Das Fach Musikwissenschaft ist vor ca. 100 Jahren im deutschsprachigen Raum eingeführt worden. Seitdem hat es sich stark ausdifferenziert und verschiedene Teildisziplinen ausgebildet. Im deutschsprachigen Raum ist eine einseitige Fach-Entwicklung von der Praxis hin zur Theorie zu verzeichnen, welche dazu geführt hat, dass das Studium der Musikwissenschaft sukzessive immer weniger musikpraktische Anteile enthielt. In den letzten Jahrzehnten konnte man an einigen Universitäten dieser Region sogar Musikwissenschaft studieren, ohne irgendeine instrumentale bzw. gesangliche Grundausbildung durchlaufen zu müssen. Zudem wurden die Studienanteile, die sich mit konkreten Berufsfeldern von MusikwissenschaftlerInnen beschäftigen, stetig zurückgefahren.
Ganz anders verlief die Entwicklung in angelsächsischen Ländern bzw. in Osteuropa. Dort blieb die Musikpraxis zumeist fester Bestandteil der musikwissenschaftlichen Ausbildung, nicht selten wurde ihr jedoch mehr Bedeutung beigemessen als theoretischen Überlegungen zur Musik. In manchen Regionen hat sich die Idee eines singulären Faches "Musikwissenschaft" (Musicology) genau genommen nicht etablieren können. Stattdessen studiert man dort ganz allgemein "Musik" und macht einen "Bachelor“ oder „Master of Music".
Die Frage, welche Art von Studium die bessere ist, ist schwer zu beantworten. Es gibt hier wie da Vor- und Nachteile. Aus unserer Sicht jedoch ist eine vielseitige und umfassende Musikausbildung, die an allen Formen von musikbezogenem Wissen gleichermaßen anknüpft, die beste. Mit dem Studiengang "Angewandte Musikwissenschaft" versuchen wir diese Leitidee umzusetzen. Daher beinhaltet das Studium in ausgewogenem Maße sowohl musikwissenschaftliche als auch musikpraktische Anteile und integriert zudem die Möglichkeit, über so genannte "angewandte Komponenten" Einblicke in musikbezogene Berufsfelder zu erhalten (die zum Teil nichts mit Lehre und Forschung im engeren Sinne zu tun haben).
Im Zentrum des Studiums der "Angewandten Musikwissenschaft“, das gemeinsam von der Abteilung Musikwissenschaft der Universität Klagenfurt und dem Kärntner Landeskonservatorium (Klagenfurt) getragen wird, steht die Vermittlung der Musikgeschichte, insbesondere der europäischen. Alle historischen Epochen, Gattungen, Arten und Stile von Musik kommen zur Sprache. Es gibt keine Tabus. Minnesang wird genauso thematisiert wie Detroit-Techno oder experimentelles Musiktheater. Zudem werden Einblicke in so genannte systematische Teildisziplinen der Musikwissenschaft gegeben. Diese tragen Bezeichnungen wie Musikpsychologie, Musiksoziologie, Musikethnologie, Musikphilosophie, Popularmusikforschung oder Musikinformatik, um nur einige zu nennen.
Darüber hinaus werden angewandte Bereiche wie Musikjournalismus, Musikmanagement und musikbezogene Medienkompetenz im Rahmen der Ausbildung berücksichtigt.
Die zu studierenden musikpraktischen Fächer umfassen ein musikalisches Hauptfach (Gesang, Dirigieren, Elementare Musikpädagogik oder ein Instrument nach Wahl), Tonsatz, Gehörbildung und Ensemblepraxis.
Damit steht das Studium auf drei Säulen: Musikwissenschaft, Musikpraxis und Angewandte Komponenten. Die musikwissenschaftlichen und angewandten Anteile des Studiums werden von der Universität Klagenfurt bzw. der Abteilung Musikwissenschaft bereitgestellt. Alle musikpraktischen Anteile werden vom Kärntner Landeskonservatorium angeboten.
Das Studium kann mit dem akademischen Grad "Master of Arts" (MA) nach 4 Semestern bzw. 2 Jahren abgeschlossen werden.
Bei Nachweis eines musikwissenschaftlichen (oder in Eizelfällen geisteswissenschaftlichen) Diplom-, Magister- oder Master-Abschlusses ist außerdem die Option gegeben, nach individueller Absprache mit der Studiengangsleitung, ein Doktorat (Dr. phil.) im Fach Musikwissenschaft anzustreben.
Das Studium ist auf drei Jahre angelegt und beinhaltet neben dem Verfassen der musikwissenschaftlichen Doktorarbeit folgende Lehrveranstaltungen:
a) 4 SWS Dissertantinnen- und Dissertantenseminare.
b) 6 SWS Lehrveranstaltungen auf postgradualem Niveau. Hierbei sind insbesondere Seminare und Lehrveranstaltungen, die von Gastprofessorinnen und Gastprofessoren angeboten werden, zu berücksichtigen.
c) 6 SWS Lehrveranstaltungen, die speziell für Doktoratsstudierende vorgesehen sind (z.B. in Form von Doktoratskollegs).
Weitere Informationen zur Inskription in das Dr.-Studium: http://www.uni-klu.ac.at/studabt/inhalt/2571.htm
Ein Quereinstieg in das Masterstudium ist möglich. Dafür muss der Nachweis einer grundständigen musikalischen Ausbildung erbracht werden (Genaueres ist unter dem Stichwort "Aufnahmebedingungen" nachzulesen).
Master-StudentInnen sollten nach ihren individuellen Bedürfnissen vertiefend studieren. Dabei müssen sie trotzdem in allen drei Bereichen (Musikwissenschaft, Musikpraxis und Angewandte Komponenten) Lehrveranstaltungen belegen.
Das Studium bereitet umfassend vor auf ein vielfältiges und Flexibilität erwartendes berufliches Arbeitsfeld in einem sich derzeit stark wandelnden Arbeitsmarkt. Folgende Berufsbilder sind denkbar:
Für das Masterstudium wird Folgendes vorausgesetzt:
Eingangserfordernisse:
StudienbewerberInnen können zum Wintersemester (Start ist jeweils der 1. Oktober) und zum Sommersemester (Start am 1. März) aufgenommen werden. Es wird geraten, sich frühzeitig zu bewerben.
Ablauf der Bewerbung:
1.) Der Abgabeschluss für Bewerbungen ist jeweils Mitte Januar und Ende August (Datum des Poststempels). Eine Bewerbung sollte folgende Angaben bzw. Unterlagen beinhalten:
Die vollständige Bewerbung ist an die nachstehende Adresse zu richten:
Abteilung Musikwissenschaft
Institut für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Universitätsstraße 65-67
9020 Klagenfurt
ÖSTERREICH
2.) Nach Eingang und Sichtung werden die BewerberInnen per E-Mail zu einem kurzen musikpraktischen Test eingeladen. Die musikprakt. Tests zu den Einführungsveranstaltungen (Tonsatz, Gehörbildung, Klavier und Hauptinstrument) sowie die verpflichtenden Studienberatungsgespräche finden Mitte September am Kärntner Landeskonservatorium in Klagenfurt statt.
3.) Die StudienbewerberInnen werden bis Ende September bzw. Ende Februar per E-Mail über die Ergebnisse der Tests informiert und - falls diese positiv absolviert wurden - zur Inskription aufgefordert.
Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.
1.) Auf der Homepage der Universität Klagenfurt findet man unter der Rubrik "Studium" die Möglichkeit einer "Online-Immatrikulation". Bei der Online-Immatrikulation erhält der/die Bewerber/in eine 4-stellige Bearbeitungsnummer, welche für die eigentliche Immatrikulation benötigt wird. Zudem bekommt der/die Bewerber/in eine E-Mail mit wichtigen Daten sowie Erläuterungen über die weitere Vorgehensweise.
2.) Für die eigentliche Immatrikulation muss der/die Bewerber/in die Studienabteilung der Universität Klagenfurt aufsuchen, die sich im Eingangsbereich des Uni-Hauptgebäudes befindet. Folgende Unterlagen sind im Original (!) mitzubringen:
3.) Der/Die Studienbewerber/in erhält einen Erlagschein für die Einzahlung des Studien- und ÖH-Beitrags (die ÖH ist die "Österreichische HochschülerInnenschaft", die sich um die Belange der Studierenden kümmert). Außerdem wird dem/der Bewerber/in eine 7-stellige Matrikelnummer zugewiesen, die man für alle administrativen Vorgänge innerhalb der Universität benötigt. Zusätzlich wird eine uni@klu-Card vergeben, die als allgemeiner Studierendenausweis dient (für Bibliothek, ÖH etc.).
4.) Der Erlagschein muss nun noch innerhalb der Inskriptionsfrist eingezahlt werden. Ist dies geschehen, so ist der/die Bewerber/in immatrikuliert bzw. inskribiert und damit frischgebackene/r Student/in.
Alle Anmeldungen für Lehrveranstaltungen laufen online ab. Bei der Immatrikulation erhält der/die neue Student/in einen eigenen Uni-Account mit persönlichem Benutzernamen und Passwort. Der Uni-Account ist sozusagen das persönliche Studiums-Portal. Von hier aus lassen sich viele Studienangelegenheiten übersichtlich verwalten, unter anderem auch die Einschreibung in die angebotenen Lehrveranstaltungen (Menüpunkt "LV-Anmeldung").