens, Roman (2006).

Preise, Auszeichnungen
Leonce-und-Lena-Preis des Lyrikwettbewerbs der Stadt Darmstadt (1979), Kulturpreis der Stadt Nürnberg (1981), Stadtschreiber von Bergen (1985), Villa-Massimo-Stipendium (1987), Kranichsteiner Literaturpreis (1992), Elias-Canetti-Stipendium (2000), Wolfgang-Koeppen-Preis (2004).

 

Tom ist zum Sterben aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen. Seine Frau Linda ist die ganze Zeit bei ihm. "Ich liebe dich", sagt Linda zu Tom. "Ich liebe dich, so gut ich noch kann", sagt Tom zu Linda. Sie sind ein glückliches Paar, lange schon. Jetzt warten sie auf Jack, ihren Freund, um mit ihm ihre letzten gemeinsamen Stunden zu verbringen. Jack ist Fotograf und will Bilder von Tom und von Linda machen, etwas, das bleibt und der Erinnerung ein Gesicht gibt. Tom ist damit einverstanden, aber da ist so vieles, was ihm durch den Kopf geht, und nicht für alles will er Worte finden. Es ist der Schmerz des bevorstehenden Abschieds, der sich mit der Liebe zu seiner Frau vermischt zu einer zerstörerischen Eifersucht, die sich nicht besänftigen lassen will, als sei sie das letzte starke Lebensgefühl.

Fels erzählt mit großer Klarheit und mit einer Eindringlichkeit, der man sich nicht entziehen kann. So ist es eine einfache Geschichte geworden, die doch so rätselhaft ist wie das Leben selbst und so bezwingend wie die Liebe.

„Also Liebe auf den ersten und Liebe auf den letzten Blick, ließe sich sagen, Liebe bis zum letzten Augenblick - nach dem zwar nicht die Liebe von einem genommen wird, aber das, was man liebte. Aber noch hält man sich in der Umarmung fest am andern, noch liest man in den Augen des andern das Wort Hoffnung wie rückwärts; die Liebe, manchmal hilft sie, das Leben zu überleben." (Ludwig Fels zu seinem Buch)  

 

 

 

 

 

 

30. 05.  Peter Henisch Die kleine Figur meines Vaters

Lesung 19.30 Uhr

Peter Henisch
Geboren 1943 in Wien. Lokalredakteur der Wiener Arbeiterzeitung, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte und Psychologie. Literaturredakteur der Zeitschrift des Theaters der Jugend, 1969 Mitbegründer der Zeitschrift "Wespennest" und der Musikgruppe "Wiener Fleisch und Blut". Buchpublikationen seit 1971. 

Seine Werke (Auswahl)
Vom Baronkarl. Peripheriegeschichten (1972/1992), Pepi Prohaska Prophet (Roman, 1985/2005), Steins Paranoia (Novelle, 1988), Hamlet, Hiob, Heine (Gedichte, 1989), Morrisons Versteck (Roman, 1991/2001), Schwarzer Peter (Roman, 2000), Die kleine Figur meines Vaters (Erzählung, 1975/1987/2003), Die schwangere Madonna (Roman, 2005).

Preise, Auszeichnungen
Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Lyrik (1971), Rauriser Sonderpreis für Literatur (1976), Anton-Wildgans-Preis 1977, Josefstädter Literaturpreis (2005).

"Jetzt, da ich hier sitze und schreibe, die Geschichte meines Vaters, MEINE Geschichte meines Vaters zu schreiben versuche, ist mir zweimal hintereinander der gleiche Tippfehler passiert. Ich möchte, habe ich geschrieben und deswegen zweimal ein neues Blatt in die Schreibmaschine eingespannt, daß du mir MEINE Lebensgeschichte erzählst..."

Peter Henisch und Walter Henisch, der Schriftsteller und der Photograph: das Protokoll einer Vater-Sohn-Beziehung zwischen Annäherung und Abwendung. Und ein Buch über die Möglichkeiten der Verständigung zwischen einer Generation, für die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs Erlebnishöhepunkt waren und zugleich Routine, und den Spätgeborenen, die das nicht begreifen können.

Peter Henisch, der mit "Die kleine Figur meines Vaters", wie es immer wieder heißt, eines der ersten "Väterbücher" publizierte, lässt seinen Vater zumeist im O-Ton reden, der dem Autor aus Tonbandaufzeichnungen von Gesprächen mit de kranken Vater vorliegt. Ergänzt wird die Rekonstruktion der väterlichen Vergangenheit durch Gespräche mit Mutter und Großmutter sowie durch die Auseinandersetzung mit den Fotos. "Ich habe den Krieg, sagt die Stimme meines Vaters auf dem Tonband, vom Anfang bis zum Ende als eine Folge von Bildern gesehn. (...) Wenn du wirklich ein Buch über mich schreiben willst, musst du von diesen Bildern ausgehn."

„Peter Henisch ist ein Sonderfall der österreichischen Literatur. Seine Bücher sind nicht austrobarock, er ist kein Originalgenie, kein Sprachartist, kein Heimatforscher, hat seine Traumata im Griff und trinkt auch nicht jede Bar leer ... Henisch ist zuallererst ein sanfter Ironiker, ein intellektueller Clown ..., er hält Roman und Essay für verwandte Gattungen und verliert trotzdem nie seinen leichten Ton." (Helmut Schödel, Die Zeit

 


26.05. Bodo Hell

Lesung im Rahmen der Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik an der Universität Klagenfurt:                                                                                          Sehen und Schreiben 

19.30 Uhr

Bodo Hell  
Geboren 1943 in Salzburg. Studien am Mozarteum Salzburg (Orgel), an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien (Film und Fernsehen) sowie an der Universität Wien (Philosophie, Germanistik, Geschichte). Lebt heute als Schriftsteller in Wien, im Sommer als Senner auf einer Alm am Dachstein. Arbeiten in den Bereichen Prosa, Radio, Theater, Schrift im öffentlichen Raum, Texte zur Bildenden Kunst, Fotos, Film, Musik, Ausstellungen, Almwirtschaft. 

Werke (Auswahl)

Dom Mischabel Hochjoch, 3 Bergerzählungen (1977); 666. Erzählungen (111 Fotografien) (1987); Mittendrin, Erzählungen (1994); die Devise lautet, Erzählung (1999); Herr im Schlaf, Theaterstück (1995); Mohr im Hemd, Theaterstück (2000); im Prinzip gilt, Erzählung (2001); Tracht: Pflicht, Lese- und Sprechtexte (2003); Mein Radio und ich (O-Ton), Hörspiel (2004); Yppenplatz (m. Linda Wolfsgruber) (2005).

Preise (Auswahl)

Rauriser Literaturpreis (1972), Erich-Fried-Preis (1991), Berliner Literaturpreis (1998), Preis der Stadt Wien (1999), Preis der Literaturhäuser (2003).

 

Bodo Hell erweist sich mehr und mehr als Meister eines Montage-Realismus, der dem Alltag, d.h. dem ganz normalen Wahnsinn, zur Sprache verhilft und so auf äußerst amüsante Weise dem Leser Einblick verschafft in sich selbst und ins Haus, das er bewohnt, ins Tollhaus unserer Gesellschaft.

 


17.05.  Gert Jonke 

Glücksempfindungsblitze und Klangschattengewächse 

Sechzig Jahre Gert Jonke - Eine Hommage

Lesung, Installationen und Musik

19.30 Uhr

Gert Jonke 
"Bin am 8. 2. 1946 in Klagenfurt geboren, besuchte allda die Grundschule, das humanistische Gymnasium, das Landeskonservatorium (Klavier, Harmonielehre, Kontrapunkt) und das Bundesheer. All dies bis 1966, da ich im Herbst d. J. nach Wien übersiedelte ..." Verschiedene Studien in Wien, danach viele Auslandsaufenthalte. Verfasser von Romanen, Erzählungen, Hörspielen und Theaterstücken, Vortragskünstler.  

Werke (Auswahl) 

Geometrischer Heimatroman (1969), Der ferne Klang (1979), Stoffgewitter (1996), Es singen die Steine (1998), Insektarium (2001), Redner rund um die Uhr (2002), Chorphantasie (2003), Strandkonzert mit Brandung (2006).

Preise, Auszeichnungen (Auswahl)
Ingeborg-Bachmann-Preis (1977), manuskripte-Preis (1984), Anton Wildgans-Preis (1993), Erich Fried-Preis (1997), Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur (2001), Nestroy-Preis (2003), Kleist-Preis (2005).

"Wenn einer mit Worten Musik machen kann, dann ist es Gert Jonke“, heißt es auf dem Umschlag des Bandes Strandkonzert mit Brandung, der drei Musikerporträts (Händel, Webern, da Ponte) aus den letzten zwei Jahrzehnten vereint.

Dass Sprache und Musik Geschwister sind, beredte Melodien und klingende Sätze die Verwandtschaft spüren lassen, das gehört zu den Grunderfahrungen der Kunst. Wo aber bei der einen reine Form den Zauber macht, treten bei der anderen Sinn und Geschehen hinzu. Gert Jonke, für den die Musik so lebensbestimmend ist wie die Dichtung, weiß das so zu amalgamisieren, daß wir vom Klang seiner Sprache nicht weniger entzückt sind als von der Klugheit der Musik. Er hat daraus eine einzigartige Porträtkunst entwickelt.  

Einen Dichter feiert man am besten, indem man seine Worte zu Gehör bringt. Gert Jonke selbst wird, exzellenter Leser, der er ist, gemeinsam mit Renald Deppe und den Wachauer Pestbläsern seine Texte interpretieren, uns in einer literarisch-musikalischen Performance seine Sprachkompositionen hören lassen.

 

Darstellende Aktionen, die tagsüber an öffentlichen Plätzen in Klagenfurt stattfinden, werden abends als Film zu sehen sein. Verschiedene Installationen als künstlerische Hommage an den Dichter begleiten die Veranstaltung. 

Mit Unterstützung durch die Landeshauptstadt Klagenfurt und das Land Kärnten.

 

 

„Jonke schreibt von den Rändern und erfasst damit das Zentrum. Die Genauigkeit der Schattierungen ist so farbig wie seine Schilderungen von Klängen und Licht.“

(Ilse Aichinger)

 

15.05.  Oksana Sabuschko

Feldstudien über ukrainischen Sex

Lesung 19.30 Uhr

Oksana Sabuschko  
Geboren 1960, lebt in Kiew. Studium der Philosophie, Fulbright-Stipendium in Harvard und Pittsburgh, als writer-in-residence an der Penn State University. Zur Zeit ist Oksana Sabuschko Vize-Präsidentin des ukrainischen Pen-Zentrums, unterrichtet kreatives Schreiben an der Universität Kiew und schreibt für Zeitschriften zu literarischen Themen. Ihr Werk ist in mehrere Sprachen übersetzt und wurde u. a. mit dem Global Commitment Foundation Poetry Prize 1997 ausgezeichnet. Sabuschko publizierte seit Mitte der 80er Jahre mehrere Lyrik-Bände, Erzählungen und politisch-philosophische Studien sowie 1996 den vorliegenden Roman, der noch vor dem Erscheinen als Raubdruck zirkulierte und den Namen der Autorin berühmt machte. 

 

Zwischen Vulgarität und lyrischer Tonlage bewegt sich die Sprache des autobiographisch gefärbten Romans von Oksana Sabuschko, in dem sie die Geschichte einer Frau, einer Dichterin, erzählt, die aus „Fäulnis und Moder“ der ukrainischen Geschichte weg will und jetzt an einer amerikanischen Universität unterrichtet. Was sie erfährt, sind jedoch nur die Schrecken des Exils, die sie mit all den anderen teilt, die ihre Heimat verlassen haben und denen es nicht gelungen ist, „sich  zu verwirklichen“.

Ihre kleine amerikanische Küche wird für diese Frau zum vorläufigen Endpunkt ihres Daseins. Noch einmal aber verschiebt sie ihren endgültigen Abschied vom Leben und legt sich Rechenschaft über das Geschehene ab: die Schrecken ihrer Kindheit, das Aufwachsen unter Sowjet-Verhältnissen, vor allem aber die Liebesgeschichte mit ihrem ersten Mann, einem ukrainischen Maler und Bildhauer, zu dessen »Sexualopfer der nationalen Idee« sie wurde. Der innere Monolog, in dem die Geschichte erzählt wird, mutiert zu einem öffentlichen wissenschaftlichen Vortrag, in dem auf intelligente, witzige und offene Weise der ganze Frust und das ganze Unglück mit den Männern und mit den ukrainischen Verhältnissen abgehandelt wird.

Keine Frau hatte sich bisher, formal wie inhaltlich, öffentlich so radikal zu Fragen der Sexualpolitik, zum slawischen Machotum, zur Sklavenmentalität ihrer Heimat geäußert wie Oksana Sabuschko.

 

„Weil dieser Roman aus der Ukraine kommt, haben wir zehn Jahre gebraucht, ihn zu entdecken. Höchste Zeit also, ihn endlich zu lesen - nicht um pflichtschuldig etwas nachzuholen, sondern um einzutauchen in die Weltwahrnehmung einer großen Prosa." (Cornelius Hell)


Eine Veranstaltung des Slawistik-Instituts und des Robert Musil-Instituts der Universität Klagenfurt

 

 

Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945

09.05. Gila Lustiger

So sind wir

Lesung

19.30 Uhr

 

Gila Lustiger

Geb. 1963 in Frankfurt/Main. Autorin, Übersetzerin und Verlagslektorin. 1982 bis 1986 Studium der Germanistik und Komparatistik an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1983 bis 1986 Lektorin für deutsche Literatur und Kinderliteratur in Tel Aviv, 1987 bis 1989 Journalistin für die deutsche Redaktion von Radio France Internationale und das Pariser Büro des ZDF. Seit 1989 Lektorin beim Verlag Albin Michel in Paris.

Werke (Auswahl):

Die Bestandsaufnahme (1995), Aus einer schönen Welt (1997), So sind wir (2005).

 

„Erlebtes wird mit Gehörtem verwoben, Familienlegende von armen Schluckern gratis hinzugefügt, Erdachtes wird unauffällig eingeschoben, bis ein Knoten entsteht, ein Knoten, so ehrgeizig, brutal, armselig und großartig wie dieses Kapitel, das sich Palästina nennt.“

Im Mittelpunkt des Romans von Gila Lustiger steht die Familiengeschichte der Autorin. Inspiriert von Fotos und Gegenständen — einem Briefbeschwerer, Zeitungen oder einer Puppe —, erinnert sich die Ich-Erzählerin an die Eltern, Großeltern und näheren Verwandten und deren Geheimnisse. Was diese Menschen verbindet, ist ihre Abstammung. Sie sind mitteleuropäische Juden und daher Verfolgte der Geschichte. Sie sind Schweiger, die über ein brillantes Gedächtnis verfügen, aber auch über die souveräne Möglichkeit, keinen Gebrauch davon zu machen.

Gila Lustiger erzählt von den Gründungsmythen des Staates Israel, der Zeit der Einwanderung und der Unabhängigkeitserklärung, ihrem eigenen Heranwachsen zwischen Deutschland und Israel, von dem Vater Arno Lustiger, dem Auschwitz-Überlebenden, der dennoch in Deutschland blieb. Mit einer Fülle von Episoden, in denen Tragik und Komik eng verflochten sind, bringt sie jenen Erzählstrom in Fluss, der die jüdische Prosa schon immer auszeichnete.

 

„Ein fein ausbalanciertes Buch zwischen Leichtigkeit und Affekt, zwischen hoher Kunstfertigkeit in der Konstruktion und einem beiläufigen, fast schnorrigen Erzählton.“ (Süddeutsche Zeitung)

 

 

 

03.05.  Klagenfurter LeseFest

Gerald Jatzek und Toni Traschitzker

Lesungen für Kinder ab 17.00 Uhr

Klagenfurter LeseFest zum Österreichischen Kinder-und Jugendbuchpreis 2006 
Anlässlich der Verleihung des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises findet Anfang Mai wieder in ganz Österreich ein Lese-Fest in den Buchhandlungen und Literaturhäusern statt. Seit über 50 Jahren werden mit dieser staatlichen Auszeichnung jährlich herausragende Publikationen für Kinder und Jugendliche gewürdigt, das künstlerische Schaffen von österreichischen AutorInnen, IllustratorInnen und ÜbersetzerInnen genauso wie die Produktion qualitätsvoller Kinder- und Jugendliteratur in österreichischen Verlagen.

 

Gerald Jatzek (17.00 Uhr)
1956 in Wien geboren. Schriftsteller, Journalist und Musiker. Neben zahlreichen Büchern für Kinder und Erwachsene schreibt er auch Gedichte, Hörspiele sowie Kindertheaterstücke. Österreichischer Staatspreis für Kinderlyrik und Österreichischer Kinderbuchpreis (2001).

Beim LeseFest liest Gerald Jatzek aus: Valentin und Wanda. Texte über die Abenteuer eines Schweins und einer Waschmaschine mit Mitmachliedern zur Gitarre und Mandoline. 

Altersempfehlung: 6 bis 8 Jahre 

 

Toni Traschitzker (ca. 18.00 Uhr)
Geboren 1956 in Spittal/Drau. Unterrichtet Deutsch und Philosophie an der Handelsakademie in Spittal. Begeisterter Autor, Zeichner und „Bücherbastler“. Verbreitet spannenden Lesestoff unter Kindern und Jugendlichen.

"Reimhansl, Ruinenritter und andere Helden" lässt Toni Traschitzker beim LeseFest auftreten: junge Frechdachse, ein kauziger Alter… – Spannendes und Spaß werden nicht zu kurz kommen.

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

 

 

 

 

25.04.  Marica Bodrožić 

Der Spieler der inneren Stunde

Lesung 19.30 Uhr

Marica Bodrožić 
Geboren 1973 in Zadvarje, Dalmatien, lebt seit 1983 in Deutschland. Buchhändlerlehre, später Studium der Kulturanthropologie, Psychoanalyse und Slawistik in Frankfurt am Main. Langjährige Aufenthalte in Paris und Zürich. Erste literarische Arbeiten in der FAZ und der Zeitschrift manuskripte veröffentlicht. Essayistische Arbeiten für Rundfunk und Zeitungen über Danilo Kiš, Marina Zwetajewa, Joseph Brodsky, Dubravka Ugrešić, Christine Lavant u.a. Marica Bodrožić lebt als freie Schriftstellerin in Berlin, 2005 war sie Stadtschreiberin von Bordeaux.

Werke

Tito ist tot, Erzählungen (2002), Der Spieler der inneren Stunde, Roman (2005).

Preise, Auszeichnungen (Auswahl)
Für ihre ersten, noch unveröffentlichten literarischen Arbeiten 2001 das Hermann-Lenz-Stipendium, 2002 für ihr erzählerisches Debüt Tito ist tot den Heimito von Doderer-Förderpreis sowie 2003 den Adelbert von Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch-Stiftung. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Romans Der Spieler der inneren Stunde erhielt sie 2005 den Adalbert Stifter-Förderpreis.

In ihrem ersten Roman erzählt Marica Bodrožić die Geschichte der Jelena Felder, die mit zehn Jahren ihre dalmatinische Heimat verlässt, um ihren Eltern nach Deutschland zu folgen, die in diesem fernen Land auf ein besseres Leben und auf die Ankunft ihrer Kinder warten, in dem sie selbst im Grunde nie angekommen sind. Mit der Heimat lässt sie neben dem geliebten Großvater auuch Vertrautheit und Geborgenheit zurück und muss ihr Aufwachsen zwischen zwei Ländern und Mentalitäten einrichten. Immer wieder besucht sie als „Ferienkind“ den Großvater im Dorf, beobachtet, selbst zur Fremden geworden, wie die Übersiedlung die Familie immer mehr entfremdet, ihre Gewohnheiten verändert, gleichzeitig erhält sie sich die Welt ihrer Kindheit mit der Kraft jener Bilder, die sie sich auf magisch-traumhafte Weise ins Erwachsenenleben hinübergerettet hat.

„Marica Bodrožić führt in souveräner Manier vor, wie erbarmungslos nahe die Magie einer Literatur an der nüchternen Realität sein kann – ja, sein muss – und gänzlich ohne Verklärung auskommt.“ (Josef Bichler, Der Standard)

 

 

20.04. Wolf Harranth

Wie das Kamel zu seinem Höcker kam

Kinderliteraturlesung

17.00 Uhr

Wolf Harranth
wurde 1941 in Wien geboren. Schon als Kind setzte man ihn beim Radio als Sprecher von Kinderrollen ein. Nach seinem Schulabschluss war er ab 1960 im Verlag Jungbrunnen tätig, wo er bis 1985 als Lektor und zuletzt als Geschäftsführer arbeitete. Seither ist Wolf Harranth freier Autor, Übersetzer und ständiger Mitarbeiter bei "Radio Österreich International", bekannt sind vor allem seine Übersetzungen von Klassikern der Weltliteratur. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literatur- und Übersetzungspreisen ausgezeichnet. Wolf Harranth lebt in Wien.

Werke und literarische Übersetzungen (Auswahl)
Das ist eine wunderschöne Wiese (1985), Das Flötenkonzert (1996), Der Elefant mit rosaroten Ohren (1971), Mein Opa ist alt, und ich hab ihn sehr lieb (1981), Der doppelte Oliver (1992); Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch, Mark Twain: Die Abenteuer des Huckleberry Finn, Oscar Wilde: Das Gespenst von Canterville, Lloyd Alexander: "Abenteuer"-Trilogie, Patricia Wrightson: "Wirrun"-Trilogie, Malcolme Bosse: Ganesh oder eine neue Welt.

Preise, Auszeichnungen
Österreichischer Staatspreis für Kinderbücher (1976, 1982), Übersetzerpreis zum Österreichischen Staatspreis (1981, 1984, 1987, 1993), Kinderbuchpreis der Stadt Wien (1976, 1979, 1982, 1987), Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzer (2005).

"Wie das Kamel zu seinem Höcker kam", das wissen wir erst, seit Rudyard Kipling es am Bett seiner kleinen Tochter Josephine als Gute-Nacht-Geschichte erzählte. Das Mädchen bestand hartnäckig auf dem richtigen Wortlaut und dem passenden Tonfall, weshalb diese Geschichten später als "Just-so-stories" veröffentlicht wurden.

Das Kamel war unbeschreiblich faul, als die Welt noch „funkelnagelneu“ war. Wenn man es ansprach, sagte es "Höck" und tat ansonsten nichts als Gräser kauen und sein Spiegelbild betrachten. Das ärgerte die schwer arbeitenden Tiere Hund, Pferd und Ochse so, dass sie den für Wüsten zuständigen Djinn um Hilfe baten. Dieser, kein böser, aber einer der besten Zauberer, verhalf dem Kamel zu einem Höcker, von dem es zehren sollte, wenn es die drei vertrödelten Tage nacharbeitete. Was es allerdings bis heute noch nicht getan hat...

Der Übersetzer Wolf Harranth nimmt die Spontaneität des mündlichen Erzählstils auf und erfrischt mit witzigen Sprachschöpfungen. Der Text, der sich in der Mitte direkt an den Leser wendet und Bezug auf die Bilder nimmt, eignet sich dadurch wunderbar zum Vorlesen.

Es sind Wolf Harranths "vollständige Übersetzungen, frei von inhaltlichen Verzerrungen und vermeintlich pädagogisch motivierten Verharmlosungen", hieß es in der Preisbegründung zum Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer.


 
Video-Installation zu Srečko Kosovel

Klaus Holler (Architekt, Klagenfurt), Jurij Kobe (Architekt, Ljubljana), Lado Jakša (Musiker/Komponist, Ljubljana)

Das Projekt, eine Audio-Video-Installation, wurde als Beitrag zum 7-teiligen grenzüberschreitenden Künstlerdialog Crossover 2005 - "pas de deux" des Kunstvereins Kärnten entwickelt. Es ist ein Versuch, den literarischen Raum, im Besonderen jenen Srečko Kosovels, seine abstrakte Wortwelt, seine Gedankengestalten, die auf Universalität aufbauend in den Kosmos zielen, in eine architektonische Räumlichkeit umzusetzen und mit Hilfe medialer Mittel Dichtung, Umfeld, Zeit darzustellen.

Zitat: "... sehen wir das Leben aus dem Abstand des Todes, jeden Tag segeln wir in den großen Raum in weißen Kähnen des Traums ..."

Stimmen: Stanislava Bonisegna, Maja Haderlap, Fabjan Hafner, Aleš Valič. Videoherstellung: Marko Cotič-Trojer.

Einführende Worte: Klaus Holler

Musik: Lado Jakša


 

04.04.  Erwin Köstler stellt vor:

Ivan Cankar, Slavko Grum, Srečko Kosovel

Lesung 19.30 Uhr

Erwin Köstler 
Geboren 1964 in Trier (D), aufgewachsen in Schärding/OÖ, lebt in Wien. Studien der Medizin, der Slowenistik, deutscher und tschechischer Literatur in Wien. Ausstellungskurator, Literaturwissenschaftler, Übersetzer, Essayist, Kritiker. Erwin Köstler hat sich - neben Übersetzungen von Franjo Frančič, Srečko Kosovel oder Prežihov Voranc - vor allem als Übersetzer und Herausgeber der Werke Ivan Cankars verdient gemacht. Seit Beginn der 90er Jahre arbeitet Erwin Köstler an der Übersetzung von Cankars Gesamtwerk und wurde dafür mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer (2000) ausgezeichnet.

Ivan Cankar (1876-1918): Geboren in Vrhnika (Slowenien), ging 1896 nach Wien, um Technik zu studieren, gab sein Studium aber bald zugunsten des Schreibens auf, lebte als freier Schriftsteller in Slowenien und Wien-Ottakring. Er gilt als der bedeutendste Vertreter der slowenischen Moderne.

"Mit diesem hochmütigen und niedergedrückten, stolzen und mitleidenden Ivan Cankar beginnt die moderne Literatur Sloweniens, und wenn der Begriff des Nationaldichters einmal paßt, dann auf ihn." (Karl-Markus Gauß, Die Zeit)

Slavko Grum (1901-1949): Geboren in Šmartno bei Litija. Medizinstudium in Wien. Wichtigster slowenischer Dramatiker der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, schuf unter dem Eindruck seiner Arbeit als Arzt in einer psychiatrischen Klinik und der Lektüre Freuds sein wichtigstes Werk, das Drama "Ein Ereignis in der Stadt Goga".

Srečko Kosovel (1904-1926): Geboren in Sežana/Karst. Sudent der Romanistik, Slawistik, Kunst- und Literaturgeschichte, Gründer und Programmatiker literarisch-künstlerischer Zirkel, Herausgeber und Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften. Bis zu seinem Tod im Jahr 1926 schreibt er neben Prosapoemen, Essays, Buchbesprechungen, Tagebüchern und programmatischen Texten zur Kunst des Expressionismus mehr als 1400 Gedichte. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Avantgarde Sloweniens.

Erwin Köstler stellt im Rahmen einer Lesung eine Auswahl der Werke dieser Autoren vor, u. a. "Martin Kačur"  aus der Werkausgabe Cankars, Kosovels "Integrale", die Köstler auch in editionskritischer Hinsicht in seiner Dissertation thematisierte, und "Das weiße Asyl" von Slavko  Grum.


 

22.03. Monique Schwitter 

Wenn's schneit beim Krokodil

Lesung 19.30 Uhr

Monique Schwitter 
Geboren 1974 in Zürich, war nach einem Regie- und Schauspielstudium an verschiedenen Bühnen als Schauspielerin tätig und lebt heute in Hamburg.

Preise, Auszeichnungen
Hermann-Lenz-Stipendium, Auszeichnung der Stadt Zürich, Preis der Marianne und Curt Dienemann Stiftung Luzern, Robert-Walser-Preis.

In den Erzählungen von Monique Schwitter wird gespielt, sehr ernst und auf hohem Niveau; ihre Personen wissen, dass sie spielen – auch wenn sie es ernst meinen. Sie können gar nicht anders: das Als-ob ist ihnen zur Notwendigkeit geworden, egal ob es um sexuelles Begehren geht oder um anderes, egal ob sie ihre eigene Ironie durchschauen oder nicht.

Zwei junge Frauen auf einer Parkbank, eine Rotweinflasche und zwischen ihnen ein offenes Schweizermesser. Sie denken sich Indianernamen füreinander aus, und die Frage "Sag mal, wieviel Erfahrung hast du eigentlich mit Frauen" hängt in der Luft. Oder: Eine Frau kehrt auf Weihnachtsurlaub in die Heimatstadt zurück; diesmal erwartet sie ein anonymer Brief mit einer Verabredung im Zoo, "wenn's schneit beim Krokodil, sonst beim Kamel". Alle möglichen Absender passieren vor ihrem inneren Auge Revue – und damit auch alles, wofür ,Heimat' steht, ein ganzes "Erinnerungspaket" aus Kindheit, Jugendzimmer, Lehrerin, Männern. Oder: Eine Autofahrt mit einem fremden Mann in einem fremden Land, sie fotografiert durch die verschmierte Scheibe die Straße voller plattgefahrener Tiere, "soundsoviel Katzen, Frösche, Füchse, Marder, Vögel".

"Die fein komponierten Texte verdienen höchstes Lob." (Silja Ukena)

"Monique Schwitter glänzt in ihrem Debütband als smarte Beobachterin. Mit wenig Pathos, aber viel Gefühl für Details." (Astrid Schwarz)


 

14. 03. Olga Flor

Talschluss

Lesung 19.30 Uhr

Olga Flor

Geboren 1968 in Wien, lebt in Graz. Studium der Physik und Kunstgeschichte, berufstätig in den Bereichen Konzeption, Design und Produktion multimedialer Lernprogramme. Veröffentlichungen von Prosa und dramatischen Texten in Literaturzeitschriften, Anthologien und im ORF. Mitglied der Grazer Autorinnen und Autoren Versammlung und der Literar-Mechana.

Ihre Werke (Auswahl)
Erlkönig, Roman in 64 Bildern (2002, Steirische Verlagsgesellschaft), Fleischgerichte, Theaterstück (2004), Talschluss, Roman (2005, Zsolnay).

Preise, Auszeichnungen
Literaturförderpreis der Stadt Graz 2001, Österreichisches Staatsstipendium für Literatur 2003, Reinhard-Priessnitz-Preis 2003, Otto-Stoessl-Preis 2004.

Grete hat Geburtstag, und die ganze Familie reist an zum gemeinsamen Wochenende auf einem alten, renovierten Bauernhof, am Ende des Tales. Grete überläßt nichts dem Zufall: Von der Zimmereinteilung über die Speisefolge bis zum festlichen Bankett unter Sternen ist alles vorbereitet. Doch schon bald suchen die ersten Teilnehmer der Festgesellschaft ihr Heil in der Flucht. Aber dafür ist es bereits zu spät: Eine Viehseuche ist ausgebrochen, Talzu- und Ausgang müssen behördlich gesperrt werden.
Olga Flor führt uns in ihrem zweiten Roman in eine perfekt arrangierte Scheinidylle. Sprachlich präzise und mit Sinn für das psychologische Detail verdichtet sie dieses pittoreske Szenario zu einem Kammerspiel um Macht, Sex und die Brüchigkeit familiärer Intimität.

"So sieht, im besten Fall, eine Literatur aus, die Sand ins postideologisch funktionierende Räderwerk des Kapitalismus streut." (Daniela Strigl)

"Olga Flor ist dabei, sich mit großem Können in die erste Reihe der österreichischen Literatur zu schreiben." (Paul Jandl)


 

02.03. Werner Kofler

Triptychon

Lesung 19.30 Uhr

Werner Kofler

1947 in Villach geboren. Nach einer in den frühen sechziger Jahren abgebrochenen Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt jahrelang in Europa unterwegs und in verschiedensten Berufen tätig. Seit 1968 freiberuflicher Schriftsteller. Lebt in Wien.

Seine Werke (Auswahl)
Konkurrenz. Szenen aus dem Salzkammergut (1996), Aus der Wildnis (1998), Manker (1999), Ida H. (2000), Tanzcafé Treblinka (2001), Kalte Herberge (2004), Triptychon (2005).

Preise, Auszeichnungen
Elias-Canetti-Stipendium 1987, Österreichischer Würdigungspreis für Literatur 1990, Arno-Schmidt-Preis 1996/97, Rosegger-Preis des Landes Steiermark 2001, Buch.Preis der Arbeiterkammer Oberösterreich 2004, Kulturpreis des Landes Kärnten 2004

Werner Kofler, seit dem Tod Thomas Bernhards für viele der wortgewaltigste Prosaist und schärfste Satiriker Österreichs, stürzt sich mit dem ihm eigenen Ingrimm auf das, was ihm widerstrebt, kurz, die Welt: "Kunst muss die Wirklichkeit zerstören ... Immer wieder sage ich: Komme her, Du Wirklichkeit, jetzt wird abgehandelt, ich traktiere sie auch, Sie wissen nicht, wie! - und doch: sie macht umso unverfrorener weiter."

„Was wir wollten, war und ist eigentlich nichts anderes, als ein paar literarische Kunstwerke zu verfertigen, die nichts anderes bewirken sollten, als dass uns diese Welt und ihr Kosmos, in dem sie sich befindet, ein wenig verständlicher werden könnte.“ (Gert Jonke)

„Daß ein Autor wie Werner Kofler, dessen Bücher in deutschen Verlagen erschienen sind, dass der stilistisch brillanteste Österreicher in Deutschland unbekannter ist als ein Dutzend seiner belanglosen Kollegen und Landsleute, das liegt einerseits an der Witzlosigkeit der deutschen Literaturkritik, an deren Ignoranz und Gehörlosigkeit. Und doch liegt es auch an Kofler selbst, wenn er auf so ungehörige Weise ignoriert wird...“ (Franz Haas)

In dieser Ausgabe sind Koflers Prosastücke aus "Am Schreibtisch", "Hotel Mordschein" und "Der Hirt auf dem Felsen" erstmals in einem Band versammelt.


  

24.01. Antonio Fian

Fertige Gedichte

Lesung 19.30 Uhr

Antonio Fian
Geboren 1956 in Klagenfurt. Kindheit in Spittal an der Drau. 1976 Übersiedlung nach Wien. Seit 1980 freiberuflicher Schriftsteller. Lebt als Autor von Erzählungen, Romanen, Dramoletten, Gedichten und Hörspielen in Wien.

Seine Werke (Auswahl)
Einöde. Außen, Tag (1987), Schreibtische österreichischer Autoren (1987), Es gibt ein Sehen nach dem Blick (1989), Helden, Ich-Erzähler (1990), Was bisher geschah (1994), Hölle, verlorenes Paradies (1996), Was seither geschah (1998), Üble Inhalte in niedrigen Formen (2000), Alarm (2002), Bis jetzt (2004), Fertige Gedichte (2005).

Preise, Auszeichnungen
Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1990), Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik (2004).

„Was an Fians Literatur besticht, ist Fians Wille zur Unbestechlichkeit und Schonungslosigkeit und seine spürbare, unbändige Lust auf Sprache und Literatur als eine, wenn schon nicht gesellschaftsverändernde, so doch eminent gesellschaftswirksame Unterhaltung, Denk- und Wahrnehmungsarbeit.“ (Gustav Ernst)

„Bevor man weiß, wie einem geschieht, hat sich ein gewisser Suchtfaktor eingestellt.“ (Konstanze Fliedl)


 

17. 01. Michael Donhauser

Ich habe lange nicht doch nur an dich gedacht

Lesung 19.30 Uhr

Michael Donhauser
Geboren 1956 in Vaduz (Liechtenstein), lebt seit 1976, unterbrochen durch einen zweijährigen Paris-Aufenthalt, in Wien. Freischaffender Autor, Verfasser von Lyrik und Prosa.

Seine Werke (Auswahl)
Der Holunder (1986), Edgar (1987), Die Wörtlichkeit der Quitte (1990 ), Dich noch und (1991), Von den Dingen (1993 ), Das neue Leben  (1994), Livia oder Die Reise (1996), Sarganserland (1999), Die Elster (2002), Vom Schnee (2003), Vom Sehen (2004), Ich habe lange nicht doch nur an dich gedacht (2005).

Preise, Auszeichnungen
Manuskripte-Preis (1990), Christine Lavant Lyrik-Preis (1994), Mondseer Lyrik-Preis (2001), Christian-Wagner-Preis (2002), Meraner Lyrikpreis (2004), Ernst-Jandl-Preis für Lyrik (2005).

Die Kiesel / mit Schatten / die Wiesen / es waren // Jahre der / Liebe als / Silben wie / sei und nah // da ich dann / nannte den / Atem und / leise / sank // war vertan / was begann / als ein Tag

„Nicht nur in seiner Lyrik feiert Donhauser die Schönheit durch ein Ineinanderlegen von Landschaft, Körper und Pflanzenwelt. Es ist eine sinnliche Erfahrbarkeit, die primär auf das Überschreiten von Grenzen abzielt. Damit wird für ihn eine Sinnlichkeit erfahrbar, die sonst in der Literatur häufig auf der Strecke bleibt.“ (Michaela Monschein)


 

10.01. Alexander Widner

Am Abgrund der Bücher

Lesung 19.30 Uhr

Alexander Widner
Geboren 1940 in Wien, aufgewachsen in Kärnten und Niederösterreich. Studium im In- und Ausland. Neben dem Berufsleben fünfzehnjährige „Schreib-Übungs-Klausur“. Erste literarische Veröffentlichung 1980. Mehrjähriger USA-Aufenthalt. Arbeitet beim Kulturamt der Stadt Klagenfurt und schreibt nebenberuflich. Lebt in Klagenfurt.

Seine Werke (Auswahl)
Stark wie ein Nagel (1996), Sergej (1998), Tag und Nacht und Tag (1998), Gegen Tagesende (2000), Am Abgrund der Bücher (2005).

Preise, Auszeichnungen (Auswahl)
 Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (1982, 1983, 1986), Staatsstipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst für Literatur (1996), Würdigungspreis des Landes Kärnten für Literatur (1997).

„Am Abgrund der Bücher“ ist eine Selbst- und Welterkundung von bestürzender Radikalität. Alexander Widner erzählt keine Geschichte, mit Aufbau, Handlung, Stringenz, er erfindet keine Geschichten. Er erzählt sich lediglich selbst. Und wie!! Nachdenklich, selbstsüchtig, aggressiv. Sein Leben in einzelnen Sätzen. Einzelnen Gedanken. Dann doch wieder in Gedankenbildern. Aber keine Metaphern. Lebensreal. Subjektiv. Direkt. Ehrlich.

„Einmal möchte ich den Satz schreiben, nach dem ich nichts mehr schreiben will.“ (Alexander Widner)


 

15.12. Heidelinde Weis

liest H.C. Andersen

Kinderliteraturlesung 18.00 Uhr

 

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk
der beliebten Kärntner Schauspielerin


 

13.12. Dubravka Ugrešić

Ministerium der Schmerzen

Lesung 19.30 Uhr

Dubravka Ugrešić

Geb. 1949 Zagreb, wo sie über 20 Jahre lang am Institut für Literaturtheorie arbeitete, seit 1993 lebt sie im Exil in Amsterdam. Österreichischer Staatspreis für europäische Literatur (1998), Heinrich Mann Preis (2000).

Ihre Texte (Auswahl)

Der goldene Finger (1993), My American Fictionary (1993), Die Kultur der Lüge (1995), Das Museum der bedingungslosen Kapitulation (1998), Lesen verboten (2002), Das Ministerium der Schmerzen (2005)

Das Ministerium der Schmerzen

„Dubravka Ugrešić hat ein bewundernswert kluges, sensibles und unlarmoyantes Buch über das Emigrantendasein geschrieben, voll erhellender Details über Tito-Land und Holland, über den Zustand des lost in translation und die Notwendigkeit, sich mit dem ‚Phantomschmerz’ zu arrangieren. Es fehlt nicht an Selbstkritik, an entlarvenden Porträts (etwa von Milošević vor dem Tribunal), an luziden Reflexionen über das eigene Barbarentum und ‚das Weggehen als einzigen Triumph’.“ (Ilma Rakusa)

„Dubravka Ugrešić ist eine scharfsinnige Essayistin und eine Erzählerin, die alle Finten ihres Metiers beherrscht. Am besten aber ist sie, wenn sie als Essayistin erzählt oder als Erzählerin ihre Romane mit luftig leichten Essays unterfüttert.“ (Karl-Markus Gauß)


 

11.12. Kärnten unter anderem

Lesefest im Stadttheater Klagenfurt Moderation: Klaus Amann

15.00 Uhr

Alois Brandstetter
Antonio Fian
Egyd Gstättner
Gert Jonke
Alois Hotschnig
Werner Kofler
Andrej Kokot
Lydia Mischkulnig
Engelbert Obernosterer
Jani Oswald
Anna Stern
Peter Turrini
Peter Truschner
Robert Woelfl

Wir erinnern uns noch gut: Im Herbst 2003 hat das Stadttheater gemeinsam mit dem Robert Musil-Institut der Universität Klagenfurt die größte literarische Veranstaltung organisiert, die man hierzulande in den letzten Jahrzehnten gesehen hat: „Was hat Kärnten zu verbergen?“ Noch nie sind in diesem Lande so viele Menschen zusammengekommen, um Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus Kärnten zuzuhören. Unter dem neuen Motto „Kärnten – unter anderem“ findet am 11. Dezember 2005 die Fortsetzung dieser groß angelegten literarischen Expedition statt. Erneut sollen unter anderem auch die Zusammenhänge untersucht, die Abgründe ausgelotet werden, für die der Begriff ‚Kärnten’ steht. Kaum einer der aus Kärnten stammenden Autoren versteht sich als Heimatdichter und kaum eine der hier geborenen Autorinnen würde sich selber vorwiegend über ihre Beziehung zum Land Kärnten definieren. Dennoch ist „Kärnten“ bei fast allen ein wiederkehrendes Thema, sind die literarischen Bezüge auf das Land für viele so etwas wie der Generalbass ihres Schreibens, ein Basso ostinato geradezu.

Die Gründe dafür sind vielfältig und mögen verschieden wirksam sein. Auffällig ist jedenfalls die in den Texten Kärntner Autorinnen und Autoren immer wieder thematisierte Diskrepanz zwischen der landschaftlichen Schönheit des Landes, der attraktiven Lage im Schnittpunkt dreier Kulturen und dem Druck eines traditionellen und politisch rigiden Milieus. Dieses besondere ‚Kärntner’ Milieu mag unter anderem eine gute Voraussetzung für die Entwicklung von Leidensfähigkeit, Sensibilität, Beobachtungsgabe und Ausdrucksbedürfnis, nicht aber in jedem Falle die geeignete und förderliche Umgebung für die schriftstellerische Arbeit sein. Denn die Häufung literarischer Talente im Bundesland Kärnten ist mindestens ebenso auffällig wie die Tatsache, dass kaum eines dieser Talente im Land geblieben ist. Andererseits kommen die Schreibenden von Bachmann bis Turrini und Winkler offenbar von diesem Land auch nicht los – wobei die Intensität der literarischen Zuwendung sich häufig als Zeugnis einer enttäuschten und verlorenen Liebe erweist. Wer aber könnte über die Ursachen und Umstände dieser innig-vertrackten Beziehung authentischer und anschaulicher Auskunft geben als die Schriftsteller und Schriftstellerinnen selber?

Vierzehn Autorinnen und Autoren werden bei der Veranstaltung am 11. Dezember 2005 im Stadttheater Klagenfurt Texte vortragen, die sie eigens für diesen Anlass verfasst oder aus ihren Werken ausgewählt haben und die unter anderem um ihr Verhältnis zu Kärnten kreisen. So wird vielleicht auch deutlich werden, inwieweit unter anderem auch Kärntner Herkunft und Milieu das Schreiben von international renommierten Autorinnen und Autoren in und außerhalb Kärntens beeinflussen und bestimmen.


 

01.12. Peter Maria Schuster

Schöpfungswoche, Tag drei

Huldigung an Josef Stefan / Jožef Štefan

Lesung 19.30 Uhr
 

Peter Maria Schuster
1939 in Wien geboren. Studium der Geschichte, Japanologie, Mathematik und Physik, Dr. phil. in Physik. Ab 1969 Physiker in Deutschland, Leiter des Bereiches Marketing bei Zeiss in Oberkochen/Deutschland. Ab 1976 Aufbau eines eigenen Industriebetriebes. 1987 Erkrankung an Kehlkopfkrebs, Abgabe aller Firmenanteile. Seit 1988 freier Schriftsteller, schreibt Lyrik, Prosa, Essays und Drehbücher lebt in Pöllauberg / Steiermark, Wien und Donegal/Irland.
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg (2004), Vorsitzender des Fachausschusses „Geschichte der Physik“ der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (2005).

Seine Texte (Auswahl)
Unter dem Kreuz (Roman, 1995), Schöpfungswoche, Tag eins (Lyrik, 2003) Schöpfungswoche, Tag zwei (Lyrik, 2004), Weltbewegend – unbekannt. Leben und Werk des Physikers Christian Doppler und die Welt danach (Monographie, 2003).

„Ich habe daraus gelernt, ohne belehrt zu werden
(Ideal)...die Lichtphysik Dopplers lässt zwanglos Theologisches ahnen, ohne dass man das eingebläut kriegte.“ (Peter Handke)

Johann Winkler und der Autor lesen aus Schöpfungswoche, Tag eins und Tag drei

In seinem dritten epischen Gedicht widmet sich Peter Maria Schuster dem Leben und Werk des Kärntner Physikers und Dichters Josef Stefan oder – in dessen slowenischer Muttersprache – Jožef Štefan (1835-1893), dem Entdecker des Strahlungsgesetzes, Begründer der österreichischen Schule der Physik und Leiter des seinerzeit weltweit größten elektrotechnischen Laboratoriums. Stefan war der jüngste Universitätsprofessor der k. u. k. Monarchie und der erste Wissenschaftler, dem der Lieben-Preis zuerkannt wurde.


 

22.11. Anja Utler

münden-entzüngeln

Lesung 19.30 Uhr

Anja Utler

1973 in in Schwandorf (Oberpfalz) geboren. Studium Ostslawistik, Anglistik, Sprecherziehung. 2003 Promotion über russische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Lebt und arbeitet in Wien. Leonce-und-Lena-Preis (2003).

Ihre Texte  (Auswahl)

Aufsagen (1999),  Heiß auf Dich (Hg. 2002), Münden-Entzüngeln (2004).

münden-entzüngeln

und endlich auch: atmen wollen, taun, wie der
see aus dem: schilf klaffen, triefen, die
kiefer das: kinn aus dem schlick scheiden,
trennen, und: abschenkeln, wieder die
lippen sich auf, aus dem rohr schneiden,
schlitzen, die kehle zum gaumen hin bricht:
an dem halm sich der laut

Diese Gedichte dringen unter die Haut, reichen bis tief in die Lungenspitzen, lösen die Zunge. Der Sprachsog von Anja Utlers lyrischen Verflechtungen zieht uns hinein ins Wechselspiel jener ungeschiedenen, vorbewussten Ganzheit, wo Innen und Außen, Körperliches und Naturhaftes in- und auseinander fließen. Ganz dem Augenblick verpflichtet, rühren sie an jenen Grund, wo das Sprechen beginnt, wo das Fühlen, das Denken sich sammelt und umschlägt, aus dem Körper bricht, eher noch Atemgeräusch denn gestalteter Laut. 

„Das ist ganz selten: Anja Utler empfindet die Sprache. Daher schreibt sie so hart und so blitzend, so mitleidend genau. Daher die sibyllinische Klarheit und der bestürzende Reichtum ihres Gedichts. Ich kenne jetzt kaum jemanden, egal in welchem Alter, der Anja Utler das Wasser reichen könnte. Das gilt auch für die hoch entzündliche Präzision ihres Vortrags. Respekt.“ (Thomas Kling)

 

 
 
 
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