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AbsolventInnenbefragung an der AAU

Die Rahmenbedingungen des Studiums, die Zufriedenheit mit den Studienbedingungen oder das Gesundheitsverhalten von Absolventinnen und Absolventen der Alpen-Adria-Universität wurden in einer Studie von Gunhild Sagmeister (Institut für Soziologie) erhoben.

 

Von den 776 Absolventinnen und Absolventen im Studienjahr 2010/11, die bis Mitte Juni ihr Studium abgeschlossen hatten, haben 590 den online-Fragebogen ausgefüllt, das entspricht einem Rücklauf von 76 Prozent. Bei den abgeschlossenen Studien entfielen 207 auf Bachelorabschlüsse (davon 130 Frauen); und 348 auf Masterabschlüsse (davon 271 Frauen); 5 Diplomingenieure (davon 1 Frau) und 19 Doktorate (9 Frauen). Insgesamt haben 31 Prozent ein Wirtschaftsstudium, je 18 Prozent Pädagogik, Psychologie oder ein Lehramt absolviert, acht Prozent Medienkommunikation und sieben Prozent ein Technikstudium.

Diagramm: Verteilung der Abschlüsse auf die Studienrichtungen
Verteilung der Abschlüsse auf die Studienrichtungen

Rahmenbedingungen des Studiums
30 Prozent der AbsolventInnen sind verheiratet bzw. leben in einer festen Paarbeziehung (Pädagogik: 52 Prozent, Psychologie: 40 Prozent, was auf das höhere Alter zurück zu führen ist). 13 Prozent hatten bei Studienabschluss ein Kind (Pädagogik: 21 Prozent, Psychologie: 18 Prozent, Medienkommunikation 19 Prozent), sechs Prozent haben zwei Kinder und zwei Prozent haben drei Kinder.

 

Studiendauer und Erwerbstätigkeit
Die Studiendauer betrug für ein Bachelorstudium im Mittel 7,8 Semester, für ein Diplomstudium 12,2 Semester mit einer Spannweite zwischen 13,5 Semester bei der Betriebswirtschaft und 11,6 Semester bei der Medienkommunikation. Die durchschnittlich aufgewendete Wochenarbeitszeit für das Studium betrug bei 40 Prozent der Befragten 21 bis 30 Stunden und bei 29 Prozent bis zu 20 Stunden pro Woche. 92 Prozent der befragten AbsolventInnen gaben an, während des Studiums erwerbstätig gewesen zu sein. Dementsprechend konnten sich nur 27 Prozent während des letzten Studienjahres voll auf ihr Studium konzentrieren. Neben einer Erwerbstätigkeit kamen als Hinderungsgründe für 76 Personen Betreuungs- bzw. Pflegeverpflichtungen hinzu, 80 weitere hatten gesundheitliche/persönliche Probleme.


Ein Viertel der AbsolventInnen haben mit dem Gedanken gespielt, ihr Studium abzubrechen. Andrea Felnémeti, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Studierende an der AAU, hat dafür folgende mögliche Erklärung: „Ein Teil der Studienabbrüche sind ,geplante' Abbrüche. Studierende sind in einer Studienrichtung ,zwischengeparkt', bis sie im gewünschten Fach, für welches sie eine Aufnahmeprüfung bestehen müssen, aufgenommen werden. Andere wiederum stellen fest, dass das Studium nicht ihren Vorstellungen oder Interessen entspricht, da zum Beispiel ein Anglistik-Studium nicht nur aus der Sprachbeherrschung, sondern auch aus Literatur besteht. Manche der Studierenden sind auch voll erwerbstätig und müssen erkennen, dass für sie die Belastung durch Job, Studium und eventuell Familie doch zu viel ist."

 

Ein Studium im Ausland
Ein Auslandssemester über Erasmus/Sokrates haben 43 AbsolventInnen genutzt, ein Join-Study-Programm 18. Ebenso viele hatten sich selbst einen Auslandsaufenthalt organisiert und Unterstützung durch die Universität erhalten, weitere 16 hatten sich alles selbst organsiert und auch finanziert. Elf Personen haben an einem Sommerprogramm in Bovec bzw. Charkow teilgenommen.

 

Studiennutzen
Die Bedeutung eines Studiums wird als hoher Wert für die persönliche Entwicklung gesehen, aber auch angesichts immer neuer Qualifikationsanforderung als zunehmend wichtiger eingeschätzt.
Eine Gegenüberstellung der Eigenschaften, auf die im Studium Wert gelegt wurde mit den Vorstellungen, wie viel Wert auf diese gelegt werden sollte, zeigt ein einheitliches Bild hinsichtlich der Förderung fachspezifischer theoretischer Kenntnisse, die entsprechend den Erwartungen gefördert wurden (in den wirtschaftlichen Fächern sogar fast zu viel Theorie – hier wurde mehr Praxisbezug gewünscht). Defizitär wurde von allen die Fremdsprachenförderung beurteilt – am besten schnitten hier noch die technischen Fächer ab. Ebenfalls zu kurz gekommen ist generell die Förderung der Kreativität (am günstigsten ist die Bilanz im Fachbereich Pädagogik), wie auch der Toleranz in wirtschaftlichen Fächern.

 
Diagramm: Zufriedenheit mit den Studienbedigungen
Zufriedenheit mit den Studienbedingungen

Studienzufriedenheit
Die Zufriedenheit mit dem Studium und seinen Rahmenbedingungen hängt sehr stark mit dem jeweiligen Fachbereich zusammen. Größere Unterschiede gibt es beim Zugang zu Pflichtlehrveranstaltungen, Unterstützung durch die Sekretariate oder beim Feedback durch die Lehrenden, wo insbesondere bei großen Studienrichtungen wie z. B. der Psychologie noch Probleme auftreten. Die Betreuung der Abschlussarbeiten ist in der Pädagogik dennoch sehr gut. Die 24-Stunden-Öffnung der Bibliothek schlägt sich noch nicht in einer besseren Bewertung nieder – vor allen Dingen die Kritik an zu geringem Literaturbestand wird hierdurch auch nicht aufgehoben.


Ein Viertel der Bachelor- AbsolventInnen werden ihr Studium fortsetzen, mehr als die Hälfte erwartet sich eine adäquate Tätigkeit nach dem Studium, allerdings rechnen 42 Prozent mit Schwierigkeiten, einen der Ausbildung entsprechenden Job zu finden (Informatik: 20 Prozent, Medienkommunikation: 61 Prozent). Allerdings waren zwei Drittel zur Zeit der Sponsion erwerbstätig (in technischen Fächern und kleinen Diplom-/BA-Studien gut die Hälfte, in der Pädagogik: 78 Prozent), das Studium war aber nur bei einem Drittel der Tätigkeiten erforderlich, sonst bestenfalls hilfreich.
Über 90 Prozent der befragten AbsolventInnen würden sich wieder für ein Studium entscheiden, davon die meisten wieder für dasselbe Fach. Lediglich AbsolventInnen der Medienkommunikation, kleiner Diplomfächer  und Lehramtsstudien würden sich zu ca. 70 Prozent für dasselbe Fach entscheiden.

 

Suche nach einer Erwerbstätigkeit
Bei der Suche nach einer (neuen) Erwerbstätigkeit setzten die gut 200, die ihr Studium ganz abgeschlossen hatten und nicht ihre bisherige Tätigkeit weiter ausüben wollten, besonders erfolgreich folgende Strategien ein: Bewerbung auf Inserate (insbesondere Wirtschaft-AbsolventInnen), Kontakte aus vorhergehender Tätigkeit und aus Praktika  - hier AbsolventInnen der Medienkommunikation noch mehr als diejenigen aus den wirtschaftlichen Fächern. Beide Gruppen nutzten auch erfolgreich das Angebot des Jobservice und familiäre Kontakte.

 
Erfolgreiche Strategien für die Findung einer Erwerbstätigkeit
Erfolgreiche Strategien für die Findung einer Erwerbstätigkeit

Gesundheitsverhalten
Der Gesundheitszustand der AbsolventInnen wird von diesen zu 90 Prozent als gut bis sehr gut eingeschätzt. Eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens im letzten Studienjahr haben mehr als die Hälfte durch Zeitstress erfahren, insbesondere Lehramt-AbsolventInnen und BA eines kulturwissenschaftlichen Faches oder der Geographie. Fehlende Rückzugsmöglichkeiten waren für jede/n Vierte/n ein Problem, fehlende Ansprechpersonen im Studienfach für mehr als jede/n fünfte/n AbsolventInnen der Psychologie oder auch der Lehramt- und kleineren Studienfächer. Technik-AbsolventInnen beklagten zu über 40 Prozent zu hohe fachliche Anforderungen.

 

Das Gesundheitsverhalten der JungakademikerInnen ist durchaus unterschiedlich: Gut jede/r Fünfte raucht, die Frauen im Mittel elf, die Männer vierzehn Zigaretten am Tag. 60 Prozent geben an, stark bis sehr stark auf ihre Gesundheit zu achten, und zwar Frauen und Männer gleichermaßen – diese Gegebenheit ist allerdings bei Technik-AbsolventInnen deutlich weniger ausgeprägt als bei ErziehungswissenschaftlerInnen, was teilweise auf das höhere Alter (in der Pädagogik) zurückzuführen ist. Alkoholische Getränke werden von 33 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer zumindest einmal in der Woche konsumiert, andere Substanzen wie Beruhigungs- oder Schmerzmittel deutlich seltener, wobei Frauen häufiger zu Schmerzmitteln greifen. Das ist darauf zurück zu führen, dass Kopfschmerzen, Unterleibsbeschwerden, Verdauungsprobleme und Kreislaufbeschwerden bei Frauen im letzten Studienjahr signifikant häufiger auftraten als bei Männern.

 
Häufigkeit von Beschwerden im letzten Studienjahr
Häufigkeit von Beschwerden im letzten Studienjahr

Sieben AbsolventInnen hatten aufgrund von Behinderungen oder chronischen Erkrankungen Unterstützungsbedarf, fünf haben diese bekommen.

 

Mehr als zwei Drittel kommen wenigstens einmal pro Woche durch sportliche Betätigung ins Schwitzen, wobei die Männer etwas aktiver sind als die Frauen. Knapp die Hälfte hat das Angebot des Universitätssportinstitutes genutzt – auch hier etwas mehr Männer als Frauen – von diesen sind 85 Prozent zufrieden bis sehr zufrieden mit dem Kursangebot gewesen.


Für mehr als drei Viertel ist gesunde Ernährung wichtig bis sehr wichtig (82 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer). Nahezu alle essen zumindest einmal am Tag Obst oder Gemüse.
Mit dem Angebot von Mensa und Buffet ist über ein Drittel zufrieden bis sehr zufrieden, etwa gleich viele sind mäßig zufrieden.

 
Wohlbefinden des letzten Studienjahres wurde beeinflusst durch….
Wohlbefinden des letzten Studienjahres wurde beeinflusst durch….

Anregungen der AbsolventInnen an die Universität
Auch bei den offen formulierten Anregungen am Schluss des Fragebogens fällt auf, dass ‚gesunde, leistbare Snacks‘ am Campus gewünscht werden, ebenso wie Rückzugsmöglichkeiten – einerseits für gemeinsames Arbeiten, aber auch für die Erholung zwischendurch. Hier besteht deutlicher Bedarf.

 

Wesentlich ist bei vielen Anregungen der Wunsch nach qualitativ hochwertigen Lehrveranstaltungen, in die man auch aufgenommen wird, mit einer überschaubaren Teilnehmer/innenzahl, die auch den Kontakt und die Auseinandersetzung mit den Lehrenden fördert: Lieber in mehr und bessere Lehrpersonen investieren als in technischen Schnick-Schnack…


Mehr Feedback und bessere Betreuung in der Diplomarbeitsphase, aber auch schon zu Beginn des Studiums eine bessere Beratung hinsichtlich der Inhalte und des organisatorischen Ablaufes hätten sich viele gewünscht. Generell hätten sich viele mehr Praxisbezug im Studium erwartet, dass die Sinnhaftigkeit des zu Lernenden und auch eine spätere Anwendung im Erwerbsleben deutlich gemacht worden wäre. Auch ein bloßes Auswendiglernen von Fakten wie in manchen Prüfungen verlangt wurde als nicht zielführend angesehen. Grundsätzlich besteht der Wunsch, sowohl von Lehrenden als auch von Sekretärinnen ernst genommen und in der Eigenverantwortung gefordert zu werden.


Gunhild Sagmeister, Institut für Soziologie

 

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