Mit Hans Albert gesellte sich in die Reihe der Ehrendoktoren der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt einer der einflussreichsten Denker des deutschen Sprachraums. Zu den meistzitierten Werken der Erkenntnistheorie zählt sein 1968 erstmals veröffentlichtes „Traktat über kritische Vernunft“. An der Seite von Karl Popper war er vor rund 40 Jahren einer der Protagonisten im so genannten Positivismusstreit gegen Theodor Adorno und Jürgen Habermas.
Ein Philosoph des Dialogs, dessen zentrale Thesen wie Falsifizierbarkeit und Offenheit für Kritik zum Hintergrundwissen des heutigen akademischen Betriebs geworden sind. Hans Albert zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts und gilt heute mit Sir Karl Popper als einer der beiden großen kritischen Rationalisten, auch wenn seine Hauptbetätigungsfelder die Sozialwissenschaften und die Methodenlehre sind.
Albert zeigt in seinem Werk, wie der von ihm mitgeprägte kritische Rationalismus auf allen Gebieten menschlicher Praxis anwendbar ist. Als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Karl-Popper-Foundation Klagenfurt hat Hans Albert zahlreiche Aktivitäten und wissenschaftliche Veranstaltungen der Universität Klagenfurt begleitet und wichtige Unterstützung beim Aufbau der Karl-Popper-Sammlung der Universitätsbibliothek geleistet. Hans Albert, 1921 in Köln geboren, feierte im Vorjahr seinen 85. Geburtstag. An der Universität Mannheim hatte er bis zu seiner Emeritierung 1989 den Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftslehre inne. Albert ist nach wie vor wissenschaftlich sehr aktiv, publiziert intensiv und trägt auf internationalen Kongressen vor. 2005 wurde sein Briefwechsel mit Karl Popper, mit dem er seit 1958 befreundet war, veröffentlicht. Alberts Gesamtwerk umfasst mehr als 30 Bücher und 200 Aufsätze.
Auszeichnungen: Ernst Hellmut Vits-Preis (1976); Arthur Burckhard- Preis (1984); Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich (1994); Ehrendoktorat der Universität Linz (1995), der Universität Athen (1997), der Universität Kassel (2000) und der Universität Graz (2007).
Hans Albert erhielt den Ehrendoktor der Universität Klagenfurt am 13. November, nach einem Ehrendoktorat der Johannes-Kepler-Universität Linz und der Karl-Franzens-Universität Graz der dritte in Österreich. In ihrer Begrüßung erinnerte sich Vizerektorin Jutta Menschik- Bendele an ihre Studienzeit, wo sie vom Geehrten gelernt hatte, „Kontroversen mit Anstand zu führen“. Auch die Laudatoren Josef Mitterer und Reinhard Neck erzählten von ihren vielen denkwürdigen Begegnungen mit dem heute 86-jährigen Emeritus aus Mannheim.
v.re.: Hans-Joachim Bodenhöfer, Oliver Vitouch, Hans und Margarethe Albert, Jutta Menschik-Bendele und Josef Mitterer Foto: Puch
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Reinhard Neck in seiner Laudatio
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