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„Traditionelle“ und „neue“ Abschlussformen – empirische Hinweise zur heiklen Frage der Employability

Kommentar Helmut Guggenberger

 

Zwei prominente Ziele des Bologna-Prozesses sind im Endbericht zur „Arbeitssituation von Universitäts- und FachhochschulabsolventInnen“ thematisiert: Förderung internationaler Mobilität von Studierenden sowie Unterstützung von Beschäftigungsfähigkeit nach dem ersten der drei Zyklen. Die Ergebnisse unserer Studie wurden in österreichischen Medien relativ breit diskutiert; im Vordergrund standen die auffällig niedrigeren Gehälter von Absolventinnen, noch mehr aber die Frage, ob es eine „Generation Praktikum“ gebe. Weniger wahrgenommen wurden Aussagen zur Fragestellung, wie es um die „Beschäftigungsfähigkeit“ von Bachelor-AbsolventInnen (anders gesagt: die berufliche Umsetzung dieser neuen Abschlüsse) bestellt sei. „Neu“ – was ihre Organisationsform, aber auch Erwartungen an sie betrifft – sind die im Rahmen des Bologna-Prozesses eingerichteten Bachelor- und Masterstudien zweifellos. Dabei verweist das Wissenschaftsministerium, etwa gestützt auf die vom Institut für Höhere Studien durchgeführte „Studierendensozialerhebung“, auf einen sehr hohen Anteil von Bachelor-AbsolventInnen, die unmittelbar folgend ein „konsekutives“ Masterstudium aufnehmen. Um Charakteristika der neuen Bachelor-Abschlüsse und Differenzen zu den traditionellen Diplom- Abschlüssen zu identifizieren, wurden im Bericht ausgewählte Ergebnisse vorgestellt. Gemessen an laut der öffentlichen Diskussion zu Erwartendem fanden wir wenig dramatische Unterschiede zwischen „traditionellen“ (Mag., Dipl.-Ing.) und „neuen“ (Bachelor-)Abschlüssen und kaum Nachteile für letztgenannte – das mag je nach Erwartungshaltung enttäuschen oder zufrieden stellen. Deutliche Unterschiede sahen wir hingegen zwischen den Hochschularten – was wohl auch den divergierenden Aufgabenstellungen (stärkere wissenschaftliche bzw. Grundlagen-Orientierung an Universitäten vs. stärkerer Praxis-, Anwendungsbezug an Fachhochschulen) entsprechen dürfte und den unterschiedlichen Bedingungen an den Institutionen zuzuschreiben ist. – Die Ergebnisse der österreichischen Graduiertenstudie könnten dazu beitragen, die oft eindimensional (bloß an employability orientiert) geführte Diskussion um berufliche „Verwertung“ von Studienabschlüssen sachlich und auf Daten basiert zu führen.

 

Die Studie zum Download finden Sie hier.

 

Helmut Guggenberger ist Wissenschaftler am Institut für Soziologie.


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