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Ulrike Truger lehrt Intervention im öffentlichen Raum

Das Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit der Alpen-Adria-Universität konnte mit einer Gastprofessur von Ulrike Truger, einer international anerkannten Steinbildhauerin, zum Thema Intervention im öffentlichen Raum aufwarten.

 

Im Rahmen des DoktorandInnen-Kollegs der Interventionsforschung hatten Studierende die Möglichkeit, mit Ulrike Truger und ihrer gesellschaftspolitischen Kunst in Kontakt zu kommen. Zweck dieser Lehrveranstaltung war die Auseinandersetzung mit Trugers künstlerischer Intervention in den öffentlichen Raum. Dabei interessierten sich unsere StudentInnen besonders für ihren künstlerisch-kulturellen Interventionsausdruck.

 

In Wien stellte Truger Werke, Atelier und Schaffensprozess vor, besonderes Augenmerk legte sie dabei auf ihre gesellschaftspolitischen Werke. Darunter befanden sich die Wächterin, der Omofuma-Stein und die Elisabeth-Skulptur. Die Wächterin, eine der wohl bekanntesten Arbeiten von Truger, nimmt heute auf der linken Seite des Burgtheaters ihren Platz ein. 1993 erscheint sie zum ersten Mal in Hartberg, als Pfarrer August Janisch zum Opfer eines Briefbombenattentats wurde.

 

Die Wächterin tritt hier im Kampf um die Menschenwürde auf. Im Jahre 2000 stellt Truger diese vor das Burgtheater, als Intervention gegen die erste schwarz-blaue Koalition. Dies tut sie ohne öffentliche Genehmigung, und zeigt damit monumentalen Widerstand. Der Ort der Aufstellung ist bewusst gewählt. Die Nähe zum Parlament und damit zum Herzen demokratischer Wertehaltung ist wichtig. Die Wächterin soll zum kritischen Diskurs anregen und schützend wirken. In permanenter Präsenz zum Thema Menschenrecht wirkt das Mahnmal von Omofuma. Dieser Stein wurde von Truger ebenfalls ohne Genehmigungsverfahren zuerst vor die Wiener Staatsoper gestellt: Im Gedenken an Marcus Omofuma, welcher 1999 bei seiner Abschiebung aus Österreich von Polizisten derart brutal gefesselt und geknebelt worden war, dass er während seiner Reise erstickte. Der Omofuma-Stein erkämpfte sich öffentliches Standrecht und steht jetzt auf der stark besuchten Mariahilferstraße vor dem Museumsquartier. Diese Beispiele verdeutlichen Trugers künstlerisch-gesellschaftspolitisches Engagement; genauere Informationen zu diesen und anderen Werken findet man auf ihrer Homepage unter www.ulriketruger.at.

 

Insgesamt erlebten die Seminarteilnehmer die Exkursion, sowie die inhaltliche Verdichtung als einen wirksamen gesellschaftskritischen Zugang. Trugers künstlerisch kulturell-nachhaltige Interventionsmethode brachte uns zum Nachdenken. Unsere Forschung beinhaltet die Gestaltung von Interventionsprozessen mit dem Ziel der Selbstaufklärung durch Reflexion eigener Kulturen. Genau hier liegt das verbindende Moment zu Trugers kulturell-nachhaltiger Kunst: Sie zeigt uns eindrucksvolle Ausformungen gesellschaftlich-wirksamer Intervention mit Stein und Ort.

 

Felix Dietrich
Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit



 

Foto: Omofuma-Stein von Ulrike Truger vor dem Museumsquartier in Wien

Foto: Omofuma-Stein von Ulrike Truger vor dem Museumsquartier in Wien
Omofuma-Stein von Ulrike Truger vor dem Museumsquartier in Wien


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